Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
proteinmarkt.de - Infoportal für Fütterungsberater und Landwirte
Sojaanbau in Deutschland: Größere Fläche, niedrigere Erträge
-

UFOP fordert von Bundesminister Alois Rainer mehr Engagement bei der Förderung von Körnerleguminosen

Die deutsche Sojaernte 2026 dürfte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes trotz deutlich geringerer Hektarerträge das Vorjahresergebnis übertreffen und damit einen neuen Höchststand erreichen. Verantwortlich für den Produktionsanstieg ist die Ausweitung der Anbaufläche.

In Deutschland spielt der Sojaanbau nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) erst seit 2015 eine nennenswerte Rolle und hat seitdem stetig an Bedeutung gewonnen. 2026 wurde die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr deutlich um knapp 21 % auf 52.300 ha ausgeweitet. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 133.800 t Sojabohnen geerntet. Das entspricht einem Plus von gut 3.000 t gegenüber 2025. Die höhere Produktion beruht auf der Flächenausdehnung. Die durchschnittlichen Erträge bleiben mit voraussichtlich 25,6 dt/ha allerdings deutlich hinter dem Vorjahreswert von 30,2 dt/ha zurück. Die Sojabohne litt, wie die anderen Kulturen, unter den Trockenperioden dieses Sommers.

Bayern und Baden-Württemberg bleiben die wichtigsten Anbauregionen Deutschlands. Während die Erntemenge in Bayern um 2 % auf 76.400 t gesteigert werden konnte, dürfte die Ernte in Baden-Württemberg mit 18.000 t rund 23 % unter dem Vorjahresniveau liegen. In beiden Bundesländern wurde die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet, sodass die Rückgänge ausschließlich auf die voraussichtlich deutlich niedrigeren Erträge zurückzuführen sind. Deutliche Ertragseinbußen zeichnen sich auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ab. Dagegen wurden aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Niedersachsen höhere Erntemengen gemeldet.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) bewertet die Ausdehnung der Anbaufläche als ermutigende Entwicklung und als Signal für ein zunehmendes Interesse der Landwirte, Soja bzw, Körnerleguminosen im allgemeinen in die betrieblichen Fruchtfolgen zu integrieren und damit einen Beitrag zu mehr Resilienz, Biodiversität, Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei pflanzlichem Protein zu leisten. Der Proteinmarkt verfügt über ein außerordentlich großes Potenzial, zumal mit der Gentechnikfreiheit ein absatzbestimmendes Merkmal im Nahrungsmittelmarkt gegenüber Importen besteht. betont die Förderunion. Diesen Schwung gelte es nun mitzunehmen und nachhaltig und ausgewogen in einen nationalen Proteinplan zu verankern. Die UFOP erwartet von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, die Förderung im Bundeshaushalt eben nicht zu kürzen, sondern auf dem bestehenden Niveau zu verstetigen, damit die über Jahre geschaffenen Netzwerke, von der Anbauberatung, über die Vermarktung bis zur Produktentwicklung, nicht wegbrechen. Hieran lasse sich die Ernsthaftigkeit politisch gewollter Resilienz ablesen, so die UFOP.

Anderenfalls werde die Vorreiterrolle Deutschlands in der EU in Frage gestellt. Auch die Bundesländer seien gefordert, dem Anspruch nach mehr Resilienz gerecht zu werden. Die UFOP kritisiert, dass die finanzielle Förderung des Anbaus auf einzelne Bundesländer beschränkt ist. Dieser Flickenteppich der Förderung müsse dringend beendet werden.