Handelsabkommen zeigt Kurswirkung
Ging es in der ersten Januarhälfte noch bergab, drehten die Pariser Rapsnotierungen zur Monatsmitte ins Plus. Der Besuch des kanadischen Premierministers in Peking führte zu einem mit Spannung erwarteten Abkommen zwischen beiden Ländern, welches eine Senkung der chinesischen Einfuhrzölle auf Rapssamen von 85 % auf 15 % vorsieht, gültig ab dem 1. März. Im August vergangenen Jahres verhängte China vorläufige Antidumpingzölle auf Canola und nahm zur Bedarfsdeckung den Kauf von australischer Ware wieder auf. Chinesische Importeure orderten Berichten zufolge nun bereits 650.000 t kanadischen Canolas zur Lieferung zwischen Februar und April. Das treibt nicht nur die Notierungen an der kanadischen Börse, sondern zeigt auch hierzulande Kurswirkung. So schloss der Fronttermin Februar am 29.01.2026 bei 488,50 EUR/t und damit rund 35,25 EUR/t über dem noch Ende Dezember erreichten Niveau. Auch Partien der Ernte 2026 tendieren fester, wenn auch etwas weniger deutlich. So legt der August-26-Kontrakt auf Monatssicht um 19,75 auf 457,75 EUR/t zu.
Abgabebereitschaft belebt sich
Im Einklang mit dem Kursanstieg in Paris bewegten sich auch die Erzeugerpreise für Raps im Januar aufwärts. Das konnte die ein oder andere Rapspartie aus Erzeugerhand locken. Dabei signalisierten auch Ölmühlen gebietsweise Bedarf. Mit der Vermarktung der kommenden Ernte wurde in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen vorerst abgewartet. Insgesamt stimmt der Blick auf die Felder auch weiterhin optimistisch. Aus dem Osten des Landes werden jedoch abgestorbene Blätter oder Blattteile beobachtet. Eine abschließende Bewertung ist allerdings erst nach dem vollständigen Abschmelzen der Schneedecke möglich.
Ölschrotpreise driften auseinander
Die Preise am heimischen Ölschrotmarkt tendierten im Januar 2026 uneinheitlich. Konventionelles Sojaschrot verlor nach dem Jahreswechsel deutlich an Wert. So wurden im Monatsmittel für 44er-Partien 296 EUR/t fob Hamburg gefordert, ein Minus von 2 % gegenüber dem Vormonat und sogar 11 % weniger als noch vor einem Jahr. Auch GVO-freie Partien konnten das Niveau des Vormonats nicht behaupten. Mit 436 EUR/t wurden für 45,5er-Ware gut 2 % weniger verlangt.
Belastet wurden die Preise dabei vorrangig durch die Aussicht auf ein mehr als komfortables Angebot in der kommenden Saison, bedingt durch eine zu erwartende Rekordernte in Brasilien. So taxierte das USDA in seiner ersten Schätzung des Jahres die Ernte des weltweit größten Sojaexporteurs auf 178 Mio. t, gegenüber knapp 172 Mio. t in der vorangegangenen Saison. Die Exporte veranschlagten die Experten des USDA auf 114 Mio. t, gut 11 Mio. t mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Das Exportvolumen Brasiliens liegt nur knapp unterhalb der Ernte des zweitgrößten Erzeugers, den USA. Begrenzt wurde der Preisspielraum jedoch durch die kritische Situation in den argentinischen Anbaugebieten. Hitze und Trockenheit limitieren dort das Ertragspotenzial der Kultur, sodass das Exportvolumen des größten Sojaschrotexporteurs nach aktueller Marktmeinung das Vorjahresniveau verfehlen dürfte.
Rapsschrotpreise im Aufwind
Entgegen der Entwicklung am heimischen Sojaschrotmarkt tendierten die Preise für Rapsschrot fester. Gestützt wurden die Preise dabei vorrangig durch die lebhafte Nachfrage nach dem Jahreswechsel. Besonders in der zweiten Januarhälfte taten sich einzelne Mischfutterhersteller hervor und kauften den Markt regelrecht leer, wie es heißt. In der Folge waren insbesondere im Westen prompte Partien sowie Lieferungen für Februar und März zuletzt knapp, während die Angebotssituation im Osten weniger angespannt war. Zusätzliche Unterstützung bot die eingeschränkte Logistik. Die winterliche Witterung hatte vor allem im Norden Deutschlands den Transport auf den Wasserwegen behindert, sodass auf den Straßentransport ausgewichen werden musste. Vor diesem Hintergrund wurden im Monatsmittel 212 EUR/t gefordert, ein Plus von 14 % gegenüber dem Vormonat.
Flächenplus zur kommenden Ernte
Welche Richtung die Rapspreise im Februar einschlagen wird neben dem Handel am heimischen Markt auch maßgeblich vom Terminmarkt bestimmt. Bereits im Januar zeigte sich, dass hier die handelspolitischen Entwicklungen die Fundamentaldaten teils überwiegen. Neben dem Weltmarkt bleiben auch die Rapsfeldbestände in den kommenden Monaten im Fokus. Winterraps gewinnt dabei in Deutschland weiter an Bedeutung. So dürfte das Areal nach jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes um 4,9 % auf 1,14 Mio. ha ausgeweitet werden. Flächenzuwächse werden dabei insbesondere in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gemeldet. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) bezifferte die Rapsfläche zur Ernte 2026 zuletzt auf voraussichtlich 1,10 bis 1,15 Mio. ha.
Monatsrückblick Januar 2026
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