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CERES AWARD 2026: Drei Tierhalter des Jahres ausgezeichnet
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Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ im KOSMOS in Berlin hat agrarheute am Mittwochabend die Sieger des CERES AWARD 2026 geehrt. In den Tierhaltungskategorien Rind, Geflügel und Schwein setzten sich drei junge Landwirte durch. Jeder erhält 1.000 Euro Preisgeld. Die Fachjurys hatten alle 21 Finalistinnen und Finalisten auf ihren Betrieben besucht und neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur bewertet.

Rinderhalter des Jahres: Jörg Fehrenbacher, Donaueschingen (Baden-Württemberg)
Der 29-Jährige führt den Leimgrabenhof gemeinsam mit seinem Vater. Ein 2024 fertiggestellter Tierwohlstall bietet Platz für rund 600 Mastbullen auf Tretmist. Hinzu kommen Puten in Weidehaltung und eine Biogasanlage, die den Bullenmist nutzt. Bewirtschaftet werden 240 Hektar, davon 140 Hektar Grünland. In der Direktvermarktung arbeitet Fehrenbacher mit einem Metzgermeister zusammen: Pro Woche werden zwei Rinder in der eigenen Metzgerei verarbeitet und über mehrere regionale Standorte verkauft. Die Umsätze sind seit 2023 stark gestiegen, im vergangenen Jahr kamen acht Mitarbeitende hinzu. Er setzte sich gegen Frank Cordes (Reeßum) und Stefan Schädler (Oberstaufen) durch. Die Jury lobte das klare Betriebskonzept und den Imagegewinn für seine Art der Tierhaltung.

Geflügelhalter des Jahres: Fabian Schwarz, Goldenbow (Mecklenburg-Vorpommern)
Der 29-jährige Putenhalter baute einen ehemaligen LPG-Standort zu modernen Ställen der Haltungsform 3 um. Er nutzt bestehende Gebäude, hält rund 30 Prozent weniger Tiere als in der konventionellen Haltung und setzt auf Wintergärten, erhöhte Ebenen und Beschäftigungsmaterial. Auf rund 500 Hektar baut der Familienbetrieb unter anderem Weizen und Erbsen als Futter an, der Putenmist geht als Dünger zurück auf die Flächen, und eine Photovoltaikanlage mit rund 1,6 MW unterstützt die Eigenversorgung. Bei Hoffesten und Stallbesuchen sucht Schwarz den Dialog mit Verbrauchern. Seine Konkurrenten waren Henning Krüssel (Twist-Hebelermeer) und Sebastian Schlottmann (Mistorf). Die Jury würdigte ein „ungewöhnlich geschlossenes Gesamtkonzept“ aus Tierwohl, Wirtschaftlichkeit, Kreislaufwirtschaft und Offenheit gegenüber der Gesellschaft.

Schweinehalter des Jahres: Klaus-Peter Lichtinger, Laberweinting (Bayern)
Der 36-Jährige hält 130 Sauen im geschlossenen System und hat knapp 900 Mastplätze. Zum Betrieb gehören rund 80 Hektar Ackerland und fünf Hektar Wald. Als zweiter Vorsitzender des Ferkelerzeugerrings Landshut hat er das Pilotprojekt Sauguad mitangestoßen: Es verbindet zusätzliche Tierwohlleistungen mit regionaler Verarbeitung und Vermarktung. Jungeber werden vor der Geschlechtsreife geschlachtet, die Produkte tragen das Siegel Geprüfte Qualität Bayern. Lichtinger setzte sich gegen Alexander Nienhaus (Raesfeld) und Stephanie Friebel (Erlau) durch. Die Jury hob seine Eigeninitiative, sein Verantwortungsbewusstsein und das übertragbare Vermarktungskonzept hervor.

Alle Preisträger des CERES AWARD 2026

  • Ackerbau: Stefan Schmidt, Bad Oeynhausen (NRW)
  • Energie: Franz Xaver Kirchmaier, Chieming (Bayern)
  • Geflügel: Fabian Schwarz, Goldenbow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Junglandwirt/in: Eike Alswede, Gehrde (Niedersachsen)
  • Rind: Jörg Fehrenbacher, Donaueschingen (Baden-Württemberg)
  • Schwein: Klaus-Peter Lichtinger, Laberweinting (Bayern)
  • Sonderpreis der Initiative Tierwohl (2.500 Euro): Stefan Russ, Lottstetten (Baden-Württemberg)
  • Gesamtsiegerin „Landwirtin des Jahres 2026“ und Siegerin „Unternehmerin des Jahres 2026“: Theresa Ungru, Hörstel (NRW), dotiert mit 20.000 Euro

Über den CERES AWARD
Der CERES AWARD wird von agrarheute, einem Fachmedium des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlags, verliehen. Das Gesamtpreisgeld beträgt 29.500 Euro. Entscheidend sind nicht Höchstleistungen auf Feld oder Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse in Verbindung mit bäuerlichen Unternehmertugenden. Schirmherr ist DBV-Präsident Joachim Rukwied, Hauptsponsor die Landwirtschaftliche Rentenbank. Weitere Informationen unter www.ceresaward.de.