Die EU-Erzeugung von Hülsenfrüchten zur Ernte 2026 dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission das Vorjahresergebnis um 1 % verfehlen. Damit bleibt die Ernte überdurchschnittlich. Futtererbsen verzeichnen dabei den stärksten Rückgang.
Die Europäische Kommission erwartet nach einer Schätzung von Ende März in der EU im Jahr 2026 eine Ernte von gut 7,0 Mio. t Hülsenfrüchte; dies wären 1 % weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) vorrangig auf eine leichte Reduzierung der Anbaufläche zurückzuführen, denn die Erträge werden im Mittel bislang knapp über Vorjahresniveau taxiert.
Vor allem Futtererbsen werden mit 2,3 Mio. t und einem Minus von voraussichtlich 6 % im Vergleich zum Vorjahr weniger gedroschen. Auch die Ernte von Ackerbohnen dürfte mit 1,4 Mio. t rund 3 % kleiner ausfallen. Mit 2,8 Mio. t und einem Anteil von 40 % an der gesamten Leguminosenernte bleibt die Sojabohne die wichtigste Hülsenfrucht in der Union. Aufgrund einer größeren Anbaufläche dürfte die Sojaernte 2 % größer ausfallen als im Vorjahr. Die Erzeugung von Süßlupinen dürfte mit 486.000 t nicht nur das Vorjahresergebnis von 417.000 t übertreffen, sondern gleichzeitig auch einen neuen Rekord erreichen.
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) wertet die aktuelle Prognose der EU-Kommission als Beleg dafür, dass der Anbau von Hülsenfrüchten politisch weiter unterstützt und nachhaltig gefördert werden muss. Es sei eine einfache Erkenntnis, dass sich auch die Hülsenfrüchte bei der betriebsindividuellen Anbauplanung gegen andere Marktfrüchte durchsetzen müssten. Daher müsse am Ende neben dem pflanzenbaulichen Ertrag auch ein ausreichender ökonomischer Ertrag erzielt werden. Dafür brauche es verlässliche und transparente Lieferketten und Vertragsbeziehungen. Das Ergebnis müsse eine Wertschöpfung sein, die bei allen Gliedern dieser Warenkette ankomme und die Geschäftsgrundlage für Kontinuität sei.
Die Förderunion begrüßt daher die Ankündigung der EU-Kommission, bis zum Sommer einen EU-Proteinplan zu veröffentlichen, der zum Ziel hat, die Importabhängigkeit der EU im Bereich Protein zu verringern. Im Fokus sollen dabei pflanzliche Quellen wie Eiweißpflanzen oder Ölsaaten stehen. Wichtige Impulse könne auch die Erweiterung der Verordnung über eine Gemeinsamen Marktordnung (GMO) um den Sektor Eiweißpflanzen liefern, so dass Erzeugerorganisationen in diesem Sektor von den Mitgliedstaaten anerkannt und Operationelle Programme (OP) umgesetzt werden müssen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Einführung von Marketing- bzw. Qualitätsstandards bei der Vermarktung von Eiweißpflanzen, um mehr Preistransparenz für die Erzeuger zu schaffen, betont die UFOP.
