Fachschule in Freiberg-Zug

Am 10.10.2013 besuchte Herr Dr. Manfred Weber zum 2. Mal das FSZ Freiberg-Zug und hielt in zwei Klassen jeweils eine informative und spannende Unterrichtsstunde zum Thema „Alternative Proteinfuttermittel in der Schweineproduktion“. Vor dem Hintergrund weltweit wachsender Nachfrage nach Eiweißfuttermitteln zeigte er Möglichkeiten auf, heimische Proteine so weit wie möglich einzusetzen, ohne dass die Leistungen bzw. die Wirtschaftlichkeit der Ration darunter leiden.

Deutlich wurde die Marktsituation für eiweißreiche Futtermittel an Hand der Folien mit den Warenströmen für Soja. Während die Exporte in die EU in den letzten Jahren relativ konstant waren, wird ein großer Teil der weltweiten Erzeugung nach Asien, ganz speziell China und Japan exportiert. Diese Nachfrage wird auch in Zukunft zu steigenden Preisen führen.

Während der Anbau von Soja innerhalb der EU nur begrenzt möglich ist, können Rapssaaten selber produziert werden. Trotzdem ist die EU auf Importe angewiesen. Der größte Teil der Rapssaaten kommt dabei aus Australien bzw. der Ukraine. Rapsextraktionsschrot ist dabei die wichtigste Fütterungsalternative zu Sojaextraktionsschrot.

Eine weitere Alternative sind die eiweißreichen Körnerleguminosen. Das Problem dabei ist, dass sie nicht in den für die Fütterung benötigten Mengen am Markt erhältlich sind.

Neben der Preissituation ist beim Sojafuttermittel natürlich noch ein weitere Aspekt zu beachten: Der deutsche Verbraucher wünscht kein Fleisch, dass mit gentechnisch veränderten Futtermitteln erzeugt wurde. Große Handelsketten sehen sich veranlasst, diesen Verbraucherwunsch an die Erzeuger weiterzugeben. 

Die Fachschüler verfolgten den Unterricht mit großem Interesse. Es gab viel Raum für Fragen und Diskussion, der auch entsprechend genutzt wurde. In einem kleinen Test wurde überprüft, wie viel Wissen zu Beginn des Vortrages vorhanden war und wie sich dieses Wissen durch den Vortrag weiterentwickelt hat. Als Fazit konnten alle mitnehmen: Soja bleibt ein wichtiges Futtermittel in der Schweineproduktion, kann aber teilweise durch heimische Futtermittel ersetzt werden.