Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 24 / 2019


    Der Rapsmarkt hat sich spürbar beruhigt, nachdem die Preise den Weg nach unten eingeschlagen haben. Zwar ist die Sorge um geringe Erträge noch nicht vom Tisch, zumal auch in Frankreich gerade die Ertragsprognose deutlich zurückgenommen wurde, aber insgesamt hat sich der Zustand auf den Feldern mit den jüngsten Regenfällen insoweit verbessert, dass die jetzige Entwicklungsphase ausreichend mit Wasser versorgt ist. Auf Großhandelsebene wurden die Gebote in Verlauf der zurückliegenden Tage um 4 EUR/t zurückgenommen, die Erzeugerpreise sind demgegenüber kaum gesunken und liegen nur 0,70 EUR/t unter Vorwochenlinie. Hinsichtlich der Ernte 2019, die in der Vorwoche noch Umsatz verzeichnete, ist es ebenfalls sehr ruhig geworden. Auch hierfür wurden die Gebote um 4 EUR/t ermäßigt. Damit bleiben die Niveaus allerdings höher als für alterntige Ware. Im Schnitt werden 2 EUR/t mehr genannt. Auf Erzeugerebene sind demgegenüber kaum noch Preisunterschiede zwischen alter und neuer Ernte erkennbar. Spot-Ware wird mit 349,75 EUR/t im Bundesdurchschnitt frei Erfasserlager bewertet, für Lieferungen ex Ernte werden 350,97 EUR/t genannt.

    Am Rapsschrotmarkt geht es kurz vor Veröffentlichung neuer USDA-Zahlen und aufgrund des verlängerten Pfingstwochenendes zum Auftakt der aktuellen Handelswoche äußerst ruhig zu. Die Preise haben auf Wochensicht um 7 auf 206 EUR/t im Bundesdurschnitt nachgegeben. Die Käuferseite veranlasst dies, wie so häufig, zum Abwarten. Solange die Preise rückläufig sind, wird auf weitere Vergünstigungen spekuliert. Noch deutlicher als der Rapsschrotmarkt hat sich der Sojaschrotmarkt in den vergangenen Handelstagen abgekühlt. Die Spitzenpreise von 353 EUR/t für 49er und 327 EUR/t für 44er Ware aus der Vorwoche konnten nicht gehalten werden. Zuletzt wurden die Forderungen auf 335 bzw. 304 EUR/t gekürzt. Ausschlaggebend ist das freundlichere Wetter in den USA, das die dortigen Aussaatbedingungen verbessert und die Notierungen in Chicago unter Druck setzt. Am Sojaschrotmarkt verhält es sich ansonsten genau wie beim Rapsschrot, Mischfutterhersteller warten geduldig auf weitere Preisrücknahmen.

    Die beiden Zugpferde am Pflanzenölmarkt, Soja- und Palmöl, fanden in der Berichtswoche keine unterstützenden Impulse. Beide sind nun bereits die dritte Woche in Folge rückläufig. Die Sojaölpreise hängen in ihrem Verlauf an den Weltmarktentwicklungen, die ihrerseits momentan sehr stark vom USSojamarkt geprägt sind. Schwere Regenfälle haben die Sojaaussaat in den USA gebremst und Sorgen um die Ernte geschürt, was den Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte in Chicago kräftig Auftrieb gab. Das war sogar am hiesigen Kassamarkt zu spüren, als die Preise sprunghaft zulegten, das war Ende Mai. Seitdem geht es jedoch wieder allmählich nach unten, wobei erneut Impulse aus den USA richtungsweisend sind. Dort haben sich die Aussaatbedingungen mittlerweile gedreht, sodass US-Farmer mit der Sojaaussaat zügig vorankamen. 60 % der Flächen sind bestellt und damit 21 Prozentpunkte mehr als vor einer Woche. Marktteilnehmern zufolge setzt dies eine starken bärischen Impuls, der auch die Sojaölpreise fob Hamburg um 5 auf 655 EUR/t drückte.

    Rapsöl hat sich vom schwächeren Soja- und Palmöl mit nach unten ziehen lassen. Mit 726 EUR/t fob Hamburg kostete es zuletzt 10 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Zudem bringt eine Biodieselnachfrage, die zwar lebhaft ist, sich aber auf Ware aus günstigerem Soja- und Palmöl oder auf das attraktive UCOME konzentriert, den Rapsölpreisen keine Unterstützung.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 13.06.2019

  • Marktbericht KW 23 / 2019


    Festere Sojanotierungen haben die Rapskurse steigen lassen und auch die Kassapreise hierzulande mit nach oben gezogen. Raps der alten Ernte kostete zuletzt rund 350 EUR/t, neuerntig werden im Schnitt 355 EUR/t veranschlagt. Das sind 2,50 EUR/t bzw. 1,60 EUR/t mehr als vor einer Woche. Die Vermarktung alterntiger Ware ist im Wesentlichen abgeschlossen, nur noch Restmengen werden jetzt in Spekulation auf weitere Preissteigerungen im Juni zurückgehalten. Die kommende Ernte rückt immer stärker in den Fokus, und zwar auf beiden Seiten des Marktes. Ölmühlen werden aufgrund schwacher Ernteprognosen für Deutschland und Frankreich, aber auch für die EU insgesamt, nervös und wollen sich eindecken. Erzeuger finden festere Preise vor und sind deshalb eher verkaufsbereit. Daher werden nun häufiger Verhandlungen geführt und Kontrakte abgeschlossen.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage momentan wieder sehr ruhig. Physische Ware geht so gut wie gar nicht über den Tisch. Entweder bieten Mühlen kaum Ware an, weil die Margen immer noch vergleichsweise gering sind oder aber sie finden keine Käufer. Üblicherweise wollen Verkäufer zu dieser Jahreszeit ihre Ware unbedingt los werden oder Käufer finden kaum Ware. In diesem Jahr ist die Marktsituation dagegen ungewöhnlich: Es gibt kaum Käufer, aber auch wenige Verkäufer am Markt, da die Preisvorstellungen zu weit auseinander gehen. Die Sojaschrotpreise sind in den vergangenen 7 Tagen unabhängig von der Qualität zunächst stark gestiegen, gaben dann aber wieder leicht nach. Grund für den starken Anstieg waren die Sojabohnenkurse in Chicago, die durch die Aussaatverzögerungen in den USA kräftig Auftrieb bekamen. Durch den starken Aufwärtstrend bleiben Käufer dem Sojaschrotmarkt zumeist fern.

    Die Rapsölpreise tendieren schwächer, 736 EUR/t fob Hamburg sind 6 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Am Markt sind die Einflüsse gegensätzlich: Während schwächere Sojaöl- und Palmölpreise belasten, wirken gekürzte EU-Rapsernteprognosen und die Aussicht auf eine knappere Marktversorgung im Wirtschaftsjahr 2019/20 bullisch. Begrenzt wird der Preisrückgang bei Rapsöl außerdem durch die seit vergangener Woche lebhaftere Biodieselnachfrage in Deutschland, die sich zwar vor allem auf UCOME bezieht, Standardware aus Pflanzenöl wird aber ebenfalls beigemischt. In der Regel ist das Verhältnis zwischen den beiden 50:50 um die diesjährige Biodieselquote von 75 % zu erfüllen. Die Sojaölpreise stehen fortgesetzt unter Druck, das hohe Niveau von vor zwei Wochen, als sie auf 685 EUR/t fob Hamburg nach oben geschnellt waren, konnte nicht gehalten werden. Aktuell kostet Sojaöl 660 EUR/t und damit 15 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Den Sonnenblumenölpreisen hat es sich damit von oben her wieder angenähert und war zuletzt nur noch 4 EUR/t teurer. Sojaöl hat in den vergangen zwei Wochen gegenüber Raps- und Sonnenblumenöl, die sich beide im Preis kaum verändert haben, wieder deutlich an Konkurrenzfähigkeit gewonnen. Allerdings dürfte es zugleich Marktanteile an das ebenfalls preisgünstigere Palmöl verloren haben.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 06.06.2019

  • Marktbericht KW 22 / 2019


    Feste Kurstendenz, besonders für Sojabohnen in Chicago, aber auch für Raps in Paris, geht am hiesigen Kassamarkt nicht spurlos vorüber. Die Preise konnten sich etwas befestigen. Auf Erzeugerebene wurden zuletzt 354 EUR/t im Bundesmittel gefordert und damit knapp 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Nicht nur die Preise sind gestiegen auch der Markt hat sich dem Vernehmen nach etwas belebt. Zumindest zeigen sich Anbieter nun gesprächsbereiter. Am physischen Markt findet alterntige Ware jedoch weiterhin kaum Käufer. Regional ist von Erzeugerseite die Abgabebereitschaft für die kommende Ernte gestiegen. Denn die kühle Witterung und ab und zu Regenschauer sorgen derzeit für gute Bedingungen für die Pflanzenentwicklung auf dem Feld. Insgesamt bleibt der Rapsmarkt in Deutschland aber von einem ruhigen Handelsverlauf gekennzeichnet. Was die Vorräte in den Erzeugerlagern betrifft, so dürfte das meiste geräumt sein, vielleicht etwas weniger als in Normaljahren, da einzelne noch größere Mengen in der Hoffnung auf Preissteigerungen im Juni dem Markt vorenthalten. Schwächere Rapsernteprognosen für die EU-28 schüren diese, aber größere Bedarfslücken und damit deutliche Preisaufschläge sind bei guter Importversorgung der Ölmühlen fraglich.

    Am Sojaschrotmarkt sind die Preise in den vergangenen 4 Tagen für Sojaschrot beider Qualitäten stark gestiegen und legten im Schnitt um 13 EUR/t zu. Grund dafür waren die deutlich festeren Sojabohnenkurse in Chicago; in den USA verzögern Regenfälle immer noch die Aussaat. Vorher hatte sich die Nachfrage am Sojaschrotmarkt leicht belebt, wegen der Preissteigerung dürfte sie nun erstmal abflachen, da Käufer auf eine Gegenbewegung hoffen und abwarten. Das Angebot an Sojaschrot ist ausreichend vorhanden, deutsche Mühlen sind gut mit US-Bohnen gedeckt. Am Rapsschrotmarkt ist das Kaufinteresse an physischer Ware auf den vorderen Terminen sehr verhalten und konzentriert sich hauptsächlich auf August/Oktober. Die Abgabebereitschaft fast aller deutschen Ölmühlen hält sich momentan in Grenzen. Die Margen sind vergleichsweise gering, weshalb es für sie nicht attraktiv genug ist, mehr Raps zu Schrot zu verarbeiten.

    Der Rapsölmarkt findet keine klare Richtung, bärische und bullische Signale wechseln täglich. Zuletzt waren die Ernteaussichten für Raps in der EU-28 witterungsbedingt erneut getrübt. Über den Umfang der Rapsernte 2019 und die Rohstoffversorgung im kommenden Wirtschaftsjahr wird erheblich diskutiert und weist Raps und Nachprodukten mal den Weg nach oben, mal nach unten. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 742 EUR/t und damit leichte 2 EUR/t mehr als vor einer Woche. Etwas Unterstützung bringt die in der aktuellen Handelswoche lebhaftere Biodieselnachfrage in Deutschland. Ein Stück weit ist die aber zu relativieren, da sie sich auf UCOME, also Biodiesel aus Altspeisefetten mit besonders hohem THGEinsparpotenzial konzentriert. Marktteilnehmer berichten von schlechten Margen aus dem Rapsölverkauf, sodass sich die Ölmühlen mit Offerten derzeit zurückhalten. Sojaöl kann sich dem Einfluss des schwachen Palmöls nicht entziehen. Die festeren Sojanotierungen an der Chicagoer Börse konnten nicht verhindern, dass die Kassapreise um 10 auf 675 EUR/t fob Hamburg nachgaben.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 29.05.2019

  • Marktbericht KW 21 / 2019


    Am Rapsmarkt überwog in den vergangenen Tagen feste Preistendenz. Nicht nur am Terminmarkt befestigten sich die Kurse in Anlehnung an steigende Notierungen in Chicago, Kuala Lumpur und Winnipeg, auch auf Großhandels- und Erzeugerstufe wurden höhere Gebote aufgerufen. Dabei kam es allerdings nur sehr selten zu Umsätzen, denn an der Marktlage hat sich nicht viel verändert. Alterntig werden vereinzelt von den Erzeugern Restpartien offeriert, die der Markt jetzt etwas schneller aufnimmt als noch in der Vorwoche, sogar zu höheren Preisen. Die Einkaufspreise der Ölmühlen zeigen gegenüber Vorwoche ein Plus von 4-5 EUR/t und dass über alle Termine. Verarbeiter und Handel konzentrieren sich mit ihrem Einkauf aber hauptsächlich auf das Kontraktgeschäft ex Ernte und darüber hinaus, finden aber keine Abgeber. Bislang wurde von den Erzeugern vergleichsweise wenig Raps verkauft, zum einen, weil die Vegetationsbedingungen nicht stimmten und sie sich sehr unsicher hinsichtlich des Ertragspotenzials waren, zum anderen waren die Gebote unattraktiv. In der aktuellen Woche wurden zwar auch die Kontraktpreise wieder angehoben, die ermittelten 352 EUR/t bleiben aber unter dem Niveau von Mitte November, als es schon einmal 354 EUR/t gab. Aus Sicht der Erzeuger hat das aber alles wenig Zugkraft. In der Erwartung einer 17 % kleineren Ernte in Deutschland, sollten die Preise dieses Minus wenigstens ausgleichen. Das wären rein rechnerisch auf Basis des Durchschnittspreises für Raps frei Erfasserlager Saison 2018/19 rund 413 EUR/t. Dass das eine sehr einseitige Betrachtung der Rapspreiskalkulation ist, zeigt der Durchschnittspreise von 2018/19. Die Ernte 2018 war bereits 14 % kleiner als 2017, der sich daraus ergebende theoretische Rappreise hätte 390 EUR/t sein müssen, nicht 353 EUR/t. Einfluss auf den Rapspreise hat im geringsten Maße das Rapsangebot in Deutschland. Denn – obwohl 2016 die Rapsernte 4,6 Mio. t erreichte, erzielte deutsche Landwirte im Durchschnitt über die ganze Saison 376 EUR/t und damit sogar 7 % mehr als in der Saison zuvor.

    Am Rapsschrotmarkt ging der Kontrakthandel in den vergangenen 7 Tagen rege weiter, aber auch die Nachfrage nach physischer Ware ist etwas gewachsen und es gibt sogar Umsätze. Da die Mischfutterhersteller bis Saisonende gut gedeckt sind, konzentriert sich die Nachfrage nach Rapsschrot momentan hauptsächlich auf August/Oktober. Für prompte Ware warten die Mischfutterbetriebe weitere Vergünstigungen ab, da die Preise seit Wochen eine leicht schwächere Tendenz gezeigt hatten. Am Sojaschrotmarkt konzentrieren sich die Geschäfte ebenfalls auf die Termine August bis Oktober. Mischfutterhersteller sind bis Ende des Sommers offensichtlich noch gut gedeckt. Das Angebot aus Übersee dürfte angesichts der guten Sojaernten in Südamerika nicht knapp werden. Die Sojaschrotpreise hierzulande werden von den sprunghaft gestiegenen Sojakursen in Chicago mit nach oben gezogen. Die Pflanzenölmärkte tendieren fester. Sie bekommen kräftig Unterstützung von den sprunghaft gestiegenen Börsennotierungen in Chicago. Rapsöl legte zur Vorwoche um 13 auf 740 EUR/t zu und setzt damit seinen latenten Aufwärtstrend, der Anfang März begann, fort. Unterstützt werden die Rapsölpreise weiterhin von der Aussicht auf eine kleine EU-Rapsernte 2019 und den steigenden Sojaölpreisen. Zum gleichen Zeitpunkt 2018 lagen die Rapsölpreise mit 700 EUR/t rund 40 EUR/t niedriger, 2017 765 EUR/t. Vergleicht man indes die saisonalen Durchschnittpreise so ergibt sich kurioserweise für 2017/18 und 2018/19 gleichermaßen 730,50 EUR/t.

    Die Kurse in Chicago gaben auch den Sojaölpreisen kräftig Auftrieb. Diese stiegen aktuell um 44 auf 685 EUR/t. Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl haben sich dagegen im Schnitt nur um 14 EUR/t erhöht. Auslöser für das kräftige Plus sind die stark gestiegenen Sojakurse. Im Vergleich zum 5-Jahresschnitt von 715,20 EUR/t liegen die Sojapreise damit aber auf einem eher niedrigen Niveau. Die hohen Lagerbestände in den USA und die reichliche Sojaversorgung 2018/19 haben die Preise gedrückt.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 23.05.2019

  • Marktbericht KW 20 / 2019


    Die Kursschwäche in Paris ist zwar vorerst gestoppt, den Kassamarkt kann das aber nicht beleben. Die ohnehin bereits lahmen Umsätze wurden von der Schwäche an den Vortagen vollständig gebremst. Die vereinzelten Partien, die Erzeuger jetzt verkaufen, um ihre Lager für die kommende Ernte vorbereiten zu können, werden nur mühsam und mit Abschlägen untergebracht. Ölmühlen zeigen Kaufinteresse nur auf Lieferpositionen in der nächsten Saison. Und auch dafür ist das Interesse vorerst erlahmt. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Großhandelspreise für alterntigen Raps durchweg 5 EUR/t nachgegeben, wobei am Niederrhein mit 370 EUR/t noch am meisten genannt wird, franko Rostock sind 361 EUR/t im Gespräch. Hinsichtlich der kommenden Ernte haben Großhandelspreise nicht ganz so stark verloren, gaben aber immerhin auch um 3 EUR/t zur Vorwoche nach. Damit wird die Differenz zwischen den Preisen etwas geringer, aber Raps der Ernte 2019 wird auf Großhandelsebene weiterhin etwas niedriger bewertet. Anders auf Erzeugerstufe, hier stehen die ex Ernte-Preise weiterhin über denen für alterntige Partien, allerdings hat sich der Abstand etwas verringert, weil teilweise die Gebote für neuerntige Ware deutlich zurückgenommen wurden. Die wenigen alterntigen Partien, die noch verfügbar sind, werden mit 345,60 EUR/t bewertet und damit 2,50 EUR/t unter Vorwochenlinie. Ex Ernte werden 349 EUR/t genannt. Erzeuger sind weiterhin in Sorge um ihre Rapsfeldbestände und gehen daher kaum auf Offerten ein. Deutschlandweit geht die Rapsblüte zu Ende. In einigen Regionen mit knapper Wasserversorgung haben die Pflanzen, wie schon im Vorjahr, ein Teil ihrer Blüten abgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Ertragsschätzung auf 34,3 dt/ha zurückgenommen. Dies würde das schwache Vorjahresergebnis von 30 dt/ha zwar deutlich übertreffen, bliebe aber dennoch weit unter dem Durchschnitt von 38 dt/ha. Das und die reduzierte Anbauflächenschätzung des Statistischen Bundesamtes von nur noch 0,89 Mio. ha würde gegenwärtig eine Rapsernte in Höhe von 3 Mio. t ergeben. Damit wurde die Vormonatsschätzung um 0,2 Mio. t gekürzt, das Vorjahresergebnis liegt bei 3,7 Mio. t, der langjährige Durchschnitt bei 5,1 Mio. t.

    Am Rapsschrotmarkt war es zu Beginn der Woche noch ruhig. Dann kam aber etwas Leben in den Markt, weil das Interesse an Kontrakten stark gestiegen ist. Bei physischer Ware sieht die Lage allerdings anders aus. Da diese etwas teurer ist als Rapsschrot auf dem Papier, wird hier weniger gehandelt, obwohl die Preise schwächeln. Mit durchschnittlich 202 EUR/t wurde am 14.05.2019 das niedrigste Niveau seit Juli 2018 erreicht. Mischfutterbetriebe haben bisher zu höheren Preisen gekauft und werden gerade deshalb nun auf Vergünstigungen warten. Am Sojaschrotmarkt gaben die Preise zunächst innerhalb der vergangenen 7 Tage nach. Zuletzt sind sie gestiegen, dabei nutzten die Ölmühlen die festeren Kurse der Nachtbörse in Chicago, um ein paar Euro gut zu machen. Sojaschrot dürfte bei dem aktuell niedrigen Preisniveau unverändert solide nachgefragt werden. Diese knackten fast die 270 EUR/t, das war in den vergangenen 7 Jahren nur 4 Mal der Fall.

    Die Geschäfte an den Pflanzenölmärkten laufen in dieser Woche schleppend. Die Rapsölpreise haben im Vergleich zur Vorwoche um 2 auf 727 EUR/t zugelegt. Gestützt werden die Rapsölpreise von einer soliden Nachfrage, die zwar nicht gerade lebhaft ist, aber wenigstens vorhanden. Sojaöl ist durch die Anhebung der Zölle, auf US-amerikanischer und auf chinesischer Seite, in Chicago stark unter Druck geraten. Am europäischen Sojaölmarkt spiegelt sich dieser Kursverlauf allerdings nicht wider. Die Sojaölpreise haben um 8 auf 641 EUR/t zugelegt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 16.05.2019

  • Marktbericht KW 19 / 2019


    Die rückläufigen Terminnotierungen für Raps sowie der Druck vom schwachen Sojamarkt lassen den Rapspreisen wenig Spielraum. Das geringe Kaufinteresse, aber auch das bereits sehr ausgedünnte Angebot führen allerdings regional zu sehr großen Preisunterschieden und in dieser Woche sogar zu uneinheitlichen Tendenz. So legen in einigen Regionen die Rapspreise um bis zu 5 EUR/t zu, in anderen gaben sie um bis zu 5 EUR/t nach. Insgesamt schwächelten die Rapspreise für alterntige Ware und gaben auf rund 348 EUR/t frei Erfasserlager nach, deutschlandweit wurden 330-378 EUR/t gemeldet, Geschäft steht da allerdings kaum dahinter. Erzeuger verkaufen kaum, denn sie stehen sehr skeptisch vor ihren Rapsfeldbeständen. Zwar hat es in vielen Teilen Deutschlands etwas geregnet, für Entspannung in den von Trockenheit betroffenen Gebieten hat das aber kaum gesorgt. Zudem ist es für die Blüte zu kalt. Örtlich soll es sogar zu Nachtfrösten gekommen sein. Das steigert die Furcht vor Ertragseinbußen. Daher schließen Erzeuger keine neuen Kontrakte ex Ernte ab, zumal die Offerten aus ihrer Sicht wenig attraktiv sind. Im Schnitt wurden 351,90 EUR/t genannt, etwas weniger als in der Vorwoche. Die Spanne reicht von 338 bis 360 EUR/t.

    Am Rapsschrotmarkt werden nur geringe Mengen gehandelt. Die Nachfrage ist relativ gering und deutlich beruhigt. Besonders auf den vorderen Terminen ist das Kaufinteresse sehr gering. Mischfutterhersteller sind immer noch gut gedeckt und warten weitere Preisnachlässe ab. Alle Augen sind weiterhin auf die Entwicklung der Rapskulturen gerichtet, die momentan von den verbesserten Witterungsbedingungen profitieren. Das könnte auf eine doch nicht so schlechte Rapsernte in diesem Jahr hindeuten. Die Nachfrage am Sojaschrotmarkt belebt sich langsam aber sicher. Großen Einfluss hatte die Kampfansage des US-Präsidenten, in deren Folge sowohl die Soja- als auch die Getreidekurse in Chicago kräftig sanken. Auch die Sojaschrotpreise gingen in diese Richtung, sodass auf dem aktuellen niedrigen Preisniveau einiges in die Bücher kommt. Zudem ist die Differenz des Proteinwerts zwischen Soja- und Rapsschrot deutlich geschrumpft. Sollte sich der Preisunterschied zwischen Soja- und Rapsschrot weiter verkleinern, könnte sich das Kaufinteresse verstärkt auf Sojaschrot richten.

    Die Rapsölpreise verloren in den vergangenen 7 Tagen 11 EUR/t. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 725 EUR/t. Sie werden von den Terminkursen für den Rohstoff Raps belastet, die nach ihrem starken Anstieg in den vergangenen 4 Tagen wieder deutlich nachgaben. Auslöser sind die verbesserten Witterungsbedingungen in Westeuropa, die die Befürchtungen einer geringen Rapsernte 2019 sinken lässt. Sojaöl ist erstmals seit 3 Wochen wieder günstiger als Sonnenblumenöl und hat sich leicht um 1 EUR/t auf 633 EUR/t vergünstigt.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 09.05.2019

  • Marktbericht KW 18 / 2019


    Feste Terminkurse in Paris stützen auch die Kassapreise hierzulande. Sollten sich die Hoffnungen der Erzeuger, im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchsetzen zu können, nun doch noch erfüllen? Zumindest im Moment sieht es danach aus, immerhin liegen die Preise mit aktuell 349 EUR/t im Bundesmittel rund 2 EUR/t über Vorwochenniveau, vor allem aber 23 EUR/t höher als vor einem Jahr, Tendenz weiter steigend. Vor allem, wenn es in Teilen Europas zu trocken bleibt und sich Ertragseinbußen bewahrheiten. Die Umsätze am Rapsmarkt werden durch die Preissteigerungen der vergangenen Wochen bislang aber noch nicht nennenswert belebt. Denn trotz der festen Tendenz liegt das Preisniveau immer noch weit unter den Vorstellungen der Erzeuger, außerdem weckt der Verlauf die Hoffnung auf weitere Befestigungen. Solange die Preise steigen, werden alterntige Restmengen zurückgehalten. Feste Terminkurse in Paris stützen auch die Kassapreise hierzulande. Sollten sich die Hoffnungen der Erzeuger, im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchsetzen zu können, nun doch noch erfüllen? Zumindest im Moment sieht es danach aus, immerhin liegen die Preise mit aktuell 349 EUR/t im Bundesmittel rund 2 EUR/t über Vorwochenniveau, vor allem aber 23 EUR/t höher als vor einem Jahr, Tendenz weiter steigend. Vor allem, wenn es in Teilen Europas zu trocken bleibt und sich Ertragseinbußen bewahrheiten. Die Umsätze am Rapsmarkt werden durch die Preissteigerungen der vergangenen Wochen bislang aber noch nicht nennenswert belebt. Denn trotz der festen Tendenz liegt das Preisniveau immer noch weit unter den Vorstellungen der Erzeuger, außerdem weckt der Verlauf die Hoffnung auf weitere Befestigungen. Solange die Preise steigen, werden alterntige Restmengen zurückgehalten.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist zum einen durch die kurze Handelswoche bedingt außerordentlich ruhig, aber auch durch die schwache Nachfrage der Mischfutterbetriebe. Diese sind weiterhin gut gedeckt und kaufen wenn überhaupt kleine Mengen. Besonders auf den vorderen Terminen wird Rapsschrot kaum noch nachgefragt und ist für Händler sehr schwer zu verkaufen. Sojaschrot wird zwar in dieser Handelswoche vereinzelt nachgefragt, aber insgesamt ist der Markt immer noch sehr ruhig und kaum verändert gegenüber der Vorwoche. Mischfutterhersteller spekulieren auf sinkende Preise. Die schwächer tendierenden Sojaschrotkurse in Chicago belasten die Kassamarktpreise hierzulande zusätzlich. Die steigenden Schweinepreise sprechen allerdings dafür, dass die Nachfrage nach Futtermitteln steigen könnte und infolgedessen die Nachfrage der Mischfutterhersteller nach Proteinkomponenten wie Sojaschrot.

    Die Rapsölpreise tendieren fester, Unterstützung erhalten sie vom Rohstoff Raps. Der hat sich kräftig verteuert, in Paris sind die Terminkurse im Wochenverlauf deutlich gestiegen. Auslöser der Kursbefestigung sind die geringeren Rapsernteschätzungen für die EU-28. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 736 EUR/t und damit 16 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Währenddessen hat sich Sojaöl um 8 auf 635 EUR/t vergünstigt.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 02.05.2019

  • Marktbericht KW 17 / 2019


    In den Wochen nach der Ernte 2018 waren viele Erzeuger, besonders solche, die eine enttäuschende Rapsernte eingefahren hatten, kaum bereit, Ware abzugeben. Das Warten, Hoffen und Spekulieren auf Preissteigerungen begann, sodass nur geringe Mengen verkauft wurden und Lieferungen vor allem im Rahmen bestehender Kontrakte erfolgten. Normalerweise machen die Preise unmittelbar nach der Ernte erst einmal einen Knick nach unten, um dann aber in den Folgemonaten beständig nach oben zu klettern. Einen solchen Preisverlauf hat es zuletzt 2016/17 gegeben, 2017/18 war das trotz kleiner Ernte, nicht der Fall. Bei noch kleinerer Ernte 2018 waren sich Anbieter sicher, dass die Preise steigen würden. Das taten sie zunächst auch und im August waren frei Erfasserlager über 360 EUR/t zu erzielen. Einige werden wohl bereuen, damals zu diesem Preis nicht mehr verkauft zu haben und auf weitere Befestigungen gesetzt zu haben, denn die sollten nicht kommen. In den Folgemonaten dümpelten die Preise impulslos vor sich hin, die Vorgaben vom Terminmarkt waren nicht richtungsweisend. Das änderte sich ab Mitte Februar, doch legte Raps nicht zu, sondern geriet massiv unter Druck und verlor im Monatsverlauf rund 5 % an Wert. Seitdem tendieren die Preise zwar leicht fester, liegen jedoch unter 350 EUR/t und damit weit unter den Vorstellungen der Anbieter. Noch immer gibt es Rapserzeuger die vergleichsweise große Vorräte alterntiger Ware vor sich herschieben, da sie in den vergangenen Monaten vergeblich auf Hausse gehofft hatten. Diese Mengen jetzt zu guten Preisen oder wenigstens kostendeckendend zu verkaufen, gestaltet sich schwierig. Der Auslagerungsdruck wächst, aber die Ölmühlen sind zumeist gut über Importe versorgt. Damit sitzen die Verarbeiter in Preisverhandlungen am längeren Hebel. Für Rapserzeuger gibt es nun verschiedene Möglichkeiten: Zugeständnisse machen und die Ware jetzt verkaufen, um die Lager zu räumen, weiter auf Preissteigerungen bis zur Ernte 2019 spekulieren und bis dahin allenfalls kleinere Teilmengen losschlagen oder die alterntige Ware durchlagern, in der Hoffnung, dann endlich höhere Preise zu erzielen.

    Am Rapsschrotmarkt wird in dieser Woche kaum Ware bewegt. Die Wetterentwicklung zum Wochenende hin, für das Niederschläge prognostiziert werden, steht im Fokus für viele Marktteilnehmer. Die deutschen Rapsbestände benötigen Wasser, damit eine gute Ernte 2019 erreicht werden kann. Mischfutterhersteller spekulieren deshalb auf Regenfälle am Wochenende, höhere Rapsertragsschätzungen und demzufolge Preisnachlässe beim Rapsschrot. Am Sojaschrotmarkt wurde wenig gehandelt. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller ist gering, was sich in den Preisen widerspiegelt. In den vergangenen 4 Monaten hat Sojaschrot beider Qualitäten 10 % an Wert verloren. Das bestätigt die Käufer in ihrer abwartenden Haltung – sie hoffen auf weitere Vergünstigungen. Zudem orientieren sich die hiesigen Kassamarktpreise stark an den Sojaschrotkursen in Chicago. Diese befinden sich ebenfalls seit dem Jahreswechsel in einer langsamen, aber stetigen Abwärtsbewegung.

    Am Pflanzenölmarkt geht es feiertagsbedingt sehr ruhig zu. Nur wenige Käufer sind überhaupt am Markt aktiv, dennoch gibt es preisliche Veränderungen. Rapsöl hat sich gegenüber der Vorwoche um 12 auf 720 EUR/t verteuert. Das ist durchaus überraschend, da die Nachfrage aus der Biodieselindustrie saisonal rückläufig ist. Zur Monatsmitte sind Beimischer von Rapsmethylester, sogenannter Winterware, auf Sommerware, also auf Soja- und Palmmethylester, umgestiegen. Reichliches Importangebot schafft dabei eine komfortable Versorgungslage. Sojaöl fob Hamburg ist um 16 auf 643 EUR/t gestiegen.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 25.04.2019

  • Marktbericht KW 16 / 2019


    Marktteilnehmer in Deutschland berichten von einem nach wie vor sehr ruhigen Geschäftsverlauf, doch so langsam geraten Rapserzeuger, zumindest die, die noch größere Mengen alterntige Ware vor sich herschieben, unter Zugzwang. Der Auslagerungsdruck wächst von Woche zu Woche, schließlich wollen die Lager bis zum Erntebeginn geräumt sein. Gleichzeitig sinken die Hoffnungen auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte, vor allem unter Berücksichtigung jüngster Preisentwicklung. Inlandsraps vom Erzeuger ist auf Wochensicht um 10 auf 335 EUR/t abgerutscht und hat sich dem schwachen Vorjahresniveau damit von oben her deutlich angenähert habe. Vom Terminmarkt kommt keine Unterstützung und die Verarbeiter sitzen, dank guter Versorgung mit Raps aus dem Ausland in den Preisverhandlungen am längeren Hebel. Kontrakte ex Ernte 2019 werden dem Vernehmen nach kaum besprochen, Abschlüsse haben noch Seltenheitswert. Grund ist dabei vor allem die Zurückhaltung der Erzeuger. Niemand will sich verkalkulieren und vertraglich festgelegte Mengen am Ende nicht liefern können oder zu früh zu günstig verkaufen. Das Extremjahr 2018 scheint viele vorsichtiger agieren zu lassen.

    Das Angebot an Rapsschrot ist auf den vorderen Terminen sehr begrenzt, Ölmühlen sind beinahe ausverkauft und jene, die unbedingt kaufen müssen bezahlen zum Teil überdurchschnittlich hohe Preise, um noch an Ware zu kommen. Ansonsten sind die meisten Mischfutterhersteller bis Juli noch gut gedeckt, weshalb Rapsschrot der alten Ernte kaum nachgefragt wird. Dafür ist Rapsschrot der neuen Ernte ab August immer mehr im Gespräch, die Nachfrage von Mischfutterbetrieben etwas reger. Einerseits müsste das Kaufinteresse steigen und andererseits die Preise zulegen, damit die Ölmühlen wieder Geschäfte eingehen und der Markt in Schwung kommt, meinen Marktteilnehmer. Am Sojaschrotmarkt werden zwar hier und da immer mal wieder kleine Mengen nachgefragt, aber diese Umsätze sind kaum nennenswert. Das Sojaschrotangebot dürfte nach jetzigem Stand nicht knapp werden. Käufer warten deshalb weiterhin ab und spekulieren auf Vergünstigungen.

    Die Rapsölpreise zeigen sich stabil, mit 708 EUR/t fob Hamburg wird genau so viel wie in der Vorwoche verlangt. Marktteilnehmern zufolge gibt es derzeit keine eindeutigen Impulse, was sich auch am Terminmarkt in mal festeren, mal schwächeren Rapskursen zeigt, die letztlich aber Nahe der Marke von 360 EUR/t bleiben – und das schon seit Wochen. Reichliche Rapsvorräte in der Ukraine und das avisiert steigende Angebot aus Kanada am EU-Markt heben die Aussicht auf eine äußert komfortable Importversorgung bzw. Angebots- und damit Preisdruck aus diesen beiden Ländern. Dem steht jedoch die geringere Versorgung mit eigenem Raps und die Aussicht auf erneut kleine Ernten in manchen EU-Staaten – darunter Frankreich und Deutschland als bedeutendste Rapserzeuger der Gemeinschaft – entgegen. Steigender Angebotsdruck aus Drittstaaten ja, steigender Importbedarf aber ebenfalls ja – beides könnte sich Marktteilnehmern zufolge nahezu aufheben. Was für den Rohstoffmarkt gilt, lässt sich auch auf die Nachprodukte übertragen: Das Fehlen richtungsweisender Impulse hält die Preise stabil und lässt die Märkte weiter abwarten. Eine deutliche Preisbewegung hat es indes beim Sojaöl gegeben, dass sich auf Wochensicht um 18 auf 627 EUR/t vergünstigt hat. Festere Vorgaben von den Sojaschrotkurse in Chicago konnten den Rückgang nicht stoppen.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 18.04.2019

  • Marktbericht KW 15 / 2019


    Das niedrige Preisniveau für Inlandsraps bremst das Geschäft, Erzeuger sind kaum bereit Ware abzugeben. Selbst die, die noch größere Mengen unverkauft im Lager haben, warten weiterhin ab. Vielleicht lassen sich im Übergang auf die neue Ernte ja doch noch höhere Forderungen durchsetzen, so die Hoffnung vieler. Andere haben bereits den Großteil verkauft, sodass wirklich nur noch Restmengen vorhanden sind, mit denen sie ohne Not auf Preissteigerungen spekulieren. Mancher hat die Hoffnung aber auch begraben und wird die Ware wohl durchlagern. Die Ernte 2019 gerät zunehmend in den Fokus der Verarbeiter, während alterntige Ware kaum noch Beachtung findet. Nur sehr vereinzelt wird Raps auf vorderen Terminen umgesetzt und dann zu Preisen um 345 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Ex Ernte wird Rapserzeugern schon seit 5 Wochen mehr geboten als für alterntige Ware, zuletzt 351 EUR/t im Bundesmittel. Das animiert erst recht zum Durchlagern. Das Kontraktgeschäft verläuft dennoch in ruhigen Bahnen, denn bis zur Ernte sind es noch einige Wochen hin und keiner möchte sich verkalkulieren und zu früh zu viel verkaufen. Zudem legt der jüngste Preisverlauf weitere Befestigungen nahe. Auch die nach wie vor knappen Wasserressourcen im Boden fördern die Zurückhaltung der Verkäufer. Zwar sind die Feldbestände gut entwickelt, aber in den kommenden Wochen könnte die Wasserversorgung ohne neue Niederschläge regional durchaus kritisch werden.

    Am Rapsschrotmarkt wird kaum physische Ware gehandelt, da es weiterhin an frischen Impulsen mangelt. Mischfutterbetriebe fragen kaufen nur kleinste Mengen für den direkten Bedarf. Käufer spekulieren wegen der leicht rückläufigen Preise auf weitere Vergünstigungen und warten deshalb ab. Marktteilnehmer berichten, dass die Umsätze in diesem Jahr bisher geringer sind als im Vorjahr, was aber darauf schließen lässt, dass Mischfutterbetriebe für Mai bis Juli bald neue Ware benötigen dürften. Sojaschrot wird aktuell etwas stärker nachgefragt als in der vorangegangenen Woche. Die Mischfutterhersteller wollen sich vor den näher rückenden Osterfeiertagen eindecken, da sie während der Feiertage nicht beliefert werden können. Dieser Nachfrageanstieg dürfte aber nur kurzzeitig anhalten. Marktteilnehmer berichten zudem von einer etwas regeren mittelfristigen Nachfrage zum Sommer. Im Preisverlauf spiegelt sich die leicht höhere Nachfrage allerdings nicht wider.

    Die geringere Rapsölnachfrage der Biodieselhersteller macht sich bemerkbar. Während andere Pflanzenöle fester tendieren, wurden die Rapsölpreise weiter zurückgenommen. Mit 708 EUR/t fob Hamburg werden 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche verlangt. Ab dem 16.04.2019 werden Biodieselbeimischer von Raps- auf Soja- und Palmmethylester umstellen. Und auch sonst findet Rapsöl keine Preisunterstützung. Die Rapsterminkurse rutschten zuletzt wieder unter 360 EUR/t, eine Marke, um die sie nun schon seit Wochen impulslos herumdümpeln. Sojamethylester steht bei Biodieselbeimischern nun hoch im Kurs und lässt Sojaöl einen kräftigen Preissprung hinlegen. Mit 645 EUR/t fob Hamburg werden 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 11.04.2019

  • Marktbericht KW 14 / 2019


    Die Lage am Rapsmarkt ändert sich nicht. Ölmühlen sind nach wie vor gut gedeckt oder stopfen die Lücken mit Importware, zudem sei Rapsöl ist schwer zu vermarkten, was den Bedarf der Verarbeiter drosselt. Interesse am Zukauf inländischer Rapspartien zeigen die meisten nicht. Die Ölmühle in Mannheim soll sich vorerst sogar komplett vom Rapsmarkt zurückgezogen haben. Anbietern ist es damit kaum möglich, höhere Forderungen durchzusetzen. Die Erzeugerpreise bleiben auf niedrigem Niveau, zuletzt wurden 344 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, bloß 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Mindestens 360 EUR/t frei Erfasserlager wollen Erzeuger für ihren alterntigen Raps aber sehen, doch selbst die scheinen vorerst nicht erreichbar. So werden Restmengen aus der Ernte 2018 und teilweise sogar noch aus 2017 weiter vor sich hergeschoben. Importdruck aus Ukraine und Kanada deckelt die Rapskurse in Paris, auch wenn die Terminkurse zuletzt gestiegen sind, bleiben sie in Ermangelung richtungsweisender Impulse doch nahe der Marke von 360 EUR/t. In der EU haben trockenere Witterung in weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens die Ertragsaussichten für Winterraps etwas geschmälert, besonders aber in der Ukraine, wo Marktteilnehmer von Wachstumsverzögerungen berichten. In Deutschland haben sich die Feldbestände in den vergangenen Tagen zügig entwickelt. Inwieweit das Wasser für eine gute weitere Entwicklung reichen wird, ist nicht vorhersehbar.

    Mischfutterhersteller kaufen in dieser Woche kaum Rapsschrot und sind immer noch so gut gedeckt, dass sie bestenfalls für Mai und Juni kleine Mengen nachkaufen. Rapsschrot der alten Ernte wird derzeit quasi gar nicht mehr gehandelt, Rapsschrot der kommenden Saison wird immerhin besprochen. Ware geht also kaum über den Tisch und der Kontrakthandel war auch schon einmal reger. Sogar auf Monatssicht ist die Lage am Rapsschrotmarkt einschläfernd ruhig. Die Preise bewegen sich in einem Rahmen von 3 EUR/t, mal rauf, mal runter und pendeln damit relativ stabil um 220 EUR/t. Am Sojaschrotmarkt wurde diese Woche noch weniger umgesetzt als eine Woche zuvor. Die Nachfrage ist gering, das Angebot reichlich. Auch der gesunkene Eurokurs bremst die Geschäfte hierzulande. Die Preise sanken zwar zwischenzeitlich um 11 EUR/t und stiegen zuletzt wieder um 5 EUR/t, aber wo keine Nachfrage ist, können auch diese Preisbewegungen nichts ausrichten.

    Am Pflanzenölmarkt herrscht Flaute. Die Nachfrage ist Marktteilnehmern zufolge äußerst gering, was sich besonders im Rückgang der Sojaölpreise widerspiegelt. Mit 630 EUR/t fob Hamburg wurden diese zuletzt 20 EUR/t unter Vorwochenniveau festgestellt – so niedrig hatten die Preise zuletzt Anfang Januar gelegen. Doch auch die Forderungen für Rapsöl wurden gekürzt, 710 EUR/t fob Hamburg sind 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Der Biodieselmarkt stellt von Winter- auf Sommerware um, RME gerät mehr und mehr aus dem Fokus. Ansonsten mangelt es dem Markt an Impulsen. Die Terminkurse für Raps in Paris dümpeln weiter knapp um 360 EUR/t vor sich hin.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 04.04.2019

  • Marktbericht KW 13 / 2019


    Rapsanbieter in Deutschland hoffen weiter auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019. Angefacht werden die Spekulationen durch die jüngsten Kursbefestigungen für Raps an der Börse in Paris. Seit Wochenbeginn tendieren die Rapskurse leicht fester und der Fronttermin konnte zuletzt immerhin wieder die Marke von 360 EUR/t erreichen. Doch vor allem die Kurssteigerungen ex Ernte machen Anbietern und vor allem Erzeugern, die noch überdurchschnittlich große Mengen alterntiger Ware unverkauft vor sich herschieben, Hoffnung. Der August-Kontrakt hat sich auf über 363 EUR/t befestigt und damit ein 6- Wochenhoch erreicht. Es ist zu erwarten, dass Raps vielerorts durchgelagert, also mit in die Saison 2019/20 genommen wird. Während Rapserzeuger auf Preissteigerungen setzen und deshalb nur verhalten Ware auf den vorderen Positionen anbieten, bleibt die Nachfrage der Ölmühlen zurückhaltend. Immerhin haben sie ihre Prämien auf die wieder festeren Notierungen nicht gekürzt. Offerten lassen sich damit zwar kaum mobilisieren, aber es könnte ein erster Schritt Richtung Marktbelebung sein. Jüngste 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt liegen gut 1 EUR/t über Vorwoche.

    Eine weitere Woche bleibt die Lage am Rapsschrotmarkt ruhig. Die Nachfrage ist sehr gering, da Mischfutterhersteller weiter auf Preisrückgänge spekulieren. Das Angebot auf den vorderen Positionen ist begrenzt, März-Ware wird kurz vor dem Monatswechsel kaum noch offeriert, aber auch für April ist nicht viel im Angebot – die Abgabebereitschaft der Ölmühlen ist verhalten. Der lahme Handel hat die Preise zuletzt unter Druck gesetzt, auf Wochensicht bleibt aber ein Plus von 5 auf 222 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr lagen die Preise mit 248 EUR/t allerdings noch deutlich höher. Auch am Sojaschrotmarkt fehlen richtungsweisende Impulse, die Lage ist im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Geschäfte verlaufen sehr ruhig, es bräuchte Kaufimpulse aus der Mischfutterindustrie um den Markt zu beleben. Doch die decken sich nur mit dem Nötigsten ein und warten fortgesetzt auf Preisnachlässe.

    Die meisten Pflanzenölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert. Rapsöl kostet nach wie vor 715 EUR/t fob Hamburg. Kaum veränderte Rapsterminkurse, die sich weiterhin nahe der 360 EURMarke bewegen, sind nicht richtungsweisend. Die Nachricht, dass China für den Rest der Saison keinen Raps aus Kanada mehr kaufen will, sorgte nur kurzzeitig für Wirbel, die Kurse in Paris reagierten kaum. Auch am Biodieselmarkt gibt es nichts Neues: Leichte Preisschwäche ist mit der näher rückenden Umstellung von Winter- auf Sommerware zu erklären. Die bedeutendste Preisänderung hat es beim Sojaöl gegeben, das mit 650 EUR/t fob Hamburg zuletzt 5 EUR/t weniger kostete als vor einer Woche. In einem sonst impulslosen Markt sind dafür wohl die auf Wochensicht leicht schwächeren US-Sojaölkurse verantwortlich.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 28.03.2019