Im ersten Quartal der laufenden Saison hat die EU deutlich weniger Raps importiert als im Vorjahreszeitraum. Hauptlieferant bleibt die Ukraine, auch wenn die Mengen wegen logistischer Engpässe spürbar kleiner ausfallen.
Mit rund 871.500 t lagen die Rapsimporte im ersten Quartal 2026 um 14 % unter den Mengen des Vorjahreszeitraums. Die Ukraine bleibt wie in den Jahren zuvor wichtigster Lieferant. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) fiel die Ernte in der Ukraine größer aus als im Vorjahr, dennoch bleiben die Importe mit 336.000 t bislang hinter den 599.900 t im Zeitraum Juli-September 2025 zurück. Ein belastender Faktor bleibt die eingeschränkte Exportlogistik der Ukraine; dies betrifft insbesondere die Verschiffung. Alternative Transportrouten über die Schiene gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.
An zweiter Stelle der EU-Rapslieferanten steht Australien mit 185.100 t und einem Anteil von 21 % an den EU-Rapseinfuhren. Das sind 35 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit 121.700 t rangiert Kanada auf Platz 3. Damit haben sich die Lieferungen aus diesem Land gegenüber dem Vorjahreszeitraum vervielfacht, denn 2025 gingen die Mengen im genannten Zeitraum noch gegen Null. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) führt als wichtigste Gründe für diese Entwicklung die logistischen Engpässe der Ukraine, den Handelskonflikt mit China und drastisch gestiegene Frachtraten bei Importen aus Australien an. Der Verband gibt zu bedenken, dass t kanadischer Raps aufgrund seiner GVO-Sorten nicht uneingeschränkt in der EU verwertbar Ist. Der Biokraftstoffmarkt ist deshalb für dieses Öl der mit Abstand der wichtigste Absatzweg. Vor diesem Hintergrund wird die kanadische Landwirtschaft auch stärker in die EU-Zertifizierungsvorschriften eingebunden. Hierauf hat sich die Regierung offensichtlich vorausschauend eingestellt, denn Kanada gehörte zu den ersten Ländern, deren aktualisierte sog. NUTS2-Gebietswerte für Raps für die THG-Berechnung in der Verarbeitungskette von der EU-Kommission anerkannt wurden.
