Schülerartikel zu Besuch der AFL1 Bredstedt/Nordfriesland

Alternative Proteinfuttermittel

Am Montag den 22.09.2014 haben wir, die AFL1 Bredstedt/Nordfriesland, Besuch von Herrn Dr. Manfred Weber vom Lehr- und Versuchsgut Iden- Rohrbeck bekommen. Herr Dr. Weber berichtete uns Neues über alternative Proteinfuttermittel zum Sojaextraktionsschrot in der Schweinefütterung.

Herr Dr. Weber hat uns zuerst einige Grundlagen zur Schweinefütterung und den Bedarf an Aminosäuren erläutert und aufgeführt wie früher und wie heute gefüttert wird und wo die Richtwerte heute liegen.

Herr Dr. Weber führte seinen Vortrag mit interessanten Fakten bezüglich des Sojaanbaus und deren Export in die EU fort. Anhand einer Weltkarte verdeutlichte er uns den Welthandel mit Sojabohnen, -öl und -schrot und wir wurden über den Verbrauch von Raps- und Sojaschrot in Deutschland aufgeklärt. Dazu sehr anschaulich dargestellt war auch die globale Entwicklung von Sojabohnenimporten in den Jahren von 1998 bis 2013. Herr Dr. Weber erklärte uns, dass die großen Lebensmittelketten wie z.B. Edeka nicht mehr gerne Lebensmittel z.B. Fleisch verkaufen wollen, die mit Sojabohnen gefüttert wurden, weil die Sojabohne genmanipuliert sein könnte. Man wisse nicht, wie sich das auf die Gesundheit der Verbraucher auswirken würde. Herr Dr. Weber stellte Alternativen vor, wie beispielsweise die Sojabohne in der Fütterung ersetzt werden kann. Als Sojaalternativen nannte er:

-       Rapsextraktionsschrot

-       Rapskuchen

-       Körnerleguminosen

-       Sonnenblumenschrot

-       Molke, Brauereirückstände

 

Herr Dr. Weber gab uns dann eine Übersicht über den Rapsanbau von 2005 bis 2014 in Deutschland und den Handelsströmen von Rapssaaten, -öl und -schrot.   Herr Dr. Weber erklärte uns sehr anschaulich wie Raps verarbeitet wird und welche Produkte, wie z.B. Rapsöl, dadurch endstehen. Wir unterhielten uns über die Inhaltsstoffe des Rapsschrotes, die sich in den letzten Jahren deutlich verbessert haben und damit eine Alternative zum Sojaschrot in der Fütterung darstellen. Wir befassten uns mit den Energie- und Rohproteingehalten in verschiedenen Proteinfuttermitteln wie z.B. Sojaschrot gegenüber dem Rapsschrot oder Rapskuchen. Er zeigte uns dann in einem Diagramm die Proteinqualität von Soja- und Rapsextraktionsschrot. Wobei die Qualität von Sojaschrot doch hoher ist als beim Rapsschrot. Herr Dr. Weber zeigte uns verschiedene Versuchsergebnisse mit der Fütterung von Rapsschrot bei Schweinen, wie die täglichen Zunahmen, die Schlachtleistungen und die Kosten aussehen. Er zeigte uns anschaulich anhand von Diagrammen (z.B. Ebermast ), dass bei 5 - 15 % RES in der Ration die täglichen Zunahmen noch höher waren als bei einer herkömmlichen Sojaration.

 

Bei zu hohen RES –Anteilen von über 20 % sanken wiederum die täglichen Zunahmen. D.h. man kann in geringerem Maße den Bedarf an Sojaextraktionsschrot verringern, aber nicht vollständig darauf verzichten. 

Herr Dr. Weber erzählte uns anschließend noch etwas zur Fütterung mit Körnerleguminosen wie z.B. Futtererbsen, Lupinen oder Ackerbohnen. Er zeigte uns verschiedene Diagramme über Anbauflächen, Energie- und Proteingehalte, Proteinqualität, Inhaltsstoffe, Versuchsergebnisse und Preise. Er zeigte uns anschaulich die Verarbeitung für Trockenschlempe und informierte uns über die Inhaltsstoffe und wie sie in der Mast eingesetzt wird. Für Ferkel ist die Trockenschlempe nicht gut geeignet. Bei Schweinen ist sie als Mischanteil in der Fütterung möglich.
Wir unterhielten uns über die Tierbestände in Deutschland und ob die hier produzierten Eiweißfuttermittel den Bedarf abdecken. Es werden ca. 7,8 Mio. t benötigt, die aber nicht mit eigenen Erntemengen gedeckt werden können. Es müssen ca. 5,2 Mio. t Rapsextraktionsschrot importiert werden. Zusätzlich müssen weiterhin noch 7 Mio. t Sojaextraktionsschrot importiert werden, um den gesamten Bedarf an Eiweißfuttermitteln abzudecken.

Der Tag mit Herrn Dr. Weber war für uns eine sehr informative und interessante Veranstaltung. Wir haben uns sehr über den Besuch von Herrn Dr. Weber gefreut und bedanken uns im Namen der AFL1 Bredstedt herzlich dafür.