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Marktbericht KW 11 / 2026
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Ging es zu Beginn der Berichtswoche an der Pariser Börse noch kräftig bergauf, konnte das Niveau zuletzt nicht gehalten werden. So schloss der Fronttermin Mai am 10.03.2026 bei 501 EUR/t und damit dennoch rund 2 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Im Fokus bleibt dabei die Situation am Rohölmarkt und im Nahen Osten. Die Kurse reagieren sensibel auf die geopolitischen Entwicklungen. Fundamentaldaten wie die größere Ernte in Australien und die insgesamt komfortable globale Rapsbilanz schlagen dabei aktuell kaum zu Buche. Insgesamt bleibt die Handelsaktivität am Rapsmarkt angesichts der teils deutlichen Kurssprünge in Paris überschaubar. Im Mittel sind dabei für alterntige Ware rund 484,50 EUR/t möglich und damit 9,10 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Preisspitzen wurden gebietsweise jedoch auch vermehrt zur Absicherung der kommenden Ernte genutzt. Dabei werden aktuell 463,90 (430-491) EUR/t in Aussicht gestellt, auf Wochensicht ein Plus von 12,70 EUR/t. Zum Zustand der Feldbestände gibt es gegenüber der Vorwoche kaum neue Erkenntnisse. Insgesamt haben die Kulturen den Winter gut überstanden. 

Die Märkte für Raps- und Sojaschrot stehen derzeit unter deutlichen Spannungen. Anhaltend hohe Volatilität an den Terminbörsen erschwert eine zuverlässige Preisbildung und führt zu zunehmender Unsicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für Handelshäuser wie für Verarbeiter bleibt die Situation herausfordernd: Preisindikation und Absicherung sind nur eingeschränkt möglich, während geopolitische Risiken, stark schwankende Rohölnotierungen und wechselhafte Fundamentaldaten kurzfristige Ausschläge verstärken. In diesem Umfeld gestaltet sich der physische Handel zunehmend schwierig, da Marktteilnehmer zögern, Positionen zu fixieren oder Mengen langfristig zu binden. In der vergangenen Woche verzeichnete Rapsschrot einen spürbaren Preisanstieg. Nach einer längeren Phase nahezu stabiler Notierungen um rund 232 EUR/t erreichten die Preise am 09.03.2026 ihren Wochenhöchststand, gaben am 10.03.2026 jedoch wieder leicht nach. Der Fronttermin März 2026 schloss schließlich bei 249 EUR/t und damit 17 EUR/t höher als in der Vorwoche. Wie sich die Preise angesichts der angespannten geopolitischen Lage in den kommenden Tagen entwickeln, bleibt abzuwarten.  

Ein ähnliches Bild zeigt sich am Sojaschrotmarkt: Nachdem die Preise in der vergangenen Woche zunächst deutlich zulegen konnten, haben sie zur Wochenmitte im Vergleich zum Vortag wieder etwas nachgegeben. Für konventionelles Sojaschrot mit 44 % ProFett werden im Mittel 343 EUR/t verlangt – ein Wochenplus von 9 EUR/t. Die Preise für GVO-freie Ware legten im Durchschnitt um rund 14 EUR/t zu und liegen derzeit bei 458 EUR/t. 
Die Großhandelspreise für Rapsöl ziehen weiter an und nehmen dabei zuletzt sogar merklich an Fahrt auf. Partien zur Lieferung ab April werden fob deutscher Mühle mit rund 1.163 EUR/t in Aussicht gestellt und damit 58 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Unterstützung bietet dabei ebenso die aktuelle Lage am Rohölmarkt. Angesichts der deutlichen Preissteigerungen bleibt die Nachfrage insgesamt verhalten. Ohnehin konnte der Lebensmitteleinzelhandel seinen Bedarf bereits weitestgehend decken. Hinsichtlich des Energiesektors bleiben die Absatzmöglichkeiten auch weiterhin begrenzt. Hier wird weiterhin die Abstimmung der RED III abgewartet.