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Marktbericht KW 30 / 2020
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Die Preise für Raps der Ernte 2020 konnten auf Wochensicht kräftig um 8 auf 367 EUR/t im Bundesdurchschnitt zulegen, mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre kein untypischer Verlauf und nicht überraschend, da die Ernteaussichten 2020 dürftig ausfallen. Die Anbaufläche ist klein geblieben und die ersten Ertragsmeldungen sind bestenfalls durchschnittlich, regional auch weit unterdurchschnittlich. Vereinzelt wird auch von sichtbaren Frostschäden oder starkem Unkrautbewuchs auf den Rapsflächen berichtet. Nach bisheriger Einschätzung dürfte die deutsche Rapsernte zwar größer als im Vorjahr, aber in jedem Fall unterdurchschnittlich ausfallen. Auch in anderen EU-Staaten sind die Ernteerwartungen dürftig, sodass die Rapsernte der Gemeinschaft das schwache Vorjahr sogar noch verfehlen könnte. Auch ist die Versorgung über Importe 2020/21 noch mit Fragezeichen behaftet. Wer wird die nötigen Mengen Raps nach Deutschland und in die EU liefern, um die Versorgungslücken zu schließen? Die Ukraine wird es möglicherweise nicht sein, da dort erntebedingt weniger Raps für den Export zur Verfügung stehen könnte. 

In der zweiten Hälfte der vergangenen Handelswoche ging es Marktbeobachtern zufolge heiß her am deutschen Rapsschrotmarkt. Einige der großen Mischfutterhersteller waren aktiv und kauften promptes Rapsschrot ein, um die Versorgung für die kommenden Wochen sicherzustellen, aber auch etwas auf Terminen ex Rapsernte 2020. Diese Nachfragewelle war aber nur von kurzer Dauer. Viele der großen Einkäufer haben sich nun für die kommenden zwei Wochen wieder vom Markt zurückgezogen. Die Preise hat das zuletzt unter Druck gesetzt, die sich nun allmählich dem Niveau ex Rapsernte 2020 von oben her annähern.  

Am Sojaschrotmarkt haben sich die Preise befestigen können. Wie meistens haben die Geschehnisse am hiesigen Kassamarkt nur geringen Einfluss auf die Preisbildung, richtungsweisend sind in erster Linie die Vorgaben von der Terminbörse in Chicago. Dort sind die Sojabohnenkurse in den vergangen fünf Handelstagen durchgängig gestiegen und haben dabei auch die Sojaschrotkurse mit nach oben gezogen. 

Die Rapsölpreise wurden in der Berichtswoche vom festeren Soja- und Palmöl gestützt. Sie sind um 9 auf 781 EUR/t gestiegen. Ansonsten stellt sich die Marktlage gegenüber Vorwoche relativ unverändert dar. Die kleinen Ernteerwartungen für Raps in der EU sind eingepreist und Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen diesbezüglich keine großen Korrekturen mehr geben wird, die deutliche Preiswirkung am Rapsölmarkt entfalten werden. In den kommenden Wochen dürfte zudem die Ferienzeit in einigen EU-Ländern die Aktivitäten an den Pflanzenölmärkten reduzieren.  

Sojaöl ist in den vergangenen sieben Tagen um 7 auf 695 EUR/t gestiegen. Unterstützung kam von den Sojaölnotierungen in Chicago. Diese haben sich im gleichen Zeitraum um umgerechnet 30 auf 576 EUR/t befestigt. Bullische Impulse kamen von der belebten Exportnachfrage Chinas nach US-Sojabohnen. Meldungen zufolge ist die Nachfrage nach Sojaöl in Europa lebhaft und die Verfügbarkeit in Drittländern eher knapp, was ebenfalls Auftrieb gab. Zudem stützten die kräftig gestiegenen Palmölpreise, die auf Wochensicht um 18 auf 603 EUR/t zugelegt haben.