Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 33 2017


    Niedrige Erträge und unterdurchschnittliche Qualitäten dürften zu einer dünnen Versorgung mit Raps in Deutschland führen. Mit entsprechend höheren Importen muss das Defizit dann ausgeglichen werden. Da die Rapsernte in Deutschland so gut wie abgeschlossen ist, wird sich an dem enttäuschenden Ernteergebnis wohl nichts mehr ändern, auch wenn die Sortierung und Bestimmung der Qualitäten noch andauert. Am Kassamarkt zeigen sich Käufer interessiert an Ware zur prompten Lieferung, dennoch heben die Mühlen ihre Prämien auf die gegenüber Vorwoche schwächeren Rapsterminkurse nicht an. Das Preisniveau, das sich ergibt, liegt daher zu niedrig, um Rapserzeuger zur Verkäufen zu motivieren. Sie halten sich nach wie vor zurück, wenn es darum geht, über die bereits geschlossenen Kontrakte hinaus weitere Mengen aus der neuen Ernte vertraglich festzulegen. Damit das passiert, müsste das Preisniveau höher liegen. Doch die Ölmühlen beklagen nach wie vor unzureichende Erlöse aus dem Rapsölverkauf, denn die Biodieselindustrie meldet nach wie vor kaum Bedarf an. Das hält die Gebote für Rapssaat im Zaum.

    Die Nachfrage der Mischfutterhersteller für Rapsschrot hat auf vorderen Positionen, gerade für September, angezogen. Spätere Termine sind dann zunehmend teurer und werden kaum besprochen. Allerdings halten sich die Ölmühlen mit Verkäufen zurück, denn sie keine zufriedenstellenden Preise erwarten können. Geringe Abgabebereitschaft und ein, dem Vernehmen nach, langsam knapper werdendes Angebot motivieren die Futtermittelhersteller auf den vorderen Positionen Ware zu bekommen. Am Sojaschrotmarkt tendieren die Preise gegenüber Vorwoche leicht schwächer. Grund sind die neuesten USDA-Daten: Marktteilnehmer hatten mit einer Rücknahme der US-Sojabohnenernteprognose gerechnet – das Gegenteil traf jedoch ein und drückte Kurse und Preise nach unten. Das hat die Nachfrage am deutschen Sojaschrotmarkt spürbar abgekühlt. Denn jetzt wartet die Käuferseite auf weitere Vergünstigungen.

    Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich kaum zur Vorwoche verändert. Lediglich für Sojaöl wurden deutliche Steigerungen genannt. Fob Rotterdam stiegen die Forderungen um 15 auf 750 EUR/t. Getrieben wurde die Entwicklung von festeren Sojaölkursen in Chicago zum Ende der vergangenen Woche. Die unerwartet rege Nachfrage der US-Biodieselindustrie hat die Sojaölnotierungen zumindest kurzzeitig beflügelt. Das setzte auch am Kassamarkt preissteigernde Impulse. Rapsöl fob Hamburg kann das Niveau der Vorwoche nicht halten. Mit 762 EUR/t wurden 3 EUR/t weniger verlangt als in der vergangenen Woche. Die anhaltend verhaltene Nachfrage der Biodieselindustrie und das geringe Rapsangebot der Erzeuger auf dem aktuellen Preisniveau führten zu wenig Neugeschäft und brachten kaum Impulse.

    Dateigröße: 43 KDatum: 17.08.2017

  • Marktbericht KW 32


    In Deutschland, Tschechien und Polen werden die Rapsernteerwartungen bislang nicht erfüllt – die Erträge und Qualitäten enttäuschen vielfach. Bessere Ernteergebnisse in Frankreich, Großbritannien und dem Südosten Europas werden dadurch relativiert. Marktbeobachter rechnen mit einer zunehmenden Entkopplung der Rapskurse in Paris von den Sojakursen in Chicago. Die schwächeren Erträge dürften die Rapskurse nach oben treiben und Preisbefestigungen am deutschen Kassamarkt nach sich ziehen. Bislang zeigen sich die Kurse aber noch unentschlossen. Zudem sind von der Nachfrageseite im August weiter keine Impulse zu erwarten. Die Biodieselnachfrage ist gering, sodass die Mühlen nach wie vor keine steigenden Erlöse aus dem Rapsölverkauf erwarten können. Das gegenwärtige Preisniveau lässt die Rapserzeuger weiterhin zurückhaltend agieren. Vor dem Hintergrund einer avisiert knapperen Versorgung setzen sie auf steigende Preise.

    Deutliches Kaufinteresse gibt es seit dieser Woche für Rapsschrot, denn die Rapsernte 2017 ist jetzt in vollem Gange und es fließen größere Mengen Saat zu den Mühlen. Das „neuerntige“ Angebot an Rapsschrot steigt, Preisrückgänge locken Käufer an. Am Sojaschrotmarkt ist die Umsatzlage in dieser Woche hingegen bescheiden. Ende vergangener Woche waren die Geschäfte noch rege gewesen. Zwei Tage in Folge wurden umfangreiche Kontrakte zwischen Mühlen und Futtermittelherstellern ausgehandelt, bis einschließlich Juli 2018. Einige Futtermittelbetriebe haben jüngst Kontrakte mit Landwirten geschlossen und wollen deshalb gewährleisten, ihren Vertragsverpflichtungen uneingeschränkt nachkommen zu können. Mitausgelöst wurde das gesteigerte Kaufinteresse in der Vorwoche aber auch durch Währungseinflüsse und eine vorübergehende Schwäche der Sojakurse an der Chicagoer Börse. Sie schufen den für die Mischfutterindustrie günstigen Zeitpunkt zuzuschlagen.

    Das Geschäft mit Pflanzenölen verlief in der vergangenen Woche sehr ruhig. Teilweise herrschte einfach wenig Aktivität, da in vielen Regionen Urlaubszeit ist. Es wurde auch viel verhandelt, aber Käufer und Verkäufer fanden nicht zusammen. So verhält es sich derzeit bei Rapsöl. Fob Hamburg wurden 765 EUR/t genannt und damit 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Hier herrschten sehr schwierige Markt- und Geschäftsbedingungen. Es gab wohl große Preisdifferenzen was den Rohstoffeinkauf betraf. Je nach Region wurden sehr unterschiedliche Rapspreise verlangt. Dazu erschwerten die sehr großen Qualitätsunterschiede und Ölgehalte den Handel. Käufer hielten sich auf dem aktuellen Preisniveau zurück und fragten kaum Rapsöl nach, sinkende Dieselzulassungen limitierten die Biodieselnachfrage und die Konkurrenz durch Palmöl und Altspeisefett als Rohstoff für die Biodieselproduktion drückt zusätzlich die Preise. Auf der anderen Seite müssen auch die Verkäufer ihren Schnitt beim Rapsöl machen. Auf dem aktuellen Niveau reichen aber die Forderungen nicht aus, um profitable zu wirtschaften. Damit waren beide Geschäftsparteien in ihrem Aktionsradius eingeschränkt. Entsprechend wenige Geschäfte kamen so zum Abschluss. Während die Sojaölkurse in Chicago auf Wochensicht schwächer tendieren, haben sich die Forderungen am Kassamarkt befestigt. Fob Hamburg zogen die Preise im Vorwochenvergleich um 12 auf 735 EUR/t an.

    Dateigröße: 44 KDatum: 11.08.2017

  • Marktbericht KW 31 2017


    Der Rapskassamarkt kommt weiterhin nicht in Schwung. Denn an der verfahrenen Situation hat sich im Prinzip nichts geändert. Die Ölmühlen beklagen nach wie vor unzureichende Erlöse aus dem Verkauf der Rapsnachprodukte, Schrot und besonders Öl. Daher sind sie nicht bereit, ihre Prämien anzuheben. Lediglich festere Rapskurse in Paris können daher die Kassapreise mit nach oben ziehen. Diese Bewegung ist aber noch nicht ausreichend, die Erzeuger in Deutschland zur Abgabe neuerntiger Mengen zu motivieren. Denn sie hatten in den zurückliegenden Wochen zunächst mit großer Trockenheit zu kämpfen und müssen jetzt aufgrund starker Regenfälle, um ihre Rapsernte bangen. Der insgesamt widrige Witterungsverlauf könnte für Ertragseinbußen sorgen, außerdem muss der eingebrachte Raps in diesem Jahr stärker als sonst separiert und aufbereitet werden, heißt es. Daher wollen die Erzeuger höhere Preise für neuerntige Ware sehen. Die meisten warten jetzt Ernteverlauf und Preisentwicklung zunächst weiter ab. Unter dem Strich ist das Angebot aus der neuen Rapsernte bislang überschaubar, die Nachfrage zugleich alles andere als drängend. Dadurch beschränken sich die Geschäfte auf Kontraktabwicklungen, Neugeschäft findet praktisch nicht statt.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage auf den vorderen Terminen nach wie vor sehr gering. Grund sind die bereits gut gefüllten Läger. Der Bedarf ist nicht drängend und Mischfutterhersteller können es sich leisten, die weitere Preisentwicklung abzuwarten. Mehr Umsätze gibt es dagegen auf Terminen im Frühjahr und Sommer 2018. Demgegenüber zog Rapsschrot in der vergangenen Woche gesteigertes Kaufinteresse auf sich, insbesondere am Niederrhein gingen Kaufanfragen ein. Grund sind die, mit der Rapsernte, sinkenden Preise. Dadurch vergünstigt sich Rapsschrot gegenüber Sojaschrot zunehmend. Faustregel der Mischfutterhersteller für den Einsatz von Rapsschrot im Mischfutter ist die Grenze von 70 %. So viel darf der Preisanteil vom Rapsschrot gegenüber Sojaschrot höchstens ausmachen. Derzeit liegt die Marke bei 65 % und das Nachfragependel schwingt eindeutig Richtung Rapsschrot. Sojaöl fob Hamburg verteuerte sich um 8 EUR/t auf 723 EUR/t. Festere Sojaölkurse in Chicago setzten preissteigernde Impulse. Die Unsicherheiten bezüglich der künftigen Importzölle auf Pflanzenöle, sowohl in den USA, als auch in der EU-28, spielen aber nach Einschätzung von Marktteilnehmern derzeit noch keine preisbeeinflussende Rolle. Es sind schlicht zu wenige Details zu den konkreten Anti-Dumping-Zöllen bekannt. Da noch nicht klar ist, welche Arten von Biodiesel unter die Bestimmungen fallen wird, sind langfristige Implikationen für den Markt und die internationale Handelsdynamik noch nicht absehbar. Die Forderungen für Rapsöl haben sich nach den deutlichen Verlusten der Vorwochen wieder gefangen. Mit 763 EUR/t fob Hamburg wurden rund 23 EUR/t mehr genannt als zuvor. Auslöser ist die schleppende Rapsernte in Deutschland, die häufig von Regen unterbrochen wird. Damit wächst die Verunsicherung hinsichtlich der Mengen- und Qualitätsentwicklung. Bislang sind Ölgehalte und Erträge bundesweit sehr heterogen. Damit bleibt die zukünftige Versorgungslage mit Rohstoff für Rapsöl weiterhin ungewiss, das stützt die Forderungen.

    Dateigröße: 39 KDatum: 07.08.2017

  • Marktbericht KW 30 2017


    Starke Regenfälle in weiten Teilen Deutschlands sorgen für eine Verzögerung der Rapsernte. Vor dem Wochenende dürften keine großen Mengen von den Feldern geholt worden sein. Daher ist das Angebot aus der laufenden Ernte auch zur Belieferung der bereist geschlossenen Kontrakte sehr überschaubar. Versorgungslücken bei den Ölmühlen tun sich auf und prompte Ware erzielt deutliche Aufgelder. Demgegenüber zeigen Ölmühlen an Raps auf späteren Lieferterminen deutlich weniger Interesse. Sie halten ihre Prämien auf die Terminkurse unverändert, teils haben sie diese sogar leicht zurückgenommen. Da auch die Rapskurse in Paris schwächer tendieren, senkt sich das gesamte Rapspreisniveau spürbar ab. Das bremst die ohnehin verhaltene Abgabebereitschaft der Erzeuger und Handelsunternehmen spürbar. Die Verunsicherung hinsichtlich des zu erwartenden Angebotes wächst, denn noch steht der Großteil auf dem Feld und jetzige Regen ist zum Zeitpunkt der Reife nicht förderlich. Es zeichnet sich in Deutschland eine ähnliche Rapsversorgung wie im Vorjahr ab und die etwas über Vorjahr liegenden Erzeugerpreise spiegeln das wider. Aus Sicht der Erzeuger reicht das aber nicht aus, um Verkaufsbereitschaft zu fördern. Gleichzeitig zeigen die Verarbeiter wenig Engagement. Sie beklagen unzureichende Margen aufgrund der sinkenden Nachproduktpreise. Besonders die mangelnde Ölnachfrage ist ein entscheidender Grund für die Zurückhaltung und die unflexiblen Prämien. Dem Rapsölmarkt fehlt es an Nachfrage. Potenzielle Biodieselkäufer halten sich zurück und warten auf die Entscheidung Brüssels hinsichtlich der avisierten Antidumpingzölle. Die soll aber erst Mitte August kommen. So lange wird sich die Nachfrage wohl noch aufstauen.

    Die Forderungen für Sojaschrot haben trotz der Schwäche in Chicago und bei gleichzeitig importförderndem Eurokurs kaum nachgegeben. Am 26.07.2017 wurde 49 %-Ware fob Hamburg mit 306 EUR/t bewertet, 44er Ware mit 282 EUR/t. Das sind 3 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Das Kaufinteresse scheint aber nach wie vor eher verhalten zu sein. Mischfutterhersteller fassen jetzt offenbar das vergleichsweise günstigere Rapsschrot ins Auge. Die Rapsschrotnachfrage bei den großen Mühlen belebt sich zumindest auf den vorderen Positionen. Und Käufer, von denen man annahm, sie hätten ihren Bedarf längst gedeckt, ordern erneut vordere Ware zu deutlich günstigeren Preisen als zuvor. Die steigende Nachfrage kann allerdings keine preisstützende Wirkung entfalten, zu groß ist das Angebot. Dies und die sinkenden Terminnotierungen waren die Gründe für den Preisdruck, dem sich Rapsschrot im Verlauf der Woche hatte beugen müssen.

    Die Rapsölpreise haben im Verlauf der vergangenen Woche am deutlichsten verloren, um 50 EUR/t fielen die Forderungen für prompte Lieferungen auf 740 EUR/t fob Hamburg. Spätere Termine gaben durchschnittlich um 18 EUR/t nach. Grund für den Einbruch dürften neben schwächeren Rapskursen in Paris, auch die deutlich bessere Ernte in Frankreich und der steigende Eurokurs sein. Durch die anhaltenden Niederschläge in Deutschland wird allerdings die Ernte weiter in August hinein verzögert, somit ist derzeit nur noch sehr knappes alterntiges Rapsöl für den sofortigen Bedarf verfügbar. Wer in den kommenden ein bis zwei Wochen kaufen will, muss mit deutlich festeren Prämien für prompte Ware rechnen. Auf der anderen Seite hält sich die Ölnachfrage in Grenzen, Käufer warten noch die weitere Entwicklung ab. Beim Sojaöl sanken die Forderungen ebenfalls, mit 10 EUR/t weniger als in der vergangenen Woche fiel der Rückgang aber deutlich kleiner aus. Die schwächeren Soja- und Sojaölkurse in Chicago belasteten vorne. Der August-Oktober-Termin blieb zur Vorwoche unverändert und spätere Termine tendierten sogar fester.

    Dateigröße: 44 KDatum: 27.07.2017

  • Marktbericht KW 29 2017


    Landwirte in Deutschland haben mit der Rapsernte begonnen, die allerdings bald darauf schon durch Regenfälle unterbrochen wurde, sodass umgehend Aufgelder für prompte Ware durchgesetzt werden konnten. Davon abgesehen hat sich an der Marktlage in Deutschland jedoch wenig verändert. Für die Ölmühlen ist die Erlössituation mit Rapsnachprodukten weiterhin unbefriedigend. Nach wie vor fehlt es an Nachfrageimpulsen aus dem Biodieselsektor, sodass die Rapsölpreise keine weitere Befestigung finden können. Aber auch die sinkenden Rapsschrotpreise belasten die Verarbeitungsmarge. Die Mühlen halten ihre Prämien somit nach wie vor relativ konstant, während die Terminkurse, schwächeren Vorgaben aus Chicago folgend, deutlich nachgegeben haben. Daher tendieren die Rapsreise gegenüber Vorwoche schwächer und sorgen so für fortgesetzte Zurückhaltung bei den Anbietern. Mit laufender Ernte beleben sich die Verkäufe nur geringfügig. Das Preisniveau entspricht derzeit häufig nicht den Vorstellungen der Erzeuger, gleichzeitig ist in 2017 mit einer erneut engen Versorgungsbilanz zu rechnen. Beides könnte dazu führen, dass die aktuell noch nicht kontrahierten Mengen in stärkerem Maße als sonst üblich eingelagert werden. Rapsanbieter warten auf Preisimpulse. Bei schwachem Rapsschrotgeschäft müssten diese von der Rapsölnachfrage kommen. Hier geht es jedoch nach wie vor unerwartet ruhig zu. Zwar wurde in den vergangenen Wochen von einer belebten Biodieselnachfrage berichtet, die breite Masse der Beimischer scheint sich am Markt aber noch zurückzuhalten. Die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger lagen zuletzt bei 351 EUR/t und damit 6 EUR/t unter Vorwoche. Der Preisvorsprung gegenüber Vorjahresniveau ist damit von 25 EUR/t in KW 28 auf aktuell 14 EUR/t zurückgeschmolzen.

    Avisierten Regenfälle kommen US-Sojabeständen zugute und heben die Erwartung an Qualität und Ertrag. Dementsprechend wächst auch am deutschen Sojaschrotmarkt auf der Käuferseite die Zuversicht auf eine reichliche Versorgung 2017/18. Die Forderungen wurden wieder zurückgenommen. Das kann die Käufer jedoch nicht animieren und der Markt zeigt sich weiterhin umsatzschwach, denn jetzt spekulieren die Mischfutterbetriebe auf weitere Vergünstigungen. Am Rapsschrotmarkt sind, außer für Liefertermine im August, derzeit mehr Käufer als Verkäufer aktiv, allerdings fast ausschließlich Händler, die in dem Bemühen ihre Versorgung abzusichern vermehrt Kaufanfragen bei den Ölmühlen stellen. Nachdem diese aber bereits größere Menge vorkontrahiert haben, halten sie sich mit weiteren Verkäufen nun eher zurück. Mischfutterhersteller signalisieren momentan sehr wenig Kaufinteresse für Rapsschrot und sind am Markt kaum aktiv.

    Nachdem die Pflanzenölkurse genau vor einer Woche scharf angezogen waren, gaben sie nahezu stetig ihre Gewinne wieder ab. Sojaöl rutscht so an der Börse in Chicago 2 % unter Vorwochenlinie. Am Kassamarkt in Rotterdam verlieren die Liefertermine bis September 15 EUR/t zur Vorwoche, wo promptes Sojaöl aktuell mit 720 EUR/t fob bewertet wird, während spätere sogar 20 EUR/t nachgeben. Demgegenüber kann sich Rapsöl besser behaupten und baut so seinen Preisabstand zum Sojaöl wieder aus. Mit 738 EUR/t fob Niederlande zur Lieferung ab August ist es 28 EUR/t teurer als Sojaöl und auch nur 5 EUR/t günstiger als in der Vorwoche. Mit den starken Bewegungen am Währungs- und Rohstoffmarkt geht das Kaufinteresse wieder zurück. Außerdem ist das Angebot in Deutschland vergleichsweise teuer. So liegt die Preisdifferenz zwischen Holland-Papier und fob Deutschland bei rund 10 EUR/t. Da steigen keine Käufer ein. Gleichzeitig ist das Angebot an Rapsöl auch schon sehr gut verkauft. So gibt es nur noch an sehr wenigen Standorten nennenswerte Mengen zur Lieferung im August.

    Dateigröße: 44 KDatum: 20.07.2017

  • Marktbericht KW 28 2017


    Am Kassamarkt zeigen sich erste neuerntige Partien. Allerdings mangelt es nach wie vor an Impulsen. Ölmühlen sind mit ihren Erlösen aus dem Verkauf der Nachprodukte Öl und Schrot weiterhin nicht zufrieden. Das dämpft ihr Kaufinteresse für den Rohstoff. Immerhin halten sie ihre Prämien aber gegenüber Vorwoche weitgehend konstant, am Niederrhein wurden sie für Ware zur Lieferung ab Januar 2018 sogar leicht angehoben. Da die Rapskurse in Paris jedoch einen kräftigen Sprung nach oben gemacht haben, ergeben sich Preissteigerung für Raps ex Ernte 2017 von 10 EUR/t bis 11 EUR/t zur Vorwoche. Ganz schwach scheint die Nachfrage also nicht zu sein, dürfte aber erst mit einer Verbesserung der Margen wieder Fahrt aufnehmen. Dies ist bislang aber nicht in Sicht. Im Herbst ist allerdings mit einem spürbaren Nachfrageanstieg aus dem Biodieselsektor nach Rapsöl zu rechnen. Einerseits saisonal bedingt, denn in den Sommermonaten werden hauptsächlich Soja- und Palmöl zu Biodiesel verarbeitet, andererseits, weil die Nachfrage bislang unerwartet gering ausfiel, sodass im letzte Quartal 2017 Nachholbedarf bestehen dürfte. Spätestens dann könnte sich die Erlössituation für die Ölmühlen wieder verbessern. Auch die Erzeugerpreise konnten sich gegenüber Vorwoche befestigen. Sie legten deutlich um 14 EUR/t auf 358 EUR/t zu und übertreffen damit klar das Niveau des Vorjahres als der Preis bei 332 EUR/t frei Lager des Erfassers lag. Das entspricht einem Plus von 7,8 %. Grund für die Befestigung sind die festeren Rapskurse in Paris in Kombination mit konstanten Prämien. Kaufinteresse ist damit durchaus vorhanden. Vereinzelt haben Erzeuger auf dem höheren Preisniveau in der vergangenen Woche Vorkontrakte abgeschlossen, mancher hält sich in Erwartung weiterer Befestigungen aber auch noch zurück.

    Am Sojaschrotmarkt geht es zu Beginn der aktuellen Kalenderwoche besonders ruhig zu. Die stetigen Preissteigerungen der vergangenen 2 Wochen – getrieben von den deutlichen Kurssprüngen bei Sojabohnen in Chicago – machen sich bemerkbar. Sie haben das Kaufinteresse der hiesigen Mischfutterindustrie deutlich abgekühlt. Zusätzlich sorgt der anstehende Monatsbericht des USLandwirtschaftsministeriums für Zurückhaltung bei den Käufern. Nachdem sich die Rapsschrotpreise in der Vorwoche noch völlig unbeeindruckt von den Preissprüngen beim Sojaschrot zeigten und sogar kräftig verloren, ist ihre Tendenz nun ebenfalls aufwärts gerichtet. Der Preisabstand zum Sojaschrot hat sich dennoch vergrößert. Das Angebot ist derzeit zurückhaltend. Mühlen halten ihre Verarbeitung angesichts unbefriedigender Produkterlöse gedrosselt. Für Mischfutterhersteller ist Rapsschrot angesichts der Vergünstigung gegenüber Sojaschrot wieder interessanter geworden.

    In der vergangenen Woche hat die US-Umweltbehörde EPA das langerwartete US-Biodieselquoten für 2018/19 bekannt gegeben. Dabei wurden die Quoten mehr oder weniger unverändert gelassen. Damit bleibt der Biodieseleinsatz stabil auf Vorjahresniveau, wird aber auch nicht weiter steigen. Das wurde von vielen Markteilnehmern so nicht erwartet. Entsprechend gaben die Sojaölkurse in einer ersten Reaktion über 1 % nach. Im Wochenverlauf hat die anhaltende Hausse der US-Sojakurse den Rückgang jedoch überkompensiert und für feste US-Sojakurse gesorgt. Davon unbeeindruckt tendierten die Preise für Sojaöl zur sofortigen Lieferung schwächer. Um 15 EUR/t fielen die Forderungen im Vorwochenvergleich auf 740 EUR/t fob Hamburg. Scheinbar traf das eher knappe Angebot für prompte Ware auf eine recht geringe Nachfrage. Spätere Termine gaben nur leicht anch. Die festeren Rapsnotierungen hatten demgegenüber keinen großen Einfluss auf die Forderungen für Rapsöl am Kassamarkt. Mit 830 EUR/t fob Hamburg bewegen sich die Preise auf Vorwochenlinie.

    Dateigröße: 44 KDatum: 13.07.2017

  • Marktbericht KW 27 2017


    Deutsche Ölmühlen halten ihre Prämien auf die steigenden Rapskurse in Paris weitgehend konstant, lediglich für Termine im September nehmen sie sie etwas zurück. Dies zeigt, dass auf Seiten der Mühlen, wenn auch nicht drängend, durchaus Kaufinteresse für den Rohstoff besteht, andernfalls hätten sie ihre Gebote mit den steigenden Notierungen deutlicher zurückgenommen. Möglicherweise hängt dies mit den steigenden Sojakursen zusammen, die auch Sojaöl beflügelt haben – das zieht auch die Rapsölpreise mit nach oben und verbessert somit die Erlösmöglichkeiten für die Mühlen. Festere Rapskurse und konstante Prämien resultieren in höheren Geboten, die das Verkaufsinteresse der Erzeuger etwas angekurbelt haben. Drängend ist es deshalb jedoch noch keineswegs, auch weil die Landwirte nach den stetigen Kursbefestigungen der vergangenen Tage nun den Beginn der langersehnten Hausse wittern. Wochenlang beklagten viele das unzureichende Kursniveau für Raps in Paris, welches die witterungsbedingt schwächeren Ertragsschätzungen nicht hinreichend widerspiegle. Nun rechnen sie mit weiteren Preisbefestigungen und warten den Verlauf mehrheitlich ab. Jetzt will keiner zu voreilig handeln, neue Kontrakte auf die kommende Ernte abschließen und sich dadurch womöglich höhere Preise entgehen lassen. Doch ob jüngste Kurssteigerungen tatsächlich den Beginn einer Hausse markieren und sich die momentane Zurückhaltung der Erzeuger auszahlen wird, bleibt abzuwarten. Denn die Rapskurse werden momentan in der Hauptsache von den festeren Sojanotierungen mit nach oben gezogen. Zudem zeigte sich der EU-Prognosedienst MARS zuletzt zuversichtlich im Hinblick auf die Ertragssituation in Südosteuropa, wo die Ernten vor Kurzem weiträumig angelaufen sind. Gerade für Polen erwartet MARS eine deutliche Ertragsteigerung gegenüber dem Vorjahr von 18 %. Anders sieht die Situation in Deutschland aus. Hier machen sich späte Fröste bis in den April, große Hitze im Juni und insgesamt die Trockenheit der vergangenen Monate durchaus bemerkbar. So taxierte der Deutsche Bauernverband den Ertrag zuletzt auf 36 dt/ha und damit deutlich unter den langjährigen Durchschnitt von 39 dt/ha.

    Neueste USDA-Zahlen weisen für Sojabohnen gegenüber Vorjahr steigende US-Lagerbestände sowie Anbauflächen aus. Marktteilnehmer hatten jedoch mit einem deutlicheren Plus gerechnet – das hat die Sojabohnenkurse in Chicago beflügelt. Die feste Tendenz gaben sie auch an die Sojaschrotpreise hierzulande weiter. Ware beider Qualitäten legt gegenüber Vorwoche 16 EUR/t zu, auf 320 EUR/t bzw. 294 EUR/t. Das hat viele Käufer zurückschrecken lassen. Von der deutlich festeren Tendenz beim Sojaschrot zeigen sich die Rapsschrotpreise bislang noch unbeeindruckt. Fob Ölmühle lagen sie am 04.07.2017 im Bundesdurchschnitt rund 10 EUR/t unter Vorwochenniveau. Damit hat sich der Preisvorsprung von Soja- gegenüber Rapsschrot wieder erheblich vergrößert, sodass letzteres wieder attraktiver für die Futtermittelindustrie wird. Das Kaufinteresse gilt vorrangig Terminen im November 2017 bis April 2018. Auf vorderen Positionen wird hingegen nur wenig umgesetzt.

    Die Forderungen für Pflanzenöle sind in der vergangenen Woche sprunghaft stiegen und haben sich mit Ausnahme des Palmöls kräftig befestigt. Grund für die Entwicklung sind die deutlich festeren Terminnotierungen für Soja in den USA. In der aktuellen Phase sind Wettermärkte an der Börse Chicago durch aus die Regel. Jede Witterungsänderung wird eingepreist und in der Kursbildung angepasst. Die Folge: hohe Volatilität und abrupte Übertreibungen in beide Richtungen. Das wirkt sich bei Sojabohnen natürlich auch unmittelbar auf Sojaöl aus. Die US-Sojaölkurse haben im Verlauf der vergangenen Woche mehr als 5 % zugelegt. Entsprechend sind auch die Kassapreise gestiegen. Fob Hamburg wurden mit 755 EUR/t rund 20 EUR/t mehr genannt als in der Vorwoche. Auch die Rapskurse in Paris wurden von der steigenden Tendenz erfasst und legten ebenfalls zu. Allerdings nicht so stark wie Rapsöl. Auf Wochensicht verteuerten sich die Forderungen fob Hamburg um 45 EUR/t auf 830 EUR/t. Hier spielt aber auch die Sorge vor einer schlechter als bisher erwarteten Rapsernte 2017 in der EU-28 eine Rolle.

    Dateigröße: 44 KDatum: 06.07.2017

  • Marktbericht KW 26 2017


    Am deutschen Rapskassamarkt ist die Umsatzlage unverändert dünn, denn von den Ölmühlen kommen weiterhin keine entscheidenden Nachfrageimpulse. Die Prämien stehen unter leichtem Druck, denn die Erlössituation mit Schrot und Öl ist aus Sicht der Verarbeiter nach wie vor nicht zufriedenstellend. Sie sind daher nicht bereit, mehr für den Rohstoff auszugeben. Hinzu kommen die auf Wochensicht weiter rückläufigen Rapsnotierungen an der Börse in Paris. Den Rapserzeugern fehlen daher die Anreize zu verkaufen. Käufer finden zu ihren Preisvorstellungen demzufolge kaum ein Angebot. Ohnehin sind die Offerten auf Terminen ex Ernte, besonders im September, nach wie vor äußerst überschaubar. Neuerlichen Preisdruck erzeugen in dieser Woche die verbesserten Vegetationsbedingungen durch kühlere Temperaturen und erste Regenfälle nach der Hitzewelle der vergangenen Tage. Außerdem hat die Ernte in Südosteuropa in weiten Teilen begonnen. Beides zusammen bietet bärische Impulse. Außerdem hat der EUPrognosedienst MARS seine EU-Ertragsschätzung für Raps aktuell auf 32,2 dt/ha angehoben, nach 31,7 dt/ha in der Mai-Prognose. Damit würde das langjährige Mittel aber immer noch um knapp 5 % verfehlt werden. Die alte Ernte ist indes kein Thema mehr. Verbliebene Mengen werden bei aktuell nicht zufriedenstellendem Preisniveau nun offenbar in die kommende Saison übernommen.

    Das Kaufinteresse für Rapsschrot auf den vorderen Terminen ist wie schon in der Vorwoche sehr gering. Das hat die Preise auf Wochensicht weiter nachgeben lassen. Zwar ist auch das Angebot aus der alten Ernte mittlerweile äußerst knapp, dennoch gibt es vereinzelt Mühlen, die momentan regelrecht Käufer suchen, um ihre Restmengen loszuwerden. Rapsschrot zur Lieferung ab August erregt momentan noch wenig Kaufinteresse. Mancher Marktteilnehmer rechnet aber mit einer Belebung der Nachfrage im Juli. Am Sojaschrotmarkt geht es lebhafter zu. In den vergangenen Tagen wurden mehr Geschäfte mit Futtermittelherstellern geschlossen, bis einschließlich Januar 2018. Was der Nachfrage nach Sojaschrot zugutekommt ist, dass es sich preislich zunehmend an das vergleichsweise günstigere Rapsschrot annähert. Das soll bereits dazu geführt haben, dass der eine oder andere Mischfutterhersteller Rapszugunsten von Sojaschrot aus der Ration genommen hat.

    Derzeit gibt es kaum nennenswerte Geschehnisse oder Entwicklungen, die das Geschäft mit Pflanzenölen beeinflussen, das zeigt sich auch an den kaum veränderten Pflanzenölpreisen. Außer bei Sojaöl verbuchten die anderen Öle nur marginale Preisveränderungen im Vorwochenvergleich. Während die Sojaölkurse in Chicago gegenüber der vergangenen Woche leicht um 1,5 % gefallen sind, hat promptes Sojaöl am Kassamarkt fob Hamburg rund 20 EUR/t auf 735 EUR/t nachgegeben. Das ist ein Rückgang von 2,6 %. Die Terminnotierungen spiegeln immer noch die Spekulationen auf eine baldige Nachricht zur USBiodieselbeimischungsquote 2018 wieder. Fundamental betrachtet ist die Versorgung vor Ort an den Kassamärkten aber sehr komfortabel und ein deutlicher Rückgang der globalen Erzeugung und damit Knappheit momentan nicht absehbar. Ansonsten fallen die Preisveränderungen zur Vorwoche fast unverändert aus. Rapsöl zur sofortigen Lieferung fob Hamburg konnte sein Niveau gut behaupten. Um 2,50 EUR/t erhöhten sich die Forderungen zur Vorwoche auf aktuell 785 EUR/t. Marktbeobachter rechnen für Anfang/Mitte Juli 2017 mit mehr Aktivität am Markt. Demnach warten viele Akteure den kommenden USDA-Monatsbericht im Juli ab, der neue Anreize für Geschäfte der neuen Ernte liefern dürfte.

    Dateigröße: 44 KDatum: 29.06.2017

  • Marktbericht KW 25 2017


    Die alte Ernte spielt am Markt praktisch keine Rolle mehr. Marktteilnehmer konzentrieren sich auf die Termine ex Ernte. Allerdings ist die Abgabebereitschaft der Landwirte nach wie vor sehr gering, sodass kaum Kontrakte mit den Ölmühlen ausgehandelt werden. Kaufinteresse ist zwar vorhanden, konstante Prämien und jüngst wieder rückläufige Rapskurse in Paris bieten zusammengenommen jedoch wenig Verkaufsanreize. Da müssten die Mühlen ihre Prämien wohl schon anheben, um die Erzeuger aus der Reserve zu locken. Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass die Mühlen, wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerade drängend, Ware suchen, vielfach jedoch keine Offerte finden. Wo es doch etwas zu kaufen gibt, passen die Preisvorstellungen allerdings häufig nicht zueinander. Entsprechend dünn ist der Umsatz auf den Terminen ex Ernte derzeit. Die Umsatzflaute betrifft vor allem den September 2017, denn hier wird kaum etwas offeriert. Die Einschätzung der Rapsfeldbestände für Deutschland bleibt sehr heterogen, auch wenn sich das Bestandsbild zuletzt durch die Bank leicht verbessert hat. Die Unsicherheit im Hinblick auf den Umfang der kommenden Ernte ist damit nicht vom Tisch, sodass die Erzeuger, solange sie noch können, zurückhaltend agieren.

    Rapsschrot zur Lieferung im Juni/Juli 2017 ist nach wie vor knapp verfügbar, denn bei den Ölmühlen liegen nur noch Restmengen auf Lager. Diese werden vereinzelt zwar offeriert, finden dann auch zügig Abnehmer, grundsätzlich hat das Kaufinteresse für vordere Ware aber nachgelassen. Das begrenzt den Preisspielraum der Mühlen nach oben. Der auf den vorderen Terminen umsatzschwache Markt präsentiert sich daher weitgehend ausgeglichen. Besonders ruhig geht es derzeit am Sojaschrotmarkt zu. Alles deutet auf ein umfangreiches Sojaangebot im Wirtschaftsjahr 2017/18 hin. Notierungen und Preise sind demzufolge in ihrer Tendenz nach unten gerichtet und daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, so auch die Einschätzung hiesiger Mischfutterbetriebe, die sich mit Käufen am Sojaschrotmarkt zurückhalten. Ihre Läger seien ohnehin bis unter die Decke gefüllt, heißt es. Dementsprechend ist ihr Bedarf alles andere als drängend.

    In der vergangenen Woche gab es zwei deutliche Gewinner unter den Pflanzenölen. Während die Palmölpreise deutlich nachgaben, haben sich die Forderungen für Sojaöl und besonders für Rapsöl kräftig befestigt. Angefacht wird die Entwicklung der Sojaölpreise durch die in kürze erwartete Bekanntmachung der US-Umweltbehörde zu den Beimischungsquoten für 2018, sowie zu den geplanten Importzöllen auf argentinisches und malaysisches Soja- bzw. Palmöl. In Erwartung der entsprechenden stimulierenden Impulse für den US-Ölmarkt zogen die Sojaölkurse in Chicago an. Das hat sich auch auf den Kassamarkt ausgewirkt. Fob Hamburg stiegen die Forderungen gegenüber Vorwoche um 15 EUR/t auf 755 EUR/t für prompte Ware. Spätere Termine gehen die Preissteigerung in ähnlichem Umfang mit. Auch kanadischer Raps würde von den Änderungen am US-Ölmarkt profitieren. So haben sich die Kurse in Winnipeg befestigt und für Unterstützung der Rapsnotierungen an der Matif in Paris gesorgt. Die Befürchtungen vor einer unterdurchschnittlichen Ernte 2017 in der EU-28 und dem wichtigen Lieferland Australien stützten zusätzlich. Die Großhandelspreise für Rapsöl fob Hamburg sind für Juli rund 26 EUR/t auf 782,5 EUR/t gestiegen. Das liegt daran, dass für Rapsöl der alten Ernte kräftige Aufgelder gezahlt werden müssen, das Angebot beschränkt sich jedoch auf Kleinstmengen. In Rotterdam wird Rapsöl vorne mangels Angebot gar nicht mehr gehandelt.

    Dateigröße: 44 KDatum: 22.06.2017

  • Marktbericht KW 24 2017


    Am Kassamarkt wird Raps der alten Ernte so gut wie nicht mehr gehandelt, das Kaufinteresse für prompte Ware ist praktisch gleich Null. Nur sehr vereinzelt fragen Mühlen im Osten Deutschlands noch Ware, finden zu ihren Preisvorstellungen aber kein Angebot. Der Fokus der Marktteilnehmer liegt jetzt auf der kommenden Ernte. Auf den Terminen ex Ernte sind die Umsätze aber nach wie vor dünn. Denn auch hier sind die Prämien der Mühlen nicht ausreichend, um das Verkaufsinteresse der Erzeuger zu animieren. Denn die Unsicherheit über den Umfang der kommenden Ernte hält weiter an. Somit bleiben die Umsätze überschaubar. In der ersten Jahreshälfte 2017 hatten besonders die fehlenden Niederschläge den Rapsbeständen in weiten Teilen der EU-28 zu schaffen gemacht. Viele Erzeuger beklagten daher in den vergangenen Wochen ein zu niedriges Rapskursniveau in Paris, welches die Anbausituation bzw. die Ertragsentwicklung und letztlich die Ernteerwartung für Europa nur unzureichend widerspiegele. Da auch die Mühlen kein Entgegenkommen zeigten, weil sie die Prämien mehr oder weniger unverändert hielten, gab es für Rapserzeuger in Europa wenig Verkaufsanreize. Je näher die Rapsernte nun rückt, desto mehr könnte die Abhängigkeit vom Sojakurs schwinden und die Rapskurse in Paris an Eigendynamik gewinnen. Festere Vorgaben aus Paris könnten zusammen mit der Ernte die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger beleben.

    Die Sojaschrotpreise tendieren gegenüber Vorwoche leicht schwächer. Druck erzeugt ein nach wie vor schwächerer brasilianischer Real, der das „Farmer Selling“ antreibt. So landen zunehmend Bohnen aus Brasilen am Weltmarkt, was auf die Sojaschrotpreise in Europa drückt. Rapsschrot bleibt vorne knapp und gesucht. Damit hat sich die Situation am Markt im Prinzip nicht geändert. Mischfutterbetriebe suchen Ware, die Abgabebereitschaft der Mühlen ist aber gering. Die bevorstehende Verarbeitungspause der Mühlen wird das Angebot zudem weiter schrumpfen lassen. Mancher Anbieter hält die knappen Mengen noch zurück und spekuliert auf weitere Preisbefestigungen. In Betrachtung des Preisverlaufs der vergangenen Wochen, ist die Hoffnung der Mühlen sicherlich nicht unbegründet. Monatelang hatten die Preise zunächst regungslos verharrt, im Mai 2017 zog die Nachfrage dann aber an, fand aber häufig kein Angebot – das hat die Preise nach oben getrieben.

    Die Lage am Pflanzenölmarkt war auch in der vergangenen Woche eher ruhig. Während die meisten Pflanzenöle schwächer tendierten, haben sich die Forderungen für Rapsöl deutlich befestigt. Rapsöl legte zur prompten Lieferung rund 13 EUR/t auf 756 EUR/t fob Hamburg zu. Die Forderungen für Rapsöl der neuen Saison ist gegenüber Vorwoche rund 10 EUR/t auf 723 EUR/t gestiegen. Nach Angaben von Marktbeobachtern wurden jedoch kaum Geschäfte getätigt. Die höhere Bewertung resultierte aus dem schwächeren Eurokurs, festeren Energiepreisen und einer Erholung der Rapskurse an der Börse in Paris. In Rotterdam ist prompte Ware zudem nur auf Anfrage verfügbar. Auch hier sind die Forderungen für Rapsöl der neuen Ernte um knapp 10 EUR/t gestiegen.

    Dateigröße: 43 KDatum: 14.06.2017

  • Marktbericht KW 23 2017


    Raps der alten Ernte wird so gut wie nicht mehr umgesetzt. Einerseits ist das Kaufinteresse gering, denn die meisten Verarbeiter sind bis zur Verarbeitungspause ausreichend gedeckt. Andererseits ist kaum noch Ware zu bekommen. Nur vereinzelt liegen noch Restmengen unverkauft in Erzeugerlägern, die in der Hoffnung auf höhere Preise zurückgehalten werden. An der Börse in Paris sind die Rapskurse zuletzt nicht weiter zurückgegangen, sie tendieren stabil. Bei fehlender Eigendynamik dürfte das Niveau aber nur gehalten werden können, solange keine negativen Impulse von den US-Sojakursen über den Atlantik schwappen. Auf Wochensicht haben die Kurse trotz jüngster Stabilisierung allerdings weiter verloren. Währenddessen bieten die Ölmühlen in Deutschland unveränderte bis leicht schwächere Prämien. Daraus ergibt sich ein Preisniveau, welches deutlich unter den Vorstellungen der Rapserzeuger liegt. Ihr Verkaufsinteresse ist demzufolge gering. Mit Kontraktverhandlungen über die kommende Ernte halten sie sich zurück und warten darauf, dass sich der Raps von der Sojabohne löst und wieder ein Eigenleben entwickelt. Erste Ernteergebnisse aus dem Südosten Europas könnten dem Raps die Möglichkeit dazu geben. Von den Ölmühlen ist vorerst nicht mit Kaufimpulsen zu rechnen. Denn ihre Erlössituation hat sich nicht wesentlich verbessert. Außerdem dürfte der baldige Beginn der jährlichen Verarbeitungspause zwecks Reparatur- und Wartungsarbeiten die Situation noch verschärfen. Die EURapsernte 2017 wird mit geschätzten 21 Mio. t aktuell 2 % unter dem fünfjährigen Mittel gesehen. Für Deutschland könnte der Rückgang noch deutlicher ausfallen. Denn witterungsbedingt werden die hiesigen Rapserträge laut Mai-Schätzung des Prognosedienstes MARS nur noch bei 35 dt/ha gesehen und damit 10 % unter dem Durchschnittsertrag der vergangenen fünf Jahre. Vor diesem Hintergrund müssten die Rapspreise aus Erzeugersicht eigentlich steigen, billiges Soja hält sie jedoch nach wie vor fest im Griff.

    Auf den vorderen Positionen soll Rapsschrot mittlerweile sehr knapp sein. Allerdings weiß am Markt offenbar niemand so genau, wie knapp eigentlich wirklich. Nicht auszuschließen, dass mancher Anbieter Restmengen in Erwartung weiterer Preisbefestigungen auch zurückhält und sich die Situation dann letztlich als weit weniger dramatisch herausstellen wird. Doch mancher Käufer geht auf Nummer sicher und sucht Ware, um für die Übergangszeit zur Rapsernte 2017 vorzusorgen. Vorderes Sojaschrot stößt momentan auf wenig Kaufinteresse. Denn grundsätzlich ist die Preistendenz weiterhin abwärtsgerichtet. Der Markt bleibt unter Druck großer Ernten in Südamerika und absehbar auch in den USA, erst recht, nachdem die Aussaat hier mittlerweile zügig vorangeht. Marktteilnehmer hoffen daher auf weitere Preisnachlässe. Das Kaufinteresse gilt in erster Linie späteren Terminen im Sommer, umgesetzt wird allerdings wenig.

    Während Raps- und Sonnenblumenöl schwächer tendierten, haben sich die Forderungen für Soja- und besonders für Palmöl im Vorwochenvergleich deutlich befestigt. Rapsöl fob Hamburg gibt im Vergleich zur Vorwoche knapp 20 EUR/t nach und kostet damit aktuell 743 EUR/t zur prompte Lieferung. Die Forderungen für den August-Oktober-Termin mit der neuen Ernte konnten ihr Niveau ebenfalls nicht halten und sanken um 7 EUR/t auf 703 EUR/t, spätere Termine tendierten ebenfalls schwächer. Dies überrascht, da die Aussichten auf die Rapsernte 2017 in der EU-28 durch ungünstigen Witterungsbedingungen eher verhalten sind und mit einer engen Rapsbilanz 2017/18 gerechnet werden muss. Anscheinend fehlt aktuell die Nachfrage aus dem Biodieselsektor, der in den warmen Monaten des Jahres günstigeres Palm- und Sojaöl bevorzugt. Die Preise für Sojaöl scheinen ebenfalls einen Boden gefunden zu haben. Fob Hamburg haben sich die Forderungen um 14 EUR/t auf 748 EUR/t für den Juni-Termin befestigt. Der August-Oktober-Termin tendiert mit 723 EUR/t rund 4 EUR/t fester als in der vergangenen Woche.

    Dateigröße: 44 KDatum: 08.06.2017

  • Marktbericht KW 22 2017


    Die Rapsnotierungen an der Börse in Paris orientieren sich nach wie vor nahezu ausschließlich am Verlauf der Sojabohnenkurse in Chicago. Diese stehen unter dem Druck einer reichlichen globalen Sojaschätzung 2017/18 und verbuchen immer wieder größere Verluste. Davon lässt sich Raps mit nach unten ziehen. Ein Eigenleben entwickeln die Kurse auch weiterhin nicht – die Vorgaben aus Übersee sowie politische Ereignisse wiegen offenkundig stärker als fundamentale Daten, wie z.B. die nationale Rapsversorgung. Diese wird nämlich knapp gesehen. Ein preisstützender Faktor, der weder die Terminbörse in Paris, noch den deutschen Kassamarkt erreicht. Die schwachen Terminkurse, hemmen die Abgabebereitschaft der Erzeuger, denn Sie spiegeln die Situation am Markt auf dem Feld nicht wider. Diese bereiten vielen Landwirten ernsthafte Sorgen. Trockenheit ist nach wie vor ein Problem, besonders nach den Temperaturanstiegen der vergangenen Tage. Vielen Beständen mangelt es an Wasser, so dass Ernteprognosen bereits nach unten korrigiert wurden. Mit Spitzenerträgen ist in 2017 aufgrund des momentanen Bestandsbildes nicht mehr zu rechnen. Aus Erzeugersicht müsste diese Entwicklung eigentlich mit Kursgewinnen und Preisaufschlägen honoriert werden, doch das Gegenteil ist der Fall. Das verhindert Verhandlungen über die kommende Ernte. Und noch kommt keine Hektik auf. Abschlüsse bleiben daher die Ausnahme. Das liegt aber auch an der Nachfrage. Käufer sind nicht bereit, den Kursrückgang mit ihren Prämien zu kompensieren, denn die Erlössituation für Rapsöl und -schrot hat sich für die Mühlen nicht verbessert. Eine Änderung der Situation am deutschen Rapsmarkt ist momentan nicht in Sicht. Und die Chance auf Umsatzbelebung dürfte weiter zurückgehen, wenn ab Mitte Juni einige Ölmühlen ihre Verarbeitung für die jährlichen Wartungsarbeiten aussetzen werden.

    Am Sojaschrotmarkt wirken die zurückliegenden Feiertage noch nach. Mancher Käufer ist noch nicht wieder am Markt aktiv oder spekuliert angesichts der preisdrückenden Impulse aus Übersee auf weitere Vergünstigungen und hält sich zurück. Denn an der bärischen Grundstimmung hat sich nichts geändert. Preisdruck erzeugen umfangreiche südamerikanische Sojaernten und eine zügig vorangehende USAussaat. Rapsschrot ist auf vorderen Terminen sehr knapp. Wenn überhaupt noch Ware zu bekommen ist, dann werden dafür in der Regel deutliche Aufgelder gefordert. Mancher scheint aber froh zu sein, überhaupt noch Ware zu bekommen und greift daher auch mal etwas tiefer in die Tasche. Termine November/Januar 2017/18 sind ebenfalls im Gespräch, Kontrakte werden aber in der Regel nicht ausgehandelt. Für Ware auf den Terminen Februar/April 2018 kommen von den Mischfutterherstellern derzeit noch keine Anfragen.

    In der vergangenen Woche war es feiertagsbedingt am deutschen und europäischen Pflanzenölmarkt sehr ruhig. Viele Marktteilnehmer hatten den Brückentag für ein langes Wochenende genutzt, so dass kaum Ware umgesetzt wurde. Darüber hinaus war in den USA am 29.05.2017 ebenfalls ein Feiertag, so dass aus Übersee keine Impulse kamen. Rapsöl zur sofortigen Lieferung verliert 2 EUR/t und erreichte 763 EUR/t fob Hamburg. Damit kann es sich besser behaupten als spätere Liefertermine. Beim Sojaöl ist es genau anders. Während der August/Oktober-Termin mit 719 EUR/t nur rund 1 EUR/t gegenüber Vorwoche nachgegeben hat, wurde für prompte Lieferung mit 734 EUR/t durchschnittlich 14 EUR/t weniger verlangt.

    Dateigröße: 40 KDatum: 01.06.2017