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Marktbericht KW 17 / 2026
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An der Pariser Börse konnten die Rapsnotierungen auf Wochensicht deutlich zulegen. So schloss der Fronttermin Mai am 21.04.2026 bei 517,75 EUR/t und damit 17,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Unterstützung kam dabei vor allem aus dem Ölsaatenkomplex. Feste Sojabohnen-, Palmöl- und Rohölnotierungen stützten die Kurse. Im Handel werden die jüngsten Kursgewinne jedoch vor allem als Ausdruck der anhaltend hohen Volatilität gewertet. Fundamental habe sich am Markt wenig geändert, heißt es. Am heimischen Rapsmarkt fehlt es trotz der festeren Terminmarktvorgaben weiter an durchgreifenden Impulsen. Die alte Ernte ist weitgehend vermarktet, in Erzeugerhand befinden sich meist nur noch kleinere Restmengen. Der Fokus richtet sich damit zunehmend auf die neue Ernte. Auf den Feldern hat sich die Entwicklung der Rapsbestände zuletzt weiter vorangeschoben. Vielerorts hat die Blüte eingesetzt, frühe Bestände erreichen bereits die Vollblüte. Insgesamt werden die Bestände überwiegend als ordentlich bis zufriedenstellend beschrieben. 

Rapsschrot präsentiert sich zuletzt erneut deutlich fester. Am 21.04.2026 werden im Bundesdurchschnitt rund 282 EUR/t gefordert, was einem Wochengewinn von 14 EUR/t entspricht. Auch spätere Liefertermine konnten zulegen: Für Mai 2026 wurde Rapsschrot bei etwa 277 EUR/t gehandelt und damit rund 12 EUR/t höher als in der Vorwoche bewertet. Nachgefragt wird vor allem prompte Ware, insbesondere seitens der Mischfutterindustrie, um kurzfristige Bedarfe zu decken. Spätere Liefertermine stoßen derzeit hingegen kaum auf Interesse.  

Die Preise am heimischen Sojaschrotmarkt präsentieren sich weitgehend stabil. Konventionelles Sojaschrot mit einem Proteingehalt von 44 % notiert am 21.04.2026 im Bundesdurchschnitt bei rund 366 EUR/t und liegt damit mit 2 EUR/t nur knapp unter dem Niveau der Vorwoche. GVO-freie Partien zeigen sich preislich etwas schwächer und werden aktuell mit etwa 456 EUR/t gehandelt. Derzeit treffen die ersten Frachtladungen mit Sojabohnen aus Südamerika in Europa ein. Allerdings kommt es insbesondere bei Bohnen aus Argentinien sowie aus dem südbrasilianischen Raum wiederholt zu positiven Nachweisen der HB4-Gentechnik. 

Die Pariser Rapskurse haben in den vergangenen Handelstagen die Richtung für die heimischen Rapsölpreise vorgegeben und diese spürbar nach oben gezogen. Aktuell werden fob deutscher Mühle 1.165 EUR/t aufgerufen, was einem Anstieg von 40 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Raffinate werden mit Aufschlägen von bis zu 110 EUR/t angeboten. Trotz weiter steigender Preise bleibt die Nachfrage verhalten. Auch das zunehmend knappe Angebot – insbesondere bei Raffinaten – vermag derzeit keine zusätzlichen Kaufimpulse zu setzen. Im Fokus der Marktakteure steht weiterhin der Nahostkonflikt. Die Entwicklungen in der Region werden aufmerksam verfolgt, wobei nahezu jede neue Stellungnahme der US-Regierung deutliche Reaktionen an den Rohölmärkten auslöst, die sich auch auf die Rapsölpreise übertragen.