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Protein-Aktionsplan der EU mit richtiger Stoßrichtung
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UFOP fordert zeitnahe Überführung in eine nationale Proteinstrategie

Berlin, 09.07.2026. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) begrüßt die Ausrichtung des jüngst von der EU-Kommission vorgestellten Protein-Aktionsplans. Die darin formulierten Ziele zur Unterstützung des Anbaus und entlang der Wertschöpfungsketten von Ölsaaten und Eiweißpflanzen bei der Verwendung als Futtermittel und für Lebensmittel sind positiv zu bewerten. Die UFOP schätzt die vorgeschlagenen Maßnahmen als grundsätzlich geeignet ein, um beide Sektoren zu unterstützen und fordert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auf, den EU-Ansatz zeitnah in eine nationale Proteinstrategie zu überführen.

Aus der zutreffenden Beschreibung des Status quo wie dem erheblichen Mangel an höher proteinhaltigen Futtermitteln werden aus Sicht der UFOP die richtigen Schlussfolgerungen gezogen. Denn es muss das Ziel eines Aktionsplans sein, die Autonomie der EU zu stärken, indem die Abhängigkeit von importierten proteinreicheren Futtermitteln verringert wird. Die vorgeschlagene Erhöhung des Selbstversorgungsgrades auf 35 % bei Futterprotein aus Ölsaaten und Eiweißpflanzen bis 2035 wird von der UFOP unterstützt. Darüber hinaus ist die Bedeutung von Hülsenfrüchten für eine ausgewogene und vollwertige Ernährung anzuerkennen und umfassend weiter zu verfolgen.

Der EU-Aktionsplan enthält mehrere begrüßenswerte Maßnahmen zur Förderung des Anbaus von Öl- und Eiweißpflanzen, zum Aufbau und der Stärkung von Wertschöpfungsketten sowie zur Verbesserung der Verwertungsmöglichkeiten. So soll neben gekoppelten Flächenzahlungen die Entwicklung innovativer Absatzmärkte für in der EU produzierte Pflanzenproteine deutlich stärker vorangebracht werden durch die Stärkung regionaler Stoffkreisläufe, durch eine Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel sowie durch zweckgebundene Mittel für Investitionen in Aufbereitung, Lagerung sowie Transport.

Hier liefert der Vorschlag der EU-Kommission für die Gemeinsame Marktorganisation (GMO) mit dem neuen Sektor Eiweißpflanzen als Kernstück der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) wertvolle Unterstützung. Die Mitgliedstaaten werden dadurch verpflichtet, sogenannte operationelle Programme für Eiweißpflanzen aufzustellen und Interessenvertretungen sowie Erzeugerorganisationen anzuerkennen. Dies kann dazu beitragen, die strukturelle Schwäche bei den Wertschöpfungsketten für Körnerleguminosen zu beheben. Die UFOP unterstützt auch die neu geschaffenen Möglichkeiten zur Einführung von Vermarktungsnormen für Eiweißpflanzen, um für die Erzeuger klare und verlässliche Vertragsgrundlagen zu schaffen.

Darüber hinaus begrüßt die UFOP ausdrücklich, dass in dem EU-Aktionsplan der Beitrag von Biokraftstoffen zur Proteinversorgung der EU anerkannt wird. Denn das in Deutschland wichtigste Eiweißfuttermittel Rapsschrot kann künftig nur weiter so umfangreich bereitgestellt werden, wenn die Verwendung von Pflanzenölen in Biokraftstoffen sichergestellt bleibt.