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Marktbericht KW 03 / 2026
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Nach dem deutlichen Preisrutsch der Vorwoche haben sich die Erzeugerpreise am Rapsmarkt zuletzt behauptet. Zwar blieb der Handel insgesamt ruhig, weitere Abschläge blieben jedoch aus. Die Vermarktungsbereitschaft zeigte sich angesichts des erreichten Preisniveaus weiterhin begrenzt, während Käufer abwartend agierten. Der bundesweite Durchschnittspreis für Raps frei Erfasserlager stieg auf 443,13 EUR/t, ein Plus von 0,21 EUR/t gegenüber der Vorwoche. Die Vorkontrakte für die Ernte 2026 legten nach dem deutlichen Minus in der Vorwoche stärker zu und erreichten im Mittel 419,44 EUR/t, ein Plus von 3,16 EUR/t. Regional zeigen sich die Preise uneinheitlich, bewegen sich jedoch überwiegend in einer stabilen Spanne.  
Pflanzenbaulich präsentieren sich die Bestände weiterhin überwiegend in gutem Zustand. In vielen Anbauregionen sorgt eine geschlossene Schneedecke für Schutz vor Kahlfrost, sodass auch zeitweise tiefere Temperaturen bislang keine negativen Auswirkungen erkennen lassen. Kurzfristig ergeben sich daraus keine marktbewegenden Impulse. 

Im Windschatten der festen Rapskurse in Paris legten auch die Preise am heimischen Rapsschrotmarkt zu. Im Schnitt wurden am 13.01.2026 für prompte Partien 206 EUR/t genannt, gegenüber 186 EUR/t in der Woche zuvor. Für Partien zur Lieferung zwischen Februar und April 2026 wurden zuletzt um die 209 EUR/t im Bundesdurchschnitt gefordert, 18 EUR/t mehr als eine Woche zuvor. Das Geschehen am Markt war durchaus lebhaft. Mischfutterhersteller waren sowohl an kurzfristigen Lieferungen als auch an solchen bis ins Frühjahr hinein interessiert. Ausschlaggebend ist der aktuelle Besuch des kanadischen Premiers in China, bei dem es auch um die Strafzölle auf kanadischen Canola und dessen Nachprodukte gehen soll. In der Folge des Handelsstreits zwischen Peking und Ottawa waren die Lieferungen angesichts von Zöllen von 75 bis 100 % nahezu zum Erliegen gekommen. Sollte es zu einer Einigung kommen, so die Vermutung, könnte China wieder Canola aus Kanada beziehen, was somit nicht nach Europa gelangen würde. So sind aktuell seit Beginn der Saison 2025/26 rund 400.000 t Rapsschrot aus Kanada in die EU geliefert worden. Zum Vorjahreszeitpunkt war nichts geliefert worden. Mit Beginn der laufenden Woche wurde es aber wieder etwas ruhiger. Der USDA-Bericht und die darin prognostizierten globalen Rapsvorräte unterstrichen nochmals die große Rohstoffverfügbarkeit in der laufenden Saison. Die heimischen Sojaschrotpreise tendierten dagegen uneinheitlich. So wurden im Mittel für konventionelle 44er-Partien am 13.01.2026 gut 312 EUR/t genannt, ein Plus von 4 EUR/t. Die Preise für GVO-feie Ware konnten das Niveau der Vorwoche nicht behaupten, wobei die Forderungen zuletzt für LP-Ware bei 438 EUR/t lagen und somit 5 EUR/t niedriger als eine Woche zuvor. 

Trotz des deutlichen Kursanstiegs der Rapsnotierungen an der Pariser Börse zeigen sich die Rapsölpreise am heimischen Markt weiterhin stabil und verharren auf dem Niveau der Vorwoche. So werden fob deutscher Mühle für Lieferungen ab März unverändert 1.050 EUR/t gefordert. Partien zur Lieferung ab Mai bleiben bei 1.035 EUR/t. In den Niederlanden ist hingegen eine leichte Aufwärtstendenz zu beobachten. Für Lieferungen ab Januar werden dort 1.060 EUR/t verlangt, was einem Anstieg von 2 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Der Preis für Lieferungen ab Februar legt in gleicher Höhe zu und erreicht 1.050 EUR/t. Die Abgabebereitschaft am heimischen Markt bleibt weiterhin gering. Viele Marktakteure verharren in einer abwartenden Haltung und beobachten die weitere Entwicklung. Auf der Abnehmerseite verweisen insbesondere Käufer aus dem Lebensmittelsektor auf ihre bereits vor den Weihnachtsfeiertagen getätigten Käufe sowie auf eine ausreichende Versorgung. Dies dürfte auch in den kommenden Wochen das Aufwärtspotenzial der Preise begrenzen.