Grundlagen-Schweine, Betriebsreportage, Rationen
09.07.2010

Neue Empfehlungen für die Mastschweinefütterung

Optimale Mastergebnisse erzielt man, wenn in Abhängigkeit von Lebendgewicht das Futter an die Bedürfnisse der Mastferkel angepasst wird. TOPIGS hat im letzten Jahr die Futterempfehlungen auf das höhere Proteinansatz-vermögen von den heutigen TOPIGS-Schweinen abgestimmt. Dies wurde in verschiedenen Praxistests überprüft, welche die neuen Empfehlungen bestätigen.

Moderne Schweinerassen besitzen aufgrund ihrer genetischen Veranlagung ein immer größeres Potenzial, Muskelfleisch zu bilden. Um dieses genetische Potenzial auch auszuschöpfen, ist eine angepasste Fütterung der fleischreichen Tiere notwendig.

Dabei stehen nicht nur die Energieaufwendungen in der Ration im Mittelpunkt, sondern in erster Linie die Amminosäuremengen sowie deren Verhältnisse. Je nach Mastphase und Futteraufnahme der Tiere ist eine entsprechende Anpassung des Futters notwendig.

Vor diesem Hintergrund hat TOPIGS eine neue Fütterungsempfehlung für Mastferkel herausgegeben. Grundlage für das aktualisierte Fütterungskonzept bildet ein neues Wachstumsmodell, welches je nach Eberlinie aktualisierte Futterkurven für eine dreiphasige Mast beinhaltet und gemeinsam mit Fütterungsexperten entwickelt wurde.

Aktualisiert wurden vor allem die Empfehlungen für das Vormastfutter, welches eiweiß- und energiereich sowie mit entsprechenden Amminosäuremustern ausgestattet sein soll. Dieses ist natürlich auch schon in der Ferkelaufzucht zu beachten.

In der Endmast sehen die neuen Futterkurven vor die Energiezufuhr zu begrenzen, um eine Verfettung der Tiere zu vermeiden.

Ein aktueller Versuch an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt, Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden, belegt jetzt, dass diese Fütterungsstrategie bei TOPIGS-Mastferkeln gemäß dem neuen Wachstumsmodell für Proteinansatz zu höheren Magerfleischanteilen führt.

Beim neuen Fütterungskonzept wurden vor allem die Empfehlungen für die Lysin-, Metheonin- / Cystin- sowie Threonin- und Tryptophan-Versorgung angehoben.

Mit dem aufgewerteten Versuchsfutter erreichten die Tiere im Idener Fütterungsversuch bei den Ausschlachtungs-ergebnissen geringere Speck- und höhere Fleischmaße, was zu höheren Magerfleischanteilen führte.

Trotz höherer Futterkosten pro Dezitonne konnte unter ökonomischer Betrachtung, vor allem aufgrund des höheren Magerfleischanteils, ein größerer Überschuss pro Schwein im Vergleich zur Kontrollgruppe erwirtschaftet werden.

Die aktuellen TOPIGS-Fütterungsempfehlungen mit konkreten Praxistipps stehen ab sofort zum Download auf der Internetseite www.topigs-snw.de zur Verfügung. Ebenso können Interessierte hier Ergebnisse des Fütterungsversuches des Zentrums für Tierhaltung und -technik Iden einsehen.

Ein ausführlicher Versuchsbericht ist online abrufbar unter www.topigs-snw.de.

 


Foto: TOPIGS-SNW