Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 17 2017


    Am deutschen Rapsmarkt hat sich zu Beginn der 17. KW so gut wie nichts an der verfahrenen Situation der vergangenen Wochen geändert. An Impulsen fehlt es auch weiterhin. Käufer und Verkäufer finden nach wie vor nicht zueinander, zu unterschiedlich sind die Preisvorstellungen. Falls Ölmühlen überhaupt Kaufinteresse signalisieren, denn ihre Margen sind weiterhin unbefriedigend. Ihnen ist der Rohstoff angesichts fallender Rapsölpreise zu teuer. Zudem ist der Nachproduktabsatz schleppend, so dass der Rohstoffbedarf zusätzlich gedämpft wird, dementsprechend gering ist das Kaufinteresse. Zusätzlich werden die Prämien durch australisches Raps im Zaum gehalten, weil sich damit vergleichsweise günstig Versorgungslücken füllen lassen. Doch nicht nur von der Nachfrage, auch vom Angebot gehen am deutschen Rapsmarkt weiterhin keine Impulse aus. Der Handel wartet auf höhere Preise und auch die Erzeuger wollen für Ware der kommenden Ernte, über deren Umfang Unsicherheit besteht, festere Preise sehen. Insgesamt zeichnet sich am deutschen Rapsmarkt also weiterhin das Bild eines ruhigen Handels. Die Unsicherheit in Bezug auf den Umfang der kommenden Rapsernte in Deutschland rührt daher, dass das Ausmaß später Frostschäden an den hiesigen Beständen noch unklar ist. In der vergangenen Woche waren die Temperaturen in Teilen Europas deutlich gefallen – das hat die Landwirte verunsichert. Teilweise sollen Pflanzen Frostschäden genommen haben, von aufgeplatzten Stängeln ist die Rede, die die Gefahr von Pilzerkrankungen und Fäulnis erhöhen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass 25 bis 30 % der kommenden Ernte bereits in Kontrakten festgelegt wurden, halten sich Abgeber aus der Landwirtschaft zurzeit zurück und warten die Bestandsentwicklung ab. Auch wenn der Preisrückgang zuletzt gestoppt wurde, bräuchte es wohl höhere Preise um den Erzeugern Ware zu entlocken.

    Die Rapsschrotpreise auf den vorderen Terminen sind etwas unter Druck geraten. Denn obwohl viele der hiesigen Mühlen derzeit ihre Verarbeitung aufgrund einer für sie unzureichenden Marge gedrosselt haben und der Ausstoß entsprechend reduziert ist, scheint mehr Ware aus der alten Ernte verfügbar zu sein, als zuvor angenommen. Das nun doch etwas höhere Angebot hat Preisdruck erzeugt. Ware aus Raps der kommenden Ernte wird derzeit noch nicht besprochen. Hier macht sich genau wie auf dem Rohstoffmarkt wetterbedingt Unsicherheit breit. Auch nach den Osterfeiertagen fehlt es dem Sojaschrotmarkt an Schwung. Zwar werden stetig Kontrakte über kleinere Mengen zur Lieferung im August/September gehandelt und es gibt auch mal Anfragen für spätere Termine, in der Regel wird aber nicht mehr nachgefragt als nötig.

    Die Preise für Pflanzenöle sind im Verlauf der vergangenen Woche deutlich gefallen. Druck kommt in erster Linie durch die schwächeren Palmölpreise auf. Die erwarteten Produktionssteigerungen durch die sich erholenden Ölpalmenbestände belasten die Preisentwicklung zunehmend. Darüber hinaus trifft auch mehr und mehr Ware in den europäischen Häfen ein, so dass sich die Versorgungssituation hierzulande deutlich entspannt. Palmöl fob Rotterdam tendiert für vordere Ware mit 620 EUR/t deutlich schwächer. Diese Tendenz wird durch den erneut festeren Eurokurs noch verstärkt. Die kräftige Preisbewegung geht in erster Linie von der Angebotsseite aus, was auch die anderen Pflanzenöle mitzieht. Die Großhandelspreise für Rapsöl zur sofortigen Lieferung fallen rund 24 EUR/t auf 773 EUR/t. Für August/Oktober geben die Forderungen ebenfalls 14 EUR/t nach. Noch stärker ist der Preisrückgang bei Sojaöl. Fob Hamburg verliert prompte Ware rund 15 EUR/t auf 735 EUR/t. Spätere Termine geben sogar 17-20 EUR/t nach.

    Dateigröße: 44 KDatum: 27.04.2017

  • Marktbericht KW 16 2016


    Bereits vor den Osterfeiertagen hatte sich der Rapsmarkt beruhigt und hat bislang auch noch nicht wieder an Fahrt aufgenommen. Es gibt kaum Nachfrage, von Angebot ganz zu schweigen. Geliefert wird auf Vertragsbasis, erweitert wird das deutsche Angebot mit Lieferungen aus den EU-Ausland und Drittländern. Neugeschäft gibt es somit kaum. Zwar wurde zuletzt wieder etwas mehr für alterntige Partien in Deutschland geboten, aber das Plus von 1 EUR/t zur Vorwoche hat die Attraktivität der Gebote nicht wirklich verbessert. Allerdings scheint damit die Preisschwäche vorerst beendet zu sein. Jedenfalls für alterntige Ware. Für Raps der kommenden Ernte sind die Gebote erneut zurückgenommen worden, so dass im Schnitt nur noch knapp 348 EUR/t genannt werden. Damit bewegt sich der Preisunterschied wieder auf die 40 EUR/t zu. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die nicht immer zufriedenstellenden Feldbestände in Mittel- und Westeuropa Preiswirkung entfalten können. Aber dazu scheinen die sichtbaren Ausfälle noch nicht groß genug zu sein. Sorge bereiten die niedrigen Temperaturen, teils unter der Null-Grad-Grenze, die einige Rapsfeldbestände nun in der Blüte treffen. Vom Markt kommen derzeit keine neuen Impulse, so dass sich Raps eng an den Vorgaben der Terminbörsen in Übersee richten. Möglicherweise wird Raps wieder mehr besprochen, wenn die Osterferien überall vorbei sind. Allerdings beginnt danach der feiertagreiche Mai.

    Am Inlandsmarkt für Ölschrote herrscht aktuell wenig Aktivität. Viele Händler, Verarbeiter und Erzeuger sind noch im Osterurlaub. Wie schon in der Vorwoche gibt es kaum preisbeeinflussende Impulse so dass sich die Forderungen für Rapsschrot gegenüber Vorwoche nur leicht verändert haben. So sind die durchschnittlichen Verkaufspreise der Ölmühlen in Deutschland um 1 EUR/t auf 222 EUR/t gestiegen. Sojaschrot wird ebenfalls in der aktuellen Woche kaum besprochen. Die reichliche Versorgung mit Soja gerade aus Südamerika gibt derzeit wenig Anlass steigende Preise zu erwarten. Die Ernte in Brasilien läuft einwandfrei und kompensiert problemlos die Ernteverzögerungen durch den Starkregen in Argentinien. Daher warten Käufer hierzulande weiterhin ab und spekulieren auf sinkende Forderungen. Die etwas festeren Börsenkurse für USSojabohnen haben aber immerhin für eine leichte Preisbefestigung am Sojaschrotmarkt gesorgt. Die durchschnittlichen Fob-Preise für Sojaschrot mit 44 % Proteinanteil sind gegenüber Vorwoche um 2 EUR/t auf 317 EUR/t gestiegen. Auch die Forderungen für 49er Ware haben sich um 2 EUR/t auf 347 EUR/t befestigt.

    Die Osterfeiertage haben für deutlich reduzierte Handelsaktivitäten am Markt für Pflanzenöle gesorgt. Am meisten Dynamik zeigten die US-Sojaölnotierungen, die zwar immer noch unter der fehlenden Nachfrage der US-Biodieselindustrie leiden, jüngst aber von Spekulationen auf Anti-Dumping-Zölle in den USA gegen Lieferungen von Biodiesel aus Argentinien und Indonesien profitieren konnten. Sollten die Schutzzölle in der erwarteten Höhe eingeführt werden, dürfte der US-Rohstoffbedarf nach heimischen Pflanzenöl wie Sojaoder Rapsöl steigen, was die Sojaölkurse in Chicago zwischenzeitlich deutlich beflügelt hatte. Allerdings konnte US-Sojaöl die Kursgewinne nicht halten und schlossen im gestrigen Handel 0,3 % unter Vorwochenlinie. Immerhin konnten die auch die Großhandelspreise für Rapsöl von dem kurzen Anstieg profitieren. Zwar kam in den vergangenen Tagen kaum Abschlüsse zu Stande, dennoch befestigten sich die Forderungen leicht um 2 EUR/t über alle Termine hinweg. Prompte Ware kostet damit aktuell 797 EUR/t.

    Dateigröße: 40 KDatum: 20.04.2017

  • Marktbericht KW 15 2017


    Kurz vor Beginn der Osterfeiertage hat sich der deutsche Rapsmarkt noch weiter beruhigt, nur noch wenige Marktteilnehmer sind aktiv, die Umsätze ist sehr überschaubar. Das waren sie allerdings auch schon in der vergangenen Woche, da es prompt sowie auf Terminen Mai/Juni praktisch kein Angebot gibt, denn Rapserzeuger halten ihre knappen Restbestände unter Verschluss. Doch auch für Termine ex Ernte ist die Bereitschaft, Kontrakte über Mengen der kommenden Ernte zu schließen zurückgegangen, was insbesondere auf die Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands zurückzuführen ist. Das hat die Erzeuger vorsichtiger gemacht. Sie warten Witterungsverlauf und Bestandsentwicklung ab. Gleichzeitig ist aber auch die Nachfrage vielfach nicht unbedingt drängend, denn zu gering ist die Marge für deutsche Ölmühlen momentan, sodass sie ihre Verarbeitung und damit auch ihr Kaufinteresse für Raps erst dann wieder ankurbeln, wenn sie mit einer zufriedenstellenden Marge rechnen können. Dafür müssten die Rapsölpreise anziehen oder aber die Rohstoffpreise noch weiter zurückgehen. Letzteres dürfte es allerdings umso schwieriger machen, überhaupt an Ware heranzukommen.

    Am deutschen Sojaschrotmarkt haben sich die Preise gegenüber Vorwoche befestigt. Ausgelöst wurde dies vor allem durch eine Verschlechterung der Witterungsbedingungen in argentinischen Sojaanbaugebieten. Zu viel Regen verzögerte dort die noch kaum vorangeschrittene Ernte. Inzwischen hat sich die Situation wohl wieder entspannt. Stattdessen könnte sich kurzfristig nun die erneut durch das USDA nach oben korrigierte Ernteschätzung für Südamerika auf den Preis für Sojaschrot am deutschen Kassamarkt niederschlagen. Mittelfristig ist dann aber eher mit anziehenden Preisen zu rechnen, sodass Futtermittelhersteller zunehmend Kaufinteresse signalisieren. Währenddessen sind die Rapsschrotpreise weiter leicht gestiegen. Bei anhaltend nicht ausreichender Marge ist der Ausstoß der Ölmühlen nach wie vor gering und dementsprechend auch der Anfall von Rapsschrot verringert. Futtermittelherstellern suchen daher teilweise vergeblich Ware.

    Der Handel mit Pflanzenölen ist derzeit sehr verhalten. Alle Marktteilnehmer warteten auf den gestern Abend erschienen USDA-Monatsbericht. Niemand wollte auf dem falschen Fuß erwischt und unnötig Lehrgeld bezahlen für eine Fehleinschätzung der Marktsituation. So wird fast ausschließlich für den sofortigen Bedarf gekauft, sofern nötig. Darüber hinaus befinden sich viele Händler im Osterurlaub, was zusätzlich für verminderten Handel sorgt. Die Sojaölkurse in Chicago haben im Wochenverlauf keine klare Tendenz gezeigt, global betrachtet sind Sojabohnen als Rohstoff mehr als reichlich verfügbar und die Nachfrage gerade auch aus der US-Bioethanolindustrie bleibt sehr bescheiden. Es fehlen daher entscheidende Impulse für festere Kurse. Auf Wochensicht verliert Sojaöl 1,5 %. Die Palmölnotierungen in Kuala Lumpur tendieren ebenfalls schwächer. Am hiesigen Markt für Pflanzenöle sind in Folge auch die Forderungen für Sojaöl leicht gefallen. Die Preise für Rapsöl haben sich indes vorne etwas befestigt, hintere Termine tendieren hingegen schwächer, da ex Ernte gehandelter Raps mit deutlichen Abschlägen an der Matif bewertet wird.

    Dateigröße: 39 KDatum: 13.04.2017

  • Marktbericht KW 14 2017


    Am deutschen Rapskassamarkt geht es weiterhin ruhig zu. Hinsichtlich ihrer Preisvorstellungen, finden Käufer und Verkäufer kaum zueinander. Erzeuger halten die Ware aus ihren überschaubaren Vorräten nach wie vor zurück, während die Nachfrage auf den vorderen Positionen sogar noch weiter zurückgegangen ist. Ölmühlen beklagen unzureichende Verarbeitungsmargen. Außerdem füllen gleichzeitig australische Importe die Versorgungslücken. So seien viele Mühlen für ihre geringe Auslastung vorerst noch ausreichend mit Ware gedeckt und beobachten die weitere Preisentwicklung für deutschen Raps. Das hält die Prämien im Zaum. Regional scheint es aber durchaus noch Bedarf zu geben, zum Beispiel am Niederrhein. Dafür sprechen unverändert hohe Prämien, die dort für Raps geboten werden. Für prompte Ware sowie auf den Lieferterminen Mai und Juni wurden diese sogar nochmals leicht angehoben, womit der zur Vorwoche marginale Rückgang an der Terminbörse weitgehend kompensiert wurde. Damit haben sich am Kassamarkt die Gebote gegenüber Vorwoche kaum verändert haben. Auf neuerntigen Positionen ab August halten die Mühlen ihre Prämien allerdings konstant und gleichen damit den Kursrückgang nicht aus. Daraus lässt sich ableiten, dass zumindest am Niederrhein nach wie vor Kaufinteresse für vordere Ware besteht. Demgegenüber ist die Nachfrage auf Terminen ex Ernte gering, der Bedarf nicht drängend. Gleichzeitig gibt es hier häufiger Verkaufsinteresse, wenn auch in überschaubarem Umfang. Und vereinzelt kommt es auch zu Abschlüssen.

    Am deutschen Rapsschrotmarkt ist Ware aus der laufenden Saison so gut wie nicht zu bekommen, mancher Futtermittelhersteller sucht vergeblich. Aufgrund der unbefriedigenden Marge und des überschaubaren Rapsangebotes haben die Ölmühlen ihre Verarbeitung gedrosselt, viele spekulieren bereits mit einer frühzeitigen Verarbeitungspause bereits im Mai. Damit schwindet auch der Rapsschrotausstoß. Die knappe Verfügbarkeit hat zusammen mit zuletzt wieder festeren Rohstoffnotierungen die Rapsschrotforderungen steigen lassen. Am Sojaschrotmarkt kommt etwas Leben in die Geschäfte, zumindest auf den Terminen Mai bis Oktober. Hier zieht die Nachfrage an und es werden Kontrakte ausgehandelt, auch wenn der Nachfrageanstieg nicht so groß sein soll wie zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres. Die laut jüngster USDA-Prognose steigende US-Sojabohnenanbaufläche zur Ernte 2017 hat die deutschen Sojaschrotpreise kaum bewegt.

    Der Markt für Pflanzenöle zeigt sich in der aktuellen Woche eher ruhig. Die Pflanzenölpreise haben sich im Vergleich zur Vorwoche wieder etwas befestigt. Besonders Raps-, Sonnenblumen- und Sojaöl konnten zulegen. Die Palmölnotierungen tendieren weiterhin leicht schwächer zur Vorwoche und auch die Sojaölkurse in Chicago gaben um 2,4 % zum vergangenen Mittwoch deutlich nach. Nach wie vor fehlen die nötigen Verarbeitungsmengen der US-Biodieselindustrie um über eine entsprechende Nachfrage Kaufsignale für Sojaölnotierungen zu generieren. Am europäischen Pflanzenölmarkt hat Rapsöl zur Lieferung von Mai bis Juli 4 EUR/t im Vorwochenvergleich zulegen können und aktuell mit 766 EUR/t fob Niederlande bewertet. Sojaöl erholt sich ebenfalls über alle Termine hinweg. Maiware kostet 740 EUR/t fob Niederlande und liegt damit 10 EUR/t über Vorwochenlinie. Auch die Preise für Sonnenblumenöl steigt für prompte Lieferung um 5 EUR/t, spätere Termine ziehen sogar 10 EUR/t an. Die Forderungen für Palmöl fob Niederlande geben für Mai nochmal kräftig nach und liegen 20 USD/t unter Vorwochenniveau, der schwächere Eurokurs puffert die Preisdifferenz allerdings auf 8 EUR/t ab.

    Dateigröße: 40 KDatum: 06.04.2017

  • Marktbericht KW 13 2017


    Am deutschen Rapsmarkt finden Käufer und Verkäufer nicht zueinander. Vom schwachen Kursniveau an der Pariser Börse geht Preisdruck für den deutschen Kassamarkt aus, sodass die Erzeuger Restmengen der alten Ernte erst recht zurückhalten. Wenig Spielraum für ihre Preisvorstellungen haben Verkäufer am deutschen Markt aber auch deshalb, weil Verarbeiter auf den Terminen April und Mai vorerst gut mit Ware gedeckt sind. Besonders der Importraps aus Australien scheint die bisherigen Angebotslücken mehr als ausreichend zu schließen. Die Gebote der Ölmühlen liegen demzufolge gerade auf den alterntigen Terminen deutlich niedriger. Sie halten sich zurück und spekulieren bei zunächst ausreichender Versorgung auf weiteren Kursdruck. Gleichzeitig hoffen sie auf einen Nachfrageschub für Rapsöl, der aber wahrscheinlich erst Mitte April kommen wird. Abwarten lautet also momentan die Devise auf beiden Seiten des Marktes.

    An den Ölschrotmärkten haben die Preise weiter nachgegeben. Beim Rapsschrot sind die Preisrücknahmen allerdings weniger deutlich und damit offenbar nicht ausreichend, um Käufer zu animieren. Mischfutterhersteller fragten zuletzt kaum nach, obwohl grundsätzlich Kaufinteresse für die knappe vordere Ware vorhanden sein soll. Häufig passen aber die Preisvorstellungen nicht zueinander, sodass nur sehr vereinzelt Ware bewegt wird. Die Forderungen für Sojaschrot wurden deutlicher zurückgenommen. Vor allem die rückläufigen Kurse belasten, aber auch der feste Euro. Der Preisrückgang hat jedoch bislang keine Nachfrage mobilisieren können. Abgerufen wird Ware vor allem zur prompten Lieferung in überschaubaren Mengen, während im Hinblick auf die Bedarfsdeckung späterer Termine die weitere Preisentwicklung abgewartet wird. Der jüngste Preisrückgang für Rapsschrot hat dessen Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

    Am Markt für Pflanzenöle ist es sehr ruhig. Der teils starke Preisverlust und das vereinzelt sehr knappe Angebot haben die Nachfrage spürbar limitiert. Am deutlichsten haben die Preise für Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl verloren rund 20 EUR/t zur Vorwoche. Neben den rückläufigen Palmölnotierungen hat auch der feste Eurokurs die Forderungen gedrückt. Obgleich die Terminkurse für Sojaöl überwiegend im Plus schlossen, hatte die Schwäche vor dem Wochenende den größeren Einfluss und schwappte sogar auf die Palmölnotierungen in Kuala Lumpur über. In Chicago konnten daher die Sojaölnotierungen trotz zuletzt leicht festerer Tendenz das Vorwochenniveau nicht wieder erreichen. Am europäischen Pflanzenölmarkt wurde Sojaöl zur Lieferung im April 2017 zuletzt mit 740 EUR/t bewertet und so 20 EUR/t unter Vorwochenlinie. Hier ist Ware ausreichend verfügbar, wird aber weder auf den vorderen Lieferterminen noch auf den späteren geordert. Rapsöl ist demgegenüber nicht ganz so reichlich verfügbar, was die Aufschläge für vordere Ware oben hält. Dennoch ist Aprilware mit 778 EUR/t fob Niederlande aktuell 12 EUR/t günstiger zu haben als noch vor einer Woche. Raffinate und zertifizierte Ware sind derzeit sehr knapp in den europäischen Häfen, denn aufgrund von Verladeproblem werden in den Herkunftsländern kaum Schiffe auf den Weg gebracht. Daher sind in Europa erst wieder Offerten für Liefertermine Juni 2017 zu hören.

    Dateigröße: 43 KDatum: 30.03.2017

  • Marktbericht KW 12 2017


    Am deutschen Rapskassamarkt dürfte sich die knappe Versorgungslage zunehmend entspannen. Ölmühlen in der Nähe zu Binnen- und Seehäfen profitieren offenbar bereits vom Eintreffen australischer Importmengen. An den Binnenstandorten im Osten wird Ware von einigen Paritäten dagegen weiterhin gesucht, von deutschen Erzeugern aber zurückgehalten, erst recht, wo jetzt zu dem wenig zufriedenstellenden Preisniveau Kosten für Feldarbeiten und Düngung hinzukommen, sodass hier die Situation noch angespannt bleibt. Dortige Mühlen haben weiterhin Bedarf und halten die Prämien demzufolge weiterhin hoch. Während auf Terminen bis einschließlich Juni also weiterhin vielerorts Ware gesucht wird, was sich an nach wie vor hohen Prämien zeigt, die von der Nachfragseite her geboten werden, werden erzeugerseitig zur prompten Lieferung praktisch keine Mengen angeboten, aber auch für Termine Mai bis Juni besteht wenig Verkaufsbereitschaft. Ex Ernte liegen die Prämien deutlich niedriger, denn das Kaufinteresse für Ware der kommenden Ernte ist noch eher gering. Allerdings zeigt sich die Angebotsseite auf den ex Ernte-Terminen abgabebereiter, sodass vereinzelt Verhandlungen geführt werden und die beiderseitigen Preisvorstellungen näher beieinanderliegen. Was die Anbaubedingungen in Europa betrifft, kamen jüngste Regenfälle vielerorts der Bestandsentwicklung und damit auch den Ernteaussichten zugute, nach einem in vielen Regionen insgesamt zu trockenen Herbst. Gerade in Frankreich aber auch im Osten Deutschlands könnten die Regenfälle das Bestandsbild verbessern. Für Europa ergibt sich ein heterogenes aber durchaus zufriedenstellendes Gesamtbild.

    Aktuell ist des Kaufinteresse am deutschen Rapsschrotmarkt äußerst gering. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller sei praktisch auf null zurückgegangen, heißt es. Nach wie vor gehen die Preisvorstellungen teilweise deutlich auseinander: Auf späteren Terminen, Mai bis Oktober 2018, zeigt die Käuferseite zwar etwas Interesse, diese Termine liegen aber noch zu weit in der Zukunft, als dass hierüber schon Kontrakte ausgehandelt werden würden. Die Preise haben sich in der zurückliegenden Woche trotz schwacher Umsatzlage stabil entwickelt und lagen am 21.03.17 mit 221 EUR/t gegenüber Vorwoche um 3 EUR/t höher. Noch geringer scheint das Kaufinteresse für Sojaschrot zu sein. Anhaltenden Druck erzeugt die Aussicht auf eine südamerikanische Sojarekordernte. Nachfrageseitig halten sich Marktteilnehmer deshalb zurück und spekulieren auf weiter sinkende Preise. Diese wurden gegenüber Vorwoche um weitere 7 EUR/t zurückgenommen.

    Von der US-Umweltbehörde EPA sind bis dato immer noch keine weiteren Informationen zur zukünftigen Gestaltung der US-Biodieselpolitik bekannt geworden. Das hat in den vergangenen Wochen zu deutlich reduzierten US-Verarbeitungsmengen geführt. Im Januar und Februar 2017 lagen folglich die verarbeiteten Sojabohnenmengen rund 50 % unter Vorjahresniveau. Auch für März und April dürfte die Lage unsicher bleiben, da der US-Etat vom Parlament noch nicht beschlossen wurde und somit auch die Förderungen für die US-Biodieselindustrie nicht sicher sind. Was allerdings in den vergangenen Wochen noch für schwächere Sojaölnotierungen an der Börse in Chicago gesorgt hat, wird jetzt vom Markt kurzum positiv interpretiert. Denn da auch nichts gegenteiliges zu den bisherigen Plänen der Umweltbehörde bekannt gegeben wurde, spekulieren die Fonds auf eine Fortführung der EPA-Vorgaben für den Sektor und erhöhten ihre Kaufkontrakte auf Sojaöl in den vergangenen zwei Tagen um 7.000 t. So tendieren die US-Sojaölkurse den fünften Tag in Folge fester und gewinnen zum vergangenen Mittwoch rund 2,9 % auf umgerechnet 676 EUR/t. Auch am Kassamarkt in Deutschland steigen die Sojaölpreise und legen rund 5 EUR/t zu auf 760 EUR/t für den April. Prompte Ware ist derzeit nicht verfügbar. Rapsöl kann von den gestiegenen Pflanzenölpreisen nicht profitieren. Der Apriltermin fällt 10 EUR/t gegenüber Vorwoche, spätere Termine geben sogar noch mehr nach. Damit haben die Forderungen für Rapsöl in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig verloren. Mitte Januar 2017 musste für Ware mit Ziel April 2017 noch 875 EUR/t bezahlt werden. Das sind fast 100 EUR/t weniger als aktuell gefordert wird. Grund für die deutlich schwächeren Preise sind laut Angabe von Marktbeobachtern ein deutlich größeres Angebot als erwartet. Nachfrage ist zwar vorhanden, aber scheinbar nicht ausreichend genug, um die offerierten Mengen ohne Preisabschläge aufzunehmen.

    Dateigröße: 45 KDatum: 23.03.2017

  • Marktbericht KW 11 2017


    Am deutschen Rapskassamarkt hat sich die Zurückhaltung auf der Angebotsseite fortgesetzt. Waren die Erzeuger bereits in den vergangenen Wochen auf dem hiesigen Preisniveau wenig bereit, ihre Ware abzugeben, hat sich dieser Umstand weiter verschärft, denn mittlerweile sind die Läger weitgehend geräumt. Zudem sind die Notierungen für Raps in Paris weiter abgerutscht, was Anbieter erst recht nicht aus der Reserve lockt. Auf 401 EUR/t für Inlandsraps frei Erfasserlager haben sich die Preise abgeschwächt. Alterntige Restbestände werden jetzt, in Spekulation auf weiterhin lebhaftes Kaufinteresse mit einhergehenden Preisbefestigungen, zurückgehalten. Das geringe Angebot spiegelt sich auch auf Großhandelseben wider. Dementsprechend sind am Markt kaum Briefkurse erhältlich. Mühlen halten ihre Prämien auf Matif konstant, sind aber auch nicht bereit die jüngsten Kursverluste durch eine Anhebung ihrer Prämie auszugleichen. Hinsichtlich der kommenden Ernte gestalten sich die Umsätze eher ruhig, da auch hier die Preisvorstellungen deutlicher differieren als zuvor. Ansonsten blicken Marktteilnehmer erwartungsvoll den avisiert umfangreichen Rapslieferungen aus Australien entgegen. Von Rekordmengen ist die Rede. Diese sind zwar zu einem großen Teil bereits eingepreist, über die letztendliche Gesamtmenge wird aber rege spekuliert.

    In Teilen Deutschlands ist Rapsschrot dem Vernehmen nach gefragter und zugleich knapper verfügbar als Sojaschrot. In manchen Regionen habe sich Rapsschrot daher verteuert, während die Preise für Sojaschrot weiter zurückgegangen seien. Die Rapsschrotpreise auf Bundesebene spiegeln das gesteigerte Kaufinteresse bislang nicht wider, sie sind gegenüber Vorwoche um weitere 6 EUR/t auf 218 EUR/t abgerutscht. Das könnte an den noch dünnen Umsätzen liegen, denn so richtig scheinen sich Handel und Ölmühlen noch nicht über den Preis einig zu sein. Auf Seiten der Abgeber hält man sich daher noch zurück. Am deutschen Sojaschrotmarkt hat sich wenig verändert. Konsumiert wird weiterhin „von der Hand in den Mund“, das bedeutet, dass lediglich prompte Ware in geringen Mengen angefragt und umgesetzt wird. 44er Sojaschrot hat sich gegenüber Vorwoche um 5 EUR/t auf 332 EUR/t vergünstigt, während 49er Ware um 5 EUR/t auf 360 EUR/t zurückgegangen ist.

    Von der US-Umweltbehörde EPA sind zur Zukunft der US-Biodieselindustrie seit dem Dementi der Zusage von Beihilfezahlungen aus der vergangenen Woche keine neuen Informationen bekannt gegeben worden. Entsprechend läuft die Nachfrage nach Biodiesel auf dem Minimum. Die Unsicherheit lässt die Marktteilnehmer zurückhaltend agieren und so wird nur sehr verhalten Sojaöl nachgefragt. Das macht sich auch bei den Sojaölnotierungen in Chicago bemerkbar. Im Vorwochenvergleich fallen die Kurse um fast 5 % und bewegen sich 660 EUR/t deutlich unter Linie von 700 EUR/t. Am Kassamarkt in Deutschland geben die Forderungen für Sojaöl daher auch weiter nach und fallen erneut auf Wochensicht um 10 EUR/t für prompte Ware. Die Preise für Rapsöl können dem nichts entgegensetzen und tendieren sogar 20 EUR/t schwächer als in der Vorwoche. Auch die späteren Termine haben nachgegeben, wenn auch nicht so stark. Die Lage am deutschen Markt für Pflanzenöle ist auf Grund des kräftigen Preisverfalls sehr ruhig. Viele Akteure sind verunsichert, da sie die Hausse der vergangenen Woche scheinbar überschätzt hatten und nun auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Die Nahrungsmittelindustrie ebenso wie die Biodieselproduzenten hätten eigentlich noch Bedarf an Rapsöl, allerdings werden hier noch weiter fallende Preise erwartet und daher kaum Ware angefragt. Die großen Handelsunternehmen sind noch am Markt und versuchen ihre Rapsölpositionen mit Sojaöl abzusichern und die Ölmühlen fragen kaum Ware nach, da die Verarbeitungsmargen sich nicht rechnen. In Folge wird Rapsöl vorne langsam knapp. Daher warten noch viele Marktbeteiligte ab, bis die Nachfrage wieder anzieht.

    Dateigröße: 44 KDatum: 16.03.2017

  • Marktbericht KW 10 2017


    Die Rapskurse haben sich in der vergangenen Woche nur wenig bewegt. An wirklichen Impulsen fehlte es, sodass sie sich vor allem an den Entwicklungen der Sojabohnennotierungen an der Chicagoer Börse orientierten. Hier legten die Kurse zuletzt jedoch keine weiteren Sprünge mehr hin, der bullische Impuls festerer Sojaölnotierungen hat nachgelassen. Raps in Paris hat es am Montagabend trotz schwächerer Vorgaben aus Chicago und abseits echter Impulse dennoch wieder über die 420 EUR/t geschafft, konnte das Niveau aber nicht halten. Am deutschen Rapskassamarkt geht es ähnlich impulslos zu wie an der Börse in Paris. Auf der Angebotsseite halten sich Marktteilnehmer weiterhin zurück. Mittlerweile liegen nur noch Restmengen der alten Ernte in den Lagern, deren Verkauf die Anbieter aber wohl bis April oder sogar Mai hinauszögern werden. Sie hoffen auf ein zunehmendes Kaufinteresse der Mühlen in den nächsten Monaten, einhergehend mit Preisbefestigungen ähnlich wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Zwar ist die Rapsversorgung nach wie vor eng – gute Aussichten also für eine Preisentwicklung wie im vergangenen Jahr –, Rekordeinfuhren an Raps aus Australien dürften jedoch ab April 2017 die EU-28 erreichen und das hiesige Angebot ergänzen. Die größten Mengen Austral-Raps werden im Mai und Juni erwartet. Die Aussicht auf Preissteigerungen wird dadurch getrübt. Während die Prämien für Ware der alten Ernte stabil geblieben sind, wurden sie für Ware der kommenden Ernte leicht angehoben. Die Abgabebereitschaft ist jedoch auch hier, nach Festlegung des üblichen Drittels im Rahmen von Vorkontrakten, erzeugerseitig gering. Jetzt gilt es, die weitere Entwicklung der Rapsbestände abzuwarten. Dem Vernehmen nach seien die Bestände im Nordosten Deutschlands besser aus dem Winter gekommen als erwartet. Nun sind die kommenden vier Wochen entscheidend für die Entwicklung der Pflanzen.

    Am deutschen Markt für Rapsschrot haben sich die Preise in den vergangenen Tagen kaum bewegt, da nur wenig Kaufinteresse besteht, und richten sich vor allem an den Notierungen für Soja und Raps in Chicago bzw. Paris aus. Konsumgeschäft findet momentan so gut wie nicht statt, aber auch das Papiergeschäft ist mittlerweile fast zum Erliegen gekommen. Am Sojaschrotmarkt gibt es auch in dieser Woche keine Überraschungen. Für Südamerika wird nach wie vor von einer Sojabohnenrekordernte ausgegangen, ein entscheidender Grund für die fortwährende Zurückhaltung auf Seiten der Käufer am deutschen Sojaschrotmarkt. Kaufinteresse ist auf geringe Mengen zur prompten Lieferung begrenzt. Was in den kommenden Wochen eine Rolle spielen könnte, sind die seit vergangener Woche währenden Logistikprobleme in Brasilien. Diese könnten, sofern sie andauern, zu einem reduzierten Warenstrom Richtung EU führen, was Preiswirkung hätte.

    Der sprunghafte Anstieg der Sojaölkurse in Chicago in der vergangenen Woche beruhte primär auf den Äußerungen der neuen US-Regierung zur zukünftigen Entwicklung der Biodieselindustrie. Wie sich in der Zwischenzeit zeigte, sind die vor einer Woche gemachten Zusagen, ergänzt um mögliche Importverbote zur Steigerung der Nachfrage nach inländischem Rohstoff, noch lange nicht als sicher anzusehen. Die Trump-Regierung scheint sich auch intern noch nicht einig zu sein, wie es mit dem Sektor weitergehen soll. Von der neu entstandenen Unsicherheit zeigen sich die Sojaölnotierungen in Chicago aber bisher wenig beeindruckt. Zwar haben diese seit dem Hoch vom vergangenen Dienstag leicht nachgegeben, konnten aber das Niveau von etwa 710 EUR/t halten. Die Sojaölpreise am Kassamarkt in Deutschland sind zur Vorwoche wieder um 15 EUR/t für prompte Lieferung gefallen. Rapsöl verlor 5 EUR/t an Wert auf 815 EUR/t. Während die Folgetermine bei Rapsöl unverändert tendieren, verliert Sojaöl auch hier. Die kaum veränderten Rapsölforderungen führen Marktbeobachter auf eine eventuell doch bessere Rapsversorgung in Deutschland zurück als bisher vermutet. Mit den aus Australien erwarteten Rapsimporten dürfte sich die knappe Rohstoffsituation deutlich entspannen. Darüber hinaus ist die Lage am Kassamarkt für Pflanzenöle eher ruhig. Die Nachfrage nach Raps-, Soja- und Palmöl in Deutschland ist wie in der Vorwoche eher verhalten. Derzeit findet eine internationale Palmölkonferenz in Malaysia statt, an der viele Händler teilnehmen, sodass nur wenig Ware gehandelt wird. Palmöl gab auf den vorderen Lieferterminen um rund 7 USD/t nach, durch den erneut festeren Euro-/Dollarwechselkurs ist die Differenz zur Vorwoche sogar etwas größer. Die hinteren Termine reagieren weniger stark und verlieren nur minimal.

    Dateigröße: 45 KDatum: 09.03.2017

  • Marktbericht KW 09 2017


    Am deutschen Rapskassamarkt wird Ware der alten Ernte kaum mehr besprochen. Sie ist kaum mehr verfügbar, sodass sich in der Regel nur noch Restbestände in den mittlerweile gut geräumten Lägern finden, die aber kaum mehr das Kaufinteresse der Mühlen wecken. Denn viele Mühlen sind auf den vorderen Terminen gut versorgt und werden den kurzfristigen Bedarf bis zur kommenden Ernte mit den aus Australien eintreffenden Importen decken. Was die neue Ernte betrifft, so besteht auf Seiten deutscher Erzeuger derzeit wenig Handlungsbedarf, denn das übliche Drittel der kommenden Ernte ist bereits in Vorkontrakten gebunden. Nun gilt es den weiteren Witterungsverlauf abzuwarten, denn vereinzelt bereiten Auswinterungsschäden und lückige oder in ihrer Entwicklung zurückliegende Bestände Sorgen um den Umfang der kommenden Ernte. Bereits in der vergangenen Woche haben die Großhandelspreise für Raps entlang schwächerer Vorgaben aus Paris deutlich nachgegeben. Mittlerweile sind aber auch auf Erzeugerebene die Preise zurückgegangen, um 3 EUR/t auf 406 EUR/t Das Eintreffen erster Mengen Raps aus Australien erzeugt Preisdruck. Es ist jedoch weiterhin unklar, wie umfangreich die australischen Importe letztlich ausfallen werden. Da aber einige Mühlen wohl noch Versorgungslücken zu schließen haben werden, zeigen sich Marktteilnehmer eher zuversichtlich, wenn es um die weitere Preisentwicklung im Frühjahr geht – Preisbefestigungen werden erwartet.

    Am Sojaschrotmarkt geht eine leichte Anhebung der Prämien in erster Linie auf logistische Probleme beim Verladen und dem Transport von Sojabohnen in Brasilien zurück. Davon abgesehen, blicken Ölsaaten- und Schrotmärkte jedoch einem deutlich steigenden Sojaangebot in 2017 entgegen. Nimmt man einen Ertrag in Höhe der Vorjahre als gegeben an, dürfte die erheblich vergrößerte Anbaufläche für Sojabohnen in Rekorderntemengen münden. Auch die Käufer am deutschen Sojaschrotmarkt wissen um die Aussicht auf umfangreiche Ernten in Südamerika. Sofern der Bedarf nicht drängend ist, warten sie daher den weiteren Preisverlauf ab. Umgesetzt wird daher wenig und die Preise tendieren schwächer. Am deutschen Rapsschrotmarkt findet derzeit vor allem Papiergeschäft statt, physische Ware wird dagegen kaum bewegt. Die Verfügbarkeit von Rapsschrot ist begrenzt, gleichzeitig ist aber auch die Nachfrage nicht drängend. Der Markt ist ruhig aber ausgeglichen.

    Mit der gestrigen Meldung, dass die US-Regierung auch zukünftig die Beihilfezahlungen an die US-Biodieselindustrie fortsetzen wird und darüber hinaus auch an den Produktionszielen uneingeschränkt festhalten dürfte, haben sich die Sojaölnotierungen an der Börse Chicago kräftig befestigt. Die Notierung zog um über 4 % an und zeigte den stärksten Anstieg seit 23.11.16. Die Unsicherheit am Markt hatte die US-Branche in den vergangenen Wochen nahezu stillgelegt. Dies schlug auch direkt auf die Sojaölnachfrage durch was zu erheblichen Kursverlusten führte. Im Zuge der schwachen Sojanotierungen fielen auch die Kurse der anderen Pflanzenöle, was sich auch auf den Kassamarkt auswirkte. Sowohl die Soja-, als auch die Rapsölpreise in Deutschland haben prompt reagiert. Sojaöl verteuerte sich zur Vorwoche um 13 EUR/t für prompte Lieferung. Rapsöl gewann 5 EUR/t an Wert. Die Folgetermine beider Pflanzenöle tendieren weniger fest, teilweise sogar etwas schwächer. Die festen Preise für prompte Ware haben die Käufer allerdings abgeschreckt. Es wird nur wenig nachgefragt, Abschlüsse kommen kaum zu Stande. Dabei sind die Steigerungen hauptsächlich vom Terminmarkt getrieben, denn Raps-, Soja- und Palmöl sind vorne ausreichend bis reichlich vorhanden.

    Dateigröße: 44 KDatum: 02.03.2017

  • Marktbericht KW 08 2017


    Die Großhandelspreise haben mit den rückläufigen Terminkursen ebenfalls den Rückwärtsgang eingelegt. Ölmühlen klagen über unbefriedigende Verarbeitungsmargen, denn die Ölpreise haben kräftig nachgegeben. So verlor Rapsöl seit Monatsbeginn rund 2,4 % an Wert, die Großhandelspreise für den Rohstoff haben nach kurzem Auftrieb die Werte des Monatsanfangs wieder erreicht. Dennoch bleiben die Ölmühlen am Ball und nehmen die spärlich offerierten Mengen flott auf. Selbst wenn sie auf den vorderen Terminen aufgrund der umfangreichen Lieferungen aus Australien gut versorgt sind, bis zum Anschluss an die kommende Ernte gibt es noch genug Rohstofflücken, die gefüllt werden müssen. Und aus Erzeugerhand kommt kaum etwas, denn bis Ende Dezember war bereits mehr an den Erfassungshandel abgegeben worden als im Vorjahreszeitraum. Von den 4,6 Mio. t, die 2016 in Deutschland an Raps geerntet wurden, waren bis Jahresende mit 3,7 Mio. t rund 81 % vom Erzeuger verkauft worden. Das waren gut 100.000 t mehr als 2015. Damals waren nur 72 % der Rapsernte vermarktet gewesen. Damit blieben für den Rest der Saison, selbst auf Basis von null Verlusten und null Selbstverbrauch, noch 877.400 t Raps. Das würde gerade reichen, um den Inlandsbedarf der Ölmühlen im zweiten Halbjahr 20 % zu decken. Von den verkauften 3,7 Mio. t erhielten die Ölmühlen von Juli bis Dezember 2016 rund 2,6 Mio. t sowie zusätzlich 2,4 Mio. t Raps aus dem Ausland. Die Verarbeitung stieg gegenüber Vorjahr um 2 %, wobei der Ausstoß an Rapsöl aufgrund des geringeren Ölgehaltes in diesem Jahr um 0,6 % fiel, während an Rapsschrot 4,4 % mehr produziert wurde. Selbst wenn in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres die Verarbeitung aufgrund unbefriedigender Margen sinken sollte, werden immer noch rund 4,4 Mio. t Raps benötigt.

    Rapsschrot wird kaum umgesetzt. Wie schon in den vergangenen Wochen trifft das knappe Angebot auf sehr geringe Nachfrage. Erst sind die Rapskurse am Terminmarkt zu schnell nach oben gelaufen, so dass es den Käufern zu teuer wurde. Seit einer knappen Woche tendieren die Rapskurse wieder schwächer, aber die Käufer fragen immer noch nicht nach, denn nun hoffen sie auf weitere Preisnachlässe. Das gilt auch für Liefertermine der kommenden Saison. Ohnehin geben die Forderungen für Rapsschrot nicht so stark nach wie die Terminkurse, denn am Kassamarkt konnten sich die Rapspreise aufgrund des knappen Angebotes besser behaupten. Es ist kaum Raps der Ernte 2016 greifbar. Die Forderungen für Rapsschrot sind in diesem Kontext sogar weiter gestiegen und liegen aktuell bei 228 EUR/t, das sind rund 7 EUR/t über Vorwochenniveau.

    Nachdem in der Vorwoche ein starker Tag im Handel mit Holland Papier verzeichnet wurde, rund 45.000 Kaufkontrakte auf neue Saison und 35.000 auf „alte Ernte“, gestaltet sich der Pflanzenölmarkt nun wieder sehr ruhig. Ohnehin war auch in den vergangenen Tagen physisch kaum gehandelt worden. Mit den rückläufigen Preisen sehen sich die Käufer auch in einer guten Position und warten weiterhin ab. Rapsöl verlor in Deutschland rund 15 EUR/t an Wert, Sojaöl zur prompten Lieferung rund 10 EUR/t, Folgetermine etwas weniger. Immerhin hatte Sojaöl an der Börse in Chicago in nur 2 Tagen um rund 2 % nachgegeben. Die Ungewissheit über die Einsatzmengen in der Biodieselverarbeitung bei gleichzeitig stetig wachsendem Angebot drückt die Kurse. Die Schwäche am US-Markt schwappt sogar über den großen Teich und lässt in Malaysia die Palmölnotierungen schwächeln. Nicht nur, dass bei prognostiziertem Produktionswachstum und tatsächlich kaum verbessertem Export die Menge an Palmöl zunehmen soll, auch das überreichliche Angebot an konkurrierendem Sojaöl ließ die Kurse schwächeln. Das blieb nicht ohne Folge am Kassamarkt. Palmöl verlor gegenüber Vorwoche auf den vorderen Lieferterminen über 30 USD/t. Bei einem nahezu identischen Euro-/Dollar-Wechselkurs zur Vorwoche ist die Differenz in Euro genau so groß. Damit rutschen die Palmölpreise, bis auf den Februar-Termin, unter die Linie von 700 EUR/t. Das war zuletzt Mitte November 2016 auch der Fall.

    Dateigröße: 40 KDatum: 23.02.2017

  • Marktbericht KW 07 2017


    Die Abgabebereitschaft für alterntigen Raps in Deutschland ist erzeugerseitig weiterhin zurückhaltend. Denn nach wie vor schüren steigende Rapskurse in Paris, die sich mittlerweile oberhalb der Marke von 420 EUR/t bewegen, die Hoffnung auf weitere Preiserhöhungen. Allerdings sind Rapserzeuger hier und da zumindest bereit, sich von Teilmengen der alten Ernte, die sie ansonsten konsequent zurückhalten, zu trennen, um für den Einkauf von Betriebsmitteln (Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut etc.) liquide zu sein. Auch bei der neuen Ernte herrscht häufig noch Zurückhaltung vor. Vereinzelt ist jedoch die Bereitschaft zum Abschluss von Kontrakten für die neue Ernte angesichts festerer Preise gestiegen. Das gilt beispielsweise für Rapserzeuger in Westfalen-Lippe. Auch aus Rheinland-Pfalz wird von Aufschlägen für Raps der neuen Ernte und dementsprechend anziehendem Interesse auf Erzeugerseite berichtet. Aus dem Saarland ist hingegen zu hören, dass hier Kontrakte für Ware der kommenden Ernte zwar besprochen, aber bislang nur in geringem Umfang abgeschlossen werden, obwohl bereits attraktivere Preise winken. Grund dafür ist, dass dortige Landwirte vielfach erst einmal den Aufgang der teilweise schlechten Herbstbestände zu Vegetationsbeginn abwarten wollen, bevor sie größere Mengen in Kontrakten festlegen, damit sie später nicht in Engpasssituationen geraten. Doch nicht nur im Saarland, bundesweit herrscht momentan Unklarheit darüber, wie die Auswinterungen in diesem Jahr ausfallen werden und das ist ein wesentlicher Grund, warum Erzeuger vorerst abwarten. An den EU-Märkten ist der Blick ansonsten weiterhin auf Australien gerichtet. Vor dem Hintergrund einer avisierten Rekordernte ist ab März mit umfangreichen Canola-Lieferungen zu rechnen, die das hiesige Rapsangebot aufstocken und damit die Marktsituation nach und nach entspannen werden. Momentan steht in Australien aber noch die Verladung von Getreide im Vordergrund.

    Am Sojaschrotmarkt ist das Angebot ausreichend, die Nachfrage verhalten. Der Markt präsentiert sich relativ ausgeglichen. Kaufinteresse gilt, wenn überhaupt, vorderer Ware. Termingeschäfte laufen dagegen so gut wie nicht. Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Ware der neuen Ernte ab August in Deutschland hält die Preise auf späteren Terminen zurzeit noch hoch, womit Vorkontrakte auf Seiten der Nachfrager noch auf wenig Interesse stoßen. Sie rufen Ware stattdessen in überschaubaren Mengen von vorne her ab. Die Verkaufspreise der Ölmühlen in Deutschland haben sich gegenüber Vorwoche etwas befestigt, um 9 EUR/t sowohl für 44er als auch für 49er Ware auf 345 bzw. 372 EUR/t. Auch Rapsschrot wird momentan wenig umgesetzt, das Angebot ist überschaubar, alterntige Ware sei kaum zu bekommen. Die neue Ernte wird bislang kaum besprochen. Die Preise haben sich etwas abgeschwächt, lagen zuletzt bei 221 EUR/t und damit 3 EUR/t unter Vorwoche.

    Kaum Umsatz am Pflanzenölmarkt. Die unsichere Lage an den Finanzmärkten, neue Skandale in den USA und Terminkurse ohne eindeutige Richtung lassen die Käufer in Europa verharren. Das Kaufinteresse ist extrem zurückhaltend. Vereinzelt werden kleinere Partien auf den Terminen Mai bis Oktober 2017 nachgefragt und nach zähen Verhandlungen auch umgesetzt. In den Niederlanden wird Rapsöl höher bewertet als in der Vorwoche. Ausschlaggebend sind die deutlich befestigten Rohstoffpreise, immerhin legte Raps in Paris im Vergleich zur Vorwoche um 2 % zu. Rapsöl kostet zur Lieferung ab Mai 824 EUR/t und so 12 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Vordere Ware ist ausverkauft. Das gilt auch für die Raffinate, die ebenfalls auf wenig Kaufinteresse stoßen, aber ihre Prämie gegenüber rohem Rapsöl bei 50 EUR/t halten können. Demgegenüber hat sich Sojaöl fob Niederlande gegenüber Vorwoche ermäßigt: Auf den vorderen Terminen um 5 EUR/t, auf den Lieferterminen ab April 2017 um 10 EUR/t. Damit folgen die Kassapreise der Schwäche am Terminmarkt.

    Dateigröße: 44 KDatum: 16.02.2017

  • Marktbericht KW 06 2017


    Die Rapsvorräte auf den Höfen nehmen stetig ab, im Norden sollen nur noch 5-10 % lagern. Diese Restmengen werden zurückgehalten, vor allem, weil derzeit die Gebote wieder steigen und die Hoffnung auf noch höhere Erlöse antreiben. Die Kurse und auch Kassapreise für Raps der kommenden Ernte entwickeln sich nicht im Gleichklang. So wurden in Paris zuletzt nur sehr geringe Kursbewegungen verzeichnet und auch am Kassamarkt sind die 404 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert. Entgegen der Terminkursbewegung sogar leicht gefallen. Allerdings nutzen die Erzeuger derzeit die Gebote zwischen 360-375 EUR/t ex Ernte 2017 verstärkt um Teilmengen zu kontrahieren. Auf Großhandelsstufe ist das alterntige Angebot weiterhin nicht ausreichend. Anbietern sind die Prämien der Ölmühlen zu gering, um zu verkaufen. Sie würden gern die bereits bewilligten 435-440 EUR/t wieder sehen. Das gibt die Terminbörse bislang aber noch nicht her. Auch wenn sich die Kurse befestigt haben, die zuletzt notierten 416,50 EUR/t für alte Ernte sind noch weit entfernt von den 426 EUR/t von vor vierzehn Tagen. Die Prämien der Mühlen können den Abstand nicht ausgleichen, so bleiben die Geld- und Briefkurse auf den vorderen Terminen unvereinbar. Auf den späteren, alterntigen Lieferterminen sehen die Ölmühlen bei unbefriedigenden Margen wenig Spielraum für ihre Prämien, so dass die Gebote im Einklang mit der Börse hin und her schwanken. Hinsichtlich der kommenden Ernte, die durchweg über MATIF-Niveau franko Mühle bewertet wird, sind sich die Marktpartien schon eher einig. Allerdings sehen die Verkäufer derzeit wenig Gründe abzuschließen, denn die Möglichkeit, dass die Rapsernte 2017 doch nicht so gut ausfällt wie bislang prognostiziert, steht noch im Raum. Der Winter ist noch nicht vorüber, Schäden durch Auswinterung und Trockenheit noch nicht vollständig erfasst. Und dann kommt noch das unvorhersehbare Regenerationspotenzial der Rapspflanzen ins Spiel.

    Nach der anfänglichen Belebung der vergangenen Woche haben sich die Aktivitäten an den Ölschrotmärkten wieder deutlich abgeschwächt. Für Sojaschrot besteht am Kassamarkt eher ein langfristiger Abwärtstrend, denn die Rekordernte in Brasilien und die besseren Witterungsbedingungen in Argentinien mit geringeren Ernteverlusten als erwartet sorgen für reichlich Angebot. Auf dem aktuellen Preisniveau gibt es wenig Nachfrage. Käufer spekulieren auf sinkende Preise aufgrund des überbordenden Angebotes. Beide Sojaschrotqualitäten haben sich gegenüber Vorwoche um 3 EUR/t befestigt und lagen für 44er Ware bei 342 EUR/t, für 49er Schrot bei 369 EUR/t. Am Rapsschrotmarkt ist die Nachfrage ähnlich schleppend. Auch hier warten Käufer auf Preisrücksetzer, während die Ölmühlen im Gegenzug derzeit kaum Ware offerieren. Am 08.02.17 wurden die Forderungen für Rapsschrot gegenüber Vorwoche um 13 EUR/t auf 224 EUR/t angehoben.

    Das Geschäft mit Pflanzenölen hatte kurzzeitig an Fahrt aufgenommen. Der Richtungswechsel der Preise hatte das Kaufinteresse belebt, hatten die Käufer doch auf einen Tiefpunkt gewartet. Der scheint nun vorüber. Auch wenn der US-Sojaölmarkt Schwächesignale sendet, in den Euroländern kommt davon wenig an, weil gleichzeitig auch der Euro schwächelt und somit die Importpreise stabilisiert. Die Palmölpreise haben in den vergangenen Tagen dennoch kräftig zugelegt, denn der Kursanstieg an der Börse war größer als der Euroverlust. Das hat das ohnehin begrenzte Kaufinteresse deutlich abkühlen lassen. So war die Nachfragebelebung nur von kurzer Dauer. Der bevorstehende USDA-Bericht lässt die Marktteilnehmer abwartend agieren. Auf den vorderen Positionen scheint die Deckung mit Rapsöl auch deutlich besser geworden zu sein. Die Prämien auf die Folgetermine schwinden. So kostet in den Niederlanden Februar-Ware rund 830 EUR/t und damit 14 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Mai-Lieferungen werden aktuell mit 812 EUR/t bewertet und haben sich so gegenüber Vorwoche sogar verteuert. Das Kaufinteresse liegt 5-7 EUR/t darunter. Vorderes Rapsölraffinat ist nahezu ausverkauft, Preise sind erst wieder für April-Lieferungen erhältlich. Dies kostet 885 EUR/t und damit 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Sojaöl hat sich deutlich verteuert. Mit 805 EUR/t wird für Februar-Ware 35 EUR/t mehr verlangt als vor einer Woche. Kaufinteresse ist kaum vorhanden.

    Dateigröße: 40 KDatum: 09.02.2017