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Marktbericht KW 18 / 2020
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Am Rapsmarkt geht es auch in dieser Berichtswoche so weiter wie in den vergangenen. Die Nachfrage der Ölmühlen ist sehr verhalten, da sie ihre Verarbeitung gedrosselt haben und die Vermarktung von Rapsöl momentan schwierig ist. Dieses wird von den Biodieselherstellern kaum geordert, da sie ihre Produktion aufgrund der Corona-Krise zurückgefahren haben. Wie lange diese Situation noch andauert ist unsicher, einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Nachfrage der Biodieselhersteller erst im frühen Sommer wieder aufleben wird. In den meisten Regionen halten sich aber auch die Erzeuger mit Verkäufen zurück. Die alte Ernte ist ohnehin schon verkauft und auf Terminen ab August bieten die Erzeuger nur wenig Ware an. Nur im östlichen Niedersachsen scheint sich der Handel mit Vorkontrakten etwas belebt zu haben. Die Trockenheit hat in vielen Gebieten Deutschlands die Entwicklung der Feldbestände beeinträchtigt. In Mecklenburg-Vorpommern wird davon berichtet, dass die Düngergaben durch die ausbleibenden Niederschläge nicht wirken, und dass Pflanzenschutzmittel deshalb nicht ausgebracht werden können. Zwar sind in den kommenden Tagen Niederschläge prognostiziert, wann und in welcher Menge diese eintreffen, ist aber unklar. Deshalb wollen die meisten Landwirte keine Lieferverpflichtungen für die kommenden Ernte eingehen, da die Erträge schwer abzuschätzen sind. Die Rapspreise sind im Vorwochenvergleich um 1,40 auf 350,50 EUR/t zurückgegangen, die Vorkontraktpreise im gleichen Zeitraum um 2,50 auf 354 EUR/t.

Am Sojaschrotmarkt ging in es überwiegend ruhig zu. Mischfutterhersteller haben Ende März und Anfang April rege Ware gekauft und sind auf den vorderen Terminen deshalb gut gedeckt. Marktteilnehmern zufolge steigen üblicherweise die Preise im Mai eines jeden Jahres, da das Sojaschrot aus der neuen Ernte in Südamerika oftmals erst ein paar Wochen später in Deutschland eintrifft. Das ist in diesem Jahr aber nicht der Fall, da stattdessen die Ölmühlen in Europa ihre Produktion hochgefahren haben, um diese Lücke zu schließen.

Am Rapsschrotmarkt läuft der Handel schleppend. Auf den vorderen Terminen wird nur sporadisch Ware nachgefragt und der Bedarf kann bedient werden. An Ware zur späteren Lieferung ist kaum einer interessiert. Marktteilnehmer warten die weiteren Entwicklungen im Zuge der Corona-Krise ab. Zudem erschwert die Massenquarantäne die Arbeitsabläufe vieler Marktteilnehmer, die sich deshalb nur auf das Nötigste konzentrieren.

Am Rapsölmarkt haben die Preise im Vorwochenvergleich auf allen Terminen nachgegeben. Kurioserweise haben Ölmühlen in dieser Woche wieder Ware für die Liefertermine Mai bis Juli auf Anfrage im Angebot. In den Vorwochen war das nicht der Fall. Da die Preise so stark zurückgegangen sind und die Nachfrage insbesondere aus dem Biodieselsektor eingebrochen ist, müssen sie auf den vorderen Terminen anscheinend noch Rapsöl los werden. Auf den Terminen Mai bis Juli werden für Rapsöl 695 EUR/t festgestellt. Für Ware zur Lieferung im Zeitraum August bis Oktober sind die Preise im Vorwochenvergleich um 12 auf 703 EUR/t gesunken. Druck erzeugen auch die Terminkurse in Paris sowie die schwächeren Palm- und Rohölnotierungen. Zudem steigt die Verunsicherung welche Entwicklungen der Nachfrageeinbruch auf die Vorräte hat. Daher warten Marktteilnehmer vorerst ab. Unter Druck stand in der Berichtswoche auch das Sojaöl. Zuletzt kostete es 611 EUR/t und damit 9 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Grund dafür ist die geringe Nachfrage und Verbrauch von Sojaöl. In den USA ist der inländische Sojaölverbrauch in den vergangenen 30 Tagen um 50-60 % eingebrochen, was die Sojaölvorräte deutlich nach oben treibt. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die US-Lagerbestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2019/20 noch über die des vom USDA geschätzten, 830 Mio. t steigen könnten. Das belastet auch die Sojaölkurse in Chicago, an denen sich auch die hiesigen Preise orientieren.