Die Pariser Rapsnotierungen änderten in der laufenden Handelswoche nahezu täglich die Vorzeichen. Auf Wochensicht verbleibt dennoch ein Plus. So schloss der Fronttermin August am 02.06.2026 bei 527,50 EUR/t und damit rund 2,75 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich zunehmend auf die kommende Ernte 2026. Die Handelsaktivität hat sich zuletzt deutlich beruhigt, sodass nur noch vereinzelt Abschlüsse gemeldet werden. Das attraktive Preisniveau wurde von vielen Erzeugern für den Abschluss von Vorkontrakten genutzt. Entsprechend berichten Marktteilnehmer regional von einem außergewöhnlich hohen Vermarktungsstand der Ernte 2026. Der Raps beginnt inzwischen regional mit der Abreife. Die Ertragsschätzungen fallen derzeit schwer, da sich die Bestände sehr uneinheitlich präsentieren. Neben vielversprechenden Beständen werden auch Flächen gemeldet, die infolge der Trockenheit deutliche Einbußen zeigen. Die Niederschläge vom vergangenen Wochenende verbessern die Wasserversorgung der Bestände zwar regional spürbar, fallen jedoch sehr unterschiedlich aus, sodass einzelne Standorte kaum profitieren. Gleichzeitig nimmt der Krankheitsdruck in den Beständen merklich zu.
Am heimischen Rapsschrotmarkt haben die Preise nachgegeben. Prompte Ware wurde zuletzt zu rund 269 EUR/t gehandelt und lag damit etwa 16 EUR/t unter Vorwoche. Die Warenverfügbarkeit ist insgesamt ausreichend, regional bestehen jedoch Unterschiede. Der Spread zwischen der alten und der neuen Ernte beläuft sich derzeit auf rund 8 EUR/t und könnte sich bis Juli auf etwa 3 EUR/t verringern. Auch am Sojaschrotmarkt ist eine schwächere Preisentwicklung zu beobachten. Konventionelles Sojaschrot mit 44 % Rohprotein verbilligte sich gegenüber der Vorwoche um rund 7 EUR/t und notierte am 02.06.2026 bei etwa 369 EUR/t. GVO-freie Qualitäten werden aktuell zu rund 465 EUR/t gehandelt, was einem Wochenrückgang von etwa 5 EUR/t entspricht. Mischfutterhersteller fragen kurzfristig verfügbare Ware weiterhin lebhaft nach, während sich die Kaufbereitschaft für spätere Liefertermine verhaltener entwickelt.
Rapsöl behauptet sich auf Wochensicht im Preis. Partien zur Lieferung ab August werden fob deutscher Mühle zuletzt für 1.152 EUR/t angeboten, nach 1.145 EUR/t in der Vorwoche. Damit folgt die Preisentwicklung den festeren Vorgaben seitens der Rohstoffnotierungen. Wie bereits in den Vorwochen geben dabei die Entwicklungen am Rohölmarkt den Takt vor. Hinzu kommt die verzögerte Aussaat in den kanadischen Prärien, die die Sorge vor Ertragseinbußen der kommenden Ernte schürt. Die Umsätze mit Rapsöl bleiben jedoch weiterhin überschaubar. Seitens des Energiesektors bleibt die Nachfrage trotz der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel verhalten. Auch seitens des Lebensmitteleinzelhandels bleibt es ruhig.
Marktbericht KW 23 / 2026
Marktbericht KW 23 / 2026
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