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Marktbericht KW 05 / 2026
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Das Handelsabkommen zwischen China und Kanada stellte auch Ende Januar die Weichen für feste Rapsnotierungen an der Pariser Börse. Dieses beinhaltet niedrigere Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge im Austausch für geringe Abgaben auf kanadischen Raps. Im August vergangenen Jahres verhängte China vorläufige Antidumpingzölle auf Canola und nahm zur Bedarfsdeckung den Kauf von australischer Ware wieder auf. Seit 2020 wurden die Lieferungen aufgrund phytosanitärer Bedenken pausiert. Chinesische Importeure orderten Berichten zufolge nun bereits 650.000 t kanadischen Canolas zur Lieferung zwischen Februar und April. Das treibt nicht nur die Notierungen an der kanadischen Börse, sondern zeigt auch hierzulande Kurswirkung. So schloss der Fronttermin Februar am 27.01.2026 bei 481,75 EUR/t und damit rund 7,50 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Auch Partien der Ernte 2026 tendieren fester, wenn auch etwas weniger deutlich. So legt der August-26-Kontrakt auf Wochensicht um 4,75 auf 458,25 EUR/t zu. Mit dem Plus in Paris geht es auch auf Großhandelsebene aufwärts. Dabei bleiben die Prämien durchweg unverändert. Franko Hamburg werden mit 475 EUR/t zur prompten Lieferung rund 6 EUR/t mehr in Aussicht gestellt als noch in der Woche zuvor. Franko Niederrhein sind mit 496 rund 7 EUR/t mehr im Gespräch. Für Partien der Ernte 2026 sind bis zu 463 EUR/t möglich. Dabei bleibt es jedoch auch weiterhin ungewöhnlich ruhig. Marktteilnehmer warten nun das von Bord gehen des Februar-Kontraktes an der Pariser Börse ab. 

Auch Ende Januar zeigt sich der heimische Rapsmarkt fortgesetzt ruhig. Gebietsweise bietet das aktuell festere Preisniveau jedoch auch einen Anreiz zum Verkauf. Im Mittel werden für Partien der Ernte 2025 auf Erzeugerebene rund 458 EUR/t aufgerufen und damit 7 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 430-480 EUR/t. Damit erhalten Erzeuger zwar 34 EUR/t weniger als zum Vorjahreszeitpunkt, aber immer noch 63 EUR/t mehr als Ende Januar 2024. Vorkontrakte der Ernte 2026 verteuern sich auf Wochensicht um 9,90 auf 433,30 (406-465) EUR/t.

Insgesamt stimmt der Blick auf die Felder auch weiterhin optimistisch. Aus dem Osten des Landes werden jedoch abgestorbene Blätter oder Blattteile beobachtet. Eine abschließende Bewertung ist allerdings erst nach dem vollständigen Abschmelzen der Schneedecke möglich. 

Rapsschrot tendiert ebenfalls fester und legt binnen einer Woche rund 20 EUR/t auf 244 EUR/t zu. Zu Beginn der vergangenen Woche kaufte ein großer Mischfutterhersteller für kurzfristige Liefertermine große Mengen Rapsschrot, was die Preise zunehmend stützte. Für Lieferungen zwischen Februar und April 2026 liegt der Bundesdurchschnittspreis bei rund 230 EUR/t. Für Termine darüber hinaus werden Abschläge von bis zu 20 EUR/t erwartet. Aktuell ist die Verfügbarkeit von Rapsschrotpartien in Deutschland zweigeteilt: Im Westen herrschen Engpässe, die zudem teuer bepreist sind. Im Osten und in der Mitte Deutschlands ist noch genügend prompte Ware verfügbar. Logistische Herausforderungen erschweren den Markt zunehmend. Die niedrigen Temperaturen der letzten Wochen sorgten dafür, dass Lieferungen per Schiffsfahrt aufgrund gefrorener Flüsse auf die begrenzt verfügbaren LKWs ausweichen mussten. Aktuell ist der Elbe-Lübeck-Kanal nicht befahrbar und auch auf der Elbe gibt es Behinderungen. 

Rapsöl kann sich in der laufenden Handelswoche befestigen. Fob deutscher Mühle sind im Mittel zuletzt 1.046 EUR/t für Partien zur Lieferung ab März möglich und damit 13 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Aufschläge für Raffinate rangieren in einer Spanne von 85-89 EUR/t. Auch fob Niederlande geht es aufwärts. Hier sind mit 1.045 EUR/t zur Lieferung ab Februar rund 17 EUR/t mehr im Gespräch. Preistreibende Impulse kommen dabei auch weiterhin von den Pariser Rapsnotierungen. Dabei bleibt die Handelsaktivität überschaubar. Konsumenten verweisen auf ihre gute Deckung und warten die weitere Preisentwicklung ab. Auch seitens des Energiesektors bleibt es ruhig. Kaufinteresse wird zwar signalisiert, hier stimmen die Margen jedoch auch weiterhin nicht überein. Die Abstimmung des Bundestages zur RED III wird in den kommenden Tagen stattfinden.