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Marktbericht KW 51 / 2020
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Der Rapsmarkt hat sich fortgesetzt ruhig entwickelt. Nennenswerte Geschäftsabschlüsse kamen zuletzt nicht mehr zustande und dürften bis zu den Feiertagen wohl auch nicht mehr erfolgen. Die Ölmühlen haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Rohstofflager sind gefüllt und der Nachschub über Kontrakte aus dem In- und Ausland bis nach dem Jahreswechsel gesichert. Bestes Beispiel dafür ist die jüngste Ankunft einer Schiffsladung Raps von über 50.000 t aus der Schwarzmeerregion. Auch von Seiten der Erzeuger haben sich die Handelsaktivitäten beruhigt, schon seit Anfang Dezember ist das der Fall. Im November hatten sich Rapserzeuger in Deutschland umfangreich von Ware der Ernte 2020 getrennt und auch bereits überdurchschnittliche Mengen ex Ernte 2021 unter Vertrag genommen.

In den meisten Regionen Deutschlands sollen nur noch Restmengen Raps der Ernte 2020 unverkauft in Erzeugerhand liegen. Die werden jetzt in Spekulation auf Preissteigerungen in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte unter Verschluss gehalten. Wer verkaufen wollte, hat dies zu hohen Preisen im November längst getan. Ex Rapsernte 2021 werden die Verkäufe nun vor allem dadurch limitiert, dass sich niemand verkalkulieren möchte. Zwar haben sich die Feldbestände bisher gut bis sehr gut entwickelt und die Anbaufläche fällt größer als im Vorjahr aus, doch ist es bis zum Erntebeginn noch lange hin und bis dahin können Wetterumschwünge noch vieles ändern. 2019 waren es schließlich auch erst die Spätfröste im April und die sich anschließende Trockenheit, die die Erträge dezimierten. Niemand möchte zu früh zu viel Raps der kommenden Ernte vermarkten und am Ende die vereinbarten Mengen nicht liefern können oder eventuelle Preissteigerungen verpassen.

Die Rapsschrotpreise haben sich in den vergangenen sieben Tagen kaum bewegt. Darin spiegelt sich die ruhige Lage am Rapsschrotmarkt wider. Die Mischfutterbetriebe haben sich für die Feiertage bereits gut versorgt. Bei den meisten steht die Transportlogistik bereits. Auch Liefertermine im kommenden Jahr werden kaum besprochen. Die Käufer beschränken sich nur noch auf das Nötigste für dieses Jahr und werden sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr um die Bedarfsdeckung 2021 kümmern.  

Am Sojaschrotmarkt war es in der Berichtswoche überwiegend ruhig. Am 15.12.2020 kam allerdings etwas Bewegung in den Markt, da die Sorge einiger Käufer um das Angebot wuchs. Der Grund dafür lag in den erneuten Lohnstreiks in Argentinien. Da ein Großteil des Sojaschrotes, das am hiesigen Kassamarkt verkauft wird aus Argentinien stammt, wuchs die Sorge der Käufer um ein ausreichendes Angebot. Einige deckten sich deshalb kurzfristig ein, weil sie befürchten, dass es zu Engpässen kommen könnte.

Die Rapsölpreise haben sich um 22 EUR/t oder 2,6 % auf 870 EUR/t fob Hamburg befestigt. Diese Entwicklung passt zu Meldungen, wonach die Biodieselnachfrage in Deutschland, die sich mangels UCOME vor allem auf Rapsmethylester konzentriert, stetig bis lebhaft, Einzelmeldungen zufolge sogar lebhafter als üblich sein soll. Vom Terminmarkt kommt derweil keine Unterstützung – die Rapsterminkurse in Paris befinden sich seit mehreren Handelstagen auf Richtungssuche. Mal geht es auf-, mal abwärts.

Die Sojaölpreise haben mit Unterstützung vom Terminmarkt zugelegt. Neuerliche Wettersorgen in Brasilien lassen Zweifel an der Sojabohnenernteschätzung des USDA aufkommen. 820 EUR/t fob Hamburg entsprechen einer Steigerung von 20 EUR/t oder 2,5 % zur Vorwoche.