Üppiges Rapsangebot übt Druck aus
Die Pariser Rapsnotierungen konnten ihr Niveau im Dezember nicht halten. So schloss. der Fronttermin Februar am 18.12.2025 bei 461 EUR/t und damit rund 22,25 EUR/t unter dem noch Ende November erreichten Niveau. Neben schwachen US-Soja- und Rohölnotierungen übte dabei auch das weltweit üppige Angebot Druck aus. Das bestätigt auch die jüngste Prognose des US-Ministeriums, welches seine Einschätzung im Zuge des Dezember-Berichts erneut nach oben korrigierte. Auch aus Übersee stehen die Zeichen auf Kursschwäche. StatCan korrigierte seine Schätzung für die kanadische Rapsernte 2025 um 1,25 Mio. t auf einen neuen historischen Rekordwert von 21,8 Mio. t (19,2 Mio. t im Vorjahr). Bereits im Vorfeld hatten Markakteure dies erwartet und teilweise auch eingepreist. Mit dem zuletzt festen Euro verteuern sich zudem EU-Partien für Abnehmer aus anderen Währungsländern, was die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt deutlich schmälert.
Mit dem Minus in Paris ging es auch auf Erzeugerebene abwärts, wenn auch weniger deutlich. In der 51. KW wurden für Partien der Ernte 2025 im Mittel rund 452 EUR/t genannt und damit 4 EUR/t weniger als noch Ende November. Angesichts der Preisrücknahmen bleibt die Abgabebereitschaft der Erzeuger vor den Weihnachtsfeiertagen gering. In der Hoffnung auf Preissteigerungen wird die weitere Vermarktung ins kommende Jahr geschoben. Von Verarbeiterseite besteht jedoch auch kaum Kaufinteresse, hier scheint der Bedarf bereits weitestgehend gedeckt. So fußen die Mengenbewegungen lediglich auf der Abwicklung bestehender Kontrakte.
Ölschrotpreise drehen ins Minus
Die Preise am heimischen Ölschrotmarkt drehten im Dezember 2025 nach der Rallye im Vormonat ins Minus. Bereits Ende Dezember kündigte sich ein Ende der Preissteigerungen an. Eine erneute Verschiebung der EUDR zeichnete sich ab, und die damit verbundenen Angebotssorgen wichen. Zeitgleich blieben die Fundamentaldaten unverändert, das heißt ein großes Angebot aus Südamerika sowie Mengen an Sojabohnen aus den USA, die aufgrund der schwächelnden Nachfrage aus China weiterhin einen Abnehmer suchen. In der Folge gaben die Sojaschrotpreise merklich nach. Im Schnitt wurden im Dezember 2025 für prompte Partien mit 44 % ProFett gut 304 EUR/t verlangt, 7 % weniger als noch im Vormonat. Partien zur Lieferung nach dem Jahreswechsel ließen besonders deutlich Federn, da die zuvor aufgeschlagenen EUDR-Prämien nicht mehr verlangt wurden. Eine Geschichte, die sich somit das zweite Jahr in Folge wiederholt. Bereits im Herbst 2024 waren die Preise erst ordentlich geklettert, bevor in Brüssel der Anwendungsbeginn der Verordnung verschoben wurde. Weniger deutlich fielen die Ausschläge für GVO-freie Ware aus. Mit 446 EUR/t im Schnitt waren für LP-Partien 4 % weniger möglich als im Vormonat, aber immer noch 16 % weniger als vor einem Jahr.
Rapsschrotpreise im Sinkflug
Im Sog des Sojaschrotes verloren auch die Preise für das Substitut Rapsschrot. Im Mittel waren 185 EUR/t im Gespräch – ein Minus gegenüber dem Vormonat von 8 % sowie 35 % weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Auch hier waren es vor allem Lieferungen ab Januar 2026, die deutlich den Rückzug antraten. Die Nachfrage blieb trotz des rückläufigen Preisniveaus verhalten. Kurz vor dem Jahreswechsel wurden kaum langfristige Kontrakte besprochen. Im Fokus stand der unmittelbare Bedarf zu und um die Feiertage herum. Mischfutterhersteller waren bemüht, sich dort ausreichend abzusichern, um den Landwirten bei Bedarf die entsprechenden Rationen liefern zu können. Da die Logistik traditionell um die Feiertage herum eingeschränkt ist, wurde bereits im Vorfeld versucht, den Bedarf zu ermitteln und entsprechend zu ordern.
Rapsbilanz bleibt komfortabel
Für Januar 2025 wird keine wesentliche Marktveränderung erwartet. Nachfrageseitig dürfte der Rapsmarkt ruhig bleiben. Doch auch Erzeuger werden wohl nicht auf Verkauf drängen – dafür müssten die Preise dann doch anziehen. Die Versorgung der deutschen Ölmühlen mit Raps dürfte auch in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 gesichert sein. Neben der größeren heimischen Rapsernte dürften dazu auch rege Importe beitragen. Anfang des Jahres 2026 wird die zweite Angebotswelle aus Kanada und Australien erwartet. Letzteres könnte aufgrund der großen Ernte und des Ausfalls Chinas als Absatzmarkt sein Volumen steigern. Allerdings ist kanadischer Raps aufgrund seiner GVO-Sorten in der EU nicht uneingeschränkt verwertbar.