Dr. Manfred Weber und Thomas Engelhard zu Besuch an der landwirtschaftlichen Fachschule in Bitburg (DLR Eifel)

Am 9. Februar 2017 informierten Herr Dr. Weber und Herr Engelhard rund um das Thema Proteinfuttermittel in der Schweine- und Milchviehfütterung.

Zunächst stellte Herr Weber die weltweiten Soja- Handelsströme vor. Interessant für uns war, dass der Rapsverbrauch sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat und Sojaschrot von Platz 1 der Eiweißkomponenten verdrängt hat. Gerade im Hinblick auf gvo-freie Fütterung ist Rapsschrot die mittlerweile wichtigste Eiweißquelle aus heimischer bzw. europäischer Erzeugung. Ein kompletter Austausch von Soja durch Raps ist wegen der begrenzten Verfügbarkeit nicht möglich. Andere Eiweißquellen aus heimischem Anbau spielen nach Aussage von Herrn Dr. Weber keine große Rolle.

Schweine können problemlos ohne Sojaextraktionsschrot gefüttert werden können, wie zahlreiche Versuchsergebnisse zeigen. Ausnahme bilden hier nur die Ferkel. Beim vollständigen Austausch von Soja- durch Rapsextraktionsschrot bzw. anderen einheimischen Proteinfuttermittel wie Ackerbohnen, Futtererbsen oder Lupinen muss allerdings darauf geachtet werden, dass fehlende Aminosäuren ergänzt werden müssen. Ein von Herr Weber im Anschluss durchgeführtes Quiz über das Erlernte schloss diese Einheit ab.

Im Anschluss an Herrn Dr. Weber referierte Herr Engelhard von der Lehr- und Versuchsanstalt Iden über die Proteinversorgung in der Milchviehfütterung. Die verschiedenen Eiweißfuttermittel wurden vorgestellt und miteinander verglichen. Der vollständige Austausch von Sojaextraktionsschrot durch Rapsextraktionsschrot ist auch bei sehr hohem Leistungsniveau möglich wie Herr Engelhard anhand zahlreicher Ergebnisse aus Iden und anderen Lehranstalten sehr anschaulich verdeutlichte.  Im Hinblick auf Einsparung von Kosten und Stickstoff sollte auf eine optimierte Proteinversorgung mit hoher N-Effizienz geachtet werden. Auf ein Vorhalten mit Protein (Stichwort Sicherheitszuschläge) sollte verzichtet werden. Optimal ist ein Harnstoffgehalt der Milch zwischen 150 – 250 mg/ l.

Wir bedanken uns bei Herr Dr. Weber und Herr Engelhard recht herzlich für die interessanten Vorträge.