Pressemitteilung
29.06.2015

Rapsschrot passt in die Ration

Rapsextraktionsschrot erweist sich in der Fütterung von Schweinen als sichere und ausbaufähige Komponente / Kompletter Soja-Ersatz ist machbar / Experten informierten über neue Erkenntnisse und aktualisierte Fütterungsempfehlungen

Rapsextraktionsschrot hat sich in den vergangenen zehn Jahren als homogenes und preislich attraktives Eiweißfuttermittel mit weiterhin ausbaufähigen Einsatzmöglichkeiten in der Schweinefütterung entwickelt.

Dies ist das zentrale Ergebnis einer Presse-Informationsfahrt, zu der das Infoportal proteinmarkt.de in Zusammenarbeit mit OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland und der Union zur Förderung des Oel- und Proteinpflanzenanbaus (UFOP) kürzlich nach Dinklage eingeladen hatte.

Rapsextraktionsschrot (RES) wird seit zehn Jahren systematisch und deutschlandweit auf Inhaltsstoffe überprüft. Es hat sich dabei als Eiweißfutter mit konstant hoher Qualität und somit als geeignet für Monogastrier und Wiederkäuer herausgestellt. Durchschnittlich 34 Prozent Eiweiß und 1,95 Prozent Lysin unterstreichen die hervorragende Eignung. Der mittlere Energiegehalt beträgt für Rinder 6,4 MJNEL, für Schweine 10,1 MJME und für Geflügel 7,5 MJME.

„Die für Monogastrier antinutritiv wirkenden Glucosinolate lagen im
Schnitt bei 7,5 mmol/kg und damit auf einem sehr niedrigen Niveau,
das eine sichere Fütterung beim Schwein bis zu 20 Prozent RES
zulässt“, erläuterte Dr. Manfred Weber vom Zentrum für Tierhaltung
und Technik von der Landesanstalt für Landwirtschaft,
Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt.

Phosphate im Futter besser nutzen
Neue Empfehlungen gibt es zudem für den Einsatz von Raps-extraktionsschrot in Bezug auf die Nutzung der im Futtermittel enthaltenen Phosphorgehalte. Bei ausreichender Mobilisierung kann dies zu Einsparungen mineralischer Phosphorquellen führen und entspricht damit den aktuellen Empfehlungen, Futterrationen nach verdaulichem Phosphor zu bewerten und durch den gezielten Phytase-Einsatz zu optimieren.

Dazu Dr. Manfred Weber: „RES besitzt einen relativ hohen Gehalt an Phosphor. Dieser ist bei der Verfütterung zu nutzen. Dazu bieten sich die Fermentierung des Rapsschrotes und der Zusatz von ausreichend Phytase an. Auf den Zusatz von Phosphor über das Mineralfutter kann dann häufig ressourcenschonend gänzlich verzichtet werden. In Betrieben mit geringer Flächenausstattung ist die Phosphorlieferung aus Rapsschrot beim Einsatz als Proteinfutter in der betrieblichen Phosphorbilanz zu beachten.“

Kompletter Soja-Ersatz – es geht!
Zudem zeigen aktuelle Versuche, dass ein vollständiger Ersatz von Sojaextraktionsschrot durch Rapsextraktionsschrot und andere heimische Proteinfuttermittel in der Ration von Mastschweinen keine negativen Auswirkungen auf die Mast- und Schlachtleistungen erbringt.

In einer aktuellen Untersuchung der Fachhochschule Osnabrück konnte gezeigt werden, dass der vollständige Ersatz von Sojaschrot hauptsächlich durch Rapsschrot unter Hinzuziehung von externen Enzymen keine Auswirkungen auf die biologischen Leistungen der Mastschweine hatte. In der ökonomischen Bewertung konnte sogar die Rapsgruppe mit einem Plus von 3,30 Euro/Tier stärker punkten als die Sojagruppe.


Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download.