Die Pariser Rapsnotierungen haben zuletzt deutlich nachgegeben. Der Fronttermin August schloss am 30.06.2026 bei 505,25 EUR/t und damit rund 12,75 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Belastet wurde der Markt neben rückläufigen Rohölnotierungen vor allem durch die bevorstehende Ernte. Zusätzlichen Druck erzeugt die aktuelle Schätzung des kanadischen Statistikamtes. Demnach dürfte die Canolafläche trotz verzögerter Aussaat überraschend ein Rekordniveau erreichen. Aufgrund niedrigerer Erträge wird die Produktion dennoch lediglich auf Vorjahresniveau von rund 22 Mio. t geschätzt. Die Rapsbestände präsentieren sich bundesweit heterogen und deuten regional auf unterschiedliche Ertragserwartungen hin. Insgesamt fällt der Blick auf die Felder jedoch überwiegend positiv aus. Nach den hochsommerlichen Temperaturen haben die Niederschläge der vergangenen Tage die Wasserversorgung vielerorts spürbar verbessert. In Südbaden ist die diesjährige Rapsernte bereits angelaufen. Lokale Gewitter führten dort zeitweise zu Unterbrechungen. Auch in Franken wurde am Wochenende bereits Raps gedroschen.
Nachdem die Preise für promptes Rapsschrot gegen Ende der Vorwoche deutlich angezogen hatten, gaben sie zuletzt wieder nach. Hintergrund des zwischenzeitlichen Preissprungs war unter anderem die knappe Verfügbarkeit im Promptbereich. Promptes Rapsschrot wurde am heimischen Ölschrotmarkt am 30.06.2026 zu 235 EUR/t gehandelt und lag damit 12 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Mit den rückläufigen Preisen belebte sich auch die Nachfrage der Mischfutterhersteller nach kurzfristig verfügbarer Ware wieder. Das größere Kaufinteresse richtet sich derzeit jedoch auf spätere Liefertermine, nachdem sich die Preise dort ebenfalls etwas abgeschwächt haben. Ab der KW 29/30 dürfte bei den Ölmühlen sukzessive die Umstellung von Ware der alten Ernte auf die neue Rapsernte erfolgen. Der Spread zwischen alter und neuer Ernte liegt aktuell bei rund 10 bis 12 EUR/t. Die Warenverfügbarkeit wird regional überwiegend als ausreichend beschrieben.
Rapsöl kann sein Preisniveau in der laufenden Handelswoche nicht halten. Während in der 26. KW noch 1.160 EUR/t für Partien zur Lieferung ab August im Gespräch waren, werden zuletzt nur noch rund 1.148 EUR/t in Aussicht gestellt. Damit folgt die Preisentwicklung den jüngsten Kursbewegungen der Rapssaat, denn auch an der Pariser Börse ging es auf Wochensicht abwärts. Die knappe Verfügbarkeit auf vorderen Lieferpositionen kann das Minus dabei lediglich dämpfen. Zur Lieferung ab Juli gilt Rapsöl als nahezu ausverkauft. Insgesamt bleibt die Nachfrage aktuell jedoch überschaubar. Hinsichtlich der kommenden Saison wird am physischen Markt vereinzelt Interesse signalisiert. Auch von ersten Umsätzen wird berichtet. Abzuwarten bleibt jedoch, inwieweit Niedrigwasserstände in den kommenden Wochen und Monaten zu Aufpreisen und Verzögerungen führen und damit zusätzlichen Spielraum für höhere Preise schaffen könnten.
Marktbericht KW 27 / 2026
Marktbericht KW 27 / 2026
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