In der Pariser Börse geht es weiter abwärts. So schloss der Fronttermin November am 22.09.2026 bei glatt 552,00 EUR/t und damit rund 2,25 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Kursdrückende Impulse kamen dabei insbesondere vom Rohölmarkt, nachdem die Notierungen hier allein binnen 5 Börsentagen knapp 11 % an Wert einbüßten. Im Fokus stand dabei die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Konflikt im Nahen Osten. Dagegen können die anhaltenden Lieferverzögerungen aus der Ukraine den Kursrückgang lediglich dämpfen. Auf Erzeugerebene zeigen sich die Rapspreise dagegen die zweite Woche in Folge widerstandsfähig. So sind im Bundesmittel mit 526,00 EUR/t rund 4,20 EUR/t mehr im Gespräch als noch in der Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 500-551 EUR/t. Handel steht jedoch auch hier kaum dahinter. Trotz des attraktiven Preisniveaus bleibt die Abgabebereitschaft der Erzeuger gering, nicht zuletzt wegen der nur noch begrenzt verfügbaren freien Ware. So bleiben die Umsätze auch weiterhin überschaubar. Vereinzelt werden bereits erste Vorkontrakte der Ernte 2027 besprochen. Insgesamt bleibt die Angebotsseite jedoch zurückhaltend, während auch von der Nachfrage nur wenige Impulse ausgehen. Auf den Feldern rückt die Entwicklung der neuen Rapssaat zunehmend in den Mittelpunkt. Während die Bestände in Schleswig-Holstein gut aufgelaufen sind und Behandlungen gegen Schnecken und Rapsflöhe erfolgen, nimmt die Sorge über die anhaltende Trockenheit in mehreren süd- und südwestdeutschen Regionen zu.
Nach dem Rückgang in der vergangenen Woche drehen die Verkaufspreise für Rapsschrot zuletzt wieder ins Plus. Partien zur Lieferung ab Oktober werden am 22.09.2026 für rund 290 EUR/t angeboten. Damit liegen die Forderungen wieder über dem Niveau der Vorwoche. Dabei hat sich die Verfügbarkeit deutlich verbessert, auch wenn sich einzelne Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum weiter verzögern. Einzig aus Mannheim bleibt Ware angesichts einer gedrosselten Verarbeitung begrenzt. Dabei wird auf vorderen Lieferpositionen immer wieder Nachfrage signalisiert. Angespannt bleibt indes weiterhin die Logistik. Die Niedrigwasserstände erschweren weiterhin den Transport über die wichtigen Wasserstraßen. Auch der Straßen- und Schienenverkehr stößt nach wie vor an seine Grenzen. Die Preise am Sojaschrotmarkt bewegen sich ebenfalls weiter aufwärts. Konventionelles Sojaschrot mit 44 % Protein wird zuletzt für 453 EUR/t und damit 17 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche angeboten. GVO-freie Ware verteuert sich ebenfalls und wird zuletzt mit 573 EUR/t gehandelt, was ebenfalls einem Aufschlag von rund 17 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht.
Die zuletzt schwachen Rapsnotierungen an der Pariser Börse zeigen auch beim Nachprodukt Öl Preiswirkung. So wurden die Forderungen hier auf Wochensicht um rund 15 auf 1.245 EUR/t zurückgenommen. Das bremst den Handel mit Rapsöl. Marktteilnehmer agieren vorerst zurückhaltend und warten die weiteren Entwicklungen ab. Seitens des Energiesektors beschränkt sich das Interesse auch weiterhin auf prompte Ware. Belastend wirkt zudem die Logistik, denn angesichts der niedrigen Pegelstände können Ölmühlen ihre vollen Kapazitäten nicht ausschöpfen. Angesichts der ohnehin verhaltenen Nachfrage bleibt das Angebot dennoch mehr als ausreichend.
Marktbericht KW 39 / 2026
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