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Marktbericht KW 51 / 2025
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Die Pariser Rapsnotierungen konnten ihr Niveau kurz vor Weihnachten nicht halten und verzeichnete drei Tage in Folge rote Zahlen. So schloss der Fronttermin Februar 26 am 16.12.2025 bei 469,25 EUR/t und damit 2,50 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Auch Partien der Ernte 2026 tendieren schwächer, hier fällt das Minus mit 3,50 auf 449,25 EUR/t sogar noch etwas deutlicher aus. Neben schwachen US-Soja- und Rohölnotierungen übte dabei auch das weltweit üppige Angebot Druck aus. Mit dem zuletzt festen Euro verteuern sich zudem EU-Partien für Abnehmer aus anderen Währungsländern, was die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt deutlich schmälert. Mit dem Minus in Paris geht es auch auf Großhandelsebene abwärts. Bei unverändertem Aufgeld sind für Partien zur Lieferung ab Januar 2026 franko Hamburg rund 475 EUR/t möglich und damit 2 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein, auch hier vergünstigen sich Partien zur Lieferung ab Januar auf Wochensicht um 2 auf 485 EUR/t. Preismeldungen für Ware zur Lieferung im Dezember sind nicht mehr erhältlich. Dabei bleibt es insgesamt ruhig, lediglich im Norden des Landes wird vereinzelt von Umsätzen berichtet. Andernorts kehrt bereits vorweihnachtliche Ruhe ein. Die Importe laufen indes stetig. Im Dezember wurde vermehrt Ware gesucht, für die zweite Januarhälfte finden sich dagegen kaum Abnehmer. Die Ernte 2026 bleibt indes kaum besprochen. Auf Erzeugerstufe werden aktuell im Bundesdurchschnitt 452 EUR/t genannt. Damit liegt der Durchschnittspreis 3,50 EUR/t unter Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 426-470 EUR/t. Von Verarbeiterseite besteht auch weiterhin kaum Kaufinteresse. Für die Zeit von Weihnachten bis Neujahr scheint bereits gut vorgesorgt zu sein. So bleibt es weitgehend ruhig am physischen Markt. In der Hoffnung auf Preissteigerungen wird die weitere Vermarktung ins kommende Jahr geschoben. 

Aufgrund der inzwischen frostigen Nachttemperaturen werden in den Rapsbeständen erneut gezielte Behandlungen gegen Weidelgras und Ackerfuchsschwanz durchgeführt. Viele Erzeuger hoffen nun auf den Eintritt einer stabilen Winterphase, da die Bestände bei weiterhin milden Tagestemperaturen nach wie vor im Wachstum sind. Eine ausreichende Winterruhe wäre aus pflanzenbaulicher Sicht wünschenswert, um ein übermäßiges Längenwachstum zu vermeiden. Insgesamt werden die Feldbestände jedoch weiterhin überwiegend als sehr gut eingeschätzt. 

Die Preise am heimischen Ölschrotmarkt haben in der zurückliegenden Berichtswoche weiter nachgegeben. Beim Rapsschrot hat sich der Preisrückgang zuletzt allerdings verlangsamt. Zum einen fällt das Angebot aufgrund der geringeren Abgabebereitschaft der Ölmühlen kleiner aus, zum anderen orderten die Mischfutterhersteller etwas aktiver Partien zur sofortigen Lieferung sowie für Januar 2026, um den Bedarf vorerst gedeckt zu haben – insbesondere, um möglichen Verpflichtungen zwischen den Feiertagen nachzukommen. Prompte Partien waren zuletzt im Bundesdurchschnitt für 180 EUR/t im Gespräch, 5 EUR/t weniger als eine Woche zuvor. Für Lieferungen im Januar wurden 183 EUR/t gefordert und damit 1 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Sojaschrot tendierte ebenfalls preisschwach. Zwar wurden auch hier vereinzelt noch Vorräte vor den Feiertagen aufgefüllt, die Fundamentaldaten sprechen jedoch gegen deutliche Preissteigerungen. Insbesondere die Aussicht auf große Ernten auf der Südhalbkugel, die Anfang des Jahres auf den Markt kommen dürften, belastet die Preise. Für konventionelle 44er-Ware wurden zuletzt im Bundesmittel 315 EUR/t genannt, 3 EUR/t weniger als eine Woche zuvor. Für GVO-freie Partien lagen die Forderungen dagegen im Mittel bei 444 EUR/t und damit 2 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. 

Die Preise für Rapsöl bewegen sich in der laufenden Handelswoche abwärts. So sind fob deutscher Mühle zuletzt 1.075 EUR/t für Partien zur Lieferung ab Februar im Gespräch, ein Minus von 5 EUR/t. Damit folgen die Preise den jüngsten Vorgaben der Rohstoffnotierungen. Mit den baldigen Weihnachtsfeiertagen konnte sich der Handel kurz vor dem Jahreswechsel am Papiermarkt noch einmal beleben. Dabei heizten insbesondere die Abwärtskorrekturen das Kaufinteresse noch einmal an. Hinsichtlich des Energiesektors bleibt es abzuwarten, inwieweit das Ende der Doppelanrechnung die Nachfrage nach Biodiesel belebt. Am 10.12.2025 hatte das Bundeskabinett ein Gesetz zur Umsetzung der RED III beschlossen.