UFOP begrüßt Ablehnung der Einstufung von Sojaöl als „iLUC-Rohstoff“
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) begrüßt die ablehnende Entscheidung des Europäischen Parlaments über den Entwurf für eine Delegierte Verordnung zur Einstufung von Sojabohnen als iLUC-Rohstoff. Das EU-Parlament unterstütze mit der Zurückweisung zugleich den am Vortag von der EU-Kommission vorgelegten EU-Proteinplan, betont die UFOP.
Mit der Entscheidung der EU-Abgeordneten habe der Widerspruch zu der dringend notwendigen Förderung von Proteinpflanzen in der Europäischen Union aufgelöst werden können. Es wäre geradezu absurd, stellt die UFOP fest, wenn der europäische Anbau mit dem Ziel einer resilienten Proteinversorgung im Wege von EU- und nationalen Maßnahmen gefördert werden soll, gleichzeitig aber mit der Einstufung der Sojabohne als iLUC-Rohstoff ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung verloren gegangen wäre. Denn das bei der Schrotgewinnung gewonnene Sojaöl hätte bei der Verwendung als Biokraftstoff-Rohstoff nicht mehr auf die nationalen Quotenverpflichtungen und damit die Klimaschutzziele im Verkehr angerechnet werden können. Dies konnte nun erst einmal verhindert werden.
Körnerleguminosen wie die Sojabohne seien ökonomisch gesehen bisher noch keine Selbstläufer in Fruchtfolgesystemen. Deshalb müsse jede Option in der Vermarktung genutzt werden können, um den Erzeugerpreis zu stützen. Ziel der ganzheitlich zu entwickelnden Maßnahmen müsse es sein, dass schließlich der Markt die Anbauflächen ziehe und die Verbraucherbindung über die im EU-Proteinplan vorgesehene Herkunftskennzeichnung der Inhaltsstoffe gestärkt werde. Die EU bleibe aber absehbar in der Proteinversorgung abhängig von Importen aus Übersee. Deshalb müssten zugleich die Anforderungen an entwaldungsfreie Lieferketten gemäß der EUDR-Richtlinie umgesetzt und sanktionsbewehrt überprüft werden. Zugleich fordert die UFOP, dass der fortschreitenden Entwaldung und Umwidmung von Naturflächen Einhalt geboten werden muss. Hierfür sei eine Politikstrategie erforderlich, die beim Verursacherprinzip ansetze und spürbar sanktioniere.