Die Rapskurse an der Börse haben nach den kräftigen Aufschlägen der Vorwoche deutlich nachgegeben. Die schwächeren Börsenvorgaben schlugen unmittelbar auf den deutschen Groß- und Erzeugermarkt durch. Auslöser der Korrektur war vor allem der starke Rückgang der Rohölkurse. Am deutschen Kassamarkt sank der bundesweite Erzeugerpreis für Raps auf 503,79 EUR/t und damit um 12,05 EUR/t gegenüber der Vorwoche. Ölmühlen und Handel zeigen nur begrenztes Kaufinteresse und scheinen für den kurzfristigen Bedarf weitgehend eingedeckt zu sein. Die deutsche Rapsernte fällt bislang überwiegend schwächer aus als im Vorjahr. In Ostdeutschland erreichen die Einbußen teilweise bis zu 25 %. Schwächere Ölausbeuten belasten dort zusätzlich. Im Westen und Süden ist das Bild weniger eindeutig. Im Rheinland verbesserten sich die späteren Drusche, während aus Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg vielfach durchschnittliche bis enttäuschende Ergebnisse gemeldet werden. Für Schleswig-Holstein ist eine belastbare Bewertung noch nicht möglich. Zusätzlich erschwert Niedrigwasser auf Rhein und Mosel den Warenfluss. An der Rheinschiene wird teilweise weniger verarbeitet, weil Nachschub fehlt und gleichzeitig Schrot sowie Öl nur eingeschränkt abtransportiert werden können.
Die Rapsschrotpreise zeigten sich zuletzt volatil. Am 28.07.2026 wurde promptes Rapsschrot zu 284 EUR/t gehandelt, zwischenzeitlich wurden auch 292 EUR/t erzielt. Am physischen Markt bleibt prompt verfügbares Rapsschrot weiterhin sehr knapp. Für kurzfristige Partien werden teils erhebliche Preisaufschläge verlangt. Auf Nachfrageseite zeigt sich aus der Mischfutterindustrie Interesse an prompten Mengen sowie an späteren Terminen, allerdings weiterhin nur in begrenztem Umfang. Bei Sojaschrot setzte gegen Monatsende eine schwächere Tendenz ein, wodurch ein Teil der zuvor erzielten Aufschläge wieder abgegeben wurde. Für konventionelles Sojaschrot mit 44 % Protein wurden zuletzt 367 EUR/t gefordert und damit rund 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. GVO-freie Ware bewegte sich preislich dagegen mit 472 EUR/t auf dem Niveau der Vorwoche.
Nach drei Wochen mit fester Tendenz haben die Preise für Rapsöl zuletzt wieder nachgegeben. Belastend wirkten insbesondere die schwächeren Vorgaben von der Pariser Börse sowie der zunehmende Angebotsdruck aus der laufenden Rapsernte in Deutschland und weiten Teilen Europas. Fob deutsche Mühle werden aktuell 1.240 EUR/t bei einem Aufgeld von 130 EUR/t verlangt, womit das Niveau im Wochenvergleich spürbar zurückgenommen wurde. Mit fortschreitender Ernte gelangt zunehmend Rapssaat an den Markt. Zwar sorgen Niederschläge regional weiterhin für Unterbrechungen, insgesamt verbessert sich die Versorgungslage der Verarbeiter jedoch merklich. Viele Marktteilnehmer rechnen zudem mit verstärkten Verkäufen direkt aus der Ernte heraus. Die Nachfrage im Pflanzenölsektor bleibt bislang verhalten, sodass zusätzliche Impulse fehlen. Auch geopolitische Faktoren liefern derzeit kaum Unterstützung.
Marktbericht KW 31 / 2026
Marktbericht KW 31 / 2026
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