Duroc-Schweine sehr stark N-/P-reduziert füttern? Duroc Hypor Magnus-Genetik im Test
Durocs zählen wegen ihrer Robustheit zu den Vitalrassen. Aufgrund ihres ruhigen Sozialverhaltens werden Duroc-Kreuzungen auch vermehrt in Betrieben gehalten, die unkupierte Schweine mästen. Sie erreichen außerordentlich hohe Tageszunahmen, fressen allerdings auch enorm viel. Da die LWK Niedersachsen ihre bisherigen Duroc-Mastversuche mit Top Duroc-Genetik durchgeführt hat, wurde im folgenden Versuch Duroc Hypor Magnus-Genetik eingesetzt. Hypor Magnus ist eine Duroc-Eberlinie des Zuchtunternehmens Hypor, einem Teil von Hendrix Genetics. Die Fusion von Hypor und Danish Genetics unter dem Dach von Hendrix Genetics im Jahr 2025 firmiert unter dem Namen Hendrix Genetics Swine.
Versuchsdurchführung in der LPA Quakenbrück
In der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück wurden 112 Duroc-Kreuzungsferkel (Duroc Hypor Magnus x BHZP) nach Gewicht und Geschlecht (weibliche Tiere und Kastraten) auf zwei Futtergruppen verteilt und in Zweiergruppen gehalten. Die Kontrollgruppe wurde nach Empfehlung des Zuchtunternehmens und die Versuchsgruppe sehr stark N-/P-reduziert nach DLG-Empfehlung gefüttert. Es war ein Gewichtsbereich von 28 bis 125 kg geplant. Die Trockenfütterung mit pelletiertem Fertigfutter erfolgte ad libitum. Zusätzlich wurde gehäckseltes Stroh angeboten. Die Tiere wurden bei jedem Futterwechsel gewogen. Der Versuch lief von November 2024 bis Februar 2025.
Die Firma empfiehlt 4,2 bis 5,5 % Rohfaser in der Vormast, 4,5 bis 6,0 % in der Mittelmast und 4,5 bis 6,5 % in der Endmast. Die Relationen der praecaecal verdaulichen Aminosäuren von 100 (Lysin) : 61 (Met+Cys) : 65 (Threonin) : 19 (Tryptophan) : 68 (Valin) wurden im Kontrollfutter eingestellt. Mit Ausnahme des Phosphorgehalts des Mittelmast-Kontrollfutters wurden alle Planungsdaten bestätigt.
1150 g Tageszunahmen
Die Duroc Hypor Magnus-Endprodukte erzielten sehr hohe Mastleistungen. Im Mittel wurden 1151 g Tageszunahmen erreicht, der Futteraufwand je kg Zuwachs lag bei 2,59 kg. Die nach Firmenempfehlung dreiphasig gefütterten Tiere der Kontrollgruppe nahmen bei einem Futteraufwand von 2,58 kg je kg Zuwachs täglich 1156 g zu. Der Futterverbrauch betrug 2,99 kg je Tag. Die sehr stark N-/P-reduziert gefütterte Versuchsgruppe erzielte 1146 g bei einem Futteraufwand von 2,59 kg und fraß täglich 2,96 kg. Schon in der ersten Mastphase starteten die Kontrolltiere mit 1000 g Tageszunahmen. In der ab 75 kg Lebendmasse beginnenden Endmast erzielten sie 1240 g Tageszunahmen bei einem Futteraufwand von 2,97 kg je kg Zuwachs. Die sehr stark N-/P-reduziert gefütterten Tiere der Versuchsgruppe erhielten das Endmastfutter erst ab 90 kg LM. In dieser letzten Phase nahmen die Versuchstiere 1288 g je Tag zu und benötigten 3,12 kg Futter je kg Zuwachs. Die AutoFOM-Klassifizierung ergab Indexpunkte je kg Schlachtkörpergewicht von 0,967 (Kontrollgruppe) und 0,963 (Versuchsgruppe). Alle Unterschiede waren nicht abzusichern. Die mittlere Schlachtausbeute lag mit fast 77,5 % deutlich über den Werten, die in den LWK-Versuchen mit Top Duroc-Schweinen ermittelt wurden.
Futterkosten
Die Berechnung der Futterkosten beruhte auf den Nettopreisen im Versuchszeitraum. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs lagen in der Kontrollgruppe bei 84,47 € und in der Versuchsgruppe (sehr stark N-/P-reduziert) bei 81,73 €.
Nährstoffausscheidungen
Die Nährstoffausscheidungen errechnen sich aus der Nährstoffzufuhr über das Futter abzüglich der Nährstoffmenge im Zuwachs. Dabei wurden die deklarierten Nährstoffgehalte der Mischfutter unterstellt, wenn sie durch Analysen bestätigt wurden, ansonsten wurde mit den Analysenwerten kalkuliert.
Je Tier wurden folgende Stickstoff- und Phosphat-Ausscheidungen ermittelt:
Kontrollgruppe: 3,29 kg N und 1,55 kg P2O5
Versuchsgruppe: 3,20, kg N und 1,19 kg P2O5
Somit schieden die Schweine der sehr stark N-/P-reduzierten Gruppe knapp 3 % weniger N und 23 % weniger P2O5 aus.
FAZIT
In einem Mastversuch mit Duroc Hypor Magnus-Kreuzungstieren wurde die Kontrollgruppe nach Firmenempfehlung und die Versuchsgruppe sehr stark N-/P-reduziert nach DLG-Vorgaben gefüttert. Die mittleren Leistungen lagen bei 1150 g Tageszunahmen und einem Futteraufwand von 2,59 kg je kg Zuwachs. Im Mittel fraßen die Durocs 2,98 kg täglich. Die Kontrolltiere wiesen Indexpunkte von 0,967 und die Versuchstiere von 0,963 je kg Schlachtkörpergewicht auf. Die Schlachtausbeute betrug 77,6 bzw. 77,3 %. Alle Unterschiede waren nicht abzusichern.
Die sehr stark N-/P-reduzierte Fütterung führte in diesem Versuch zu 3 % geringeren N- und 23 % geringeren P-Ausscheidungen und verursachte niedrigere Futterkosten je 100 kg Zuwachs von 2,67 €. Die Ergebnisse zeigen, dass Endprodukte dieser Duroc-Genetik auch auf sehr hohem Leistungsniveau sehr stark nährstoffreduziert gefüttert werden können.
DER DIREKTE DRAHT
Dipl.-Ing. agr. Andrea Meyer
Rinderfütterung, Schweinefütterung, Futterberatungsdienst e.V.
andrea.meyer@lwk-niedersachsen.de




