Die deutschen Landwirte hatten 2025 mehr Raps geerntet als im Vorjahr. Trotz des größeren inländischen Angebotes bleiben die Rapsimporte in der ersten Hälfte der Saison 2025/26 rege. Auch die bisherigen Exporte übertreffen das Vorjahresvolumen.
Deutschland importierte in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 3,1 Mio. t Raps und damit gut 4 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Rumänien löste dabei mit Lieferungen von 873.400 t die Ukraine als wichtigster Lieferant für die Bundesrepublik ab. Von Juli bis Dezember 2024 wurden aus Rumänien nur 229.600 t Raps am deutschen Markt platziert. Auslöser für die größeren Importe dürfte die deutlich größere Ernte sein: immerhin konnte Rumänien seine Produktion gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln und erzielte damit einen neuen Rekord. Fraglich bleibt aber auch, inwieweit das Land als Transit für ukrainische Ware fungierte. Die Ukraine lieferte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 752.500 t liefern und damit 39 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Grund für die verringerten Rapsimporte könnte auch in den Exportzöllen der Ukraine für Raps, Soja und Sonnenblumen zu suchen sein, die zuletzt für Marktstörungen im europäischen Warenhandel gesorgt haben.
Frankreich, das auf Platz 3 der wichtigsten Lieferanten rangiert, konnte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) mit 477.100 t rund 64 % mehr Raps am deutschen Markt platzieren. Die Niederlande, die als zentrale Drehscheibe für den Welthandel fungiert, haben ihr Volumen mehr als verdoppelt. In den vergangenen zwei Jahren lieferte Kanada kaum nennenswerte Mengen, ganz im Unterschied zur ersten Saisonhälfte 2025/26, als von Juli bis Dezember 2025 rund 99.800 t kanadische Ware importiert wurde. Aus Polen, Australien, Litauen, Tschechien und Belgien bezog Deutschland dagegen weniger Raps.
Deutschland ist der größte Nettoimporteur in der EU, dementsprechend fallen die Ausfuhren relativ gering aus, trotz der größeren Ernte. In den ersten sechs Monaten der laufenden Saison exportierte die Bundesrepublik nur rund 64.100 t Raps, das sind rund 87 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Deutscher Raps geht vor allem in andere EU-Mitgliedsstaaten, zum Beispiel nach Polen (34.600 t), in die Niederlande (7.300 t) und nach Frankreich (5.200 t).
