Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 21 / 2018


    Geringe Vermarktungsmöglichkeiten der Ölmühlen an die Biodieselindustrie hält die Rapsprämien weiter im Zaum. Aber aus Paris kommt Unterstützung, wo sich die Terminkurse für Raps deutlich befestigt haben und der Fronttermin mit 358,25 EUR/t zuletzt auf dem höchsten Stand seit Ende Februar 2018 schloss. Die feste Tendenz ist auch am Kassamarkt in Form leichter Preissteigerungen spürbar, versetzt Rapserzeuger zwar nicht in Kauflaune, kann die Verkaufsbereitschaft aber doch ein wenig steigern. Die meisten spekulieren aber weiterhin auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte und halten alterntige Restmengen unter Verschluss. Ex Ernte hat sich das Kaufinteresse der Ölmühlen etwas belebet. Ausschlaggebend sind Unsicherheiten im Hinblick auf die Rapsversorgung 2018/19. Laut MARS steht der Winterraps in Deutschland alles andere als optimal. Bereits in den vergangenen Wochen war immer wieder von Knospenwelke und geringer Bestockung zu hören. Am stärksten ist wohl die Mitte Deutschlands betroffen. Beispielsweise wurden in Niedersachsen etwa 5 % der Rapsflächen wieder umgepflügt. Die Analyten von MARS korrigierten ihre Ertragsschätzung für Deutschland jüngst auf 35,6 dt/ha, im April waren es noch 39 dt/ha gewesen. Die neue Schätzung entspräche zwar einem Plus von 8,8 % gegenüber Vorjahr, würde das langjährige Mittel aber um 6,9 % verfehlen. Die Rapserzeugerpreise erreichten zuletzt 332 EUR/t im Bundesdurchschnitt, ein Plus von 3 EUR/t zur Vorwoche. Ex Ernte war der Aufschlag wegen der deutlichen Kürzung der Ertragsprognosen sogar noch gravierender. Die Kontraktpreise für die Ernte 2018 legten um 13 auf 335 EUR/t zu und lagen damit sogar erstmals über Kassapreisniveau.

    Die Rapsschrotpreise lagen zuletzt bei 237 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Das waren zwar 4 EUR/t mehr als noch vor einer Woche, aber 4 EUR/t weniger als am Vortag. Marktteilnehmer berichteten jüngst von nachlassender Nachfrage aus der Mischfutterindustrie, die Preiswirkung erzielt. Die meisten zeigen keinen Bedarf mehr und sind bis auf weiteres gut mit Ware versorgt. Gegebenenfalls wird es in den kommenden Wochen noch die eine oder andere kleine Lücke zu stopfen geben, aber mit einer spürbaren Nachfragebelebung ist nicht zu rechnen. Die Sojaschrotpreise finden keine Unterstützung und werden weiter zurückgenommen. Dabei zeichnen sich regionale Unterschiede ab, während die Preise im Norden zuletzt leicht angehoben wurden, tendieren sie im Süden der Republik schwächer. Unter dem Strich bleibt ein leichtes Minus auf einen Durchschnittspreis von 393 EUR/t für 49er und 366 EUR/t für 44er Ware, das sind 4 bzw. 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

    Die Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat zu einem deutlichen Anstieg der USSojaölkurse geführt. Marktteilnehmer hoffen nun auf unbeschränktes Geschäft mit China. Das Land hat in den vergangenen Wochen kaum noch US-Sojabohnen gekauft und seinen Bedarf mit brasilianischer Ware gedeckt. Die festeren Sojaölnotierungen in Chicago haben auch zu einer Befestigung der Sojaölpreise in Deutschland geführt. Mit 685 EUR/t fob Hamburg wurden 17 EUR/t mehr genannt als in der Vorwoche. Die Großhandelspreise für Rapsöl haben sich ebenfalls befestigt. Allerdings kaum aus eigener Stärke, sondern durch die feste Entwicklung anderer Pflanzenöle. Die Nachfrage nach Rapsöl hat sich zwar etwas belebt, allerdings nur für prompte Ware. Mit 700 EUR/t fob Hamburg wurden 10 EUR/t mehr verlangt als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 87 KDatum: 24.05.2018

  • Marktbericht KW 20 / 2018


    Die etwas festeren Rapsterminkurse in Paris verfehlen ihre Wirkung am hiesigen Kassamarkt, sie können die Stimmung bei den Anbietern nicht verbessern. Denn die Ölmühlen heben ihre Prämien auch weiterhin nicht an und mit Matif allein finden die Kassapreise nicht das Preisniveau, zu dem der Rapsverkauf attraktiv wird. Einige Mühlen sollen sich mittlerweile gänzlich vom Markt zurückgezogen haben und kaufen überhaupt keine alterntige Ware mehr. Es zeichnet sich ab, was in den vergangenen Wochen bereits befürchtet wurde: Die Ölmühlen haben angesichts geringer Rapsverarbeitung und umfangreichem Angebot an vergleichsweise günstiger Importware vielfach keinen Bedarf mehr und die Wahrscheinlichkeit, dass im Übergang auf die neue Ernte noch Versorgungslücken entstehen, ist gering. Immer mehr Erzeuger planen daher ihre Ware durchzulagern und erst mit der neuen Ernte zu verkaufen. Einige Marktbeobachter rechnen aber damit, dass es kurz vor der Ernte dann doch noch einmal die eine oder andere Offerte geben wird – die Hoffnung stirbt zuletzt, dann den einen oder anderen Preisaufschlag durchsetzen zu können. Noch immer bereitet die physiologische Knospenwelke vielen Landwirten in Deutschland Sorge. Wegen des sprunghaften Temperaturanstiegs im April und des in der Folge großen Temperaturgefälles zwischen Tag und Nacht wuchsen die Rapspflanzen oberirdisch zu schnell, während die Wurzel und damit die Nährstoffaufnahme nicht hinterherkamen. Über mögliche Ertragseinbußen wird diskutiert, bislang ist das Schadmaß aber noch nicht quantifizierbar. Neben Knospenwelke ist von geringer Bestockung, lückigen Beständen und geringer Schotenzahl, generell von einer unterdurchschnittlichen Entwicklung der Rapsfeldbestände in Deutschland die Rede. Das dämpft die Verkaufsbereitschaft der Landwirte ex Ernte 2018.

    Die Sojaschrotpreise zeigten sich zuletzt stabil. Für Ware mit einem Proteingehalt von 49 % wurden unverändert 401 EUR/t verlangt. 44er Ware erzielte mit 375 EUR/t gerade einmal 1 EUR/t weniger als zuvor. Bestimmt wird die Preisentwicklung weiterhin vor allem von den Vorgaben aus Chicago. Dort zeigten sich die Sojakurse im Wochenverlauf unentschlossen. Die enttäuschende Sojaernte in Argentinien ist eingepreist, Marktteilnehmer beobachten jetzt vor allem die Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Rapsschrot wurde zuletzt kaum mehr umgesetzt. Auf den vorderen Lieferterminen scheint das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller erloschen, gleichzeitig ist aber wieder mehr Ware verfügbar. Beides zusammen erzeugt Preisdruck. Zuletzt wurden für Rapsschrot zur sofortigen Lieferung 234 EUR/t veranschlagt, 4 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Die Großhandelspreise am Pflanzenölmarkt haben sich in der vergangenen Woche kaum geändert. Einzig Rapsöl stellt eine Ausnahme dar. Für Ware zur prompten Lieferung wurde hier ein kräftiges Aufgeld von 30 EUR/t und damit 690 EUR/t fob Hamburg verlangt. Nach Berichten von Marktbeteiligten war Rapsöl für den sofortigen Bedarf teilweise knapp. Allerdings dürfte das eher daran liegen, dass auf Grund der geringen Verarbeitungsmengen der Ölmühlen das Angebot schrumpft, als an den Verkäufen. Zudem wurden die Forderungen an den festen Ölpreis und den Euro angepasst. Da aber zumeist kaum Nachfrage und keine Abschlüsse hinter den Forderungen stehen, handelt es sich nur um nominelle Preise. Die Forderungen für Sojaöl sind auf Wochensicht um 7 auf 668 EUR/t fob Hamburg gefallen. Das lag primär an einer temporär etwas schwächeren Binnennachfrage, denn fob Rotterdam wurden unverändert zur Vorwoche 670 EUR/t genannt. Auch die zur Vorwoche unveränderten Preise für die Termine Juni bis Oktober 2018 fob Hamburg deuten auf eine derzeit stabile Preisentwicklung hin.

    Dateigröße: 88 KDatum: 17.05.2018

  • Marktbericht KW 19 / 2018


    Viele Ölmühlen in Deutschland und Europa haben mittlerweile auf die Verarbeitung von Sojabohnen anstelle von Raps umgestellt, weil sie hier bessere Margen erwarten können. Rapsöl lässt sich nach wie vor kaum in Richtung Biodieselindustrie vermarkten, zu groß ist der Angebots- und Preisdruck durch Biodieselimporte aus Argentinien und Indonesien. Sommerware steht im Fokus, Rapsmethylester wird so gut wie nicht mehr verwendet. Daran dürfte sich sobald auch nichts ändern. Ölmühlen befürchten, dass sich die Erlössituation mit Rapsöl in der zweiten Jahreshälfte kaum verbessern wird. Verarbeiter zeigen mit der Umstellung auf Soja-Crush kaum noch Interesse für Raps der alten Ernte. Gleichzeitig geraten Landwirte in Deutschland, die teilweise immer noch große Mengen Ware bevorratet haben mit dem Näherrücken der Ernte 2018 zunehmend unter Zugzwang. Trotz Niedrigpreisen gibt es daher mehr Offerten. Mit dem wachsenden Vermarktungsdruck für die alte Ernte könnte die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage in den kommenden Wochen noch zunehmen und die Rapspreise weiter belasten. Einziges bullisches Signal lieferte in den vergangenen Tagen das eher dürftige Bild der Rapsfeldbestände in Teilen Europas, so auch in Deutschland. Aber dem stehen gute Aussichten für die Ukraine entgegen. Dort entwickelt sich der Raps bislang gut, sodass eine Erntemenge von 2,5 bis 2,6 Mio. t in 2018 für möglich gehalten wird. Im Vorjahr waren es rund 2,2 Mio. t gewesen. Auch in anderen Teilen Südosteuropas kann das Bestandsbild bislang überzeugen.

    Die Forderungen für Sojaschrot wurden deutlich zurückgenommen. Für Ware mit 44 % Proteinanteil wurden jüngst 376 EUR/t genannt, das waren 17 EUR/t weniger als vor einer Woche. 49er Ware hat sich auf Wochensicht ebenfalls um 17 EUR/t vergünstigt und kostete damit zuletzt nur noch 401 EUR/t. Auslöser sind die rückläufigen Sojaschrotkurse an der Börse in Chicago. Bereits seit vergangenem Mittwoch stehen diese unter Druck. Zuletzt haben sie allerdings besonders deutlich nachgegeben, um 1,9 % binnen eines Handelstages auf einen Schlussstand von umgerechnet 356 EUR/t. Die Schwächetendenz überträgt sich auf den hiesigen Kassamarkt und macht Sojaschrot für die Mischfutterindustrie, die teilweise noch Ware für die zweite Jahreshälfte benötigt, interessanter, weckt aber auch die Hoffnung auf weitere Preisnachlässe. Wer dringend Ware braucht, kauft jetzt, wer es sich leisten kann, wartet die Preisentwicklung vorerst ab. Am Rapsschrotmarkt stehen die Forderungen unter Druck, und nicht nur wegen des Rückgangs der Sojaschrotpreise. Marktteilnehmer berichten von einer höheren Abgabebereitschaft der Ölmühlen. Von einem knappen Angebot an prompter Ware, das den Preisverlauf im April bestimmte, ist auf einmal keine Spur mehr. Gleichzeitig sind aktuell kaum Käufer mehr aktiv. Mehr Offerten, aber geringere Nachfrage – das setzt die Preise unter Druck. Mit 238 EUR/t lagen die Rapsschrotpreise zuletzt 6 EUR/t unter Vorwochenniveau. Anders sieht es auf Lieferpositionen ex Ernte aus. Die Mischfutterhersteller signalisieren Kaufinteresse, denn viele haben noch Bedarf für die zweite Jahreshälfte zu decken.

    Nach dem kräftigen Preisrutsch beim Sojaöl in der vergangenen Woche haben sich die Forderungen wieder leicht befestigt. Mit 675 EUR/t fob Hamburg wurden rund 5 EUR/t mehr genannt als in der Vorwoche. Grund war vor allem eine technische Gegenbewegung der Sojaölkurse in Chicago, die auf Wochensicht knapp 2 % zulegten. Die Großhandelspreise für Rapsöl konnten das Vorwochenniveau nicht halten und haben 5 auf 660 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Allerdings berichten Marktteilnehmer von einem umsatzschwachen Markt ohne Nachfrage. Den Preis für den Rohstoff Raps sehen sie als zu hoch an, um lukrativ Rapsöl zu produzieren und zu verkaufen.

    Dateigröße: 88 KDatum: 09.05.2018

  • Marktbericht KW 18 / 2018


    Der Brückentag lähmt das Rapsgeschäft; umgesetzt wurde seit Wochenbeginn nur wenig. Grundsätzlich soll es aber etwas mehr Offerten aus der Landwirtschaft geben. Viele Erzeuger geben die Hoffnung auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte langsam auf, außerdem sind noch vergleichsweise große Restmengen aus der alten Ernte zu vermarkten und allmählich müssen die Landwirte ihre Läger räumen, um Platz für die neue Ernte zu schaffen. Das zusätzliche Angebot stößt aber nach wie vor auf wenig Nachfrage. Die Ölmühlen halten sich zurück und ihre Prämien stabil. Einige haben die Verarbeitung heruntergefahren oder auf Soja umgestellt, was eine höhere Marge verspricht. Das hält die Rapsprämien erst recht im Zaum.

    Aus dem Süden Deutschlands ist zu hören, dass sich die Bestände von den Kälteeinbrüchen im März/April erholen. Es wurden keine weiteren Flächen mehr umgebrochen und das Bestandsbild sei nun sehr gut. Es gibt aber auch andere Meldungen. In einigen Regionen Deutschlands hat der sprunghafte Witterungsverlauf der vergangenen Wochen seine Spuren hinterlassen. Zuerst war es sehr kalt und nass, dann drehte das Wetter plötzlich und es wurden sommerliche Temperaturen, in manchen Regionen bis 30°C, erreicht. Auch die Tageslichtlänge nahm schnell zu. Die Nächte waren aber nach wie vor kalt. Zwischen Tag und Nacht betrug die Temperaturdifferenz teilweise bis 20°C und viele Böden blieben weiterhin nass. Bei den Rapspflanzen hat das dazu geführt, dass sich die oberirdischen Pflanzenteile sehr schnell entwickelten, ganz im Gegensatz zur Wurzel. Damit erfolgte das oberirdische Wachstum in manchen Regionen zu schnell, um mit der Nährstoffaufnahme hinterherzukommen. Die Folge ist das, was als physiologische Knospenwelke bezeichnet wird. Aufgrund der unzureichenden Versorgung vertrocknen die Rapsblüten und werden abgeworfen. Viele Beständen wirken daher, als ob sie nicht richtig blühen wollen. Die Hitzewelle ist allerdings vorüber und mit den nun moderaten Temperaturen dürften Wachstum und Nährstoffaufnahme wieder ins Gleichgewicht finden.

    Die Aussicht auf ein geringeres Sojaschrotangebot aus Argentinien hat im Wochenverlauf zwei deutliche Sprünge bei den Sojaschrotkursen in Chicago ausgelöst und die Notierung mit umgerechnet 368 EUR/t auf den höchsten Stand seit Juli 2016 getrieben. Die feste Tendenz spiegelt sich auch am hiesigen Kassamarkt wider. Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil verteuerte sich gegenüber Vorwoche um 30 auf 420 EUR/t, 49er Ware auf 395 EUR/t. Mit den steigenden Preisen hat sich die Nachfrage der Mischfutterhersteller abgekühlt. Auch wenn einige noch Bedarf der zweiten Jahreshälfte zu decken haben, den Aufschlag von 30 EUR/t, zahlt nur der, der dringend Ware benötigt. Rapsschrot ist indes gefragter, auf den vorderen Positionen aber weiterhin nur knapp verfügbar. Das hat die Preise befestigt. Im Bundesmittel wurden die Forderungen für Rapsschrot gegenüber Vorwoche um 7 auf 244 EUR/t angehoben.

    Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich in der zurückliegenden Woche unterschiedlich entwickelt. Besonders auffällig war der starke Preisrutsch bei Sojaöl. Fob Hamburg wurden mit 670 EUR/t rund 17 EUR/t weniger genannt als in der Vorwoche. Grund sind erster Linie die deutlich schwächeren Sojaölkurse in Chicago, die auf Wochensicht rund 3 % nachgaben. Der Kursrückgang beruht auf einem Überangebot in den USA aber auch in der EU-28, da die Sojabohnenverarbeitung zur Schrotgewinnung auf Hochtouren läuft, das dabei anfallende Sojaöl lässt sich jedoch nur schwer vermarkten. Demgegenüber haben sich die Preise für Rapsöl um 10 auf 665 EUR/t fob Hamburg befestigt. Zum Vorjahreszeitpunkt mussten Käufer allerdings noch 770 EUR/t bezahlen.

    Dateigröße: 88 KDatum: 03.05.2018

  • Marktbericht KW 17 / 2018


    Am deutschen Rapskassamarkt findet kaum Umsatz statt. Die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an und in Paris rutschten die Terminkurse zuletzt auf einen Schlussstand von 339 EUR/t. Entsprechend wurden die Forderungen für Raps in Deutschland zurückgenommen. Mit 328 EUR/t im Bundesdurchschnitt beläuft sich der Preisrückstand zum Vorjahr auf 58 EUR/t. Anbieter finden somit weiterhin keine Verkaufsanreize und halten die Restbestände aus der Ernte 2017 zurück. Das Kontraktgeschäft verläuft ebenfalls ruhig, auch wenn die Ölmühlen etwas mehr Kaufinteresse für die neue Ernte zeigen. Es bleibt dabei, dass Rapsanbieter und Verarbeiter nicht zueinander finden. Es gibt noch Hoffnungen auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte. Momentan sieht es aber so aus, als könnten diese unerfüllt bleiben.

    Die Rapsschrotpreise tendieren schwächer. Zuletzt lagen sie bei 239 EUR/t im Bundesdurchschnitt für Ware zur Lieferung im Mai – Aprilware ist schon lange nicht mehr zu bekommen – und damit 5 EUR/t unter Vorwochenlinie. Zwar bewegen sich die Preise damit immer noch auf hohem Niveau, denn das Angebot bleibt knapp, aber die Nachfrage der Mischfutterhersteller hat sich zuletzt deutlich abgekühlt. Entsprechend gering ist die aktuelle Umsatzlage. Die Sojaschrotpreise liegen unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Ware mit einem Proteinanteil von 44 % erzielt nach wie vor 363 EUR/t, während die 49er Qualität auf unveränderte 388 EUR/t fob Ölmühle kommt. Die Umsätze sind dem Vernehmen nach stetig. Die USSojaschrotkurse haben auf Wochensicht 2,4 % verloren. Davon haben sich die hiesigen Kassapreise aber offenbar wenig beeindrucken lassen.

    Rapsöl kostet mehr als vor einer Woche. Mit 655 EUR/t fob Hamburg legten die Forderungen um 10 EUR/t zu. Marktteilnehmer berichten jedoch von einer rein technischen Gegenbewegung hinter der kaum Geschäft steht. Die Großhandelspreise für Sojaöl haben sich ebenfalls befestigt. Fob Hamburg wurden zuletzt 687 EUR/t genannt und damit 7 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Auffallend ist jedoch, dass die Sojabohnen und Sojaölkurse in Chicago seit vergangener Woche deutlich verloren haben, am Kassamarkt ist davon jedoch noch nichts zu spüren.

    Dateigröße: 85 KDatum: 26.04.2018

  • Marktbericht KW 16 2018


    Am deutschen Rapskassamarkt laufen die Geschäfte unverändert zäh. Die Ölmühlen haben wenig Interesse bzw. Bedarf Inlandsraps zuzukaufen, die meisten sind gut versorgt, viele brauchen wegen geringer Verarbeitung aber auch einfach weniger Rohstoff. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Übergang auf die neue Ernte Versorgungslücken bei den Mühlen auftun werden, ist sehr gering und schwindet mit der fortgesetzten Zurückhaltung auf Seiten der Verarbeiter von Woche zu Woche. Marktteilnehmer berichten, dass die Mühlen den Crush herunterfahren oder Wartungsarbeiten vorziehen, denn die Erlöse aus dem Rapsölverkauf an die Biodieselindustrie sind unverändert gering. Hoch sind die Erlöse mit Rapsschrot, aber das allein reicht nicht aus, die Verarbeitung zu steigern. Ein Hoffnungsschimmer ist die avisiert steigende Rapsverarbeitung und der entsprechend höhere Bedarf Chinas, den das Reich der Mitte Markteinschätzungen zufolge wohl vor allem mit Raps aus der Ukraine decken könnte. Das könnte den Angebotsdruck durch ukrainischen Raps am EU-Markt etwas nehmen, würde den Rapskursen in Paris Auftrieb geben und letztlich auch die Kassapreise antreiben. Aber all das ist bislang nur Spekulation. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, weshalb einige Rapserzeuger hierzulande – auch wenn sie mittlerweile eher bereit sind, alterntigen Raps zu veräußern, um ihre Läger zu räumen – zumindest Teilmengen der alten Ernte noch zurückhalten. Eigentlich macht es auch wenig Sinn, die Lagerware jetzt komplett zu veräußern, weil das zusätzliche Angebot keine Nachfrage findet und die Preise somit weiter unter Druck setzen würde.

    Rapsschrot zur sofortigen Lieferung wird nicht mehr offeriert. Auf Terminen ab Mai werden die Forderungen marginal zurückgenommen, mit 244 EUR/t im Bundesdurschnitt bleibt das Niveau aber hoch. Die Sojaschrotpreise tendieren schwächer, sicherlich zur Freude der Mischfutterhersteller, die dabei sind, ihren Bedarf für die zweite Jahreshälfte zu decken. Druck kommt aus Chicago, wo die Sojabohnenkurse zum Wochenauftakt unter Gewinnmitnahmen deutlich verloren und auch Öl und Schrot nachgaben. 44er Ware erzielte zuletzt einen Durchschnittspreis von 363 EUR/t, 49er Ware kam auf 388 EUR/t – das waren jeweils 9 EUR/t weniger als vor einer Woche.

    Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich in der vergangenen Woche deutlich schwächer entwickelt. Für Sojaöl wurden fob Hamburg zuletzt 680 EUR/t genannt, 5 EUR/t unter Vorwochenlinie. Die US-Rekordverarbeitung von Sojabohnen zur Schrotproduktion hat zu einem deutlichen Anstieg der Sojaölvorräte in den USA geführt, der auch die internationalen Preise belastet. Den schwächeren Soja- und Palmölpreisen kann Rapsöl derzeit nicht entgegensetzen. Die schwache Nachfrage der Biodieselindustrie übt weiterhin Druck aus. Die Forderungen gaben im Vorwochenvergleich um 5 auf 645 EUR/t fob Hamburg nach.

    Dateigröße: 43 KDatum: 19.04.2018

  • Marktbericht KW 15 2018


    Die Hoffnung auf Preissteigerungen für alterntigen Raps schwinden. Wie sollten diese auch zustande kommen? Klar, wenn die Rapsterminkurse in Paris mal wieder etwas fester tendieren, überträgt sich dies auch auf den hiesigen Kassamarkt. Von den Ölmühlen kommen aber nun schon seit Monaten keine Impulse. Sie halten ihre Prämien entweder unverändert oder nehmen sie weiter zurück, selbst wenn die Terminkurse ebenfalls nachgeben. Das spricht dafür, dass die meisten Mühlen nicht interessiert sind. Umgesetzt wird seit Wochen wenig, die genannten Preise sind daher nominell. Ihren Bedarf decken die meisten Mühlen mit Rapsimporten, vor allem ukrainische Ware ist ein starker Konkurrent zu heimischem Raps. Die meisten benötigen aber ohnehin kaum Rohstoff, denn sie verkaufen so gut wie nichts an die Biodieselindustrie. Diese wiederum tut sich schwer, den aus Rapsöl hergestellten Biodiesel, sog. Rapsmethylester, an die Mineralölkonzerne abzusetzen. Hauptgrund sind die preisgünstigen Biodieselimporte aus Argentinien (Sojamethylester) und Indonesien (Palmmethylester), die bevorzugt beigemischt werden. Solange günstiger Import-Biodiesel den Markt beherrscht, können Biodieselhersteller, Ölmühlen und Rapsverkäufer keine höheren Erlöse erwarten. Das ist die Situation seit Wochen, die sich nun aber sogar noch verschärfen könnte. Zum einen, weil ab der Monatsmitte Biodiesel nicht mehr bis -10°C fließfähig sein muss, was sich nur durch die Beimischung von Rapsmethylester oder Additiven erreichen lässt, sondern nur noch bis 0°C, ein Wert, der sich auch mit dem importierten Soja- oder Palmmethylester problemlos erreichen lässt. Zum anderen haben Rapserzeuger in weiten Teilen der EU-28, so auch in Deutschland, begonnen, ihre Lagerbestände aufzulösen, um langsam Platz für die Ernte 2018 zu schaffen. Das bringt zusätzliches Angebot an den Markt, für das es aber keine Nachfrage gibt, was den Druck auf die Preise noch weiter erhöht.

    Sojaschrot hat sich im Wochenverlauf kräftig verteuert. Die Preise stiegen um 18 EUR/t auf 397 EUR/t für 49er und auf 372 EUR/t für 44er Ware. Im Wesentlichen sind dafür die festen Sojakurse an der Chicagoer Börse verantwortlich, die nach Kürzung der USDA-Prognose für die argentinische Sojaernte weiter zugelegt haben. Dem hohen Kassapreisniveau zum Trotz gehen bei den großen Anbietern von Sojaschrot in Deutschland mehr Kaufanfragen aus der Mischfutterindustrie ein. Lange Zeit hatten sich die Käufer zurückgehalten, doch jetzt können viele nicht mehr länger warten und müssen kontrahieren, um für die Sommer- und Wintermonate vorzusorgen. Rege Nachfrage gibt es auch für Rapsschrot, das sich um 5 auf 349 EUR/t verteuert hat.

    Am Markt für Pflanzenöle war es in den vergangenen Tagen sehr ruhig. Nach den Osterfeiertagen stand zum einen nur eine kurze Handelswoche zur Verfügung, zum anderen warteten viele Marktteilnehmer die Veröffentlichung des USDA Reports ab, bevor sie sich neu positionierten. Gehalten haben sich die Großhandelspreise für Sojaöl. Wie in der Vorwoche wurden 685 EUR/t fob Hamburg genannt. Die Sojaölkurse in Chicago sind demgegenüber deutlich gefallen. Auf Wochensicht verzeichnen die Notierungen ein Minus von knapp 3 %. Hierbei spielten besonders die chinesische Ankündigung Importsteuern auf USSojabohnen zu erlassen eine Rolle. Am Kassamarkt wurde das Geschehen allerdings noch nicht eingepreist. Rapsöl konnte sich leicht befestigen. Die Forderungen stiegen um rund 10 EUR/t über Vorwochenlinie auf 655 EUR/t. Vereinzelt wurde prompte Ware nachgefragt und auch gekauft, allerdings in sehr überschaubaren Mengen. Spätere Liefertermine stehen demgegenüber unter Preisdruck.

    Dateigröße: 43 KDatum: 12.04.2018

  • Marktbericht KW 14 2018


    Viele Rapsanbieter haben sich aufgrund des für sie unattraktiven Preisniveaus in den vergangenen Monaten mit Verkäufen zurückgehalten. Deshalb soll aktuell noch mehr Raps aus der alten Ernte bevorratet sein, als zu dieser Zeit des Jahres üblich. Marktteilnehmer erwarten daher, dass der Angebots- und Preisdruck im zweiten Quartal 2018 noch zunehmen wird, wenn die Erzeuger ihre Läger leeren, um Platz für die neue Ernte zu schaffen. Ölmühlen dürften indes aber weiterhin kaum bereits sein, Ware aufzunehmen. Die Erlösmöglichkeiten mit Rapsschrot sind zwar gut, aber Rapsöl an die Biodieselindustrie zu verkaufen ist und bleibt schwierig. Einige Mühlen haben deshalb ihre Verarbeitung gedrosselt und bevorzugen zudem Importware. Solange aus der Biodieselindustrie keine Kaufimpulse kommen, und die sind auch in den kommenden Wochen nicht zu erwarten, werden Rapsanbieter keine höheren Preise erzielen können.

    Am Rapsschrotmarkt hat sich das Kaufinteresse nach den kräftigen Preissteigerungen der vergangenen Wochen etwas abgekühlt, sodass jüngst die Forderungen etwas zurückgenommen wurden. Mischfutterhersteller gehen wieder dazu über, nur von vorne weg das Nötigste zu kaufen. Bis zum vergangenen Donnerstag waren die Umsätze dem Vernehmen nach noch stetig, doch mit dem Beginn der Osterfeiertage hatte sich der Markt beruhigt und zeigt sich zur Mitte der laufenden Woche auch noch nicht wieder belebt. Die Sojaschrotpreise haben sich erneut befestigt. Mit 379 EUR/t für 49er und 354 EUR/t für 44er Ware liegen sie 5 bzw. 6 EUR/t höher als in der Vorwoche. Auslöser war vor allem der deutliche Kurssprung für Sojaschrot in Chicago am vergangenen Donnerstag, der seine Wirkung am Kassamarkt erst nach dem langen Osterwochenende entfalten konnte. Umgesetzt wird zu den genannten Preisen nach wie vor wenig, den meisten Käufern liegt das Niveau viel zu hoch.

    Am Pflanzenölmarkt geht es feiertagesbedingt ruhig zu. Bereits vor dem langen Osterwochenende wurde kaum noch etwas gehandelt und auch jetzt sind viele in den Ferien und noch nicht wieder am Markt. Die Preise konnten sich trotz des ruhigen Geschäftsverlaufs aber dennoch befestigen, denn von den Terminmärkten gehen feste Signale aus. Sojaöl beispielsweise zeigt sich umsatzschwach, aber preisstark und konnte gegenüber Vorwoche um 16 EUR/t auf 685 EUR/t zulegen, womit es zuletzt wieder so viel kostete wie vor 4 Wochen. Grund ist die mittlerweile siebentägige Gewinnserie der Sojaölkurse an der Chicagoer Börse. Beim Rapsöl bleibt es bei geringen Umsätzen mit der Biodieselindustrie, die ihrerseits Mühe hat, Rapsmethylester zu vermarkten. Ölmühlen schaffen es deshalb nicht, ihre Preisvorstellungen gegenüber den Biodieselherstellern durchzusetzen, haben teilweise ihre Verbreitung gedrosselt und können auch in den kommenden Wochen keine deutlichen Preissteigerungen erwarten. Von der allgemein festeren Tendenz am Pflanzenölmarkt hat sich Rapsöl aber um 5 EUR/t auf 645 EUR/t nach oben ziehen lassen. Marktteilnehmern zufolge ist die Situation am Rapsölmarkt beiderseitig verfahren, nicht nur, dass die Nachfrage aus der Biodieselindustrie gering ist, sondern auch, dass immer noch große Mengen Rapsöl auf Verkauf warten.

    Dateigröße: 43 KDatum: 06.04.2018

  • Marktbericht KW 13 / 2018


    Am Rapsmarkt hat sich die Situation eine weitere Woche in Folge nicht geändert. Den Ölmühlen fehlt es an Möglichkeiten, Rapsöl zu vermarkten. Wenn sie überhaupt mal etwas verkaufen, sind die Erlöse gering. Deshalb heben sie ihre Prämien auf den Rohstoff auch weiterhin nicht an und setzen somit keine Anreize für Rapsverkäufer. Auch die Terminkurse an der Börse in Paris tun dies nicht, sie schlossen zuletzt nur leicht über Vorwochenniveau. Damit bleibt es bei den Niedrigpreisen, die nicht zur Abgabe motivieren, sondern die Weiterlagerung rechtfertigen. Dass ADM sein Biodieselwerk in Mainz wenigstens bis zur Jahresmitte herunterfahren wird, verdeutlicht, dass es der EU-Biodieselindustrie nicht gelingt, dem Angebots- und Preisdruck durch argentinische und indonesische Biodieselimporte etwas entgegenzusetzen. Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen, dass sich die Erlössituation der Ölmühlen und damit auch die Absatzchancen der Rapserzeuger in den kommenden Wochen verbessern werden.

    Dem Vernehmen nach hat sich das Rapsschrotangebot am hiesigen Kassamarkt weiter verknappt, zugleich ist die Nachfrage wegen der hohen Preise für Sojaschrot aber ungebrochen rege. Das ließ im Wochenverlauf weitere Preisaufschläge zu. Am 27.03.2018 wurden 248 EUR/t fob Ölmühle gefordert, 4 EUR/t mehr als vor einer Woche und so viel wie seit Juli 2015 nicht mehr. Auch Sojaschrot hat sich verteuert, für 49er Ware um 10 auf 374 EUR/t und für 44er Ware um 9 auf 348 EUR/t. Auslöser war ein kräftiger Kurssprung beim Sojaschrot in Chicago am vergangenen Freitag. Seit Wochenbeginn tendieren die Kurse allerdings schwächer, das hat auch die Preise hierzulande zuletzt wieder abgekühlt. Wie bereits in der Vorwoche orientieren sich die Forderungen für Sojaschrot bei geringem Kaufinteresse und damit mangelnder Eigendynamik vor allem an den Kursbewegungen in Chicago.

    Die Abwärtstendenz am Markt für Pflanzenöle hält an. Sojaöl fob Hamburg gibt im Vorwochenvergleich um rund 9 EUR/t auf 669 EUR/t nach. Hintergrund sind technische Absicherungsgeschäfte bei denen auf steigende US-Sojaschrotkurse gewettet und gleichzeitig mit Verkaufskontrakten auf US-Sojaölnotierungen eine Risikoallokation vorgenommen wird. US-Sojaöl hat daher auf Wochensicht fast 3 % verloren und zieht auch den Kassamarkt mit nach unten. Weiter abwärts ging es auch für Rapsöl. Für vordere Ware fob Hamburg wurden mit 640 EUR/t rund 5 EUR/t weniger genannt als in der Vorwoche. Das war so wenig wie seit Mitte September 2014 nicht mehr. Grund ist die anhaltend geringe Nachfrage aus der Biodieselindustrie. Die umfangreichen Importe an preisgünstigerem SME und PME setzen den europäischen Biodieselmarkt immer weiter unter Druck. In einigen Regionen werden sogar bereits Biodieselproduktionsanlagen zumindest temporär heruntergefahren.

    Dateigröße: 42 KDatum: 03.04.2018

  • Marktbericht KW 12 / 2018


    Am deutschen Rapsmarkt geht es auch weiterhin sehr ruhig zu. Die Ölmühlen heben nach wie vor ihre Prämien nicht an, zudem tendieren die Rapsterminkurse in Paris seit Wochenbeginn schwächer. Beides zusammen setzt keine Verkaufsanreize für Rapsanbieter, sodass es kaum Offerten gibt. Dem Vernehmen nach befindet sich zwar immer noch reichlich alterntige Ware in Erzeugerhand, mehr als in Normaljahren, aber angesichts des sehr niedrigen Preisniveaus dürften viele die Ware auch weiterhin unter Verschluss halten. Einige hoffen noch auf eine Hausse um Ostern, doch schon 2016 war diese nicht wie erwartet ausgefallen und in diesem Jahr dürfte es bei reichlicher Rohstoffzufuhr aus dem Ausland und geringen Erlösen aus dem Rapsölverkauf erst recht schwierig werden, Preisaufschläge gegenüber den Ölmühlen durchzusetzen. Was das Kontraktgeschäft ex Ernte 2018 betrifft, so halten sich viele Rapserzeuger zurück. Die jüngste Kaltfront habe die Verkaufsbereitschaft gänzlich eingefroren, heißt es. Landwirte rechnen mit Auswinterungsschäden. Noch ist das Ausmaß aber unklar und solange wird die Zurückhaltung wohl andauern.

    Zum Wochenbeginn rutschten die Sojaschrotkurse an der Chicagoer Börse deutlich ab. Das hat auch die Sojaschrotverkäufer hierzulande veranlasst, ihre Forderungen zurückzunehmen. Für 49er Ware werden aktuell 364 EUR/t verlangt, 11 EUR/t weniger als vor einer Woche. 44er Ware kommt auf 339 EUR/t, 10 EUR/t weniger als zuvor. Die Preisentwicklung der vergangenen Tage zeigt, dass die Sojaschrotpreise derzeit Spielball der US-Sojakurse sind. Eine Eigendynamik gibt es nicht, dafür mangelt es an Impulsen. Den meisten Mischfutterherstellern liegt das Preisniveau trotz des jüngsten Rückgangs immer noch viel zu hoch, als dass sie bereit wären, größere Mengen einzukaufen. Alternativen sind gefragt, so zum Beispiel Rapsschrot, das sich getrieben von der höheren Nachfrage allerdings zunehmend verknappt. Rapsschrot hat sich allein in den vergangenen sieben Tagen um 15 EUR/t verteuert, sodass der Preis zuletzt bei 244 EUR/t im Bundesdurchschnitt lag.

    Nachdem die Großhandelspreise für Rapsöl in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit 3,5 Jahren gefallen waren, haben sich die Forderungen auf dem niedrigen Niveau stabilisiert. Zuletzt wurden 645 EUR/t fob Hamburg genannt und damit nur 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Für den Mai/Juli-Termin gaben die Forderungen jedoch um 4 auf 640 EUR/t noch einmal nach. Marktbeobachter zeigen sich überrascht, dass trotz niedriger Preise die Nachfrage nicht anspringt. Hier dürften weniger Spekulationen auf weiter fallenden Forderungen, sondern schlichtweg die fehlenden Absatzmöglichkeiten in der Biodieselproduktion der Grund sein. Darüber hinaus stellt sich der eskalierende Handelsstreit mit den USA als ein weiteres Problem dar. Für die EU-28 beschränkt die Auseinandersetzung die Möglichkeiten vor der WHO Maßnahmen gegen die preisgünstigeren Biodieseleinfuhren aus Argentinien oder Malaysia einzuleiten. Schließlich kann man nicht gegen die USA und die geplanten Zölle wettern und diese zugleich gegen andere Handelspartner verhängen. Sojaöl hat sich demgegenüber zur Vorwoche befestigt. Mit 678 EUR/t wurden zuletzt rund 3 EUR/t mehr verlangt. Preistreibend waren vor allem die festeren Sojaölkurse in Chicago, die auf Wochensicht um knapp 2 % zulegten. Rekordverarbeitungsmengen im Februar in den USA stützten die Kursentwicklung.

    Dateigröße: 43 KDatum: 22.03.2018

  • Marktbericht KW 11 / 2018


    Ölmühlen in Deutschland haben ihre Prämien auf den vorderen Positionen teilweise leicht angehoben, aber die Terminkurse in Paris sind auf Wochensicht deutlich zurückgegangen. Deshalb haben die Kassapreise weitern nachgegeben und das geringe Verkaufsinteresse der Erzeuger noch weiter abgekühlt. Die meisten halten ihre Ware unter Verschluss, auch wenn die Hoffnung, Preisaufschläge gegenüber den Mühlen im Übergang auf die Ernte 2018 durchsetzen zu können, schwindet. Nicht nur, dass Importraps Angebots- und Preisdruck aufbaut, es soll zudem mehr Raps als in den Vorjahren in den Erzeugerlägern bevorratet sein. Um Angebot am Kassamarkt zu generieren, müssten die Ölmühlen ihre Prämien so deutlich anheben, dass die Preise steigen und sich nachhaltig befestigen. Aber die meisten haben gar kein Interesse daran, Inlandsraps aus Erzeugerhand zu mobilisieren und kaufen stattdessen Importware aus der Ukraine oder aus Australien, sofern sie angesichts geringer Rapsölumsätze mit der Biodieselindustrie überhaupt weiteren Rohstoff benötigen.

    Leichte Regenfälle waren bislang nicht ausreichend, die Bedingungen in den in den Sojaanbaugebieten Argentiniens zu verbessern. Es bleibt zu trocken und Ertragseinbußen sind absehbar. Das hat die Sojaschrotkurse an der Chicagoer Börse zuletzt wieder steigen lassen und die festere Tendenz hat sich auch gleich auf den hiesigen Kassamarkt übertragen. Unabhängig von der Qualität konnten die Sojaschrotpreise zulegen und erreichten zuletzt wieder das hohe Niveau der Vorwoche: 380 EUR/t für 49er und 355 EUR/t für 44er Ware. Das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller bleibt daher gering. Sie hoffen auf Vergünstigungen, aber ein Preisniveau von 300 EUR/t, wie es sich nach der US-Ernte 2017 eingestellt hatte, dürfte 2018 wohl nicht möglich sein. Das Kaufinteresse für Rapsschrot ist rege, bei zugleich knappem Angebot. Das hält die Preise auf dem erreichten hohen Niveau. Im Bundesdurchschnitt wurden zuletzt 230 EUR/t gefordert.

    Die Forderungen am Pflanzenölmarkt entwickeln sich weiterhin rückläufig. Besonders Rapsöl kostete mit 644 EUR/t fob Hamburg rund 23 EUR/t weniger als in der vergangenen Woche. Die Nachfrage der Biodieselindustrie nach Rapsöl bleibt weiterhin unterdurchschnittlich und mit den milderen Temperaturen stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung, die zudem preisgünstiger sind. Vereinzelt wurden kleinere Mengen am Spotmarkt gekauft, an langfristigen Kontrakten besteht derzeit kein Interesse. Die Preise für Sojaöl haben trotz des deutlichen Einbruchs der US-Sojabohnen- und Sojaschrotkurse nach der USDA Prognose in der vergangenen Woche nur leicht verloren. Fob Hamburg gaben die Forderungen um 10 EUR/t auf 675 EUR/t nach.

    Dateigröße: 42 KDatum: 15.03.2018

  • Marktbericht KW 10 / 2018


    Rapserzeuger in Deutschland finden weiterhin keine Verkaufsanreize, denn die Terminkurse in Paris haben nachgegeben und die Ölmühlen halten ihre Prämien unverändert. So bleibt es bei einem, aus Erzeugersicht, zu niedrigen Preisniveau. Sie halten sich mit Verkäufen zurück und spekulieren auf höhere Gebote im Übergang auf die Ernte 2018. Dass die Ölmühlen ihre Prämien trotz rückläufiger Terminkurse in Paris zuletzt nicht anhoben, liegt an den nach wie vor geringen Erlösmöglichkeiten aus dem Rapsölverkauf an die Biodieselindustrie. Die Mühlen schaffen es nicht, höhere Forderungen durchzusetzen, zumal nur wenige Biodieselhersteller überhaupt am Markt sind. Bremsklotz für die Rapsölverkäufe an die Biodieselindustrie sind günstige SME- und PME-Importe aus Argentinien bzw. Indonesien. Und die Chancen auf ein spürbares Anziehen der Rapsölnachfrage im Frühjahr/Sommer 2018 stehen ungünstig – wegen ausreichend vorhandener Alternativen, aber auch wegen den jetzt einsetzenden milderen Temperaturen, die ein Umschwenken auf andere Rohstoffe fördern. Die Wetterlage hat sich zuletzt gewandelt, eisige Temperaturen weichen in den meisten Regionen Deutschlands milderem Frühlingswetter. Aber die Kältewelle der vergangenen zwei Wochen wird nicht spurlos an den Rapsfeldbeständen vorübergegangen sein, schließlich wurden mancherorts zweistellige Minusgrade gemessen und eine schützende Schneedecke war nicht immer vorhanden. In den kommenden Tagen wird sich das Ausmaß der Schäden zeigen. Je nachdem wie groß diese ausfallen, könnte sich die Nachfrage, und vor allem das Kontraktgeschäft ex Ernte 2018, beleben.

    Am Sojaschrotmarkt wurden die Forderungen in den vergangenen Tagen wieder etwas zurückgenommen, nachdem auch die Sojaschrotkurse an der Börse in Chicago den Rückwärtsgang eingelegt haben. Auf Wochensicht haben die Preise aber dennoch zugelegt, Ware beider Qualitäten ist um 10 EUR/t gestiegen. In den Augen der Mischfutterhersteller liegen die Forderungen mittlerweile viel zu hoch. Viele bescheinigen dem erreichten Niveau keine Langlebigkeit und spekulieren auf baldige Preisrücknahmen, gekauft wird deshalb nur wenig. Sojaschrotanbieter sprechend indes von einem höheren Preisniveau, das sich mit den Befestigungen der vergangenen Wochen etabliert hat. Auch Rapsschrot hat sich im Wochenverlauf kräftig verteuert, zuletzt wurden 230 EUR/t im Bundesdurchschnitt genannt, 9 EUR/t mehr als vor einer Woche. Zum einen orientiert sich Rapsschrot an den festen Sojaschrotpreisen, zum anderen ist Rapsschrot auf den vorderen Positionen knapp und gesucht.

    Bei den Pflanzenölen hielten sich die Geschäftsabschlüsse in Grenzen. Grund dürfte die kommende USDAMonatsschätzung sein, die viele Marktteilnehmer abwarten, um sich im Anschluss neu zu positionieren. Sojaöl fehlt es an Impulsen, so dass die Forderungen, den leicht schwächeren US-Sojaölkursen folgend, um 7 EUR/t auf 685 EUR/t fob Hamburg nachgaben. Rapsöl wurde ebenfalls schwächer bewertet. Die Nachfrage ist zu gering, um Preisverfall aufzuhalten. Marktbeobachter erwarten auch für die den kommenden Wochen keine Trendwende. Denn durch die milderen Temperaturen und ausreichend verfügbare Alternativen ist Rapsöl für die Biodieselproduktion nur zweite Wahl. Fob Hamburg sanken daher die Forderungen für Rapsöl um 13 EUR/t auf 667 EUR/t.

    Dateigröße: 43 KDatum: 08.03.2018