Der Anbau von Ackerbohnen hat in der EU deutlich an Relevanz gewonnen. Die Ernte 2026 wird der EU-Kommission zufolge nahezu an das Rekordniveau des Vorjahres heranreichen. Frankreich bleibt die wichtigste europäische Erzeugernation, gefolgt von Litauen.
Die Europäische Kommission erwartet in ihrer jüngsten Schätzung für 2026 eine Ackerbohnenernte von gut 1,48 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein marginaler Rückgang. Das 5‑Jahresmittel von 1,29 Mio. t würde jedoch deutlich um gut 15 % übertroffen. Gleichzeitig wäre dies das zweithöchste produzierte Volumen seit Beginn der Aufzeichnungen.
Trotz einer leicht rückläufigen Anbaufläche dürfte die Erzeugung nahezu stabil bleiben, da die EU-Kommission in wichtigen Anbauregionen mit höheren Durchschnittserträgen rechnet. Ob diese jedoch eingebracht werden können, scheint angesichts der Hitzeperiode Ende Juni und angesichts der Extremwetterereignisse der vergangenen Wochen fraglich. Denn dies wird unter den Sommerkulturen Ertrag gekostet haben. Insgesamt werden in der EU auf rund 523.000 ha Ackerbohnen angebaut. Das sind etwa 6.000 ha oder 1,1 % weniger als im Vorjahr.
Zur nachhaltigen Stabilisierung und Weiterentwicklung des europäischen Anbaus von Ackerbohnen und weiteren Körnerleguminosen erwartet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) durch die kürzlich von der EU-Kommission vorgelegte EU-Proteinstrategie positive Impulse. Das Interesse der Erzeuger am Anbau dieser Fruchtart ist vorhanden. Allerdings müssen die Leistungen dieser Kulturen für Biodiversität und Fruchtfolgevielfalt auch angemessen honoriert werden.
