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Marktbericht KW 29 / 2026
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An der Pariser Börse geht es weiter aufwärts. So schloss der August-2026-Kontrakt an der Euronext am 14.07.2026 bei 522,50 EUR/t und damit rund 9 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Dabei richten sich die Notierungen derzeit stärker nach geopolitischen Entwicklungen als nach den Fundamentaldaten, da der übliche Erntedruck bislang ausbleibt. Stattdessen reagieren die Kurse sensibel auf die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus, nachdem sich die Lage im Nahost-Konflikt erneut verschärft hat. China bereitet indes offenbar die schrittweise Wiederaufnahme von Rapsimporten aus Australien vor. Erste Lockerungen wurden bereits im vergangenen Jahr sichtbar. Die Rapsernte hat inzwischen in mehreren deutschen Regionen begonnen, befindet sich insgesamt jedoch noch in einer frühen Phase. Die Ertrags- und Qualitätsmeldungen fallen unterschiedlich aus. Während im Rheinland die Qualitäten überwiegend zufriedenstellend bewertet werden, bleiben die Erträge bislang teils hinter den Erwartungen zurück. In Sachsen rechnen Marktteilnehmer eher mit einer unterdurchschnittlichen Ernte, nachdem die Bestände zuletzt unter erheblichem Hitze-, Trockenheits- und Krankheitsdruck standen. Besonders kritisch ist die Situation in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns. Dort führten Unwetter regional zu massiven Schotenverlusten im Raps, vereinzelt wird sogar von möglichen Totalausfällen berichtet. In anderen Regionen werden dagegen überwiegend durchschnittliche Erträge erwartet.  

Rapsschrot konnte am heimischen Ölschrotmarkt in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Prompt verfügbare Ware wurde zuletzt am 14.07.2026 zu 250 EUR/t gehandelt und lag damit 15 EUR/t über Vorwochenniveau. Gestützt wird der Markt weiterhin von den festen Rapskursen an der Euronext sowie den anhaltenden Wetterrisiken in Kanada. Zusätzliche Unterstützung erhält der heimische Markt durch die angespannte Logistiksituation in Deutschland. Die anhaltende Hitze und niedrige Wasserstände auf dem Rhein schränken die Transportkapazitäten der Binnenschifffahrt deutlich ein. Auch die Preise für Sojaschrot konnten im Wochenverlauf anziehen. Konventionelles Sojaschrot mit 44 % Protein wird derzeit zu 361 EUR/t gehandelt.  

Im Einklang mit den festeren Rohstoffnotierungen zieht Rapsöl im Preis an. Fob deutscher Mühle werden für Partien zur Lieferung ab September zuletzt rund 1.190 EUR/t aufgerufen und damit 35 EUR/t mehr als noch in der Vorwoche. Unterstützung kommt dabei auch vom jüngsten Anstieg der Rohölnotierungen. Seitens des Lebensmitteleinzelhandels wird vereinzelt weiterhin Bedarf für vordere Liefertermine signalisiert. Bei späteren Lieferterminen bleibt die Nachfrage hingegen verhalten. In Erwartung möglicher Preisrückgänge mit Eintreffen der neuen Ernte halten sich Käufer derzeit zurück. Seitens des Energiesektors bleibt es ebenfalls ruhig, denn die Biodieselmargen bleiben unattraktiv. Damit bleibt die erhoffte Belebung infolge der Ende April beschlossenen RED III weiterhin aus.