In den zurückliegenden drei Tagen tendierten die Pariser Rapsnotierungen durchweg fester. Preisstützende Impulse gingen dabei insbesondere von Kanada und vom Rohölmarkt aus, nachdem sich die Lage rund um die Straße von Hormus erneut zugespitzt hat. Die festeren Notierungen sorgen auch auf Großhandelsebene für Aufwind. Franko Hamburg sind für Partien zur Lieferung ab Oktober bei unverändertem Aufgeld mit 561 EUR/t rund 1 EUR/t mehr möglich als in der Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein, die sich ebenfalls um 1 auf 565 EUR/t verteuern. Begrenzend wirken weiterhin die niedrigen Wasserstände und hohen Frachtkosten. Hinzu kommt die enttäuschende deutsche Ernte. Entsprechend bleiben die Umsätze auch in der zweiten Septemberwoche überschaubar. Besonders knapp ist die Versorgungslage in Ostdeutschland. Dort fehlen weiterhin größere Rapslieferungen aus dem Schwarzmeerraum. Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, werden alternative und aufwendigere Logistikwege genutzt. Die Rapsaussaat in Deutschland ist in vielen Regionen bereits weit fortgeschritten, entwickelt sich regional jedoch uneinheitlich. Während aus dem Norden und Teilen Ostdeutschlands überwiegend günstige Bedingungen gemeldet werden, bremst die anhaltende Trockenheit in mehreren west- und süddeutschen Anbaugebieten das Auflaufen und die weitere Bestandsentwicklung.
Die Preise für Rapsschrot bleiben auch in der laufenden Handelswoche gestützt. Partien zur Lieferung ab September verteuern sich auf Wochensicht um rund 3 auf 286 EUR/t. Preisstützende Impulse gehen weiterhin von dem knappen Angebot auf vorderen Lieferpositionen aus, insbesondere im Norden des Landes. Insgesamt hat sich die Verfügbarkeit zuletzt jedoch etwas entspannt, unter anderem durch Zulieferungen aus Osteuropa. Das dürfte auch die Prämien am Niederrhein etwas schrumpfen lassen. Die Nachfrage bleibt rege. Belastend wirken indes weiterhin die logistischen Einschränkungen infolge der Niedrigwasserstände. Auch die Preise für Sojaschrot konnten im Wochenverlauf anziehen. Konventionelles Sojaschrot mit 44 % Protein wird derzeit zu 430 EUR/t gehandelt. GVO-freie Partien lagen mit 551 EUR/t rund 5 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Unterstützung kommt weiterhin von zeitweise festen Sojabohnenkursen sowie einer belebten Nachfrage seitens der Mischfutterhersteller.
Gestützt von festen Rohstoffnotierungen zieht auch Rapsöl weiter an. Fob deutscher Mühle werden zuletzt rund 1.260 EUR/t in Aussicht gestellt und damit 22 EUR/t mehr als noch in der Vorwoche. Preisstützende Impulse kamen neben dem Energiemarkt auch von Ernteunterbrechungen in Kanada. Angesichts der Preissteigerungen bleiben die Umsätze am heimischen Markt jedoch überschaubar. Seitens der Konsumenten werden vorerst Preisrücknahmen abgewartet. Aus dem Energiesektor wird dagegen etwas Kaufinteresse auf vorderen Lieferpositionen signalisiert.
Marktbericht KW 37 / 2026
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