Nahezu ungebremst bewegen sich die Rapsnotierungen an der Pariser Börse weiter aufwärts. So schloss der Fronttermin Mai am 10.02.2026 bei 487,75 EUR/t und damit rund 10,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Dabei bleibt der Export von EU-Raps, trotz der festen Gemeinschaftswährung, rege. Gleiches gilt für die Importe in die Union, auch wenn die Einfuhren angesichts der größeren Ernte bislang insgesamt rund 40 % hinter der Vorjahresmenge zurückbleiben. Dabei blieb die Gemeinschaft im Dezember mit einem Anteil von mehr als drei Viertel der monatlichen Lieferungen Hauptabnehmer für australischen Raps. Laut Oil World wurden rund 462.000 t in die EU geliefert, deutlich mehr als im November, was die stetige Nachfrage der europäischen Ölmühlen bestätigt. Die australischen Lieferungen an andere Abnehmer waren deutlich geringer und beliefen sich im Dezember auf insgesamt rund 142.000 t. China erhielt eine einzige Ladung von rund 60.000 t, wodurch sich der Handelsfluss nach einer längeren Pause teilweise wieder normalisierte. Indes konnte sich auch der Handel an den deutschen Häfen etwas beleben. Das betrifft insbesondere den Nordosten des Landes. Gehandelt werden dabei vorrangig Partien der alten Ernte, Vorkontrakte der kommenden Ernte spielen bislang kaum eine Rolle. Auf Großhandelsebene sind bei leicht angehobenem Aufgeld (+1) franko Hamburg zur Lieferung ab Mai rund 494 EUR/t im Gespräch, ein Plus von 11 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein, welche sich auf Wochensicht um 10 auf 502 EUR/t verteuern. Für Vorkontrakte der kommenden Ernte sind bis zu 469 EUR/t möglich. Am Kassamarkt bleibt die Handelsaktivität indes überschaubar. Gebietsweise setzt das festere Preisniveau jedoch auch einen Anreiz zur Vermarktung. Für Partien der Ernte 2025 erhalten Erzeuger im Mittel rund 461,70 EUR/t und damit 4,60 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren in einer Spanne von 437-485 EUR/t. Dabei signalisieren auch die Ölmühlen regional Bedarf. Auch hinsichtlich der Ernte 2026 scheint etwas Bewegung in den Markt zu kommen. So werden vereinzelt auch Vorkontrakte für die kommende Saison abgeschlossen. Mit 437,40 EUR/t sind dabei rund 5,10 EUR/t mehr möglich als noch in der Vorwoche. Während milde Temperaturen im Münsterland für frühlingshafte Stimmung sorgen, bleiben die Felder in Ostwestfalen-Lippe schneebedeckt. Insgesamt stimmt die Feldbestandsentwicklung auch weiterhin optimistisch.
Der heimische Markt für Rapsschrot bleibt angespannt. Für prompte Rapsschrotpartien wurden im Bundesdurchschnitt 241 EUR/t genannt, rund 2 EUR/t weniger als eine Woche zuvor. Gestützt wurden die Preise weiterhin durch regionale Warenengpässe. Gerade im Westen ist es schwierig, noch Partien zu finden. Im Osten steht zwar ausreichend prompte Ware zur Verfügung, jedoch kommt es dort zu logistischen Herausforderungen. Durch die anhaltend niedrigen Temperaturen ist die Schifffahrt eingeschränkt, sodass verstärkt auf Lkw-Lieferungen ausgewichen werden muss. Verzögerungen führen dazu, dass Februar-Lieferungen teilweise erst im März eintreffen, was die Preise zusätzlich stützt. Die Preise für Rapsschrot zur neuen Ernte tendieren etwas fester, wobei die Ausschläge nach oben weniger stark ausfallen. Die Preise für Sojaschrot halten ihr Vorwochenniveau. Für Sojaschrot in 44er-Qualität werden am 10.02.2026 rund
310 EUR/t gefordert, unverändert zur Mitte der Vorwoche. GVO-freie Partien werden mit 430 EUR/t gehandelt – ein Plus von 1 EUR/t. Gestützt wurden die Preise durch die hohen Rohölpreise und eine rege Nachfrage seitens der Mischfutterhersteller.
Rapsöl kann sich auch in der 07. KW im Preis befestigen. Fob deutscher Mühle sind zuletzt für Partien zur Lieferung ab April rund 1.080 EUR/t im Gespräch und damit 25 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Fob Niederlande werden mit 1.077 EUR/t zur Lieferung ab Februar rund 22 EUR/t mehr in Aussicht gestellt. In der vergangenen Woche konnte sich der Handel dabei etwas beleben. Dabei wurde insbesondere Kaufinteresse für prompte Partien signalisiert, was das Angebot gebietsweise zunehmend ausdünnte. Insgesamt gilt die Verfügbarkeit auf vorderen Lieferpositionen dennoch weiterhin als ausreichend. Ohnehin hat sich das Kaufinteresse zuletzt wieder merklich abgekühlt. So agiert der Lebensmitteleinzelhandel vorerst wieder zurückhaltend und wartet die weitere Entwicklung ab. Seitens des Energiesektors bleibt es indes ruhig. Hier passen die Preisvorstellungen auch weiterhin nicht überein.
Marktbericht KW 07 / 2026
Marktbericht KW 07 / 2026
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