Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
proteinmarkt.de - Infoportal für Fütterungsberater und Landwirte
Rapsernte 2026 bleibt hinter den Erwartungen zurück
-

Die deutsche Rapsernte ist abgeschlossen. Die Erntemengen fallen regional und einzelbetrieblich sehr unterschiedlich aus und bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück, obwohl die Entwicklung der Bestände zunächst höhere Erträge erwarten ließ. Verantwortlich dafür war einerseits die extreme Hitzeperiode im Frühsommer. Entscheidend war jedoch das Auftreten von Rapserdfloh und Schotenschädlingen, die durch den Wegfall wirksamer Insektizide nur noch unzureichend bekämpft werden können, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) fest.

Vor allem aus dem Norden, Osten und aus Teilen Süddeutschlands wurden nur mäßige bis enttäuschende Hektarerträge gemeldet. Besonders kritisch wurden die Ernteergebnisse in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg sowie in Baden-Württemberg und Südbaden eingeschätzt. In Teilen Niedersachsens wurden zudem geringere Ölgehalte registriert. Insgesamt liegt der durchschnittliche Ölgehalt nach ersten Analysen des Max-Rubner-Institutes bei 43,5 Prozent, was entsprechende Zuschläge auf den Erzeugerpreis mit sich bringt.

Bei der Höhe der bundesweiten Rapsernte liegen die Einschätzungen derzeit noch auseinander. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes dürfte die Erntemenge bei rund 3,5 Mio. t liegen. Das würde einem Rückgang von knapp 13 % gegenüber 2025 entsprechen. Der Deutsche Raiffeisenverband bezifferte die Ernte auf 3,7 Mio. t, während der Deutsche Bauernverband mit lediglich 3,3 Mio. t noch vorsichtiger kalkulierte.

Mit Blick auf die inzwischen weit fortgeschrittene Winterrapsaussaat zur Ernte 2027 sorgten die Niederschläge der vergangenen Wochen für die erforderliche Bodenfeuchte als Voraussetzung für einen guten Start für die Bestandsentwicklung. Entscheidend für die Absicherung des Ertrages ist jedoch ein angemessenes Angebot an Pflanzenschutzmitteln. Hier seien dringend Fortschritte bei der Zulassung erforderlich, so die UFOP. Diese Forderung betreffe den Ackerbau insgesamt. Der Verband begründet die Forderung auch mit Verweis auf den Klimawandel, der im weltweiten Vergleich in Europa schneller voranschreitet als in anderen Regionen, Dies gefährde die Versorgungssicherheit mit Agrarrohstoffen zur Nahrungsmittel- und zur energetischen Verwendung in Deutschland.