Proteinmarkt in Hessen auf Tour: Fachschüler erhielten Informationen aus erster Hand

Mitte März hatten Fachschüler der Landwirtschaftlichen Fachschule Fritzlar die Gelegenheit, aktuelle Informationen und zahlreiche Expertentipps zum Einsatz von Eiweißfuttermitteln in der Rinderfütterung zu erhalten. Dr. Jürgen Weiß, Kassel, informierte die Schüler im Rahmen einer Unterrichtseinheit. Auf Basis aktueller Versuchs- und Untersuchungsergebnisse erläuterte der Experte, dass der züchterische Fortschritt im Pflanzenbau, beispielsweise mit heutigen 00-Sorten, Futtermittelqualitäten gewährleistet, die optimal in die Rinderfütterung passen. 

Die häufig noch angeführten Bedenken z. B. gegenüber Rapsextraktionsschrot seien oft über Generationen weitergetragen und mittlerweile in vielen Untersuchungen widerlegt worden.

Es wurde auch klar dargestellt, dass die Kenntnis zu den Stärken und Schwächen der heimischen Eiweißquellen wichtig ist, um die Rationen optimal zu gestalten. So ist u.a. beim Einsatz von Erbsen und Ackerbohnen zu beachten, dass diese aufgrund beachtlicher Anteile an Kohlenhydraten und relative geringeren UDP- Gehalten (im Vergleich zu Raps- oder Sojaextraktionsschrot), als alleinige Eiweißquelle nicht geeignet sind, um hochleistende Tiere zu versorgen. 

Dr. Weiß stellt weiterhin aktuelle Informationen zur Lupine vor, die eine weitere Alternative z. B. auch zur Erfüllung der Greeningauflagen in viehhaltenden Betrieben werden könnte.

Der Aspekt der höheren Akzeptanz durch die Verbraucher, die eine kritische Haltung  gegenüber genveränderten „Importfuttermitteln“ haben, wurde ebenfalls anschaulich aufgezeigt.

Die umfangreichen und interessanten Darstellungen wurden auch durch Informationen zur Preiswürdigkeit/Wirtschaftlichkeit der heimischen Eiweißfuttermittel abgerundet. Die Zuhörer erhielten durch den Vortrag viele fundierte Informationen und Anregungen zur Umsetzung in ihren Betrieben.