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Monatsbericht September 2020: Rapspreise setzen sich ab, Abgabebereitschaft der Erzeuger gestiegen, Ölschrotpreise klettern nach oben, Begrenztes Rapsschrotangebot
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Rapspreise setzen sich ab
In den ersten drei Septemberwoche hat sich der ruhige Handel am Rapsmarkt aus dem August fortgesetzt. Zwar stiegen die Preise in diesem Zeitraum um 5 auf 367 EUR/t, lagen damit aber bis dahin genau auf Vorjahresniveau. Das konnte Erzeuger nur sporadisch zum Verkauf motivieren, da ihnen das Preisniveau angesichts der kleinen Ernte 2020 noch zu niedrig erschien. Der Preis setzte sich aber in der 39 Kalenderwoche von der Vorjahreslinie ab und stieg auf 371 EUR/t. Das entspricht dem höchsten Stand seit Februar 2020. Damit übersteigt das aktuelle Niveau nicht nur die Preislinie von 2019/20 um 3 EUR/t, die Preisdifferenz zu 2018/19 hat sich sogar auf 22 EUR/t erhöht.  

Abgabebereitschaft der Erzeuger gestiegen
Während sich die Erzeuger in den ersten drei Septemberwochen mit Verkäufen eher zurückgehalten haben, scheinen ihre Preisvorstellungen mit dem jüngsten Anstieg allmählich getroffen zu werden. Daher hat ihre Abgabebereitschaft in der 39. Kalenderwoche zugenommen. So wurden aus einigen deutschen Bundesländern Verkäufe, auch teils größerer Mengen, gemeldet. Die zunehmenden Offerten treffen aber beispielsweise im Westen von Deutschland oftmals auf ein eher geringes Kaufinteresse der Verarbeiter. Aus anderen Gebieten ist wohl auch nicht mehr so viel Ware in den Lägern der Erzeuger bzw. freie Ware vorhanden, da ein Großteil bereits während der Ernte vermarktet wurde.  
In vielen Regionen Deutschlands benötigen die Feldbestände für eine gute Entwicklung noch immer Regen. Dieser ist aber für die letzte Septemberwoche angekündigt. Die Rapsfläche zur Ernte 2021 könnte etwas größer ausgefallen sein als im Vorjahr, das meldet der Rapool-Ring. Er geht davon aus, dass das Areal auf mehr als 1 Mio. ha ausgedehnt wurde. Ausschlaggebend sind die ansprechenden Erlöse sowie die verbesserten Erträge und Aussaatbedingungen im Spätsommer im Vergleich zum Vorjahr.

Ölschrotpreise klettern nach oben
Die Ölschrotpreise haben sich im September weiter befestigt. Bei Sojaschrot mit 49 % ProFett-Gehalt lässt sich ein Preisanstieg von 26 auf 345 EUR/t gegenüber dem Vormonat verzeichnen. 44er Ware kostete im September durchschnittlich 319 EUR/t und damit ebenfalls 26 EUR/t mehr als im August. Auch bei Rapsschrot wird ein kräftiger Preiszuschlag von 18 auf 224 EUR/t verbucht. Damit liegen die monatlichen Preise für Rapsschrot auf dem höchsten Niveau seit drei Monaten, Sojaschrot sogar auf dem höchsten seit vier Monaten.  

Begrenztes Rapsschrotangebot
Die Rapsschrotpreise am deutschen Kassamarkt wurden im September hauptsächlich durch zwei Faktoren in die Höhe getrieben. Zum einen war die Nachfrage in den vergangenen vier Wochen zumindest stetig, regional sogar lebhaft. Zum anderen war und ist das Angebot auf den vorderen Terminen zumindest im Westen Deutschlands begrenzt. Nur noch wenige Ölmühlen vermarkten prompte Ware. Lediglich im Osten von Deutschland ist dies nicht der Fall, was das Kaufinteresse von überregionalen Käufern geweckt hat. Die ordern aber  noch nicht, da sich durch den weiten Lieferweg und die entsprechenden Transportkosten der überregionale Einkauf bisher meist nicht lohnt. Im September hatten die Käufer aus anderen Regionen aber zumindest das Kalkulieren begonnen. Sogar aus den Niederlanden wurde probeweise etwas geordert.  
Sojaschrot profitierte im September vor allem von den festen Börsennotierungen in Chicago. Diese haben gegenüber Vormonat um 10 % zugelegt. Wenig Einfluss auf die Sojaschrotpreise in Deutschland hatte bisher der Fund der Afrikanischen Schweinepest in Ostdeutschland. Da für das deutsche Schweinefleisch andere Absatzkanäle als China gefunden werden können und die ASP noch nicht in den konventionellen Betrieben angekommen ist, dürfte die Nachfrage nach Proteinfuttermittel seitens der Veredelungsbetriebe vorerst nicht abreißen.