UFOP: Verlässliche Nachfrage und stabile Preistrends bestimmen Resilienz der Wertschöpfungskette für Ölsaaten
Nachdem die deutschen Rapsölexporte in der Saison 2024/25 noch das zweitbeste Ergebnis seit der Jahrhundertwende erreichten, zeichnet sich 2025/26 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine rückläufige Tendenz ab. Mit einem Volumen von 1,11 Mio. t liegen die Ausfuhren rund 14,4 % unter den 1,30 Mio. t des vergangenen Wirtschaftsjahres.
Deutschland beliefert mit 1,01 Mio. t und einem Anteil von 91 % hauptsächlich Abnehmer in der Europäischen Union. Die mit Abstand größte Menge Rapsöl ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wie gewohnt in die Niederlande geflossen, insgesamt knapp 568.900 t und damit etwas mehr als die Hälfte des Gesamtexportes 2025/26. Gegenüber dem Vorjahr ist das allerdings ein Minus von 23 %. Auf Platz 2 folgt Belgien mit 118.500 t und einem deutlichen Anstieg um 34 %. Danach folgen Polen ( +38 %), Dänemark (-3 %) und Frankreich (21 %).
Im Drittlandshandel gingen nennenswerte Mengen 2025/26 auch nach Norwegen und ins Vereinigte Königreich. Ersteres bezog dabei mit 29.900 t rund 45% weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die genannten Zahlen umfassen die Exporte von Raps-, Rübsen- und Senföl, sowohl roh als auch raffiniert, für technische bzw. energetische Zwecke und für die Nahrungsmittelproduktion.
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) betont die Bedeutung der deutschen Ölsaatenindustrie mit einer Vermahlungskapazität von ca. 10 Mio. t Rapssaat für den Rapsanbau in Deutschland. Die Auslastung der Ölmühlen gewinnt vor dem Hintergrund der EU-weiten Anhebung der Biokraftstoffmandate in 2026 und 2027 an Bedeutung. Entsprechend stetig und preisfestigend entwickelt sich die Nachfrage nach Rapssaat. Nur etwa 40 % des Bedarfs der Ölmühlen können derzeit aus der heimischen Erzeugung bedient werden. Die deutsche Ölmühlen- und Biodieselindustrie ist damit ein maßgeblicher Standortfaktor für die gesamte Wertschöpfungskette, von der Rapszüchtung über Anbau und Handel bis hin zur Verarbeitung zu unterschiedlichsten Produkten im Food-, Feed- und Fuel-Bereich.
