Im Sog rückläufiger US-Sojanotierungen tendiert auch der Pariser Rapskurs auf Wochensicht schwächer. Dabei übten insbesondere die Zweifel über das Tempo der chinesischen Käufe von US-Ware Druck aus. Hinzu kommt die ohnehin mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von amerikanischen Bohnen gegenüber Ware aus Argentinien und Brasilien. So schloss der Fronttermin Februar am 25.11.2025 bei 483 EUR/t und damit rund 2,25 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Auch Partien der Ernte 2026 geben nach. Mit 464,25 EUR/t verlor der August-26-Kontrakt auf Wochensicht rund 3,50 EUR/t. Auch der Rückgang der Rohölkurse und schwache Canola-Notierungen setzten den EU-Raps dabei unter Druck. Im Einklang mit dem Minus in Paris geht es auch auf Großhandelsebene abwärts. Franko Hamburg werden zur Lieferung ab Dezember rund 487 EUR/t in Aussicht gestellt und somit, bei unverändertem Aufgeld, rund 2 EUR/t weniger als noch in der Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Niederrhein. Auch hier vergünstigen sich Partien auf Wochensicht um 2 auf 497 EUR/t. Dabei bleibt die Handelsaktivität auch weiterhin überschaubar. Marktteilnehmer agieren unverändert zurückhaltend und warten die weiteren Entwicklungen ab. Ein anderes Bild zeigt sich dagegen auf Erzeugerebene. Hier konnten sich die Preise den schwachen Terminmarktnotierungen zum Trotz behaupten. So sind für Partien der Ernte 2025 im Mittel unverändert zur Vorwoche 455,90 EUR/t möglich. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 426-477 EUR/t. Gleichzeitig wird zunehmend von logistischen Herausforderungen berichtet, die sich insbesondere mit den Feiertagen im Dezember weiter verschärfen dürften. Um die erwarteten Engpässe zu entschärfen, werden Verkäufe vermehrt in den Januar verschoben. Entsprechend bieten Händler den Erzeugern attraktive Preise für spätere Liefertermine, um die Warenströme zeitlich zu entzerren und die Verfügbarkeit der Transportkapazitäten zu sichern. Auf den Feldern zeigen sich insgesamt gute bis sehr gute Bedingungen. Die Feldkulturen präsentieren sich weiterhin mehr als zufriedenstellend. Als eine der letzten Maßnahmen vor der Winterpause werden derzeit vermehrt noch Behandlungen gegen Ackerfuchsschwanz durchgeführt, für die die aktuellen Witterungsbedingungen ausgesprochen günstig sind.
Die Preise am heimischen Sojaschrotmarkt standen in der vergangenen Berichtswoche unter Druck. Im Schnitt wurden am 25.11.2025 für prompte Partien mit 44 % ProFett 319 EUR/t gefordert – ein Minus von 27 EUR/t und damit das niedrigste Niveau seit Ende Oktober 2025. Auch GVO-freie Partien gaben nach, wenn auch moderater: Für 44er-Ware waren zuletzt 452 EUR/t im Gespräch, gegenüber 467 EUR/t in der Vorwoche. Belastet wurden die Preise zum einen von den rückläufigen Rohstoffkursen in Chicago. Zudem zeichnet sich eine Verschiebung der Umsetzung der EUDR ab. Der Vorstoß des Rates und der Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – sieht nicht nur eine erneute Verschiebung des Anwendungsbeginns um ein weiteres Jahr vor, sondern auch eine Reduzierung der Bürokratie sowie mehr Planungssicherheit für Marktakteure. Der Vorschlag wurde zur Diskussion gestellt, und noch in dieser Woche will das EU-Parlament darüber abstimmen. Sollte es zu einer weiteren Verschiebung kommen, könnten auch 2026 vorerst Sojabohnen ohne zusätzliche Handelshemmnisse und ohne erhöhten Aufwand in die EU eingeführt werden. In der Folge warten die Marktakteure zunächst die Entscheidung und die weitere Entwicklung ab. Auch Rapsschrot tendierte in der laufenden Woche schwächer. Für prompte Partien wurden im Schnitt 195 EUR/t gefordert – ein Minus von 5 EUR/t auf Wochensicht. Der Handel verlief zuletzt ruhig, die Akteure zeigten eine abwartende Haltung und deckten vorwiegend nur den direkten Bedarf. Bis zum Jahresende dürfte die eine oder andere Partie noch den Besitzer wechseln, insbesondere um möglichen Bedarf rund um den Jahreswechsel abzudecken.
Auch die Offerten für Rapsöl bewegten sich zuletzt abwärts. Im Fokus der Kursbewegung steht dabei insbesondere die Entwicklung der US-Sojanotierungen sowie die Schwäche des Rohölmarktes. So sind für Rapsöl fob deutscher Mühle zur Lieferung ab Januar zuletzt 1.080 EUR/t möglich und damit 10 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Auch fob Niederlande tendieren die Großhandelspreise schwächer. Mit 1.095 EUR/t vergünstigen sich Partien zur Lieferung ab Dezember auf Wochensicht hier um rund
5 EUR/t.
Marktbericht KW 48 / 2025
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