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Flächenplus für Körnerleguminosen
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UFOP warnt: „iLUC-Einstufung“ von Soja hilft keinem Urwald, sondern schadet dem EU-Anbau

Für die Ernte 2026 rechnet das Statistische Bundesamt mit einem kräftigen Flächenzuwachs bei Körnerleguminosen. Der Anbau von Futtererbsen, Ackerbohnen und Sojabohnen ist in Deutschland spürbar ausgeweitet worden. Für den EU-Sojaanbau befürchtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) einen massiven Kollateralschaden durch die von der EU-Kommission geplante Einstufung der Sojabohne als „high-iLUC“-Rohstoff. Die UFOP appelliert an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer und an die Mitglieder des EU-Parlamentes, den Entwurf der Delegierten Verordnung zu stoppen.

Der jüngsten Prognose des Statistischen Bundesamtes zu den Anbauflächen von Körnerleguminosen zur Ernte 2026 zufolge dürfte der Anbau von Futtererbsen in Deutschland auf rund 147.400 ha ausgeweitet worden sein, was einem Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit Ausnahme von Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verzeichnen alle Bundesländer Zuwächse. Die größten Flächenausweitungen werden in Baden-Württemberg mit einem Anstieg von 40,7 % auf 3.800 ha sowie in Schleswig-Holstein und Bayern mit +18,8 % bzw. +18,4 % erwartet. Das flächenmäßig wichtigste Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kommt auf ein Plus von 7,6 %. Damit wird eine Erbsenfläche von 36.700 ha erreicht.

Beim Anbau von Ackerbohnen rechnet das Statistische Bundesamt ebenfalls mit einer deutlichen Flächenausdehnung. Die Anbaufläche wird 2026 auf 70.300 ha geschätzt, was einem Zuwachs von 13,9 % gegenüber 2025 entspricht. Regional fällt die Entwicklung jedoch uneinheitlich aus: Während im Nordwesten überwiegend Flächenzuwächse zu verzeichnen sind, gehen die Anbauflächen in anderen Regionen teilweise zurück.

Auch der Sojaanbau dürfte in Deutschland 2026 merklich ausgeweitet worden sein. Es wird eine Anbaufläche von rund 51.000 ha erwartet, was einem Zuwachs von 17,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Schwerpunkt bleibt dabei klar im Süden Deutschlands. Bayern meldet eine Fläche von 24.100 ha (+5,7 %), Baden-Württemberg 7.700 ha (+4,1 %). Die größten prozentualen Zuwächse werden in Ostdeutschland erwartet: In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Fläche auf 1.600 ha verdoppelt (+100 %), in Sachsen-Anhalt wurde der Anbau um 87,9 % auf 6.200 ha zu und Sachsen um 36,8 % auf 2.600 ha ausgeweitet. Insgesamt werden in allen Bundesländern Flächenzuwächse erwartet.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) wertet den Anbautrend als Bestätigung, dass die Landwirtschaft die Kulturartenvielfalt in der Fruchtfolge zunehmend mit Körnerleguminosen als luftstickstoffbindende Blühpflanzen erweitert und damit neue Wertschöpfungspotenziale im Ackerbau erschließt. Voraussetzung für eine weitere positive Entwicklung sei jedoch, dass sich der Anbau für die Betriebe auch rechne. Die Förderunion begrüßt daher die sowohl von der EU-Kommission als auch vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigten Proteinstrategien, um den Anbau mit vielfältigen unternehmerischen Initiativen zu unterstützen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Proteinversorgung zu leisten.

Auf großes Unverständnis stößt jedoch das Vorhaben der Generaldirektion Energie der EU-Kommission, die Sojabohne weltweit als sogenannter „high-iLUC“-Rohstoff einzustufen. Dies könne die gewünschte Anbauentwicklung in Europa geradezu torpedieren. Rat und Parlament seien daher gefordert, den Entwurf der Delegierten Verordnung zu stoppen. Aus Sicht der UFOP sei es geradezu absurd, dass der Ölanteil von nur 20 Prozent in der Sojabohne über die Einstufung als „high-iLUC“-Rohstoff im Falle der Zweckbestimmung „Biokraftstoffherstellung“ bestimme. Damit werde auch der in der EU angebauten Sojabohne eine Wertschöpfungsoption entzogen. Die Verordnung nehme auch den europäischen Sojaanbau für eine verfehlte internationale Urwaldschutzpolitik in Mithaftung. Die UFOP appelliert daher an Bundesminister Rainer, sich im Agrarministerrat der Initiative Österreichs anzuschließen, um den Entwurf zu stoppen. Auch das Europäische Parlament werde aufgefordert, diesen regulatorischen Unsinn zu stoppen und stattdessen einen verursacherbezogenen Ansatz zu entwickeln, um der Urwaldrodung in Südamerika wirksam zu begegnen, fordert die UFOP.