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Marktbericht KW 06 / 2021
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Die knappe Versorgungslage mit Raps lässt die Preise für alterntigen Raps weiter steigen. 425 EUR/t im Bundesdurchschnitt entsprechen einem Plus von 7 EUR/t zur Vorwoche. Das Vorjahr wird um 47 EUR/t übertroffen. Ex Ernte 2021 werden die Forderungen von steigendem Kaufinteresse in die Höhe getrieben, 388 EUR/t sind 5 EUR/t mehr als vor einer Woche. Regional haben Erzeuger die Preissteigerungen für den Abschluss weiterer Kontrakte genutzt, heißt es. Da die alte Ernte praktisch ausverkauft und auch der Vermarktungsstand ex Ernte 2021 schon sehr hoch ist, bleibt es in der 6. Kalenderwoche aber insgesamt bei eher ruhigen Geschäftsverläufen. 

Für zusätzliche Beruhigung sorgt das Wetter: Bei vielen Erzeugern haben Schneeräumen und der Schutz der Tierbestände oberste Priorität, sodass der Handel von Getreide und Ölsaaten vielerorts vernachlässigt wird. 
Der Zustand der Feldbestände ist in der Regel gut. Die Wintersaaten sind, wo sie unter einer Schneedecke liegen, vor Frost geschützt. 

Am Rapsschrotmarkt ist der Kälteeinbruch in Deutschland zu spüren. Eigentlich ging es sehr ruhig zu, da die Mischfutterhersteller auf den vorderen Terminen gut gedeckt sind. Allerdings wurde der Mittellandkanal aufgrund der Witterungsverhältnisse in dieser Woche geschlossen. Bereits kontrahierte Ware konnte daher nicht mehr verschifft werden. Mischfutterhersteller suchten deshalb vermehrt nach LKW-Ladeplätzen, damit ihr Rapsschrot geliefert werden kann. Zudem werfen die Mischfutterbetriebe mittlerweile ein Auge auf Termine ex Rapsernte 2021. Auf diesen Positionen erscheinen ihnen die Preise attraktiv.  

Auch am Sojaschrotmarkt ging es in dieser Woche ruhig zu. Mischfutterhersteller kaufen nur das Nötigste für den prompten Bedarf. Spätere Termine werden kaum besprochen. Momentan sind viele Marktbeteiligte mit logistischen Problemen beschäftigt. Teilweise kann Ware aufgrund von zugefrorenen Kanälen nicht verschifft werden oder LKW kommen nicht zu den Ladeplätzen. Das Angebot ist nach wie vor relativ knapp, besonders an hochproteinreichem Sojaschrot.  

Die Rapsölpreise tendieren schwächer, das hohe Niveau von über 1.000 EUR/t der Vorwoche konnten sie nicht halten. 979 EUR/t entsprechen konkret einem Rückgang von 28 EUR/t oder 2,8 %. Dabei hat sich an der bullischen Marktstimmung eigentlich nichts geändert, weshalb die Abwärtskorrektur in der 6. Kalenderwoche möglicherweise auch nicht mehr als das ist – eine Korrektur. Das knappe Rapsangebot am Markt limitiert die Verarbeitung und damit auch den Ausstoß von Rapsöl. Das begrenzte und in den Monaten bis zur neuen Ernte tendenziell knapper werdende Angebot trifft auf eine stetige bis lebhafte Nachfrage aus der Biodieselindustrie. China setzt durch seine starke Nachfrage am Exportmarkt ebenfalls weitere preisstützende Impulse. Dessen Nachfrage konzentriert sich im Übrigen nicht nur auf Raps und Rapsöl, sondern nimmt auch andere Ölsaaten und deren Nachprodukte ins Visier, sodass vom chinesischen Kaufinteresse letztlich der gesamte Pflanzenölmarkt profitiert. 

Die Sojaölpreise liegen stabil bei 910 EUR/t, womit das Niveau hoch bleibt. Stabilität bringen bullische Erwartungen an den USDA-Monatsreport, der weitere Kürzungen der globalen Sojaversorgung bringen könnte. Vor allem weil die brasilianische Ernte dem Vorjahresstand weit hinterherhinkt, rechnen Marktteilnehmer mit Kürzungen, die das globale Rohstoffangebot insgesamt verknappen dürften. Beim Verbrauch wird hingegen höchstwahrscheinlich keine Abwärtskorrektur stattfinden.