Kein Regen, kein Kolben, keine Ernte? Was jetzt mit dem Mais tun?
In vielen Regionen hat es in den letzten Wochen (Monaten) zu wenig geregnet! Dies führt dazu, dass die Maisbestände sich nicht weiterentwickeln. Viele Bestände sind teilweise kolbenlos oder haben nur sehr schwach ausgeprägte Kolben. Hier stellt sich die Frage „Wie mit diesen Beständen umgehen?“.
Wann soll ich die Ernte beginnen?
Die Ernte sollte begonnen werden, wenn max. ein Drittel der Restpflanze abgestorben ist. Parallel dazu sollte die Trockensubstanz der gesamten Pflanze bestimmt werden. Wenn diese über 30 % liegt muss mit der Ernte begonnen werden. Im Labor haben Sie die Möglichkeit den TS-Gehalt der Maispflanzen bestimmen zu lassen. Es sollten hierfür drei bis fünf Pflanzen zufällig aus dem Bestand entnommen und als eine Probe eingeschickt werden.
Welches Siliermittel soll ich einsetzen?
Bei Pflanzen(beständen), welche durch Trockenheit gestresst sind und die schon teilweise abgestorben sind, ist die Gefahr der Bildung von von Hefen- und Schimmelpilzen hoch. Hier sollten in jedem Falle ein Siliermittel der Klasse 2 (DLG geprüft) eingesetzt werden. Dies können Säurepräparate oder in der Regel heterofermentative Milchsäurebakterien sein.
Wie ist der Besatz von Hefen- und Schimmelpilzen in solchen Beständen einzuschätzen?
So lange die Pflanze grün ist, also „lebendig“, hält sich der Besatz mit Hefen- und Schimmelpilzen in Grenzen. Aber auf den vertrockneten Pflanzenteilen ist die Gefahr einer raschen Vermehrung sehr hoch. In diesem Fall muss die Ernte vorgezogen, ein entsprechendes Siliermittel (Klasse 2) eingesetzt und eine lange Lagerzeit (>8 Wochen) abgesichert werden.
Welche Häcksellänge soll ich einstellen?
Wenn Pflanzenbestände abgetrocknet sind, erhöht sich der Verdichtungswiderstand und damit die Gefahr einer unzureichenden Verdichtung im Silostock. Die Folgen sind erhöhte Trockenmasseverluste, das Wachstum von Hefen- und Schimmelpilzen und ein erhöhtes Risiko für Nacherwärmung (beim Öffnen des Silos). Aus diesem Grunde sollte die Häcksellänge kurz sein, also zwischen 6 und 8 mm betragen. Die tatsächliche Häcksellänge muss dann vor Ort eingestellt werden. Hierzu muss das Häckselgut regelmäßig über den Tag hinweg mit der Schüttelbox überprüft werden. Folgende Werte werden empfohlen:

