Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
proteinmarkt.de - Infoportal für Fütterungsberater und Landwirte
Marktbericht KW 19 / 2026
-

Die Pariser Rapsnotierungen bleiben weiterhin fest vom Energiemarkt geprägt, denn angesichts des Kursanstiegs bei Rohöl wächst die Wettbewerbsfähigkeit von Pflanzenölen als Rohstoff zur Biodieselherstellung. Zusätzlich droht der Streit um die blockierte Straße von Hormus, die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zu gefährden. So schloss der Fronttermin August am 05.05.2026 bei 525,50 EUR/t und damit rund 12,50 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der Mai-Kontrakt ging am 01.05.2026 mit 526,75 EUR/t von Bord. Dabei bleibt das Marktgeschehen weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Vereinzelt werden kleinere Mengen gehandelt, von nennenswerten Umsätzen kann jedoch nach wie vor nicht gesprochen werden. Auch mit Blick auf die kommende Ernte bleibt es insgesamt ruhig. Hier limitiert unter anderem die Unsicherheit über die letztlich entstehenden Frachtkosten den Handel. Entsprechend bleibt der Anteil bereits vertraglich gebundener Partien ungewöhnlich gering. Der Raps steht mittlerweile vielerorts in Vollblüte, denn die sommerlichen Temperaturen haben die Entwicklung sichtbar beschleunigt. Der Schädlingsdruck zeigt sich dabei regional sehr heterogen. 

Nachdem die Preise am heimischen Rapsschrotmarkt zuletzt über die Marke von 300 EUR/t gestiegen waren, zeigten sie sich jüngst wieder etwas schwächer. Prompt verfügbares Rapsschrot wurde am 05.05.2026 zu 295 EUR/t gehandelt und lag damit 7 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Alterntige Ware ist weiterhin verfügbar. Die zuvor spürbar gestiegenen Preise dürften hier die Verkaufsbereitschaft merklich belebt haben. Mit Blick auf die kommende Saison ist zwar Nachfrage vorhanden, diese beschränkt sich derzeit jedoch auf überschaubare Mengen. Die Logistik funktioniert derzeit reibungslos, bleibt jedoch aufgrund der gestiegenen Kraftstoffkosten ein zentrales Thema. Auch am heimischen Sojaschrotmarkt tendierten die Preise in der vergangenen Woche schwächer. Konventionelles Sojaschrot mit 44 % Proteingehalt wurde zuletzt mit 367 EUR/t bewertet und lag damit 22 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. GVO-freies Sojaschrot notierte bei 466 EUR/t.  

Mit Unterstützung vom Pariser Terminmarkt zieht Rapsöl zuletzt wieder im Preis an. Fob deutscher Mühle werden am 06.05.2026 rund 1.140 EUR/t für Partien zur Lieferung ab August verlangt und damit 18 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Treibende Kraft bleibt dabei auch weiterhin die Situation im Nahen Osten. Berichten zufolge nimmt der Bedarf an Pflanzenölen seitens des Energiesektors bereits merklich zu. Das betrifft insbesondere Europa, Südamerika, die Vereinigten Staaten und Südostasien. Hinsichtlich des heimischen Rapsölabsatzes schlägt sich diese Entwicklung jedoch noch nicht nieder. Hier limitiert auch weiterhin das aktuelle Preisniveau den Umsatz. Auch seitens des Lebensmitteleinzelhandels bleibt es ruhig. Marktteilnehmer agieren weiterhin zurückhaltend und warten weitere Entwicklungen ab.