Zeitweise feste Rohöl- und US-Sojakurse zogen in der laufenden Handelswoche die Pariser Rapsnotierungen mit nach oben. So schloss der Fronttermin August an der Pariser Börse am 19.05.2026 bei 528,50 EUR/t und damit rund 6,50 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Im Fokus am Rohölmarkt standen dabei die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus. Abzuwarten bleibt, ob und wie die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran weitergehen. Der Sojamarkt blieb dagegen fest im Griff der Handelszusage seitens Chinas. Auch auf Erzeugerebene hat der Kursanstieg zu weiteren Aufwärtskorrekturen geführt. Für Partien der alten Ernte sind im Mittel rund 506,80 EUR/t möglich und damit 8,20 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 475 bis 550 EUR/t. Die Lager dürften jedoch weitgehend geräumt sein. Für Vorkontrakte der kommenden Ernte werden mit 494,80 EUR/t (468-550 EUR/t) rund 7,60 EUR/t mehr in Aussicht gestellt. Das festere Preisniveau kann die Vorkontraktbereitschaft spürbar beleben. So werden regional Teilmengen der kommenden Ernte in die Bücher der Händler geschrieben. In den nächsten Wochen gehen Ölmühlen in die Wartungspause, sodass sich die Nachfrage vorübergehend abschwächen könnte.
Rapsschrot verliert am heimischen Ölschrotmarkt an Dynamik. So wurden am 19.05.2026 für prompt verfügbares Rapsschrot 293 EUR/t aufgerufen, ein Minus von 7 EUR/t gegenüber der Vorwoche. Damit setzt sich die zuletzt eher schwächere Tendenz fort, wobei vor allem eine ruhigere Nachfrage sowie gemischte Vorgaben aus dem internationalen Ölsaatenkomplex belastend wirken. Unterstützung bleibt begrenzt, da sich der Markt insgesamt gut versorgt zeigt. Sojaschrot tendiert am heimischen Markt dagegen deutlich fester und kann sich von der Entwicklung beim Rapsschrot abkoppeln. Sowohl für konventionelles 44er-Sojaschrot als auch für GVO-freie Partien legten die Preise um rund 11 EUR/t zu, sodass zuletzt 383 EUR/t bzw. 476 EUR/t aufgerufen wurden.
Mit Rückenwind von festen Rohstoffnotierungen haben sich die Großhandelspreise für Rapsöl zuletzt befestigt. Fob deutscher Mühle werden am 20.05.2026 rund 1.155 EUR/t in Aussicht gestellt und damit 20 EUR/t mehr als in der Woche zuvor. Auch fob Niederlande geht es aufwärts. Hier sind zur Lieferung ab Juni mit 1.250 EUR/t rund 15 EUR/t mehr im Gespräch. Das Marktgeschehen ist aktuell etwas stärker vom Papierhandel als vom physischen Geschäft geprägt. Insgesamt bleibt die Handelsaktivität dennoch überschaubar. Das Angebot an promptem Raffinat bleibt weiterhin limitiert. Angesichts der insgesamt verhaltenen Nachfrage zeigt die Knappheit jedoch kaum preisstützende Wirkung. Auch Sojaöl zieht im Preis an. Prompte Partien fob deutscher Mühle verteuern sich auf Wochensicht um rund 20 EUR/t auf
1.120 EUR/t.
Marktbericht KW 21 / 2026
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