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proteinmarkt.de - Infoportal für Landwirte
Marktbericht KW 13 / 2020
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Die Rapserzeugerpreise haben sich wieder etwas befestigt, doch das Niveau bleibt nach den erdrutschartigen Verlusten der vergangenen Wochen aus Erzeugersicht enttäuschend und für den Verkauf vollkommen unzureichend. Zwar spielt die alte Ernte ohnehin keine Rolle mehr, die Restmengen sind vernachlässigbar und das Kaufinteresse der Ölmühlen für vorderen Raps gleich Null, aber auch das Geschäft mit Kontrakten ex Ernte 2020 ruht. Die deutlichen Preisrückgänge hatten bereits in der Vorwoche die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger komplett auf Eis gelegt und daran ändert auch die jetzt festere Tendenz nichts. Um die Abgabebereitschaft anzukurbeln, wären noch sehr viel deutlichere Preissteigerungen nötig, doch volatile Börsen und verunsicherte und daher zurückhaltende Käufer setzen nicht die nötigen Impulse dafür. Landwirte in Deutschland bleiben dem Markt deshalb weitgehend fern und konzentrieren sich auf die Feldarbeiten anstatt auf die Vermarktung. Die Rapsfeldbestände sind in den meisten Regionen Deutschlands gut bis teilweise sogar überdurchschnittlich weit entwickelt. Allerdings lassen Nachtfröste von vereinzelt bis zu minus 8°C Ängste um den Raps, der teils schon Knospen trägt, aufkommen. Solche Ereignisse wirken letztlich noch als zusätzlicher Bremsklotz für das neuerntige Rapsgeschäft, da sie die Erzeuger im Hinblick auf die realisierbare Erntemenge verunsichern. Vorsicht ist besser als Nachsicht und deshalb wären preisliche Anreize umso wichtiger, um Ware aus Erzeugerhand zu mobilisieren.

Die Ölschrotpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, besonders die Sojaschrotpreise haben kräftig angezogen. Anbieter in Deutschland berichten von Hamsterkäufen an Mischfutter der Veredelungsbetriebe. Das spornt die Mischfutterherstellung und deren Rohstoffbedarf kräftig an und lässt die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren. Hinzu kommen bullische Einflussgrößen vom internationalen Markt für Sojabohnen und -schrot, darunter der kräftige Anstieg der Sojaschrotkurse in Chicago. In Argentinien hat zudem die Sojaschrotproduktion durch die Insolvenz einer großen Ölmühle einen Dämpfer erhalten und nun bedroht die Corona-Ausbreitung Transporte zu und Verladungen in den Exporthäfen. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage auf ein Angebot trifft, das nicht so groß ist, wie es sein könnte. Im äußersten Fall sind Lieferengpässe möglich, sollte Corona die Transportlogistik lahmlegen. Genau dieser Gefahr wollen viele durch Vorratskäufe vorbeugen. Nichts anderes als das, treibt auch die Rapsschrotpreise nach oben.

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hält die Märkte nach wie vor in Bann und sorgt für volatile Pflanzenölpreise. Im Transportsektor wird aufgrund der schleppenden Geschäfte weiterhin weniger Diesel verbraucht als üblich und auch in anderen Branchen wird deutlich weniger eingesetzt. Durch den schrumpfenden Kraftstoffabsatz geht auch der Einsatz von Biodiesel zurück. Das hat vor allem Einfluss auf prompte Ware und setzt die vorderen Preise unter Druck. Ab August sind die Preise im Vorwochenvergleich indes gestiegen, da Marktteilnehmer befürchten, dass das Angebot an Rapsöl ab dann schrumpfen könnte. Zwar wird in der EU eine etwas größere Rapsernte erwartet als im Vorjahr, sie dürfte aber trotzdem unterdurchschnittlich ausfallen. Dadurch könnte das Angebot an Nachprodukten, wie Rapsöl, ebenfalls sinken. Die Preise für Sojaöl haben sich im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls befestigt. Unterstützung erhielten sie von den festen Sojaölnotierungen in Chicago. Diese wurden von den sprunghaft gestiegenen Sojaschrotkursen nach oben katapultiert.