Pressemitteilung
21.12.2015

Maissilagen 2015: Trotz ungünstiger Vegetationsbedingungen gute Qualität

Regionale Unterschiede in der Qualität / Aktuelles Maissilage-Monitoring gibt Auskunft / Daten online abrufbar

Die Vegetationsbedingungen für den Mais waren in 2015 ungünstig, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Bedingt durch Kälte im Frühjahr und extremer Trockenheit und Hitze im Sommer haben sich die Maisbestände regional sehr unterschiedlich entwickelt - mit entsprechendem Einfluss auf die Erntemengen. Fütterungsreferenten aus ganz Deutschland haben im Auftrag des Infoportals "proteinmarkt.de" Silage-Ergebnisse für eine bundesweite Auswertung zur Verfügung gestellt.

Aktueller bundesweiter Vergleich
Die durchschnittlichen Trockensubstanzgehalte unterscheiden sich kaum von denen des Vorjahres, der geforderte Bereich von 30 bis 35 Prozent wird im Mittel eingehalten. Die Rohaschegehalte überschreiten in diesem Jahr nicht den Grenzwert von vier Prozent in der TM.

Die Rohfasergehalte liegen zwischen 18 bis 21 Prozent. Sie lassen auf das Verhältnis Kolben zu Restpflanze schließen. Je niedriger der Rohfasergehalt ist, desto höher ist der Kolbenanteil in der Silage.

Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Rohfasergehalte in den Proben aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz um circa drei Prozent höher.

Die Rohfettgehalte, die mit einer erheblichen Gewichtung in die Energieschätzung eingehen, liegen im Bereich von 3,1 bis 3,4 Prozent. Höhere Werte resultieren aus einem höheren Körneranteil in der Silage.

Hohe NDF Werte im Norden und Süden
Eine genauere Charakterisierung des Fasergehaltes ist mit den Kennzahlen ADF und NDF gegeben. Der ADF-Gehalt soll zwischen 20 bis 25 Prozent liegen, der NDF-Gehalt unter 40 Prozent. Bei der Energieschätzung wird der NDF-Gehalt in Verbindung mit der enzymlöslichen organischen Substanz (ELOS) als Parameter für die Verdaulichkeit berücksichtigt. Die diesjährigen NDF-Werte sind besonders in den Proben aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Schleswig-Holstein bedeutend höher als im Vorjahr. Dies wirkt sich jedoch kaum auf die Höhe der ELOS-Werte aus, was auf eine bessere Verdaulichkeit insbesondere der Restpflanze hinweist.

Sehr guter Energiegehalt
Der durchschnittliche Stärkegehalt liegt zwar bis auf Hessen und den Nordöstlichen Bundesländern um bis zu 40 Gramm je Kilogramm Trockenmasse niedriger als im Vorjahr. Aus den Kriterien NDF, ELOS und Rohfett resultiert dennoch mit 6,7 bis 6,9 MJ NEL je Kilogramm TM ein sehr guter Energiegehalt.

Bei der Rationsplanung ist allerdings zu beachten, dass die Stärke aus Maissilage im Gegensatz zu Körnermais in hohem Maß im Pansen fermentiert wird und deshalb bei Kombination stärkereicher Maissilage mit zuckerreicher Grassilage und Getreide die Maximalgehalte der im Pansen unbeständigen Stärke und Zucker unbedingt zu beachten sind.

Hohe negative RNB-Werte erfordern Eiweißergänzung
Der Rohproteingehalt der Maissilage ist relativ konstant in einem Bereich zwischen sieben bis acht Prozent und spielt eine eher untergeordnete Rolle. Der relativ hohe nXP-Wert der Maissilagen resultiert aus der potentiell hohen Bakterienproteinsynthese aus Energie im Pansen. Der dafür fehlende Stickstoff kommt in den hohen negativen RNB-Werten zum Ausdruck. In den Rationen müssen deshalb Eiweißfuttermittel mit positiver RNB ergänzt werden. Um zum Beispiel das Proteindefizit von fünf Kilogramm Maissilagetrockenmasse auszugleichen, müssen etwa 2,5 Kilogramm Rapsschrot eingesetzt werden.

Die ausführlichen Daten dieses Maissilage-Monitorings 2015 mit allen wichtigen Qualitätsparametern sowie zahlreichen Empfehlungen für die Rationsgestaltung stehen ab sofort unter www.proteinmarkt.de zur Verfügung.


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