Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 04 / 2020


    Je nach Region sind die Meldungen in der Berichtswoche uneinheitlich. Entweder wird die Nachfrage als stark abgeflaut beschrieben oder das Angebot als sehr gering oder beides. In jedem Fall werden somit aber Geschäftsabschlüsse in größerem Umfang verhindert, nur sporadische wird Raps der Ernte 2019 jetzt noch gehandelt. Die Vorräte sind ohne Zweifel stark geschrumpft, sodass nur noch Restmengen zu vermarkten sind, aber damit halten sich die Anbieter nun in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen bis Saisonende oder gerade auch im Übergang auf die kommende Saison 2020/21 sehr zurück. Unzweifelhaft ist auch, dass die meisten Ölmühlen, nachdem einzelne zuletzt noch nennenswerte Mengen Inlandsraps gekauft haben, nun erst einmal gedeckt sind, wenigstens für das erste Quartal, teilweise aber auch darüber hinaus, sodass Liefertermine ex Ernte 2020 seit vergangener Woche zunehmend stärker in den Fokus geraten. Am Preisverlauf auf Erzeugerebene lässt sich das ablesen: Während die Forderungen für Raps zur sofortigen Lieferung gegenüber der Vorwoche um 3,40 auf 394,70 EUR/t im Bundesmittel zurückgenommen wurden, sind die Vorkontraktpreise vergleichsweise leichter um 1,60 auf 374,50 EUR/t im Schnitt erster verfügbarer Regionalmeldungen gesunken. Was die Feldbestandsentwicklung betrifft, so mangelt es regional immer noch an Niederschlägen. Zudem haben die milde Witterung und anhaltender Sonnenschein erste Rapsschädlinge hervorgelockt; Rapsstängelrüssler wurden bereits gesichtet. Vereinzelt wurden nun deshalb Gelbschalen im Raps aufgestellt, um den Zuflug von Schädlingen zu bonitieren.

    Die Sojaschrotpreise sind im Vorwochenvergleich deutlich gestiegen. Grund für den Preisanstieg ist das sinkende Angebot an Sojaschrot besonders auf den Terminen Januar und Februar. Für Lieferungen zu diesen Terminen wird Ware allmählich knapp, da Verarbeitungsrückgänge in Südamerika den Warenfluss von dort verlangsamt haben. Die Aktivität der Mischfutterbetriebe am Sojaschrotmarkt reduziert sich in der Berichtswoche auf das Abwickeln von Kontrakten. Am Rapsschrotmarkt hat sich die Nachfrage belebt. Die meisten Käufer suchen vor allem Ware zur Lieferung im Februar, vereinzelt wird sogar noch Rapsschrot zur Lieferung im Januar geordert. In den Preisen spiegelt sich das rege Kaufinteresse bisher aber nicht wider. Sie haben im Vergleich zur Vorwoche um 4 auf 206 EUR/t nachgegeben. Üblicherweise kommt das Geschäft mit Rapsschrot ab Mitte Januar, wieder in Schwung. In den kommenden Wochen könnten die Rapsschrotpreise wieder nach oben ziehen.

    Der Höhenflug am europäischen Pflanzenölmarkt scheint zumindest vorerst beendet, denn in der aktuellen Berichtswoche tendieren alle Pflanzenölpreise durch die Bank schwächer. Soja- und Sonnenblumenöl hatten bereits in der vergangenen Woche die Schwächephase eingeläutet und haben nun weiter an Wert verloren. Sojaöl erzielte zuletzt einen Preis von 782 EUR/t fob Hamburg, was noch einmal 18 EUR/t oder 2,3 % weniger als in der Vorwoche waren. Als Zugpferd des Pflanzenölmarktes hat diese Entwicklung Sogwirkung auf die übrigen Pflanzenölpreise. Rapsöl konnte sich der Schwächetendenz der anderen Pflanzenöle nicht entziehen und hat um 18 EUR/t oder 2,1 % auf 842 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Dazu trägt aber auch der Rückgang der EU-Biodieselnachfrage bei. Hitzig, mit ungewöhnlich lebhafter Nachfrage und kräftigem Preisauftrieb, war der Biodieselmarkt in das neue Jahr gestartet. Doch nun scheinen Beimischer erst einmal gedeckt, sodass sich das Kaufinteresse für Termine bis einschließlich April nun spürbar abgekühlt hat und sich auf Lieferungen ab Mai oder sogar erst wieder ab Juni verlagert. Von der Börse in Paris kamen zuletzt zwar wieder bullische Impulse, doch über die 420 EUR/t sind die Rapsterminkurse bisher noch nicht wieder gestiegen. Marktteilnehmer zufolge ist die Richtung aktuell unklar.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 23.01.2020

  • Marktbericht KW 03 / 2020


    In den meisten Regionen Deutschlands berichten Marktteilnehmer von einem äußerst knappen Rapsangebot aus der Ernte 2019. Viele Erzeuger sind ausverkauft oder halten nur noch Restmengen in Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurück. Doch die Zahl derer, die auf weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen setzen, wird kleiner, denn schließlich hat Raps in den zurückliegenden Wochen einen regelrechten Höhenflug hingelegt – der Markt bzw. die Preise scheinen überhitzt. Außerdem kam die Unterstützung im Wesentlichen von den festeren Terminkursen in Paris und hier deutet sich seit Beginn der aktuellen Handels-woche möglicherweise eine Trendwende an: Seit vergangenem Freitag haben die Notierungen 4 EUR/t an Wert verloren und sind damit wieder unter die Marke von 420 EUR/t gerutscht. Aus dem Markt ist zu vernehmen, dass die jüngsten Preissteigerungen auf Erzeugerstufe nur geringe Mengen mobilisieren konnten, was den weit abgebauten Lagerbeständen zuzuschreiben ist. Wo nichts ist, kann auch nichts gehandelt werden, ganz gleich wie attraktiv die Preise auch sein mögen. Langsam ist ein Umschwenken des Marktes auf die Ernte 2020 zu spüren. So nimmt die Zahl der Offerten aus der Landwirtschaft zu. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Ölmühlen für Termine ex Ernte 2020 erwacht, sodass nun auch immer wieder Abschlüsse in die Bücher geschrieben werden. Womöglich ist es die knappe Rapsversorgung, die die Verarbeiter aktuell als Käufer an den Markt zieht. Es gilt, die Anschlussversorgung 2020/21 abzusichern.

    Am Rapsschrotmarkt ist das Kaufinteresse seitens der Mischfutterhersteller etwas aufgelebt. Nachdem sie in der vergangenen Woche mit der Planung für 2020 beschäftigt waren, ist das Kaufinteresse in der aktuellen Berichtswoche erwacht. Das ist in jedem Jahr im Januar nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen üblicherweise der Fall. Besonders gefragt sind Lieferungen ab Februar bis Oktober. Ölmühlen sind gleichzeitig daran interessiert ihre Ware zu verkaufen. Da so ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht, sind die Rapsschrotpreise im Vorwochenvergleich recht stabil. Die Sojaschrotpreise sind hingegen im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete zuletzt 334 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als vor einer Woche. 44er Ware hat sich um 2 auf 306 EUR/t verteuert. Gestützt wurde der Sojaschrotmarkt von den Sojaschrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich um umgerechnet 2 auf 295 EUR/t zugelegt haben.

    Die Rapsölpreise haben sich um 5 auf 860 EUR/t fob Hamburg befestigt. Dabei profitierten sie von den auf Wochensicht weiter gestiegenen Rapsterminkursen in Paris. Außerdem lieferte eine stetige bis lebhafte und damit für den Januar ungewöhnlich hohe Biodieselnachfrage fortgesetzt Unterstützung. Sowohl Biodiesel aus Altspeisefetten als auch Ware aus Pflanzenölen (saisonbedingt zurzeit aus Rapsöl) findet wegen der Anhebung der THG-Quote auf 6 % derzeit problemlos Käufer. Neueste USDA-Zahlen für Sojabohnen bzw. Sojaöl fielen bärisch aus, Produktions- und Vorratsschätzungen wurden leicht angehoben. Die Sojaölpreise ließ das um 10 auf 800 EUR/t fob Hamburg sinken.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 16.01.2020

  • Marktbericht KW 02 / 2020


    In Westeuropa, so auch in Deutschland, wird die Rapsversorgung zusehends knapper. Die Zufuhren aus der Ukraine verlieren spürbar an Fahrt. Ukrainische Exporteure hatten sich in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20 alle Mühe gegeben so viel Raps der Ernte 2019 wie möglich zu vermarkten, bevor sie seit dem Kalenderjahreswechsel höhere Umsatzsteuern entrichten müssen, was die Attraktivität des ukrainischen Exportgeschäftes erheblich schmälert. So gehen Marktteilnehmer von Lagerbeständen an Raps in der Ukraine von nur noch 150.000 t aus, wobei nicht klar ist, wie viel davon überhaupt noch für den Export und speziell für die Lieferung nach Deutschland zur Verfügung steht. Auch, ob diese Mengen überhaupt frei verfügbar oder längst vertraglich gebunden sind, ist nicht klar. Aber so oder so wird in der zweiten Saisonhälfte aus der Ukraine nicht mehr viel Raps nach Deutschland kommen können, um die hiesigen Versorgungslücken zu schließen. Auch die deutsche Ernte ist schon weitgehend vermarktet, höchstenfalls ein Drittel der Ernte 2019 befindet sich noch in Erzeugerhand, zumeist weniger, und wird in der Erwartung weiterer Preissteigerungen zurückgehalten. Nun käme es eigentlich auf Zufuhren aus anderen Drittstaaten an – in den vergangenen Jahren kamen in der zweiten Saisonhälfte regelmäßig bedeutende Mengen Raps aus Australien zu uns – doch Anbaurückgänge und extreme Witterung (sengende Hitze, Trockenheit und Buschfeuer, die weiterhin nicht unter Kontrolle sind) werden dort nur eine kleine Ernte zulassen, sodass das australische Rapsangebot für den Export spärlich ausfallen wird. Das wenige, was überhaupt veräußert werden kann, könnte außerdem durch chinesische Käufer sozusagen abgefangen werden. Für den EU-Markt wird wohl kaum etwas übrigbleiben.

    Die deutsche Rapsversorgung steht auf wackeligen Beinen und bis zur neuen Ernte sind es noch einige Monate hin. Die stetige und teils kräftige Befestigung der Rapsterminkurse in Paris, wie auch der Erzeugerpreise hierzulande, ist bisher ungebrochen, ein Ende der Hausse in der zweiten Januarwoche noch nicht in Sicht, was Anbieter abwarten lässt. So enttäuschend wie die deutsche Rapsernte 2019 ausgefallen war, sehen viele Erzeuger jetzt die Chance für ihre Restmengen noch höhere Forderungen durchzusetzen und damit die Umsatzverluste einzudämmen. Am Sojaschrotmarkt wird zum Jahresstart kaum Ware bewegt. Das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe ist verhalten, da sie vorerst mit der Planung für 2020 beschäftigt sind. Da sich auch an der Börse die Sojaschrotkurse kaum verändert haben, kommen von dort ebenfalls keine Impulse. Der Phase-eins Deal zwischen den USA und China ist weitestgehend eingepreist und auch die Witterungsbedingungen in Südamerika bewegen kaum. Am hiesigen Kassamarkt wird sich die Lage voraussichtlich in den kommenden zwei Wochen kaum ändern. Marktteilnehmer berichten, dass der Sojaschrotmarkt üblicherweise erst nach dem brasilianischen Karneval Anfang Februar so richtig in Schwung kommt.

    Am Rapsschrotmarkt geht es hingegen auf der Angebotsseite etwas lebhafter zu. Mühlen sind besonders am Verkauf von prompter Ware und auf Terminen ab August 2020 interessiert. Käufer sind aber auch am Rapsschrotmarkt kaum zu finden. Auch sie sind noch mit der Planung für 2020 beschäftigt. Die Rapsölpreise tendieren fester. Zuletzt wurden 855 EUR/t fob Hamburg genannt, was einem Plus von 10 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Auftrieb geben die Befestigung anderer Pflanzenöle, die gestiegenen Rapsterminkurse in Paris sowie eine lebhafte Nachfrage aus dem Biodieselbereich. Im Gegensatz zu den anderen Pflanzenölen fällt der Anstieg der Rapsölpreise jedoch verhalten aus. Sojaöl hat sich im Berichtszeitraum um 55 auf 810 EUR/t fob Hamburg befestigt, womit der Preisrückstand zum Rapsöl auf 45 EUR/t zusammengeschmolzen ist. Dabei profitiert es vor allem vom Anstieg der US-Terminkurse, die ihrerseits Unterstützung in der Annäherung zwischen China und den USA finden. Der sogenannte Phase-1-Deal ist greifbar und würde die US-Sojaexporte nach China wohl deutlich ankurbeln. Die Aussicht darauf stimmt Börsenteilnehmer optimistisch; sie positionieren sich entsprechend. Nicht für die Bohne, wohl aber für das Öl wirkt auch jüngster US-Verarbeitungsrückgang bullisch. Denn dadurch schrumpft das Angebot an Nachprodukten, Sojaöl und -schrot, am US-Markt, was Druck von den Preisen nimmt.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 09.01.2020

  • Marktbericht KW 51 / 2019


    Auch oder gerade weil die Preise weiter steigen, wird Raps am Kassamarkt kaum umgesetzt. Das Angebot bleibt nach wie vor verhalten. Erzeuger haben nur noch Restmengen auf Lager, die sie zu möglichst hohen Preisen verkaufen wollen, dazu warten die meisten weitere Preissteigerungen ab. Daher sind die angebotenen Mengen in den meisten Regionen sehr überschaubar, während sich einige Marktteilnehmer in Südbaden jetzt von ihren Restbeständen trennen. Die stark gestiegenen Börsennotierungen in Paris ermöglichen Preissteigerungen am hiesigen Kassamarkt. So lagen die Rapspreise zuletzt bei 385 EUR/t frei Lager des Erfassers und damit 6 EUR/t über Vorwochenlinie. Im Streckengeschäft in Ostdeutschland wurde die Marke von 400 EUR/t überschritten. Nicht nur für die restlichen Lagermengen ist die Verkaufsbereitschaft der Landwirte eher gering, sondern auch für Ware aus der kommenden Ernte 2020. Die milden Temperaturen schüren die Sorge um die Frosthärte der Winterkulturen, zudem sind die Ertragserwartungen durch die Einschränkung der Stickstoffgaben infolge der Düngeverordnung eher gering.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich das Kaufinteresse etwas gelegt. Im Vorweihnachtsgeschäft wird zwar immer noch vereinzelt Ware nachgefragt, die Energie fließt allerdings in die Beschaffung von Transportkapazitäten. Viele Speditionen liefern über die Feiertage nicht, weshalb Ware jetzt noch schnell ausgeliefert werden muss. Zudem ist am hiesigen Kassamarkt weiterhin der Ausfall einer Ölmühle in Argentinien zu spüren. Bisher sind die Lieferungen von dort zwar nicht geschrumpft, da aber unsicher ist, ob das weiterhin so sein wird, decken sich viele Marktteilnehmer vorsorglich mit Sojaschrot ein. Der Rapsschrotmarkt schläft im Vorweihnachtsgeschäft langsam ein. Ware wird nur noch wenig gehandelt und bis zum kommenden Jahr sind die Geschäfte in trockenen Tüchern. Nur noch vereinzelt wird ein LKW Rapsschrot nachgefragt. Das kommende Jahr wird noch wenig besprochen. Aufgrund des Preisanstiegs wird im Hintergrund rege Absicherungsgeschäft getätigt.

    Die Sojaölpreise wurden in der Berichtswoche von den Kursen in Chicago kräftig unterstützt. Aufgrund der Entwicklungen der Handelsgespräche zwischen den USA und China, die sich auf das sogenannte „Phase eins“ Abkommen einigten, legten diese im Vorwochenvergleich umgerechnet um 42 auf 668 EUR/t. Zudem beflügelte die Ankündigung der argentinischen Regierung Ausfuhrsteuern auf Agrarprodukte zu erheben, die Kurse. Sollten argentinische Exporteure dadurch weniger Sojabohnen und Nachprodukte ins Ausland verkaufen, eröffnen sich neue Exportchancen insbesondere für die USA, was den gesamten Sojakomplex stützt. Der Kursanstieg trieb die Preise hierzulande in die Höhe, die im Vorwochenvergleich um 7 auf 755 EUR/t gestiegen sind. Die feste Tendenz der Soja- und Palmölpreise zieht auch die Rapsölpreise weiter nach oben. Sie werden aber auch von der sich abzeichnenden kleinen EU-Rapsfläche zur Ernte 2020 unterstützt. Sollte die Rapsernte im kommenden Jahr ähnlich klein ausfallen wie 2019, dürfte auch die Herstellung von Nachprodukten zurückgehen. Rapsöl hat sich um 27 auf 845 EUR/t verteuert und erreicht damit den höchsten Stand seit Januar 2017.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 19.12.2019

  • Marktbericht KW 50 / 2019


    Die deutschen Rapspreise haben im Vorwochenvergleich nochmals zugelegt und nähern sich mit 379 EUR/t frei Lager des Erfassers weiter der Marke von 400 EUR/t. Damit übertreffen sie das Vorjahresergebnis mittlerweile um 21 EUR/t, den Preis von 2017 sogar um fast 30 EUR/t. In den meisten Regionen haben die Erzeuger nur noch Restmengen auf Lager. Entsprechend abwartend ist die Haltung der Landwirte, die trotz der gestiegenen Preise ihre Restbestände zurückhalten. Sie spekulieren für die verbliebenen Mengen auf Preis-steigerungen und hoffen auf 400 EUR/t oder mehr. So ist das Angebot in fast ganz Deutschland knapp bemessen. Die Nachfrage nach Raps bleibt aber weiterhin hoch, sodass die Ölmühlen hohe Prämien zur Bedarfsdeckung zahlen. Das treibt die Kassamarktpreise in die Höhe. In Niedersachsen und in Thüringen hat das Interesse an Raps ex Ernte 2020 wieder etwas zugenommen. Auf den Feldern ist Ruhe eingekehrt und der Großteil der Feldbestände geht in überwiegend gutem Zustand in den Winter.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage lebhaft, viele Mischfutterhersteller decken sich vor den Feiertagen mit Ware ein. Marktteilnehmer berichten zudem von möglichen Versorgungsengpässen in den kommenden Wochen. In Argentinien, aus dem ein Großteil des Sojaschrotes stammt, das hierzulande verkauft wird, gibt es finanzielle Probleme bei einer wichtigen Ölmühle. Sollte dies länger anhalten, könnten die Lieferungen von dort abnehmen und das Angebot am hiesigen Kassamarkt reduzieren. Am Rapsschrotmarkt sind die Forderungen im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gestiegen. Damit hat Rapsschrot in den vergangenen zwei Wochen 14 % an Wert gewonnen und liegen auf dem höchsten Stand seit Juni 2019. Die meisten Mischfutterhersteller sind zwar bis Weihnachten gedeckt, sodass nur noch wenig Ware nachgefragt wird. Das Angebot ist aber knapp. Ölmühlen haben kaum noch größere Mengen im Angebot; Händler nur vereinzelt. Wer jetzt noch kaufen möchte, muss deutliche Preiszugeständnisse machen.

    Die festen Palmölpreise stützten, wie auch schon in den vergangenen Wochen, die Rapsölpreise. Diese haben im Vergleich zu den anderen Pflanzenölen aber am wenigsten zugelegt, im Vorwochenvergleich um 12 auf 818 EUR/t. An der Marktlage hat sich im Grunde kaum etwas geändert; die Rapsölpreise werden nach wie vor von der enttäuschenden EU-Rapsernte 2019 gestützt, die das Angebot an Rohstoffen und damit auch an Nachprodukten schmälert.

    Mögliche Versorgungsengpässe im Januar und Februar aufgrund von Ölmühlenstillständen stützten die Sojaölprämien in der Berichtswoche. Zudem ist die Nachfrage nach Sojaöl weiterhin lebhaft. Auch die festeren US-Sojaölkurse geben den Sojaölpreisen hierzulande Auftrieb. Zudem stützt die Aussicht auf Exportgeschäfte mit Ägypten, das kürzlich 30.000 t Sojaöl und 10.000 t Sonnenblumenöl zur Lieferung im Januar und Februar ausschrieb. So sind sie im Vorwochenvergleich um 37 auf 748 EUR/t gestiegen und haben ihren Abstand zum Rapsöl von 95 EUR/t in der Vorwoche auf 70 EUR/t verkleinert.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 12.12.2019

  • Marktbericht KW 49 / 2019


    In Westeuropa hat sich der Rapsmarkt wieder etwas stabilisiert. Die Versorgung mit Raps bleibt weiterhin knapp, sodass europäische Ölmühlen auch in den kommenden Monaten abhängig von Importen sein werden. Das und die im Vorwochenvergleich gestiegenen Rapsschrotpreise geben den Kassapreisen für Raps Auftrieb. Zusätzliche Unterstützung kommt von der Terminbörse in Paris, wo die Rapskurse im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls zugelegt haben. Die Kassamarktpreise lagen zuletzt mit 374 EUR/t frei Lager des Erfassers rund 1 EUR/t über Vorwochenlinie. Hierzulande halten sich Erzeuger in den meisten deutschen Regionen, trotz des höheren Preisniveaus, mit dem Verkauf ihrer Ware zurück. Es werden deshalb kaum Abschlüsse in die Bücher geschrieben, sodass die gehandelten Mengen überschaubar bleiben. In Bayern sind die größten Teile der diesjährigen Rapsernte ohnehin bereits vermarktet, auch in Sachsen stehen nur noch geringe Mengen zur Verfügung. Kontrakte auf die kommende Ernte 2020 werden kaum abgeschlossen. In Westfalen wird ebenfalls nur noch sporadisch Raps offeriert. Nur aus Rheinland-Pfalz wird von einer höheren Abgabebereitschaft der Erzeuger berichtet. Auf der Nachfrageseite sind die Impulse ebenfalls klein. Im Rheinland fahren Ölmühlen ihre Verarbeitung aufgrund sinkender Verarbeitungsmargen zurück, fragen nur sporadisch Ware nach und kaufen lediglich das Nötigste. Die Ölmühle in Rostock wird aktuell mit Raps aus Lettland versorgt. Die Feldarbeiten sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Wintergetreide und Raps zeigt sich überwiegend in gutem Zustand. In Thüringen haben vor allem Niederschläge und milde Temperaturen gute Entwicklungsbedingungen geschaffen.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage belebt. Viele Mischfutterbetriebe beginnen sich nun vor Weihnachten mit Ware einzudecken. Üblicherweise treibt die zunehmende Nachfrage im Weihnachtsgeschäft die Preise in jedem Jahr etwas nach oben. Deshalb versuchen die meisten Käufer sich schon vorher zu versorgen, um noch von den niedrigeren Preisen zu profitieren. Das legt zudem den Fokus auf die logistische Planung, damit genug Transportkapazitäten vorhanden sind, um das Sojaschrot fristgerecht an den Verbraucher auszuliefern. Die Nachfrage nach 49er Sojaschrot ist genau wie in den Vorwochen deutlich höher als die nach 44er. Am Rapsschrotmarkt kehrt hingegen Ruhe ein. Im Gegensatz zum Sojaschrotmarkt haben sich Mischfutterbetriebe in den vergangenen Wochen gut bis Weihnachten versorgt und kaufen bis Jahresende nun nur noch das Nötigste. Gleichzeitig ist das Angebot an Rapsschrot etwas kleiner geworden. Das stützt die Preise.

    Die Rapsölpreise sind eine weitere Woche in Folge zurückgegangen und lagen mit 806 rund 1 EUR/t unter Vorwochenlinie. So nähert es sich dem Preisniveau der anderen pflanzlichen Öle weiter an. Kostete es Mitte November noch 139 EUR/t mehr als Sojaöl, sind es aktuell nur noch 95 EUR/t. Es mangelt an Unterstützung aus der Biodieselindustrie. Nicht nur die Nachfrage nach Biodiesel generell ist gering, sondern insbesondere das Kaufinteresse der Beimischer an Rapsmethylester ist deutlich zurückgegangen. Da Rapsmethylester aus Rapsöl hergestellt wird, schmälert das gleichzeitig die Nachfrage nach dem Öl. Dabei muss dieser aufgrund seiner hohen Kältestabilität noch bis Mitte April beigemischt werden. In den kommenden zwei Wochen erwarten Marktteilnehmer aber noch ein etwas regeres Vorweihnachtsgeschäft mit Rapsöl, was die Preise unterstützen könnte. Die Sojaölpreise haben im Vorwochenvergleich um 11 auf 711 EUR/t zugelegt. Damit kostet Sojaöl aktuell wieder mehr als Sonnenblumenöl, was in der vergangenen Woche genau umgekehrt war. Sojaöl wurde von steigenden Palmölpreisen mit nach oben gezogen, obwohl der Druck vom Weltmarkt momentan hoch ist. Sowohl die Sojabohnen- als auch die Sojaölkurse in den USA haben im Vorwochenvergleich deutlich an Wert verloren.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 05.12.2019

  • Marktbericht KW 48 / 2019


    Ölmühlen in Deutschland haben ihre Prämien für Liefertermine im ersten Quartal 2020 gegenüber der Vorwoche wieder etwas zurückgenommen, wodurch sich die Umsätze am Kassamarkt vorerst wieder beruhigt haben. Nachdem die Nachfrage der Ölmühlen erst in der vergangenen Woche für Termine im neuen Jahr so richtig ins Laufen kam, wurde sie nun durch die geringeren Verarbeitungsmargen erst einmal wieder ausgebremst; die Rapsölpreise sind seit zwei Wochen rückläufig. Ein Ende der Hausse am Rapskassamarkt muss das aber nicht bedeuten, vielleicht nur eine kurze Pause. Denn das Angebot an Inlandsraps ist nach Ein-schätzung des Handels mittlerweile stark geschrumpft. Außerdem dürften die ukrainischen Importe nach dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt verlieren. In der ersten Jahreshälfte 2020 könnten damit Angebotseng-pässe entstehen. Ölmühlen hatten in der Vorwoche begonnen sich daraufeinzustellen und einige Kaufkontrakte für Termine im neuen Jahr abgeschlossen, aber ihre Versorgung bis Wirtschaftsjahresende 2019/20 ist damit bestimmt noch nicht gesichert. Die Rapserzeugerpreise in Deutschland liegen aktuell bei 372 EUR/t im Bundesdurchschnitt für Ware zur sofortigen Lieferung. Das entspricht einem Abschlag von 3 EUR/t zur Vorwoche.

    Die Sojaschrotpreise befinden sich aktuell auf einem attraktiven Preisniveau, was einige Käufer an den Markt bringt. Ware mit 49 % Pro-Fettgehalt ist beliebter als 44er Sojaschrot. Ölmühlen haben sich zudem in der laufenden Berichtswoche mit Sojaschrot aus Brasilien eingedeckt, da der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar momentan sehr schwach ist. Das macht das Sojaschrot für Käufer aus dem Ausland attraktiv.Neben reichlichen Exporten Richtung EU hat Brasilien außerdem große Mengen Soja nach China verkauft. Marktteilnehmer berichten, dass das Angebot in dem südamerikanischen Land deshalb immer knapper wird und bald zur Neige gehen dürfte. Die Rapsschrotpreise haben in der Berichtswoche etwas zugelegt. Die Exportgeschäfte Richtung Frankreichsind leicht gestiegen und haben das Angebot an den Hafenstandorten etwas abgebaut. Die Nachfrage der Ölmühlen hat sich ebenfalls etwas belebt. Besprochen werden hauptsächlich die Liefertermine Dezember/Januar.

    In den vergangenen vier Handelstagen haben die Rapskurse an der Börse in Paris an Wert verloren. Dem scheinen sich die Kassapreise für Rapsöl angeschlossen zu haben. Sie sanken zuletzt auf 807 EUR/t fob Hamburg und verfehlen die Vorwochenlinie damit um 20 EUR/t. Neben schwächeren Rohstoffnotierungen dürfte der bereits in der Vorwoche begonnene Preisrückgang auf die schwache Nachfrage nach Rapsöl aus der Biodieselindustrie zurückzuführen sein. Biodieselbeimischer hatten sich vor allem im August und September 2019 mit winterhartem Biodiesel (Rapsmethylester) eingedeckt und seitdem keine größerenMengen mehr nachgekauft. Vier Wochen vor Weihnachten wird klar, dass sich die Nachfrage bis Jahresende wohl auch nicht mehr beleben wird, zumindest für Ware zur sofortigen Lieferung nicht mehr.

    Beimischer sind bis Jahresende ausreichend versorgt, sodass die Nachfrage auf Termine im neuen Jahr und bereits auch schon für Lieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2020 umschwenkt. Die Preise für Rapsöl im November und Dezember 2019 kann das natürlich nicht stützen. Die geringe Nachfrage nach Rapsöl trifft in der aktuellen Handelswoche auf ein steigendes Angebot seitens der Ölmühlen, die jetzt, kurz vor Weihnachten, noch einige Bestände auflösen wollen. Sojaöl gibt die 3 EUR/t Preiszuschlag aus der Vorwoche wieder ab und wird aktuell zu 700 EUR/t fob Hamburg gehandelt. Druck kommt vom internationalen Markt: in Chicago haben die Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte in den vergangenen Tagen an Wert verloren.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 28.11.2019

  • Marktbericht KW 47 / 2019


    Bis Jahresende 2019 sind die meisten Ölmühlen längst ausreichend versorgt. Entsprechend ruhig ist der Geschäftsverlauf auf Lieferterminen im November/Dezember. Doch auf Terminen im neuen Jahr hat sich der Markt gewandelt: Die Rohstoffnachfrage der Verarbeiter hat sich spürbar belebt; das Kaufinteresse gilt besonders dem Lieferzeitraum Februar und März 2020. Marktbeobachter berichten, dass die Versorgung der Ölmühlen im neuen Jahr noch lückig ist. Das und die drohenden Importrückgänge aus der Ukraine in Kombination mit einem voraussichtlich schwachen australischen Angebot am EU-Markt treibt die Verarbeiter als Rohstoffkäufer an den Markt. Die Rapserzeugerpreise tendieren fester, zuletzt wurden 375 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, was einem Aufschlag von 2 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Steigende Ölmühlennachfrage und festere Preise sowie die Aussicht auf Importrückgänge heben die Verkaufsbereitschaft von Rapserzeugern. Nach Angaben des Handels, gab es zuletzt mehr Raps-Offerten aus der Landwirtschaft. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Rapserzeuger vor Weihnachten noch die eine oder andere Teilmenge verkaufen, wobei die Preisaufschläge die Abgabebereitschaft in diesem Jahr zusätzlich ankurbeln. Als schwierig erweist sich die Einschätzung der noch verfügbaren Rapsmengen aus inländischer Erzeugung. Die meisten haben aber wohl zwei Drittel ihrer Ernte oder auch schon mehr verkauft, doch einzelne könnten auch noch vergleichsweise große Mengen zurückhalten. Denn der Angebotsdruck aus der Ukraine könnte viele Landwirte bewogen haben, abzuwarten bis dieser nachlässt und die Preise steigen. Ein Szenario, das nach dem Jahreswechsel eintreten könnte.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage nach 48er Ware wie auch schon in der Vorwoche lebhafter als das Kaufinteresse an Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt. Für das Preisniveau am hiesigen Kassamarkt werden die Entwicklungen der Anbauflächen in Südamerika und die Witterungsbedingungen im Vegetationsverlauf entscheidend sein. Die Entwicklungen dort haben großen Einfluss auf die Sojabohnen- und Sojaschrotkurse in Chicago, die wiederum die Forderungen am Kassamarkt im Wesentlichen bestimmen. Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zu Beginn der Berichtswoche zunächst auf 191 EUR/t gestiegen, da Verkäufer ihre Ware zurückhielten. Im Grunde ist aber auf allen Paritäten ausreichend Ware verfügbar. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe aber weiterhin gering, sodass das höhere Preisniveau von 191 EUR/t im weiteren Wochenverlauf nicht gehalten werden konnte und die Forderungen zuletzt wieder leicht auf 187 EUR/t nachgaben.

    Am deutschen Rapsölmarkt ist die Lage zur Vorwoche im Grunde unverändert. Die Rapsölpreise, die in den vergangenen zwei Wochen von den deutlich festeren Palmölpreisen profitierten, haben im Vergleich zur Vorwoche mangels Unterstützung nun um 12 auf 827 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Sie werden zudem von schwächeren Sojaölkursen belastet, die wegen der zuletzt pessimistischen Stimmung im Handelsstreit zwischen den USA und China unter Druck gerieten. Die Sojaölpreise widersetzten sich hingegen den schwächeren Vorgaben aus Übersee und legten im Vorwochenvergleich um 3 auf 703 EUR/t zu.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 24.11.2019

  • Marktbericht KW 46 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise sind kräftig gestiegen. Im Bundesdurchschnitt werden aktuell 373 EUR/t festgestellt, was einem Plus von 6 EUR/t zur Vorwoche entspricht und den Vorahresstand sogar um 11 EUR/t übertrifft. Auch ist dies ein besonders kräftiger Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres. Unterstützung kommt vom Terminmarkt, wo die Rapsnotierungen zu Beginn der aktuellen Handelswoche mit 392 EUR/t den höchsten Stand seit April 2017 erreichten. Weiteren Auftrieb bringt wachsende Sorge um eine knappere Rapsversorgung hierzulande in der zweiten Saisonhälfte 2019/20. Bisher hat vor allem Raps aus der Ukraine die Versorgungslücken geschlossen und bis Jahresende sind die Ölmühlen mit Raps, darunter jede Menge Importware, noch ausreichend versorgt. Doch für die zweite Saisonhälfte gilt das nicht und es ist davon auszugehen, dass die ukrainischen Lieferungen nach dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt verlieren werden. Hinzu kommen die geringeren Ernteerwartungen in Australien, die das Angebot von dort begrenzen dürften. Knappe Inlandsversorgung und die Aussicht auf Importrückgänge schüren die Sorge der Verarbeiter, sodass sich deren Nachfrage in 2020 stärker auf Inlandsraps konzentrieren dürfte.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage nicht mehr ganz so ruhig wie in den Wochen zuvor. Viele Ölmühlen hatten in den vergangenen Wochen reichlich Angebot auf den vorderen Positionen, wofür sie kaum Abnehmer gefunden haben. Diese Druckpartien sind in der aktuellen Woche aber größtenteils verkauft worden und damit vom Markt verschwunden. Trotzdem haben die Rapsschrotpreise auf Wochensicht um 5 auf 186 EUR/t nachgegeben. Feste Rohstoffkurse und kleineres Angebot am Markt könnten aber in den kommenden Tagen Auftrieb bringen.

    Der Sojaschrotmarkt hat sich in der Berichtswoche etwas belebt. Die Nachfrage nach Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt ist zwar nach wie vor gering, dafür ist das Kaufinteresse der Mischfutterindustrie an 49er Ware aufgelebt. Im Preisverlauf spiegelt sich das allerdings nicht wider. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete mit 321 EUR/t genau wie 44er Ware mit 296 EUR/t im Vorwochenvergleich nur 1 EUR/t mehr.

    Die Rapsölpreise haben sich weiter befestigt, 839 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Plus von 18 EUR/t zur Vorwoche. Unterstützung finden sie vor allem in den festeren Rohstoffkursen. Die Rapsnotierungen drehten zuletzt zwar ins Minus, hatten am Tag davor mit 392 EUR/t aber noch den höchsten Stand seit April 2017 erreicht. Sojaöl lässt sich von den international schwächeren Sojakursen nicht beeindrucken und folgt stattdessen der festen Tendenz anderer Pflanzenölpreise. Mit 700 EUR/t fob Hamburg wird das Vorwochenniveau um 12 EUR/t übertroffen.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 14.11.2019

  • Marktbericht KW 45 / 2019


    Wenig überraschend hat sich die Lage am hiesigen Rapsmarkt in der aktuellen Berichtswoche im Prinzip nicht geändert. Die Preise fanden etwas Unterstützung in den gestiegenen Rapsnotierungen in Paris, wo Spekulationen darüber, dass die EU ihren diesjährigen Rapsimportbedarf von mindestens 5,5 Mio. t vielleicht nicht decken kann, für Kursauftrieb sorgten. Der hiesige Kassamarkt wandelt sich trotzdem nicht. Rapserzeuger auf der einen Seite spekulieren auf weitere Preissteigerungen, besonders in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte. Wer bereits zwei Drittel seiner Ernte verkauft hat, hält sich jetzt mit weiteren Abgaben sehr zurück. Auf der anderen Seite des Marktes stehen Ölmühlen mit geringem Kaufinteresse. Bis Jahresende sind die meisten längst und mindestens ausreichend versorgt. Für die zweite Saisonhälfte ist die Deckung indes noch recht lückig. Rohstoffbedarf für das erste Quartal 2020 ist also vorhanden, kurbelt die Nachfrage bisher aber nicht an, sodass die Umsätze verhalten bleiben. Vielleicht muss der Importfluss aus der Ukraine erst versiegen, damit hiesige Verarbeiter Inlandsraps in den Fokus nehmen.

    Die deutschen Ölmühlen bieten für vordere Liefertermine immer noch reichlich Rapsschrot an. Abnehmer sind aber kaum zu finden, sodass die Ware nur mit deutlichen Preisabschlägen über den Tisch geht. Mischfutterbetriebe sind bis Ende des Kalenderjahres noch gut gedeckt. Zwar sind die Preise für Liefertermine im November mit Unterstützung festerer Raps- und Sojanotierungen um 4 auf 191 EUR/t gestiegen, auf den Lieferterminen Dezember/Januar haben sie aber leicht nachgegeben. Bei geringem Kaufinteresse haben sich die Preise für Sojaschrot im Vorwochenvergleich kaum bewegt. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete zuletzt 320 EUR/t und Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt 295 EUR/t. Damit liegen die Preise exakt auf Vorwochenlinie.

    Die Rapsölpreise haben sich weiter befestigt, 821 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Anstieg von 15 EUR/t zur Vorwoche. Unterstützung bringen feste Rohstoffnotierungen, lebhaftere Biodieselnachfrage und rasant gestiegene Palmölpreise. Die anderen Pflanzenöle werden davon mit nach oben gezogen, schließlich sind sie alle zumindest teilweise substituierbar, sodass sie um Marktanteile konkurrieren und sich deshalb immer auch aneinander orientieren. Auch die Sojaölpreise haben sich vom Palmöl mit nach oben ziehen lassen, entwickeln aufgrund der Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA aber zusätzlich Eigendynamik. Offenbar ist eine Einigung näher gerückt und damit auch die Möglichkeit, dass China künftig wieder mehr Sojabohnen aus den USA kauft. Die Handelsbeziehung könnte sich im äußersten Fall sogar wieder normalisieren. Ob aus Bedarf oder gutem Willen heraus hat China erst kürzlich wieder eine nennenswerte Menge US-Sojabohnen gekauft.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 126 KDatum: 07.11.2019

  • Martktbericht KW 44 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise haben sich wieder gefangen. Zwar bleiben die Ölmühlen in Deutschland dem Inlandsmarkt als Käufer auch weiterhin fern – die meisten sind längst und mindestens bis Jahresende gut gedeckt – aber immerhin bringen festere Terminkurse dem Kassamarkt Unterstützung. Im Bundesdurchschnitt wurden die Erzeugerpreise zuletzt bei 366 EUR/t festgestellt, womit sie die Vorwochenlinie um 1 EUR/t übersteigen. Die Preise sind zwar gestiegen aber es verbirgt sich kaum Umsatz dahinter. Bis Jahresende können zwar weitere preisliche Veränderungen stattfinden, aber der Markt wird sich vorerst wohl nicht wandeln. Einen spannenden Verlauf verspricht dagegen die zweite Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20. Die sehr kleine deutsche Rapsernte 2019 macht entsprechend höhere Zufuhren aus dem Ausland nötig. Die mit Abstand größten Rapsmengen zur Ergänzung der Inlandsversorgung steuert seit Saisonbeginn die Ukraine bei. Dabei haben ukrainische Exporteure Vermarktungsdruck. Bis Jahresende wollen die meisten noch so viel Ware wie möglich ins Ausland verkaufen, bevor ab 01.01.2020 neue Steuerregelungen greifen, die die Ausfuhren verteuern. Was also, wenn der Zustrom an Ware aus der Ukraine nach dem Jahreswechsel rapide zurückgeht? Die EU-28 hat 2019/20 einen Importbedarf von geschätzten 5,5 Mio. t, der bis dato zu knapp der Hälfte, vor allem durch Zufuhren aus der Ukraine, gedeckt ist. Auch Deutschland hat schon einiges gekauft aber die Versorgung bis Wirtschaftsjahresende ist noch keineswegs gesichert. Schlimmstenfalls könnte sich in der zweiten Jahreshälfte durch einen rapiden Importrückgang vom Schwarzmeer eine große und durch geringes australisches Angebot kaum zu schließende Versorgungslücke auftun. Wobei „schlimmstenfalls“ für die Rapsverbraucher also die hiesigen Ölmühlen gelten würde – Anbieter, das heißt Landwirte und Händler könnten sich im Falle eines Falles über bessere Absatzmöglichkeiten und höheren Preisspielraum freuen.

    Die Rapsschrotpreise haben gegenüber Vorwoche leicht nachgegeben. Die Umsätze der Ölmühlen sind weiterhin gering, die Geschäfte laufen schleppend. Während Mischfutterbetriebe nur wenig Ware nachfragen, ist das Angebot auf den vorderen Terminen weiterhin reichlich. Dieses Spiel zeigt sich nun schon seit einigen Wochen, was die Preise unter Druck setzt. Anfang Oktober lagen die Rapsschrotpreise noch bei 195 EUR/t in Schnitt und sind seitdem stetig gesunken. Obwohl auf den vorderen Positionen starker Angebotsdruck herrscht, haben die Forderungen für Termine Februar/April im Vorwochenvergleich deutlicher nachgegeben als die Preise für prompte Ware und Liefertermine im November/Januar. Auch die Sojaschrotpreise konnten sich nur knapp auf Vorwochenniveau halten. Die Inlandsnachfrage ist nach wie vor verhalten, da Mischfutterbetriebe vorne gut versorgt sind. Neue Impulse werden den Markt voraussichtlich erst mit Beendigung der US-Ernte erreichen.

    Deutlich ruhiger als am Palmölmarkt geht es derweil an den übrigen Pflanzenölmärkten zu, die Preise für Raps- und Sojaöl bewegten sich zuletzt kaum. Für Rapsöl entsprechen 806 EUR/t fob Hamburg einem Plus von 6 EUR/t zur Vorwoche. Für ein Preisniveau wie Ende September, als die Forderungen 840 EUR/t erreichten, fehlt der nötige Antrieb. Denn die kleine EU-Rapsernte ist eingepreist und die Rohstoffversorgung wird bisher über Importe gesichert. Zudem hat sich die Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie vorerst abgeschwächt. Allerdings berichten Marktteilnehmer von höherer Nachfrage aus dem Nahrungsbereich – das soll der Hauptgrund für die leichte Preisbefestigung in der aktuellen Berichtswoche sein. Am hiesigen Sojaölmarkt geht es ruhig zu, umgesetzt wird wenig, entscheidende Impulse gibt es nicht, sodass die Preise nur eine leichte Abwärtskorrektur um 2 auf 678 EUR/t fob Hamburg vollziehen.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 89 KDatum: 31.10.2019

  • Marktbericht KW 43 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise in Deutschland sind die zweite Woche in Folge rückläufig. Zuletzt wurden 365 EUR/t im Bundesdurchschnitt ermittelt, was einem Rückgang von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Dem Markt fehlt es an unterstützenden Impulsen. Kleine EU- und enttäuschende deutsche Rapsernte sind längst eingepreist und Importe füllen bisher die Lücken. Ölmühlen sind bis Jahresende gedeckt, sodass deren Nachfrage gering ist. Umgesetzt wird nicht viel, obwohl die Preisentwicklung die Abgabebereitschaft der Landwirte eigentlich steigern müsste. Wochenlange Befestigung und nun der Knick nach unten, häufig spornt ein solcher Verlauf die Verkäufer an. Doch wenn die Nachfrage gegen Null geht, laufen Offerten ins Leere. Mancher rechnet damit, dass nennenswerte Mengen erst wieder im neuen Jahr bewegt werden. Die Rapserzeugerpreise liegen, trotz jüngster Rückgänge, nach wie vor deutlich über den beiden Vorjahren, aber vielen Anbietern offenbar weiterhin nicht hoch genug. Nicht jeder wird jetzt nervös und möchte verkaufen, bevor die Preise weiter nachgeben – so mancher pokert weiter und setzt dabei auf Nachfrageimpulse aus der Biodieselindustrie in den kommenden Monaten und/oder die Zugkraft steigender Getreidepreise.

    Die Sojaschrotpreise haben im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben. Aus der Mischfutterindustrie kommen momentan wenig unterstützende Impulse. Auf den vorderen Terminen wird nur das gekauft, was dringend nötig ist, spätere Termine werden so gut wie gar nicht angefragt. Mischfutterhersteller werden nur dann am Markt aktiv, wenn die Veredelungsbetriebe Futtermittel nachfragen. Der aktuell ruhige Sojaschrotmarkt ist saisontypisch, marktbewegende Impulse wird es voraussichtlich erst mit den Sojabohnenernten in den USA und Südamerika geben. Am Rapsschrotmarkt ist auch in dieser Berichtswoche wenig los. Auf den vorderen Positionen, teilweise sogar bis ins Weihnachtsgeschäft, stehen die Preise unter Druck, weil Ölmühlen mehr Ware im Angebot haben als gekauft wird. Wenn Rapsschrot abgesetzt wird, dann nur mit großen Preiszugeständnissen. Mischfutterhersteller sind gut gedeckt und kaufen nur für den dringenden Bedarf.

    Die Rapsölpreise sind in der Berichtswoche unter Druck geraten und setzen ihren Weg nach unten weiter fort. Zuletzt kostete es 800 EUR/t und damit 10 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Damit liegen die Preise aber im Vergleich zu 2018 immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Damals wurden 35 EUR/t weniger verlangt. Die rege Biodieselnachfrage, die die Rapsölpreise bis Ende September stützte hat in den vergangenen vier Wochen deutlich nachgelassen, was die Preise nach unten rutschen lässt. Auch die schwächeren Rapskurse in Paris können keinen Boden unter den Füßen bieten. Die Sojaölpreise konnten sich auf dem Vorwochenniveau von 680 EUR/t halten. Deshalb ist der Preisvorsprung des Rapsöls um 10 EUR/t gesunken. Gestützt wurde der Sojaölmarkt von den festeren Sojaölkursen in Chicago. Diese haben im Vorwochenvergleich um umgerechnet 4 auf 601 EUR/t zugelegt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 24.10.2019