Thomas Engelhard als Referent bei der bundesweiten Fortbildung der Fachschullehrer

Vom 02. bis zum 04. September 2019 fand eine Fortbildung für Lehrkräfte im Bereich der Rinderhaltung (Bundesarbeitsgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Fachschulen) statt. Die 27 teilnehmenden Fachschul- und Berufschullehrer/innen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle in Münchweiler a.d. Alsenz (Rheinland-Pfalz).

Am ersten Seminartag stand das Thema Proteinversorgung der Milchkühe im Fokus. In seinem zweistündigen Vortrag erläuterte Thomas Engelhard zunächst die Anforderungen an die Proteinversorgung und mögliche Folgen einer nicht bedarfsgerechten Rohproteinversorgung. Diskutiert wurden mit den Teilnehmern die Möglichkeiten zur Reduzierung der Ammoniakemission insbesondere aus Sicht der Tierernährung. Herr Engelhard stellte zur N-reduzierten Fütterung Versuchsergebnisse aus Iden vor, die eindeutig belegen, dass Gehalte von 160 g nXP bzw. 160 g XP/kg TM bei Hochleistungskühen zu empfehlen sind. Eine weitere Absenkung des Rohproteingehaltes ist möglich, bedarf aber einer genauen Kalkulation und Fütterungskontrolle. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage diskutiert: Wo liegt der Optimalbereich des Milchharnstoffgehaltes und ist dieser für die Fütterungskontrolle geeignet? Dass der Milchharnstoffgehalt der Tankmilch (5-Tage Mittelwert) ein wichtiger Kontrollparameter ist, konnte Thomas Engelhard anhand der Herdendaten aus Iden belegen. Der Optimalbereich des Milchharnstoffgehaltes im Herdenmaßstab liegt nach Losand (2016) bei 150 bis 250 mg/l, für die Milchviehherde in Iden mit dem entsprechenden Fütterungsmanagement grenzt Thomas Engelhard den Bereich auf 180 – 220 mg/l ein.  

Das Thema GVO freie Fütterung spielt im Fachschulunterricht eine große Rolle. Aus diesem Grund stellte Thomas Engelhard Versuchsergebnisse zum Einsatz von Rapsextraktionsschrot vom LZ Haus Riswick und ZTT Iden vor. Die Ergebnisse unterstreichen, dass auch im Hochleistungsbereich Rationen nur mit Rapsextraktionsschrot als Eiweißkomponente, also ohne Sojaextraktionsschrot, sehr erfolgreich sind.

Als weiterer interessanter Themenbereich wurde der Einsatz von Körnerleguminosen besprochen. Thomas Engelhard stellte die Ergebnisse des UFOP-Monitorings für heimische Eiweißfuttermittel vor. Der Einsatz von Lupinen stellt in der Milchviehfütterung eine interessante Alternative bzw. Ergänzung dar, wie die Ergebnisse aus einem Fütterungsversuch in Iden bestätigen. Am Ende des Vortrags unterstrich Thomas Engelhard nochmal die herausragende Bedeutung der Grobfutterauswahl (Gras, Leguminosen) und der Grobfutterqualität (Konservierungserfolg, Energiegehalt) für eine bedarfsgerechte Proteinversorgung der Milchkühe.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Thomas Engelhard für den interessanten Vortrag und bei Proteinmarkt für die freundliche Unterstützung dieser Tagung.        

Andrea Höller, Andrea Neu-Zahren DLR Eifel

 

 Foto: Teilnehmer der bundesweiten Fortbildung der Fachschullehrer auf dem Hofgut Neumühle