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Marktbericht KW 22 / 2021
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An der Marktlage hat sich nicht viel geändert, kein Angebot, verhaltenes Kaufinteresse bei Preisen, die vom Terminmarkt befeuert werden. Der umsatzschwache Rapsmarkt ist geprägt von scharfem Preisauftrieb. Impulse kommen dabei nur noch von den Terminmärkten; steigende Rohöl-, Pflanzenöl-, Soja- und Canolakurse unterstützen. Für allerletzte Partien werden in Deutschland 619 EUR/t franko bezahlt. Auch die Erzeuger können in der 23. KW mehr für ihren Raps erzielen. Trotz bester Wuchsbedingungen und vielversprechender Pflanzenentwicklung tendieren die Kontraktpreise fest. Viele Erzeuger haben einen großen Teil der nächsten Rapsernte bereits verkauft, daher kommen wenige Umsätze zustande. Der Vermarktungsstand für die Ernte 2021 ist ungewöhnlich hoch, für Raps melden Handelsunternehmen einen Anteil von bis zu 60 % der potenziellen Ernte. Angesichts der derzeit hochsommerlich warmen und trockenen Witterung und des regionalen Starkregens bzw. der Gewitter werden vorerst keine weiteren Risiken eingegangen, die Abgabebereitschaft ruht. Raps ex Ernte kann im Schnitt zu 517 EUR/t frei Erfasserlager abgesichert werden, für Partien der alten Ernte werden bis zu 567 EUR/t gezahlt. 

Das vordere Angebot an Rapsschrot ist äußerst gering, kann die schwindende Nachfrage momentan aber decken. Die später eintreffende Rapsernte 2021 hat bereits zu deutlicher Anhebung der Schrotpreise im Juli geführt. Hinsichtlich der Lieferungen ab Juli hat sich die Preisbildung bereits verändert. Da absehbar ist, dass sich die Rapsernte verzögern wird, dürfte mit Schrot aus neuerntigem Raps noch nicht im Juli zu rechnen sein. Die Abgabepreise orientieren sich daher an den Preisen, die für Juni-Ware gefordert wird. Die Nachfrage nach Rapsschrot ab Liefertermin August ist verhalten. Das hohe Preisniveau führt zu abwartender Haltung. Im Bundesdurchschnitt kostete promptes Rapsschrot am 08.06.21 rund 339 EUR/t und damit 4 EUR/t weniger als vor einer Woche.  

Steigende Rohölkurse, sehr knappes vorderes Angebot, sprunghaft feste US-Sojaölnotierungen und Unterstützung vom Palmölmarkt – die Pflanzenölpreise setzen neue Highlights. Während die Rapsölpreise in der vergangenen Woche noch uneinheitlich tendierten, ist der Kurs in dieser Woche klar. Es geht, ausgehend von einem ohnehin hohen Preisniveau, weiter nach oben. Für Lieferungen ab August werden fob Mühle 1.155 EUR/t aufgerufen und damit 45 EUR/t mehr als in der vergangenen Woche. Termine ab November verteuerten sich gegenüber Vorwoche um 40 EUR/t, Termine ab Februar sogar um 55 EUR/t. Bei der Rapssaat ist das vordere Angebot vollständig geräumt und neue Ernte wird erst mit Verzögerung eintreffen. Das macht den Markt unvorhersehbar und verunsichert seine Teilnehmer. Promptes Rapsöl wird, wenn überhaupt angeboten, mit enormen Preisaufschlägen offeriert. Fob Hamburg werden auf Anfrage sogar 1.425 EUR/t verlangt. Derart hohe Preise schrecken viele Käufer ab. Dennoch ist auf späteren Lieferterminen Kaufinteresse spürbar. Die sprunghaften Preisentwicklungen an den Terminbörsen und die stetige feste Tendenz, dass sich demnächst die Forderungen deutlich abschwächen, veranlasst Biodiesel-hersteller auch auf späteren Partien zu ordern. Lange hatten diese in der Hoffnung fallender Preise auf Zeit gespielt. 

Auch Sojaöl verteuerte sich auf allen Lieferterminen, für August 2021 werden derzeit unglaubliche 1.330 EUR/t veranschlagt, was einem, bis vor kurzem unvorstellbaren, Anstieg von 165 EUR/t gegenüber Vorwoche entspricht. Vergleichsweise moderat fallen da die Teuerungen für die späteren Positionen aus. Die Forderungen für Lieferungen für September und Oktober wurden um 50 bzw. 55 EUR/t auf 1.220 bzw. 1.225 EUR/t angehoben, Kontrakte für November/Januar 2022 stiegen um 50 EUR/t auf 1.145 EUR/t.