Die Pariser Rapsnotierungen änderten zuletzt die Richtung und verloren allein binnen dreier Handelstage fast 30 EUR/t an Wert. Zuletzt schloss der Kurs jedoch wieder im grünen Bereich. Mit 533,00 EUR/t notierte der Fronttermin November am 25.08.2026 dennoch rund 13 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Druck kam dabei insbesondere vom Rohölmarkt sowie von günstigen Niederschlägen in den französischen Anbaugebieten. Der Kursrückgang in Paris setzt auch die Großhandelspreise unter Druck. Franko Hamburg sind bei leicht angehobenem Aufgeld (+1) mit 529 rund 14 EUR/t weniger im Gespräch als noch in der Vorwoche. Franko Niederrhein werden bei unveränderter Prämie mit 539 rund 13 EUR/t weniger in Aussicht gestellt. Marktteilnehmer agieren angesichts der enttäuschenden deutschen Ernte vorerst zurückhaltend. Auf Erzeugerebene geht es ebenfalls abwärts. Im Bundesmittel werden in der 35. KW rund 500,40 EUR/t aufgerufen und damit 12,20 EUR/t weniger als noch in der Vorwoche. Dabei bleibt das Handelsgeschehen insgesamt ruhig. Der Fokus liegt in vielen Regionen derzeit auf den Aussaatarbeiten für Winterraps der Ernte 2027. Die jüngsten Niederschläge haben die Bodenfeuchte merklich verbessert, sodass die Arbeiten vielerorts zügig voranschreiten. Allerdings hat die anhaltend trockene und wiederholt von Hitze geprägte Witterung die Bestandsentwicklung in vielen Regionen deutlich beeinträchtigt. Vor allem im Süden Deutschlands zeigen sich die Folgen der beschleunigten Abreife und des anhaltenden Bodenfeuchtedefizits zunehmend. Die Ertragsschätzung für deutschen Raps wurde um 8 % auf 33,3 dt/ha angepasst.
Die Verfügbarkeit von Ölschroten ist das zentrale Thema am deutschen Ölschrotmarkt. Vor allem prompt verfügbares Rapsschrot ist knapp und hält die Preise auf festem Niveau. Im Bundesmittel wurde Rapsschrot am 25. August mit 273 EUR/t gehandelt und damit rund 2 EUR/t über Vorwoche. Zusätzliche Nachfrageimpulse erhält Rapsschrot vom Sojaschrotmarkt. Da dort prompte Ware so gut wie gar nicht verfügbar ist, weichen Abnehmer verstärkt auf Rapsschrot als Alternative aus. Im Bundesmittel verteuerten sich konventionelle 44er-Partien zur Lieferung ab September auf Wochensicht um rund 7 EUR/t auf
405 EUR/t. Belastet wird der Markt von erheblichen Logistikproblemen. Verzögerungen bei Lieferungen aus Nord- und Südamerika, sowie eingeschränkte Binnenschiffsfahrt erschweren die Versorgung.
Im Sog schwächerer Notierungen an der Pariser Börse konnten auch die Großhandelspreise für Rapsöl ihr Niveau nicht halten. Fob deutscher Mühle wurden zur Lieferung ab September zuletzt rund 1.195 EUR/t genannt und damit 60 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Auch Partien fob Niederlande vergünstigten sich um 60 auf 1.195 EUR/t. Mit den jüngsten Abschlägen hat sich das Geschäft am heimischen Markt etwas belebt. Sowohl aus dem Lebensmitteleinzelhandel als auch aus dem Energiesektor werden Abschlüsse gemeldet. Letztere konzentrieren sich vor allem auf kleinere Mengen zur prompten Lieferung.