Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 42


    Die Situation am Rapsmarkt bleibt weiterhin unverändert. Das Erzeugerpreisniveau liegt aus Sicht der Landwirte zu niedrig, sodass das Angebot unverändert dünn ausfällt. Zudem gibt es aber auch keine Nachfrage der Verarbeiter, denn viele Ölmühlen sind vorerst noch gut mit Importware aus dem nahen Ausland versorgt. Ein Zustand der noch bis Mitte November andauern könnte. Dementsprechend haben die Mühlen in Deutschland keinen weiteren Bedarf und heben ihre Prämien nicht an, im Gegenteil, sie haben sie sogar noch zurückgenommen. Grund dafür sind aber auch die nach wie vor fehlenden Impulse aus dem Biodieselsektor. Hier kommen die Umsätze nicht wirklich in Gang und gerade die Nachfrage nach Rapsmethylester bleibt verhalten. Trotz zunehmend drängenden Quotenerfüllung für Biodiesel halten sich die Mineralölkonzerne zurück. Teilweise dürfte dies an einer geringeren Dieselnachfrage liegen.

    Im August 2017 gab es nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft BLE einen Zugang bei den Ölmühlen von 1,11 Mio. t. Ölsaaten in- und ausländischer Provenienz. Davon waren fast 850.000 t Raps und so 12 % weniger als im August 2016. Ähnlich hoch fiel auch die Verarbeitung mit 1,1 Mio. t aus, davon 832.000 t Raps. Das waren 4 % weniger als im Vorjahresmonat. Damit beginnt das laufende Wirtschaftsjahr mit einer kleineren Rapsverarbeitung. Aus Raps wurden im August 352.000 t Öl und 476.000 t Schrot gewonnen. Die Rapsvorräte der Ölmühlen sind ebenfalls gegenüber Vorjahresmonat gesunken. Demgegenüber lagerte bei den Ölmühlen Ende August noch deutlich mehr Rapsöl und unterstreicht damit die schleppende Vermarktung aufgrund der verhaltenen Nachfrage; mit 69.600 t waren es knapp eine Viertel mehr. Demgegenüber war die Höhe der Rapsschrotlagerbestände mit 54.300 nahezu identisch mit dem Vorjahresstand.

    Am Sojaschrotmarkt geht es äußerst ruhig zu. Die zurückgenommene USDA-Ernteschätzung für US-Soja hatte in der vergangenen Woche einen Sprung der Sojakurse in Chicago ausgelöst. Auch an den hiesigen Sojaschrotmarkt hat sich das bullische Signal übertragen. Auf den vorderen Positionen schnellten die Sojaschrotpreise am 13.10.2017 um bis zu 10 EUR/t nach oben. Das hat die Nachfrage komplett auf Eis gelegt. Das hat sich bis jetzt auch so fortgesetzt, denn Mischfutterhersteller verweigern den Preisaufschlag. Was für den Sojaschrotmarkt gilt, lässt sich auch auf den Rapsschrotmarkt übertragen. Auch hier gibt es kaum Kaufinteresse. Lediglich auf späteren Terminen wird vereinzelt Ware geordert. In Magdeburg und Wittenberg ist nun auch wieder vorderes Angebot verfügbar, das aber keine Beachtung findet. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise nach der Spitze am vergangenen Freitag wieder etwas abgeschwächt, Käufer werden dadurch aber nicht animiert.

    Am deutschen Pflanzenölmarkt war es in den zurückliegenden Tagen anhaltend ruhig. Seit dem USDABericht vom 12.10.2017 ist kaum etwas am passiert. Marktbeobachter werten die Oktober-Schätzung des US-Agrarministeriums deutlich weniger bullisch, als es die Börsenakteure in Übersee tun. Die USSojaölkurse tendierten fester, denn die Prognose der US-Versorgungsbilanz fiel erneut enger aus. Für weitere Verunsicherung sorgt allerdings die geplante Reduzierung der US-Biodieselmandate, denn nach wie vor ist unklar, in welcher Höhe diese ausfällt. Marktteilnehmer in Europa sehen die festen Kurse aber mit Skepsis und glauben nicht an eine nachhaltige Trendwende der Notierungen, sie erwarten mittelfristig wieder schwächere Tendenzen. Fob Hamburg kam die abrupte Befestigung der US-Sojanotierungen zumindest noch nicht an, Sojaöl zur sofortigen Lieferung gab leicht auf 733 EUR/t und damit 5 EUR/t gegenüber Vorwoche nach. Sonnenblumenöl fob Rotterdam hielt das Vorwochenniveau von 671 EUR/t. Die bald endende EU-Ernte scheint keinen weiteren Druck mehr auszuüben. Der Euro notierte zudem kaum verändert zur Vorwoche und brachte auch keine Impulse in den Handel. Palmöl cif Rotterdam legte hingegen kräftig zu und wurde zuletzt mit 625 EUR/t bewertet, rund 18 EUR/t über der zurückliegenden Woche. Damit spiegelt die Preisentwicklung die festeren Kurse an der Börse in Kuala Lumpur exakt wieder.

    Dateigröße: 44 KDatum: 19.10.2017

  • Marktbericht KW 41


    Die Situation am Rapskassamarkt scheint verfahren. Erzeuger in Deutschland können trotz kleiner Ernte 2017 weiterhin keine höheren Preise erwarten, sodass sie nach wie vor nicht bereit sind zu verkaufen. Mancher rechnet damit, dass auf derzeitigem Preisniveau in diesem Jahr nur noch wenig Geschäft stattfinden wird. Solange keine Verkaufsanreize geschaffen werden, legen viele ihre Ware lieber auf Lager und hoffen auf Preisanstiege im Frühjahr 2018, wenn die Ware knapper und der Bedarf somit drängender wird. Momentan haben die Mühlen keine Not zu kaufen. Das spiegelten die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger wieder. Gegenüber Vorwoche tendierten sie leicht schwächer: Am 11.10.2017 lagen sie bei 350 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Der Preisrückstand zum Vorjahr hat sich damit auf 12 EUR/t vergrößert. Das Problem ist, das von den Rapsnotierungen an der Börse in Paris keine Preisunterstützung ausgeht. Zuletzt sind die Notierungen auf 364 EUR/t zurückgegangen, ein 1-Monatstief. Denn EU-weit kann die Rapsernte 2017 durchaus zufrieden stellen und von den US-Sojakursen kamen eher bärische Impulse, die Raps in Paris nach unten drückten. Damit kann die Preisunterstützung eigentlich nur noch von den Ölmühlen kommen. Diese heben ihre Prämien auf die fallenden Kurse jedoch nicht an, weshalb die Preise fortgesetzt schwächer tendieren. Der Grund sind unverändert die mangelnden Erlöse aus dem Nachproduktverkauf, gerade Rapsöl wird durch die Biodieselindustrie kaum geordert. Deutschen Raps zu crushen, lohnt sich für die Mühlen daher kaum, sie weichen auf Importware als kostengünstige Alternative zu Inlandsraps aus, von der sie noch mindestens bis in den November hinein zehren werden. Eigentlich steht jetzt die Verwendung von Rapsmethylester (RME) bei den Mineralölkonzernen im Vordergrund, geordert wird, wenn überhaupt jedoch Biodiesel aus Altspeisefetten (UCOME) mit besonders hohem THGEinsparpotential. Da viele Beimischer aber noch die diesjährige Quote erfüllen müssen, UCOME begrenzt ist und RME aufgrund seiner hohen Kältetoleranz im Winter bevorzugt wird, könnte sich der Markt im angebrochenen vierten Quartals dieses Jahres bald beleben. Wenn das passiert, dürfte die Rapsölnachfrage anziehen und den Mühlen höhere Erlöse bescheren, die ihrerseits dann mehr Rohstoff ordern dürften. Preisanstiege bis auf die Erzeugebene wären dann noch möglich und könnten das Verkaufsinteresse der Landwirte heben. Für das Frühjahr 2018 stehen dann nämlich auch schon große Mengen Sojamethylester aus Argentinien an den EU-Märkten in den Startlöchern. Das französische Unternehmen Saipol hat darauf bereits reagiert und verkündet, Biodieselproduktion und Raps-Crush zur Jahresmitte 2018 deutlich herunterzufahren. Damit könnten sich die Vermarktungschancen für EU-Rapserzeuger also noch verschlechtern.

    Gerade am Niederrhein gestaltet sich die Vermarktung von Rapsschrot schwierig. Hier ist Importware aus Benelux im Markt, die noch nicht so recht abfließen will. Das drückt die Nachfrage nach heimischer Ware und begrenzt den Preisspielraum der Mühlen nach oben. Am 11.10.2017 wurden im Bundesdurchschnitt 179 EUR/t gefordert, 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Von der Mischfutterindustrie kommen allerdings Kaufimpulse auf Positionen bis einschließlich Januar 2018. Am Sojaschrotmarkt geht es derzeit weiterhin eher ruhig zu. Einige Mischfutterhersteller sind jedoch wieder als Käufer von Sojaschrot am Markt aktiv und ordern Ware auf den vorderen Positionen, nicht rege aber durchaus stetig. Zwei große Fragezeichen bei vielen Marktteilnehmern sind aber momentan die Sojaernte in Nordamerika auf der einen und die Sojaaussaat in Südamerika auf der anderen Seite. Die Preise bewegten sich zuletzt auf Vorwochenniveau.

    Die Geschäfte am deutschen Markt für Pflanzenöle verliefen in der vergangenen Woche ausgesprochen schleppend. Nur vereinzelt wurden Abschlüsse getätigt. Die Preise bewegten sich entsprechend kaum. Sojaöl fob Hamburg kostete hingegen mit 738 EUR/t rund 3 EUR/t mehr als vergangene Woche. Der leichte Anstieg rührt von der Befestigung der US-Sojaölkurse, die nach kräftigen Verlusten jüngsten wieder fester schlossen. Für Unsicherheit sorgen weiterhin die bisher nicht näher bezifferte Absenkung der USBiodieselmandate, die für einen deutlichen Nachfragerückgang der US-Biodieselindustrie nach Sojaöl führen könnte. Daher zeigten sich viele Marktteilnehmer zurückhaltend und warten nähere Informationen ab, auch in Bezug auf die kommende USDA-Schätzung für Oktober zum Ende der aktuellen Woche. Das knappe Angebot der Sojaölraffinate zumindest für prompte Lieferung scheint weiter anzuhalten. Für November 2017 fob Rotterdam ist derzeit Ware nur auf Anfrage und wenn mit kräftigem Aufgeld verfügbar. Rapsöl wurde zu unveränderten Preisen gehandelt. Für Oktober wurden fob Hamburg 775 EUR/t genannt. Die Prämie für Rapsölraffinat gab hingegen um 5 auf 40 EUR/t leicht nach.

    Dateigröße: 47 KDatum: 12.10.2017

  • Marktbericht KW 40


    Einen Rapsmarkt scheint es momentan nicht zu geben. Wie sich auch die Kurse in Paris bewegen – ob nach oben oder unten – Käufer und Verkäufer lassen sich nicht animieren. An der grundsätzlichen Einstellung hat sich nichts geändert. Die Ölmühlen zeigen sich bis Jahresende gut versorgt, die Landwirte haben ihre guten Partien eingelagert und sind derzeit mit Feldarbeiten beschäftigt. Die im Zuge schwacher Terminnotierungen zurückgenommenen Rapsgebote bieten zudem keinen Anreiz gerade jetzt zu vermarkten. Sie warten auf preistreibende Signale. Doch die gibt es momentan nicht. Die Pflanzenölpreise tendieren schwächer, so dass die Ölmühlen ihre Prämien aufgrund der geringen Margen nicht erhöhen können. Der Euro hat sich nach der Schwächetendenz und den damit besseren Voraussetzungen für Drittlandsgeschäfte zuletzt wieder stabilisiert und so die Stimmung am Exportmarkt eingetrübt. Die Mineralölkurse wurde zurückgenommen und verschlechtern so die Konkurrenzfähigkeit von Biodiesel und bremsen so die Nachfrage nach Rapsöl zur Biokraftstoffproduktion. Das größte Gewicht hat derzeit der Sojamarkt. Die laufende Ernte in den USA verläuft zwar langsamer als sonst, aber die Aussicht auf eine Rekordmenge begrenzt den Preisspielraum nach oben – auch für Raps. Hierzulande haben sich die Rapspreise kaum bewegt. In Ostdeutschland wurde teils deutlich weniger geboten, so dass im Vergleich zur Vorwoche der Durchschnittspreis auf 350,40 EUR/t etwas abgesenkt wurde.

    Während die Forderungen für Sojaschrot zurückgenommen wurden, hat sich vorderes Rapsschrot im Vergleich zur Vorwoche sogar verteuert und läuft damit den Rapskursen entgegen. Allerdings haben die Lieferpositionen ab November 2017 nachgegeben. Mit 1-2 EUR/t zur Vorwoche aber vergleichsweise moderat, wenn man berücksichtigt, das Raps an der Börse 7 EUR/t verloren hat. War das Kaufinteresse schon in den Vorwochen mit den schwächeren Preisen sehr verhalten, ist es nun bei nahezu unveränderten Forderungen geradezu erlahmt. Außerdem sehen sich die Käufer in der komfortablen Situation, dass vordere Ware günstiger offeriert wird als die Folgetermine. So entsteht kein Handlungsdruck und außerdem wird gehofft, dass sich an dieser Situation auch in den kommenden Wochen nichts ändert.

    Nach einer kurzen Phase der Schwäche hat sich der Eurokurs wieder befestigt und liegt damit sogar über Vorwochenlinie, das vergünstigt etwas die Importe. Die Sojaschrotforderungen hatten in den vergangenen Tagen cif Rotterdam teils kräftig zugelegt, mussten zuletzt aber einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben und folgten damit den US-Sojanotierungen. Importware bleibt damit aber etwas teurer als in der Vorwoche, während Sojaschrot fob deutscher Mühle günstiger verfügbar ist. Es werden 2 EUR/t weniger fob Hamburg verlangt. 44er Ware kostet aktuell 284 EUR/t, 48er um die 306 EUR/t.

    Im Vergleich zur Vorwoche haben sich am niederländischen Pflanzenölmarkt die Forderungen deutlich ermäßigt. So werden für Rapsöl zur Lieferung im November noch 754 EUR/t genannt und so 9 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Die Preisvorstellungen der Käufer liegen bei 742 EUR/t. Damit ist die Differenz unüberwindbar, es kommen keine Umsätze zustande. Demgegenüber haben die Raffinate vergleichsweise wenig im Preis nachgegeben. Sie verzeichnen mit 805 EUR/t ein Minus von 3 EUR/t zur Vorwoche. Das knappe Angebot an Sojaölraffinat kann sich demgegenüber behaupten und kostet unverändert 780 EUR/t. Hier liegt der Aufschlag zum rohen Sojaöl bei 50 EUR/t, während die Prämie bei den Folgeterminen unverändert 45 EUR/t beträgt. Hier ist die Nachfrage ebenfalls weiterhin sehr verhalten. Käufer hoffen auf deutlichere Preisnachlässe im Zuge der laufenden US-Sojaernte.

    Dateigröße: 304 KDatum: 05.10.2017

  • Marktbericht KW 39


    An den Terminbörsen in Chicago schwächeln die Sojanotierungen und auch in Winnipeg ist der Rapskurs leicht zurückgegangen. Aber nicht so die Notierungen in Paris. Der schwache Euro befeuerte die Kurse, die im Vergleich zur Vorwoche um 7,25 EUR/t zulegten. Daran kam auch der Kassamarkt nicht vorbei und obgleich die Ölmühlen an prompter Ware nicht das geringste Interesse zeigen, wurden die Prämien nicht zurückgenommen. Damit zeigen auch die Großhandelspreise zur Vorwoche einen großen Sprung von 13 EUR/t, der aber am Markt wenig Wirkung zeigt, denn Umsätze sind damit nicht verbunden. Ganz konsequent werden an einigen Standorten Gebot für Oktober nicht mehr genannt, für November werden 9 EUR/t mehr geboten als vor einer Woche. Dabei mag auch der festere Rohölkurs eine wichtige Rolle spielen, der die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel verbessert. So wird aus der Branche von einer etwas lebhafteren Nachfrage nach Rapsöl berichtet. Aber anscheinend reichen diese Impulse nicht aus, den deutschen Rapsmarkt zu beleben. Das könnte auch daran liegen, dass die Erzeuger momentan vorrangig auf den Feldern beschäftigt sind, entweder mit der Maisernte oder mit der Getreideaussaat. Außerdem haben die Erzeugerpreise gegenüber Vorwoche nur um 3,80 EUR/t auf durchschnittlich 350,60 EUR/t zugelegt. Und da die Gebote frei Erfasserlager sich noch immer unter Vorjahreslinie bewegen, sehen sie keine Veranlassung, sich von ihrer eingelagerten Ware zu trennen. Denn eigentlich müssten die Preise ja bei 5 % geringeren Erträgen im Schnitt 5 % über Vorjahr liegen. Bis dato sind es gerade einmal 1,50 EUR/t (0,4 %) mehr.

    Die Lager der Mischfutterhersteller sind gut gefüllt. Vor dem Hintergrund der avisiert üppigen US-Sojaernte bleibt die Versorgung in den kommenden Monaten komfortabel. In Südamerika wird mit einer Ausweitung der Sojabohnenanbaufläche gerechnet. Damit gibt es in naher Zukunft wenig Gründe auf Versorgungsengpässe zu spekulieren. Feste Sojakurse zum Ende der vergangenen Woche haben die Schrotpreise angeschoben. Für 44er Sojaschrot fob Hamburg wurden zuletzt 286 EUR/t, für 49er Ware 308 EUR/t genannt, jeweils 8 EUR/t über Vorwoche. Die Großhandelspreise für Non-GMO-Sojaschrot legten von 11 EUR/t auf 434 EUR/t für 45,5er Ware zu. Rapsschrot leidet weiterhin unter fehlender Nachfrage. Die Versorgung scheint auseichend und wer kurzfristigen Bedarf hat, findet in anderen Proteinträgern preisgünstige Alternativen zu Rapsschrot. Der Großhandelspreis gab entsprechend nach und lag zuletzt bei 176 EUR/t, rund 5 EUR/t weniger als vor sieben Tagen.

    Nach dem in der vergangenen Woche vorderes Sojaöl kräftiges Aufgeld erzielt hatte, sind die Preise wieder deutlich gefallen. Grund waren deutlich schwächere Sojaölkurse in Chicago. Die Notierungen gaben auf Wochensicht um mehr als 4 % nach. Außerdem beruhte der Preissprung am deutschen Kassamarkt auf dem knappen Angebot für prompte Ware, die nun gänzlich ausverkauft ist. In der aktuellen Woche werden für alle Pflanzenöle Preise erst ab Novemberlieferung genannt. Sojaöl fob Rotterdam zur Lieferung im November wird mit 735 EUR/t offeriert und damit auf Vorwochenlinie.

    Rapsöl folgt den festeren Rapskursen der Terminbörse. Der schwächere Euro macht Rapsöl aus dem Euroraum zudem für ausländische Kunden attraktiver. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 wurde mit 1,2 Mio. t bereits so viel Rapsöl wie noch nie aus Deutschland exportiert. Derzeit melden sich auch die Biodieselhersteller am Markt zurück, so dass etwas mehr Nachfrage besteht. Fob Hamburg werden aktuell 760 EUR/t fob genannt, das sind 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 40 KDatum: 28.09.2017

  • Marktbericht KW 38


    Am deutschen Rapsmarkt ist die Lage im Prinzip unverändert zur Vorwoche. Die unterdurchschnittliche Rapsernte 2017 hält viele Erzeuger auf derzeitigem Preisniveau von Verkäufen ab. Das Problem ist, dass die Rapserträge 2017, abgesehen von Deutschland und Tschechien, EU-weit durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich ausgefallen sind, beispielsweise in Frankreich, wo die Erträge das Vorjahresergebnis um 31 % und den fünfjährigen Durchschnitt um 11 % übertroffen haben, so der EU-Prognosedienst MARS. Für die EU-28 fällt das Ernteergebnis daher unter dem Strich zufriedenstellend aus. Das spiegeln auch die Rapskurse in Paris wider. Der Kurssprung, den deutsche Landwirte vielfach erwartet hatten, blieb schlichtweg aus. Das gegenwärtige Matif-Kursniveau erscheint vielen Rapserzeugern zu niedrig. Hinzu kommt noch die Zurückhaltung der Ölmühlen. Sie heben ihre Prämien nicht an. Dafür ist das Kaufinteresse offenbar nicht hoch genug bzw. die Erlösmöglichkeiten aus dem Verkauf von Öl und Schrot zu gering, als dass sie dazu bereit oder imstande wären. Ein weiterer Grund sind nach wie vor umfangreiche und gegenüber heimischer Ware günstigere Importe, zum Beispiel aus der Ukraine, die das hiesige Angebot ergänzen und von den Mühlen bevorzugt wird. Ein zu niedriges Kursniveau auf der einen und das anhaltend schwache Kaufinteresse der Ölmühlen auf der anderen Seite bringen nun schon seit Wochen bärische Impulse. Die Rapserzeugerpreise bewegen sich daher fortgesetzt unter Vorjahreslinie. Rapserzeuger und Ölmühlen hoffen jetzt auf Impulse von den Mineralölkonzernen. Viele werden im vierten Quartal noch die diesjährige Beimischungsquote erfüllen müssen und dazu verstärkt Biodiesel einkaufen, dabei im Wesentlichen Rapsmethylester, der aufgrund seiner Kältestabilität in den Wintermonaten bevorzugt zum Einsatz kommt. Das könnte Impulse setzten, die bis auf Erzeugerebene reichen.

    Am Sojaschrotmarkt ist es vor allem die avisiert umfangreiche US-Sojaernte 2017 von über 120. Mio. t, die für Zurückhaltung auf der Käuferseite sorgt. Die Mischfutterindustrie wartet Ernteverlauf und Ergebnisse ab. Was in den USA bislang an Sojabohnen von den Feldern geholt wurde (< 10 % der Gesamternte) zeigt sehr gute Erträge und Qualitäten. Daher stehen die Vorzeichen momentan eher auf rückläufige Preise in den kommenden Wochen. Viele warten auf Vergünstigungen, bevor sie sich mit weiterem Sojaschrot eindecken. Auch am Rapsschrotmarkt schielen die Käufer auf die US-Sojaernte. Da Soja- und Rapsschrot teilweise Substitute darstellen und somit um Marktanteile in Konkurrenz stehen, würden die Rapsschrotpreise schwächeren Sojaschrotpreisen nach unten folgen. Zudem setzt aber auch die EU-weit abgeschlossene Rapsernte bärische Impulse. Diese wird jetzt verarbeitet, sodass das Rapsschrotangebot wächst, so auch in Deutschland.

    In der zurückliegenden Woche überraschte insbesondere der kräftige Preissprung bei Sojaöl. Ware zur prompten Lieferung fob Hamburg verteuerte sich um 68 auf 813 EUR/t. Grund ist, dass vordere Ware knapp war und Käufer deutliche Aufgelder zahlen mussten, um an Sojaöl zu kommen. Zusätzliche Impulse gingen von einem plötzlichen Anstieg der US-Sojabohnenkurse zum Ende der vergangenen Woche aus. Das hat die Nachfrageseite aus Sorge weiter steigender Kurse kurzzeitig beflügelt und so den Preisanstieg mit angefacht. Wie viele Mengen gehandelt wurden, ist nicht bekannt. Fob Rotterdam war Septemberware nur auf Anfrage erhältlich, spätere Termine zeigten aber keine Tendenz für einen so kräftigen Anstieg. Rapsöl fob Hamburg wird unverändert zur Vorwoche mit 750 EUR/t bewertet. Allerdings scheint das Kaufinteresse insbesondere der Biodieselindustrie für vordere Lieferungen allmählich anzuziehen. In den Wintermonaten wird bevorzugt Rapsöl als Rohstoff für Biodiesel eingesetzt, da dieses für hiesige Breitengrade ein vorteilhafteres Kälteverhalten aufweist. Marktbeobachter warteten schon einige Wochen auf die saisonal typische Nachfragebelebung, die dieses Jahr auf Grund der immer noch bestehenden Unsicherheit durch die jüngst herabgesetzten Importzölle auf argentinischen Biodiesel später als üblich anzieht.

    Dateigröße: 44 KDatum: 21.09.2017

  • Marktbericht KW 37 2017


    Die Entscheidung der EU-Kommission, die Anti-Dumping-Zölle auf argentinischen Biodiesel deutlich abzusenken, von im Schnitt 24 auf 6 %, sorgt auch am deutschen Rapskassamarkt für Preisdruck. Denn die Notierungen für Raps in Paris reagierten umgehend auf diese Nachricht und rutschten um fast 5 EUR/t ab. Das war am vergangenen Donnerstag, doch seitdem finden die Matif-Kurse weiterhin keine Unterstützung. Die schwächere Tendenz überträgt sich auch auf die Erzeugerpreise hierzulande, denn die Ölmühlen halten weiter an ihren Prämien fest und sind nicht bereit, den Kursrückgang in Paris abzufangen. Damit wird Rapserzeugern in Deutschland nun noch weniger für ihre Ware geboten. Bereits vor der EU-Zollentscheidung hatten sie ein unzureichendes Preisniveau beklagt. Doch jetzt dürfte sich ihre Verkaufsbereitschaft mit dem weiteren Rückgang der Gebote noch weiter abkühlen. Die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger lagen am 13.09.2017 bei 345 EUR/t. Das waren 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche und ein Minus von mittlerweile 12 EUR/t gegenüber Vorjahreszeitpunkt. Die Hoffnungen liegen jetzt auf der Biodieselbranche. Das Rapspreisniveau ist niedrig und die Nachfrage nach Rapsmethylester (RME) seitens der Mineralölkonzerne saisonbedingt (aufgrund der vergleichsweise höheren Winterhärte) steigend. Biodieselhändler berichten bereits seit der Vorwoche von Absatzsteigerungen und entsprechenden Preisbefestigungen. Im Oktober könnte die Nachfrage dann noch weiter an Fahrt aufnehmen. Mineralölkonzerne, die mehr RME nachfragen, könnten die Erlössituation für die Ölmühlen verbessern. Davon würden letztlich auch die Rapserzeuger profitieren, wenn die Mühlen ihre Prämien anhöben, um Ware zu sichern. Doch auch wenn der Biodieselabsatz für die Wintermonate gesichert scheint, spätestens ab dem Frühjahr 2018 dürfte das zusätzliche Angebot aus Argentinien spürbaren Preisdruck aufbauen. Rapsverkäufer könnten daher durchaus versuchen, ihre Ware in den kommenden Wochen zu noch vergleichsweise hohen Preisen an die Ölmühlen zu bringen.

    Wie zu erwarten, hat sich an der ruhigen Marktsituation der Vorwoche nichts geändert. Das Geschäft mit der Mischfutterindustrie ruht, die Erlöse aus dem Verkauf von Schrot und Öl sind für die Mühlen in Deutschland nur bedingt zufriedenstellend. Sie drücken auf die Sojaschrotpreise hierzulande und beruhigen die Umsätze noch mehr. Denn die wenigen Käufer am Markt haben sich jetzt zurückgezogen. Die Prognose einer nochmals umfangreicheren US-Sojaernte erhöht die Aussicht auf eine reichliche Marktversorgung mit Soja sowie auf weitere Preisnachlässe in den kommenden Wochen. Auch am Rapsschrotmarkt halten sich die Käufer mehrheitlich zurück, weshalb die Nachfrage auch hier überschaubar ausfällt. Im Gegensatz zum Sojaschrotmarkt findet aber zumindest auf Termin auch mal etwas Geschäft statt, wie es heißt. Gleichzeitig ist das Angebot groß, besonders am Niederrhein, aber auch an den übrigen Paritäten in Deutschland, außer im Osten der Republik.

    Am deutschen Markt für Pflanzenöle sanken die Forderungen für nahezu alle Pflanzenöle außer für Palmöl. Hier legten die Preise cif Rotterdam kräftig zu und stiegen auf Wochensicht um 26 auf 619 EUR/t. Wobei der feste Eurokurs den Anstieg deutlich abgeschwächt hatte, denn in US-Dollar betrug die Preisbefestigung sogar 35 USD/t. Die Entwicklung war vornehmlich von den Terminmärkten in Kuala Lumpur getrieben, denen rückläufige Produktionsmengen und eine rege Nachfrage Auftrieb verliehen. Sojaöl gab hingegen nach. Fob Hamburg wurden 745 EUR/t genannt, rund 15 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Der Rückgang begründet sich mit schwächeren Sojaölkursen in Chicago. Diese haben nach Erreichen des 9-Monatshochs in der vergangenen Woche durch Gewinnmitnahmen leicht konsolidiert und im Zuge ebenfalls schwächerer US-Sojabohnenkurse nachgegeben. Sonnenblumenöl fob Rotterdam wurde weiterhin zu stabilen Preisen gehandelt. Mit 813 USD/t sanken die Forderungen um 2 USD/t. In Euro umgerechnet ergab sich durch den festeren Wechselkurs eine stärke Abschwächung um 7 auf 679 EUR/t. Für große Aufregung hat indes die Entscheidung der EU-Kommission für eine Absenkung der Importzölle auf argentinischen Biodiesel vom 07.09.2017 geführt. Nach Angaben von Beobachtern hat kaum ein Marktteilnehmer mit der deutlichen Zollsatzsenkung gerechnet, so dass der Markt in eine Art Schockstarre fiel und die Konsequenzen der EU-Entscheidung erst einmal durchdeklinieren muss. Da auch noch der Septemberreport des USDA am 12.09.2017 anstand, ebbte das Geschehen am Markt für Rapsöl fast vollständig ab. Die Preise fob Hamburg kamen unter Druck und gaben um 15 auf 750 EUR/t nach. Ab dem Frühjahr 2018 dürfte Argentinien wieder vermehrt Biodiesel in die EU-28 einführen und für erhebliche Konkurrenz vor allem für Biodiesel aus Rapsöl darstellen. Da die USA vor kurzem erst ihre Importzölle auf argentinischen Biodiesel erhöht haben, stehen daher noch zusätzliche Menge zur Verfügung, die nach Europa oder auch China strömen könnten. Die heimische Nachfrage nach Rapsöl dürfte sich nach dem Winter somit reduzieren und nach Meinung von Marktbeobachtern bis zu 1,5 Mio. t weniger Rapssaat zur Rohstoffgewinnung benötigen. Eine Lösung könnte darin bestehen, mehr Rapsöl zu exportieren, um die entstehenden Überhänge in der EU-28 abzubauen. Mit der Oktober-WASDE des USDA dürfte dann auch eine abschließende Einschätzung der Ölsaatenernte auf der Nordhalbkugel möglich sein, die als strategische Grundlage für die mittelfristige Planung von Ölmühlen, Händlern und Biodieselproduzenten benötigt wird. Bis dahin werden eher ruhige Wochen mit wenigen Impulsen erwartet.

    Dateigröße: 47 KDatum: 14.09.2017

  • Marktbericht KW 36 2017


    Am 07.09.2017 wird die EU-Kommission über die Schutz-Zölle auf Biodiesel aus Argentinien und Indonesien entscheiden. Sollten künftig keine Zölle mehr erhoben werden, wäre ab dem nächsten Frühjahr mit einem deutlichen Anstieg der Biodieselimporte aus diesen beiden Ländern in die Mitgliedstaaten der EU-28 zu rechnen. Das zusätzliche Angebot hätte Preisdruck zur Folge und die

    Biodieselhersteller, und somit auch die vorgelagerten Ölmühlen und die Rapserzeuger, müssten dann um ihren Absatz bangen. Die momentane Zurückhaltung rührt aber nicht nur von der bevorstehenden Zoll-Entscheidung her, am hiesigen Markt ist auch die unterdurchschnittliche deutsche Ernte 2017 Grund für die anhaltend geringe Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Aufgrund der avisierten Knappheit warten sie nach wie vor auf höhere Preise. Doch die Rapskurse in Paris finden weiterhin keine klare Richtung, vor allem aber halten die Mühlen hierzulande ihre Prämien so gut wie unverändert. Sie sind aufgrund unzureichender Erlösmöglichkeiten nach wie vor nicht bereit, mehr für den Rohstoff zu bezahlen. Am 06.09.2017 lagen die Rapserzeugerpreise daher bei im Schnitt 349 EUR/t – aus Erzeugersicht aufgrund der schwachen Ernte viel zu wenig. Das sind zwar 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche frei Lager des Erfassers veranschlagt wurden, aber 8 EUR/t weniger als im Vorjahr. Der Abstand zur Vorjahreslinie hat sich damit sogar noch vergrößert.

    Festere Sojakurse haben die Sojaschrotpreise steigen lassen und damit die ohnehin verhaltene Nachfrage zusätzlich gedämpft. Sojaschrothändler rechnen auch in den kommenden Wochen nicht mit einer Belebung des Marktes, vor allem, weil derzeit so gut wie kein Geschäft mehr mit den Mischfutterherstellern stattfindet. Denn viele haben sich bereits längerfristig mit Ware versorgt, die Läger sind voll. Zudem könnte die Mischfutterproduktion 2017 geringer ausfallen als im Vorjahr. Dem Vernehmen nach haben sich auch die Rapsschrotpreise ein wenig von den festeren Vorgaben aus Chicago nach oben ziehen lassen, vereinzelt wird von Preisaufschlägen zwischen 1,50 und 2,00 EUR/t berichtet. Doch im Bundesdurchschnitt ist keine Aufwärtsbewegung zu erkennen. Mit 182 EUR/t fob Ölmühle liegen die Preise sogar 1 EUR/t unter Vorwoche. Die Umsätze am Rapsschrotmarkt bleiben überschaubar, die Nachfrage ist auf aktuellem Preisniveau zurückhaltend.

    Die Sojaölkurse in Chicago haben sich auch auf Wochensicht um 2,4 % befestigt. Grund hierfür ist die Rekordproduktion von US-Biodiesel im Juni, der zu 51 % aus Sojaöl hergestellt wird. Die stark geförderte Biodieselbeimischung in den USA und das absehbare Ende argentinischer Biodieselimporte sorgt für Auftrieb. Das hat sich auch am Kassamarkt bemerkbar gemacht. Fob Hamburg legten die Forderungen um 34 auf 760 EUR/t zu. Unverändert zur vergangenen Woche wurde indes Rapsöl gehandelt. Fob Hamburg wurden 765 EUR/t genannt. Viele Marktteilnehmer blicken gespannt auf die Bekanntgabe der EUKommission in dieser Woche, ob und wie deutlich die EU-Importzölle auf Biodiesel abgeschafft oder reduziert werden. Vor dieser richtungsweisenden Entscheidung zeigt sich der Markt sehr ruhig, denn sollte es zu Abschaffung kommen, dürften ab kommendem Frühjahr die Biodieselimporte deutlich steigen und den Bedarf an Rapsöl zur Biodieselproduktion stark einschränken.

    Dateigröße: 43 KDatum: 07.09.2017

  • Marktbericht KW 35 2017


    Rapserzeuger in Deutschland warten nach wie vor auf steigende Preise. Auf derzeitigem Niveau sind sie kaum bereit, weitere Menge aus der neuen Ernte abzugeben, zumal die Rapsernteprognose für Deutschland alles andere als zufriedenstellend ausfällt – sowohl DRV und DBV, als auch zuletzt das BEML prognostizieren eine Rapsernte noch unterhalb dem ohnehin bereits ernteschwachen Vorjahr in Deutschland. Der Deutsche Bauernverband (DBV) beziffert die Anbaufläche für Winterraps in Deutschland zur Ernte 2017 auf 1,31 Mio. ha. Trockenheit und späte Fröste machten den Feldbeständen jedoch zu schaffen und sorgten für Lücken in den Beständen und Ertragseinbußen. Noch weiter wurde das Ertragspotential durch witterungsbedingt erhöhten Krankheits- und Schädlingsdruck sowie durch eine Hitzewelle im Juni herabgesetzt. Zum Schluss konnte die Rapsernte dann noch nicht einmal mehr planmäßig eingebracht werden, denn immer wieder sorgten teils starke Regenfälle für Ernteunterbrechungen. So kam es sogar zu Auswüchsen. Dem über Monate ungünstigen Witterungsverlauf müssen die Rapserträge in Deutschland Tribut zollen: Im Bundesmittel liegt der Ertrag bei unterdurchschnittlichen 33 dt/ha. Zum Vergleich: das Mittel der vergangenen 5 Jahre liegt bei 39 dt/ha. Der DBV erwartet eine Erntemenge für Deutschland von insgesamt 4,3 Mio. t Raps, 6 % weniger als im Vorjahr und sogar rund 18 % weniger als im 5-jährigen Durchschnitt. Zusätzlich enttäuschen auch die Ölgehalte vielfach. Sie liegen häufig nur bei etwa 40 %. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat sich der Prognose des DBV jüngst angeschlossen und taxiert die Rapserntemenge 2017 ebenfalls auf unterdurchschnittliche 4,3 Mio. t. Auffallend ist, dass die Rapspreise in Deutschland trotz der schwachen Ernteaussichten nicht höher liegen – zum Leidwesen der Erzeuger. Unter anderem könnte dies auf die momentan gute Versorgung mit Importware zurückzuführen sein. Günstige Ware kommt jetzt auch aus dem Baltikum nach Deutschland. Ein weiterer Grund für das aus Erzeugersicht zu niedrige Preisniveau ist die unverändert geringe Nachfrage nach dem Rohstoff. Denn die Ölmühlen beklagen bereits seit Wochen eine unzureichende Erlössituation aus dem Verkauf der Nachprodukte, vor allem Rapsöl, sodass sie ihre Prämien nicht anheben. Impulse für steigende Preise können dann nur noch von den Rapskursen in Paris kommen. Diese spiegelten die avisierte Knappheit in Deutschland zuletzt aber kaum wider. Denn für die EU-28 sehen die Ernteprognosen gar nicht schlecht aus. Zusammen mit einem besonders festen Euro hat das die Matif-Kurse zum Wochenauftakt nachgeben lassen.

    Das Kaufinteresse am deutschen Sojaschrotmarkt ist nach wie vor nicht drängend. Wenn sich die Preise in den kommenden Wochen bewegen, dann wohl eher nach unten, denn einer großen US-Ernte steht momentan nichts im Wege. Mischfutterbetriebe sind vorerst gut mit Ware eingedeckt, heißt es. Die Läger sind voll, der Bedarf nicht drängend. Die Preise haben demzufolge nachgegeben. 44er Sojaschrot lag am 29.08.2017 bei einem Preis von 278 EUR/t im Bundesdurchschnitt und damit 6 EUR/t unter Vorwoche. 49er Ware hat sich indes um 5 EUR/t auf 302 EUR/t vergünstigt. Bei Rapsschrot scheint die Schwächephase überwunden zu sein, die Preise konnten sich gegenüber Vorwoche weiter leicht befestigen, um 2 EUR/t auf 185 EUR/t im Bundesdurschnitt. Die Abgabebereitschaft der Mühlen konnte dies zumindest etwas steigern. Kaufinteresse ist nach wie vor vorhanden.

    Die in der Vorwoche deutlich festeren Sojaölkurse in Chicago haben zwischenzeitlich leicht konsolidiert, lagen aber zuletzt immer noch rund 1,6 % über Vorwochenniveau. Fob Hamburg gaben die Forderungen nur minimal nach. Käufer mussten für prompte Ware mit 725 EUR/t rund 2 EUR/t weniger bezahlen als in der Vorwoche. Etwas deutlicher fiel der Abschlag in Rotterdam aus. Der fob Preis sank hier um 17 auf 720 EUR/t. Die geplante Einführung der Importzölle auf argentinischen und indonesischen Biodiesel dürfte den US-Soja- und Canolaölmarkt deutlichen Auftrieb verleihen und für festere Kurse sorgen. Sofern die jüngst gegebenen Empfehlungen in vollem Umfang umgesetzt werden. Die Bilanz für US-Sojaöl ist derzeit schon recht eng und auch in Kanada wird am Verarbeitungslimit gecrushed, bei ebenso enger Versorgungsbilanz für Canolaöl. Daher dürften zukünftig vermehrt Ölimporte aus Südamerika oder Öl- bzw. Biodieselausfuhren aus der EU-28 in die USA fließen. Palmöl stellt nach Meinung von Marktexperten keine Rohstoffalternative dar, da es nicht über die entsprechenden US-Nachhaltigkeitskriterien verfügt. Diese Gemengelage stützte auch die Rapsölpreise in der vergangenen Woche. Ware zur sofortigen Lieferung zog um 20 auf 765 EUR/t an und das trotz des deutlich gestiegenen Eurokurses. Spätere Termine tendierten auch fester, wenngleich weniger stark.

    Dateigröße: 47 KDatum: 31.08.2017

  • Marktbericht KW 34 2017


    Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS schätz in seinem aktuellen Monatsbericht den Rapsertrag 2017 in der EU-28 auf 32,7 dt/ha, das sind 0,6 dt/ha (1,9 %) mehr als noch im Juli prognostiziert. Damit läge der Durchschnittsertrag rund 0,8 % über dem langjährigen Mittel. Für Deutschland hat der Dienst allerdings seine Ertragsschätzung von 37 auf 35,9 dt/ha reduziert. Der DBV hat jüngst dazu erklärt, dass die Niederschläge im Sommer die Qualität und die Erträge deutlich beeinträchtigt haben. Der Ölgehalt liegt im Schnitt bei enttäuschenden 40 %. Am Markt sorgte die heterogene Qualität bereits in den vergangenen Wochen für erhebliche Probleme bei der Vermarktung. Darüber hinaus blieb das Preisniveau am deutschen Kassamarkt unverändert zur Vorwoche mit 348 EUR/t unbefriedigend für die Landwirte. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger war daher auch in der vergangenen Woche sehr gering. Da die Ölmühlen derzeit für Rapskoppelprodukte kaum kostendeckend Verarbeiten können, fragen sie nur verhalten und zu geringen Preisen Partien der neuen Ernte nach. Grund für diese Situation ist auch die fehlende Nachfrage aus dem Biodieselsektor, hier sind die Margen ebenfalls unbefriedigend. Darüber hinaus drückt auch die üppige ukrainische Rapsernte auf den Markt und sorgt für erhebliche Konkurrenz.

    Die Nachfrage der Mischfutterindustrie der vergangenen Wochen hat sich merklich abgeschwächt. Die üppige globale Sojaschrotversorgung dürfte bei anhaltend günstiger US-Witterung noch deutlich steigen. Damit ist der Preisspielraum nach oben begrenzt. Das wissen auch Mischfutterhersteller und nehmen derzeit kaum Ware ab. Die Betriebe sind ausreichend mit Sojaschrot eingedeckt, um ihre Kontrakte für die kommenden 6-12 Monate erfüllen zu können. Der Rapsschrotmarkt dürfte nach Meinung von Marktbeobachtern indes die Schwächephase der vergangenen Wochen überwunden haben. Die niedrigen Preise von Anfang August hatten die Abgabebereitschaft der Ölmühlen eingeschränkt. Jetzt scheinen die Gebote allmählich anzuziehen und den einen oder anderen Geschäftsabschluss mit sich zu bringen. Auf Wochensicht haben sich die Forderungen für Rapsschrot um 3,6 % auf 183 EUR/t fob Hamburg befestigt, immer noch fast 10 % weniger als Mitte Juli genannt wurden.

    Die Forderungen für Pflanzenöle haben sich in der vergangenen Woche sehr unterschiedlich entwickelt. Die Sojaölkurse in Chicago haben von der regen Nachfrage der US-Biodieselindustrie kräftig profitiert. Um über 3 % sind die Notierungen in Chicago gegenüber Vorwoche gestiegen. Die enge US-Sojaölbilanz dürfte hier weiterhin für eine feste Tendenz sorgen, denn US-Ölmühlen arbeiten schon auf Hochtouren und kommen der Nachfrage dennoch kaum hinterher. Fob Rotterdam haben die Forderungen um 7 auf 737 EUR/t für prompte Ware zugelegt. Auch die späteren Termine sind bis ins Jahr 2018 hinein angestiegen. Deutlich schwächer haben sich hingegen die Preise für Rapsöl entwickelt. Marktbeobachter sprachen von sehr geringen Umsätzen am physischen Markt. Wenn überhaupt, wurden nur ganz kurzfristige Lieferungen in Kleinstmengen geordert. Kaum ein Käufer orderte auf Termin. Das liegt auch daran, dass der Papiermarkt rund 10-20 EUR/t über dem physischen Markt steht. Das Hauptproblem sind aber die fehlenden Margen auf Seiten der Ölmühlen und der abnehmenden Biodieselproduzenten. Für den Einen lohnt der Verkauf nicht, für den anderen ist der Einkauf zu teuer. Rapsöl ist indes genügend vorhanden. Fob Hamburg wurden mit 745 EUR/t rund 17 EUR/t weniger genannt als in der Vorwoche.

    Dateigröße: 40 KDatum: 24.08.2017

  • Marktbericht KW 33 2017


    Niedrige Erträge und unterdurchschnittliche Qualitäten dürften zu einer dünnen Versorgung mit Raps in Deutschland führen. Mit entsprechend höheren Importen muss das Defizit dann ausgeglichen werden. Da die Rapsernte in Deutschland so gut wie abgeschlossen ist, wird sich an dem enttäuschenden Ernteergebnis wohl nichts mehr ändern, auch wenn die Sortierung und Bestimmung der Qualitäten noch andauert. Am Kassamarkt zeigen sich Käufer interessiert an Ware zur prompten Lieferung, dennoch heben die Mühlen ihre Prämien auf die gegenüber Vorwoche schwächeren Rapsterminkurse nicht an. Das Preisniveau, das sich ergibt, liegt daher zu niedrig, um Rapserzeuger zur Verkäufen zu motivieren. Sie halten sich nach wie vor zurück, wenn es darum geht, über die bereits geschlossenen Kontrakte hinaus weitere Mengen aus der neuen Ernte vertraglich festzulegen. Damit das passiert, müsste das Preisniveau höher liegen. Doch die Ölmühlen beklagen nach wie vor unzureichende Erlöse aus dem Rapsölverkauf, denn die Biodieselindustrie meldet nach wie vor kaum Bedarf an. Das hält die Gebote für Rapssaat im Zaum.

    Die Nachfrage der Mischfutterhersteller für Rapsschrot hat auf vorderen Positionen, gerade für September, angezogen. Spätere Termine sind dann zunehmend teurer und werden kaum besprochen. Allerdings halten sich die Ölmühlen mit Verkäufen zurück, denn sie keine zufriedenstellenden Preise erwarten können. Geringe Abgabebereitschaft und ein, dem Vernehmen nach, langsam knapper werdendes Angebot motivieren die Futtermittelhersteller auf den vorderen Positionen Ware zu bekommen. Am Sojaschrotmarkt tendieren die Preise gegenüber Vorwoche leicht schwächer. Grund sind die neuesten USDA-Daten: Marktteilnehmer hatten mit einer Rücknahme der US-Sojabohnenernteprognose gerechnet – das Gegenteil traf jedoch ein und drückte Kurse und Preise nach unten. Das hat die Nachfrage am deutschen Sojaschrotmarkt spürbar abgekühlt. Denn jetzt wartet die Käuferseite auf weitere Vergünstigungen.

    Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich kaum zur Vorwoche verändert. Lediglich für Sojaöl wurden deutliche Steigerungen genannt. Fob Rotterdam stiegen die Forderungen um 15 auf 750 EUR/t. Getrieben wurde die Entwicklung von festeren Sojaölkursen in Chicago zum Ende der vergangenen Woche. Die unerwartet rege Nachfrage der US-Biodieselindustrie hat die Sojaölnotierungen zumindest kurzzeitig beflügelt. Das setzte auch am Kassamarkt preissteigernde Impulse. Rapsöl fob Hamburg kann das Niveau der Vorwoche nicht halten. Mit 762 EUR/t wurden 3 EUR/t weniger verlangt als in der vergangenen Woche. Die anhaltend verhaltene Nachfrage der Biodieselindustrie und das geringe Rapsangebot der Erzeuger auf dem aktuellen Preisniveau führten zu wenig Neugeschäft und brachten kaum Impulse.

    Dateigröße: 43 KDatum: 17.08.2017

  • Marktbericht KW 32


    In Deutschland, Tschechien und Polen werden die Rapsernteerwartungen bislang nicht erfüllt – die Erträge und Qualitäten enttäuschen vielfach. Bessere Ernteergebnisse in Frankreich, Großbritannien und dem Südosten Europas werden dadurch relativiert. Marktbeobachter rechnen mit einer zunehmenden Entkopplung der Rapskurse in Paris von den Sojakursen in Chicago. Die schwächeren Erträge dürften die Rapskurse nach oben treiben und Preisbefestigungen am deutschen Kassamarkt nach sich ziehen. Bislang zeigen sich die Kurse aber noch unentschlossen. Zudem sind von der Nachfrageseite im August weiter keine Impulse zu erwarten. Die Biodieselnachfrage ist gering, sodass die Mühlen nach wie vor keine steigenden Erlöse aus dem Rapsölverkauf erwarten können. Das gegenwärtige Preisniveau lässt die Rapserzeuger weiterhin zurückhaltend agieren. Vor dem Hintergrund einer avisiert knapperen Versorgung setzen sie auf steigende Preise.

    Deutliches Kaufinteresse gibt es seit dieser Woche für Rapsschrot, denn die Rapsernte 2017 ist jetzt in vollem Gange und es fließen größere Mengen Saat zu den Mühlen. Das „neuerntige“ Angebot an Rapsschrot steigt, Preisrückgänge locken Käufer an. Am Sojaschrotmarkt ist die Umsatzlage in dieser Woche hingegen bescheiden. Ende vergangener Woche waren die Geschäfte noch rege gewesen. Zwei Tage in Folge wurden umfangreiche Kontrakte zwischen Mühlen und Futtermittelherstellern ausgehandelt, bis einschließlich Juli 2018. Einige Futtermittelbetriebe haben jüngst Kontrakte mit Landwirten geschlossen und wollen deshalb gewährleisten, ihren Vertragsverpflichtungen uneingeschränkt nachkommen zu können. Mitausgelöst wurde das gesteigerte Kaufinteresse in der Vorwoche aber auch durch Währungseinflüsse und eine vorübergehende Schwäche der Sojakurse an der Chicagoer Börse. Sie schufen den für die Mischfutterindustrie günstigen Zeitpunkt zuzuschlagen.

    Das Geschäft mit Pflanzenölen verlief in der vergangenen Woche sehr ruhig. Teilweise herrschte einfach wenig Aktivität, da in vielen Regionen Urlaubszeit ist. Es wurde auch viel verhandelt, aber Käufer und Verkäufer fanden nicht zusammen. So verhält es sich derzeit bei Rapsöl. Fob Hamburg wurden 765 EUR/t genannt und damit 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Hier herrschten sehr schwierige Markt- und Geschäftsbedingungen. Es gab wohl große Preisdifferenzen was den Rohstoffeinkauf betraf. Je nach Region wurden sehr unterschiedliche Rapspreise verlangt. Dazu erschwerten die sehr großen Qualitätsunterschiede und Ölgehalte den Handel. Käufer hielten sich auf dem aktuellen Preisniveau zurück und fragten kaum Rapsöl nach, sinkende Dieselzulassungen limitierten die Biodieselnachfrage und die Konkurrenz durch Palmöl und Altspeisefett als Rohstoff für die Biodieselproduktion drückt zusätzlich die Preise. Auf der anderen Seite müssen auch die Verkäufer ihren Schnitt beim Rapsöl machen. Auf dem aktuellen Niveau reichen aber die Forderungen nicht aus, um profitable zu wirtschaften. Damit waren beide Geschäftsparteien in ihrem Aktionsradius eingeschränkt. Entsprechend wenige Geschäfte kamen so zum Abschluss. Während die Sojaölkurse in Chicago auf Wochensicht schwächer tendieren, haben sich die Forderungen am Kassamarkt befestigt. Fob Hamburg zogen die Preise im Vorwochenvergleich um 12 auf 735 EUR/t an.

    Dateigröße: 44 KDatum: 11.08.2017

  • Marktbericht KW 31 2017


    Der Rapskassamarkt kommt weiterhin nicht in Schwung. Denn an der verfahrenen Situation hat sich im Prinzip nichts geändert. Die Ölmühlen beklagen nach wie vor unzureichende Erlöse aus dem Verkauf der Rapsnachprodukte, Schrot und besonders Öl. Daher sind sie nicht bereit, ihre Prämien anzuheben. Lediglich festere Rapskurse in Paris können daher die Kassapreise mit nach oben ziehen. Diese Bewegung ist aber noch nicht ausreichend, die Erzeuger in Deutschland zur Abgabe neuerntiger Mengen zu motivieren. Denn sie hatten in den zurückliegenden Wochen zunächst mit großer Trockenheit zu kämpfen und müssen jetzt aufgrund starker Regenfälle, um ihre Rapsernte bangen. Der insgesamt widrige Witterungsverlauf könnte für Ertragseinbußen sorgen, außerdem muss der eingebrachte Raps in diesem Jahr stärker als sonst separiert und aufbereitet werden, heißt es. Daher wollen die Erzeuger höhere Preise für neuerntige Ware sehen. Die meisten warten jetzt Ernteverlauf und Preisentwicklung zunächst weiter ab. Unter dem Strich ist das Angebot aus der neuen Rapsernte bislang überschaubar, die Nachfrage zugleich alles andere als drängend. Dadurch beschränken sich die Geschäfte auf Kontraktabwicklungen, Neugeschäft findet praktisch nicht statt.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage auf den vorderen Terminen nach wie vor sehr gering. Grund sind die bereits gut gefüllten Läger. Der Bedarf ist nicht drängend und Mischfutterhersteller können es sich leisten, die weitere Preisentwicklung abzuwarten. Mehr Umsätze gibt es dagegen auf Terminen im Frühjahr und Sommer 2018. Demgegenüber zog Rapsschrot in der vergangenen Woche gesteigertes Kaufinteresse auf sich, insbesondere am Niederrhein gingen Kaufanfragen ein. Grund sind die, mit der Rapsernte, sinkenden Preise. Dadurch vergünstigt sich Rapsschrot gegenüber Sojaschrot zunehmend. Faustregel der Mischfutterhersteller für den Einsatz von Rapsschrot im Mischfutter ist die Grenze von 70 %. So viel darf der Preisanteil vom Rapsschrot gegenüber Sojaschrot höchstens ausmachen. Derzeit liegt die Marke bei 65 % und das Nachfragependel schwingt eindeutig Richtung Rapsschrot. Sojaöl fob Hamburg verteuerte sich um 8 EUR/t auf 723 EUR/t. Festere Sojaölkurse in Chicago setzten preissteigernde Impulse. Die Unsicherheiten bezüglich der künftigen Importzölle auf Pflanzenöle, sowohl in den USA, als auch in der EU-28, spielen aber nach Einschätzung von Marktteilnehmern derzeit noch keine preisbeeinflussende Rolle. Es sind schlicht zu wenige Details zu den konkreten Anti-Dumping-Zöllen bekannt. Da noch nicht klar ist, welche Arten von Biodiesel unter die Bestimmungen fallen wird, sind langfristige Implikationen für den Markt und die internationale Handelsdynamik noch nicht absehbar. Die Forderungen für Rapsöl haben sich nach den deutlichen Verlusten der Vorwochen wieder gefangen. Mit 763 EUR/t fob Hamburg wurden rund 23 EUR/t mehr genannt als zuvor. Auslöser ist die schleppende Rapsernte in Deutschland, die häufig von Regen unterbrochen wird. Damit wächst die Verunsicherung hinsichtlich der Mengen- und Qualitätsentwicklung. Bislang sind Ölgehalte und Erträge bundesweit sehr heterogen. Damit bleibt die zukünftige Versorgungslage mit Rohstoff für Rapsöl weiterhin ungewiss, das stützt die Forderungen.

    Dateigröße: 39 KDatum: 07.08.2017