Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
proteinmarkt.de - Infoportal für Fütterungsberater und Landwirte
Nutzungsschwerpunkt bestimmt die iLUC-Bewertung von Soja und Raps
-

In der Diskussion um indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) ist eine differenzierte und sachgerechte Betrachtung der Erzeugerpreis-bestimmenden Faktoren erforderlich, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) fest. Während beim Raps die Entwicklung an den Pflanzenölmärkten die Preisbildung und damit die Anbauentscheidung bestimmt, stehen bei Soja der 80-prozentige Proteinanteil im Vordergrund. Die UFOP erneuert deshalb die Kritik an der Einstufung der Sojabohne als „high-iLUC“-Rohstoff, wenn das Sojaöl als Biokraftstoff-Rohstoff verwendet wird und der Biokraftstoff auf die Quotenverpflichtungen in den Mitgliedsstaaten der EU angerechnet werden soll.

Die UFOP fordert die EU-Agrarminister und das Europäische Parlament auf, den von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf zur Einstufung der Sojabohne als „high-iLUC“-Rohstoff zu stoppen, damit eine sachgerechte methodische Überarbeitung durchgeführt werden kann. Es sei absurd, wenn durch die geplante Einstufung des Sojaöls der europäische und deutsche Proteinplan konterkariert werde. Sojabohne, Erbse und Ackerbohnen sind die wichtigsten großkörnigen Leguminosen in der EU und gewinnen als gentechnikfreie Proteinquellen zur Erweiterung der Fruchtfolge und als Beitrag zur Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund müsse anerkannt werden, so die UFOP, dass eine zusätzliche Nachfrage nach Sojaöl aus dem Energiesektor zu diesen Zielen beitrage. Daher dürfe diese Verwertungsoption nicht versperrt werden. Eine Ausweitung des Sojabohnenanbaus in der EU sei erwünscht und notwendig. Der Urwald- und Biotopschutz in Südamerika müsse dagegen Verursacherbezogen durchgesetzt werden. Offenbar sei dieses Kapitel im Rahmen der Mercosur-Verhandlungen nicht aufgeschlagen worden.