Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 14 / 2020


    Mit Unterstützung vom Terminmarkt konnten sich die Rapserzeugerpreise in Deutschland weiter befestigen. 342 EUR/t entsprechen einem Plus von 4 EUR/t zur Vorwoche, verfehlen aber die Niveaus vergangener Wochen nach wie vor deutlich. Ex Ernte 2020 liegen die Forderungen bei 346 EUR/t und damit 5 EUR/t über Vorwochenlinie. Diese Gebote entsprechen nicht den Vorstellungen der Erzeuger, die dem jüngsten Anstieg deshalb keine Beachtung schenken. Restmengen alterntiger Raps, sofern überhaupt noch etwas in den Lagern liegt, werden nicht offeriert und das Neugeschäft ex Ernte 2020 ruht ebenfalls. Stärkere Impulse vom Terminmarkt oder Kaufinteresse der Ölmühlen bräuchte es, um die Rapspreise deutlich anzuheben. Aber beides ist derzeit nicht absehbar, zumal es an Unterstützung vom Biodieselmarkt mangelt. Dort findet, wenn überhaupt, UCOME Abnehmer, während RME saisonbedingt aus dem Fokus gerät. Zudem hat sich die Rapsschrotnachfrage mittlerweile wieder etwas beruhigt. Was die Rapsfeldbestände betrifft, so werden regional leichte Frostschäden gemeldet, Rapsschädlinge sind kaum zu beobachten.

    Die kurze, aber heftige Kaufwelle der Mischfutterhersteller, angetrieben von Hamsterkäufen der Veredelungsbetriebe in Deutschland, scheint abzuflauen, da viele nun erst einmal mit Ware versorgt sind. Zumindest die Sojaschrotpreise sind nicht weiter gestiegen und haben sich in den vergangenen Tagen sogar etwas ermäßigt. Sojaschrot mit einem ProFett-Gehalt von 44 % kostete zuletzt 365 EUR/t fob Hamburg und damit 7 EUR/t weniger als vor einer Woche. 48er Ware hat sich in der gleichen Zeit ebenfalls um 7 auf 397 EUR/t vergünstigt. Doch trotz der Rückgänge bleibt das Preisniveau für Sojaschrot relativ hoch und eine weitere Hausse ist nicht auszuschließen. Am Rapsschrotmarkt lässt die Nachfrage der Mischfutterhersteller langsam nach, doch das knappe Angebot auf den vorderen Lieferterminen lässt die Preise weiter nach oben klettern. Wo kurzfristig vordere Ware offeriert wird, erzielt sie sogar kräftige Preisaufschläge gegenüber späteren Terminen.

    Am Pflanzenölmarkt sind die Entwicklungen uneinheitlich. Rapsöl kostete Ende März 703 EUR/t fob Hamburg und damit 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringen die seit vier Handelstagen festeren Rapsnotierungen in Paris, was unter anderem auf der reduzierten EU-Rapsernteprognose. Auftrieb geben außerdem Meldungen über eine lebhafte Rapsölnachfrage aus China und bereits bestätigte EU-Exportlieferungen in größerem Umfang, die den hiesigen Rapsölmarkt entlasten. Zudem wird von einer zuletzt etwas lebhafteren Biodieselnachfrage berichtet. Mehrere Ölmühlen dürften sich in den kommenden Wochen in die jährlichen Werksferien, zwecks Wartung und Instandhaltung der Produktionsstraßen, begeben. Mit dem Wissen, dass Rapsöl dann vorübergehend knapper werden könnte, wollen sich Beimischer noch einmal bevorraten, was in erster Linie Biodiesel, in zweiter Linie aber auch dem Rapsöl Unterstützung bringt.

    Die Sojaölpreise haben sich leicht verringert und widersetzen sich damit dem festen Trend. Vom internationalen Markt kommen keine eindeutigen Impulse und die Befestigung des Sojakomplex an der Chicagoer Börse scheint den EU-Pflanzenölmarkt (noch) nicht erreicht zu haben. Grundsätzlich sorgt die Covid-19-Pandemie fortgesetzt für Verunsicherung am Markt. Hauptgrund für den weiteren Preisnachlass dürfte aber der schwache Euro sein, weil er die Rohstoffimporte verteuert, sodass auch die hiesigen Sojaölpreise steigen müssen.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 02.04.2020

  • Marktbericht KW 13 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben sich wieder etwas befestigt, doch das Niveau bleibt nach den erdrutschartigen Verlusten der vergangenen Wochen aus Erzeugersicht enttäuschend und für den Verkauf vollkommen unzureichend. Zwar spielt die alte Ernte ohnehin keine Rolle mehr, die Restmengen sind vernachlässigbar und das Kaufinteresse der Ölmühlen für vorderen Raps gleich Null, aber auch das Geschäft mit Kontrakten ex Ernte 2020 ruht. Die deutlichen Preisrückgänge hatten bereits in der Vorwoche die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger komplett auf Eis gelegt und daran ändert auch die jetzt festere Tendenz nichts. Um die Abgabebereitschaft anzukurbeln, wären noch sehr viel deutlichere Preissteigerungen nötig, doch volatile Börsen und verunsicherte und daher zurückhaltende Käufer setzen nicht die nötigen Impulse dafür. Landwirte in Deutschland bleiben dem Markt deshalb weitgehend fern und konzentrieren sich auf die Feldarbeiten anstatt auf die Vermarktung. Die Rapsfeldbestände sind in den meisten Regionen Deutschlands gut bis teilweise sogar überdurchschnittlich weit entwickelt. Allerdings lassen Nachtfröste von vereinzelt bis zu minus 8°C Ängste um den Raps, der teils schon Knospen trägt, aufkommen. Solche Ereignisse wirken letztlich noch als zusätzlicher Bremsklotz für das neuerntige Rapsgeschäft, da sie die Erzeuger im Hinblick auf die realisierbare Erntemenge verunsichern. Vorsicht ist besser als Nachsicht und deshalb wären preisliche Anreize umso wichtiger, um Ware aus Erzeugerhand zu mobilisieren.

    Die Ölschrotpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, besonders die Sojaschrotpreise haben kräftig angezogen. Anbieter in Deutschland berichten von Hamsterkäufen an Mischfutter der Veredelungsbetriebe. Das spornt die Mischfutterherstellung und deren Rohstoffbedarf kräftig an und lässt die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren. Hinzu kommen bullische Einflussgrößen vom internationalen Markt für Sojabohnen und -schrot, darunter der kräftige Anstieg der Sojaschrotkurse in Chicago. In Argentinien hat zudem die Sojaschrotproduktion durch die Insolvenz einer großen Ölmühle einen Dämpfer erhalten und nun bedroht die Corona-Ausbreitung Transporte zu und Verladungen in den Exporthäfen. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage auf ein Angebot trifft, das nicht so groß ist, wie es sein könnte. Im äußersten Fall sind Lieferengpässe möglich, sollte Corona die Transportlogistik lahmlegen. Genau dieser Gefahr wollen viele durch Vorratskäufe vorbeugen. Nichts anderes als das, treibt auch die Rapsschrotpreise nach oben.

    Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hält die Märkte nach wie vor in Bann und sorgt für volatile Pflanzenölpreise. Im Transportsektor wird aufgrund der schleppenden Geschäfte weiterhin weniger Diesel verbraucht als üblich und auch in anderen Branchen wird deutlich weniger eingesetzt. Durch den schrumpfenden Kraftstoffabsatz geht auch der Einsatz von Biodiesel zurück. Das hat vor allem Einfluss auf prompte Ware und setzt die vorderen Preise unter Druck. Ab August sind die Preise im Vorwochenvergleich indes gestiegen, da Marktteilnehmer befürchten, dass das Angebot an Rapsöl ab dann schrumpfen könnte. Zwar wird in der EU eine etwas größere Rapsernte erwartet als im Vorjahr, sie dürfte aber trotzdem unterdurchschnittlich ausfallen. Dadurch könnte das Angebot an Nachprodukten, wie Rapsöl, ebenfalls sinken. Die Preise für Sojaöl haben sich im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls befestigt. Unterstützung erhielten sie von den festen Sojaölnotierungen in Chicago. Diese wurden von den sprunghaft gestiegenen Sojaschrotkursen nach oben katapultiert.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 87 KDatum: 26.03.2020

  • Marktbericht KW 12 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben deutlich nachgegeben. Die alte Ernte wird mit 336 EUR/t bewertet, ex Ernte 2020 liegen die Forderungen bei 332 EUR/t im Bundesdurchschnitt – in beiden Fällen ein Rückgang von 22 EUR/t oder mehr als 6 % zur Vorwoche. So wenig wurde zuletzt im Juli 2018 genannt. Hauptgrund für die deutlichen Preisrücknahmen ist die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Europa und die damit einhergehenden Rezessionen. Die Verkaufsbereitschaft ex Ernte 2020 friert komplett ein, alterntig geht ohnehin schon seit Wochen nichts mehr, da Erzeuger so gut wie ausverkauft sind und Ölmühlen ihren Anschlussbedarf längst gedeckt haben. Neugeschäfte haben daher Seltenheitswert. Die Erzeuger zieht es stattdessen auf die Felder. Dort wo der Acker befahrbar ist, wird gedüngt, gedrillt und gespritzt.

    Am deutschen Rapsschrotmarkt gibt es aktuell jede Menge Anfragen für vordere Ware. Doch nicht nur die Zahl der Gesuche, sondern vor allem die angefragten Mengen liegen weit über der Norm, sodass viele Paritäten nicht in Frage kommen. Vordere Ware ist kaum noch verfügbar, sodass von einem deutlichen Nachfrageüberhang gesprochen werden kann, der den Preisen zuletzt auch wieder Unterstützung brachte. Sie schafften es sogar, sich gegen die schwachen Vorgaben vom Terminmarkt zu stemmen. Am Sojaschrotmarkt werden in den kommenden Tagen enorme Preissteigerungen erwartet. Das hat mehrere Gründe. Wegen des Rückgangs der Rohölpreise schränken die US-Amerikaner ihre Biodiesel- und Ethanol-Produktion ein, was damit auch zu einem Rückgang der Getreide- und Ölsaatenverarbeitung und infolgedessen zu geringerem Schrotangebot führt. Hierzulande registrieren die großen Ölmühlen nicht nur für Rapsschrot, sondern auch für Sojaschrot Hamsterkäufe der Mischfutterunternehmen. Das Angebot ist gleichzeitig nicht so groß, wie es sein könnte, äußern Marktteilnehmer, da Schiffsladungen aus Argentinien verzögert eintreffen und auch insgesamt weniger Sojaschrot von dort an den europäischen Markt gelangt.

    An den Pflanzenölmärkten geht es in der aktuellen Handelswoche ausgesprochen ruhig zu. Die Corona-Pandemie erzeugt Druck an den Finanz- und Rohstoffmärkten und zieht auch die Kassapreise für Rohstoffe und Nachprodukte nach unten. Speziell für die Pflanzenöle kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Im Zuge der Corona-Ausbreitung laufen Handel und Lieferungen schleppender, sodass im Transportsektor weniger Dieselkraftstoff verbraucht wird. Auch in der Baubranche, wo mit den Temperaturanstiegen die Saison jetzt eigentlich richtig losgehen könnte, drückt Corona das Geschäft und damit auch den Kraftstoffeinsatz. Der Dieselabsatz in Deutschland ist stark zurückgegangen, die Preise sind weiter kräftig gesunken. Dadurch verringert sich auch der Biodieseleinsatz, sodass entsprechend der Bedarf der Biodieselhersteller an Pflanzenöl nachgelassen hat. Rapsöl kostete zuletzt 690 EUR/t und damit 6,1 % weniger als in der Vorwoche, Sojaöl hat sich um 5,5 % auf 605 EUR/t vergünstigt, nicht zuletzt, weil Soja- und Rapskurse in Chicago bzw. Paris deutlich nachgegeben haben.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 19.03.2020

  • Marktbericht KW 11 / 2020


    Am deutschen Rapsmarkt sind die Aktivitäten so gut wie zum Erliegen gekommen. Ölmühlen sind bis Saisonende versorgt und in einem Markt mit rückläufigen Preisen sind die Ambitionen, Rapskontrakte ex Ernte 2020 abzuschließen, gering. Weitere Preisnachlässe werden geduldig abgewartet. Gleichzeitig ist die Abgabebereitschaft der Erzeuger nahezu komplett eingefroren. Die alte Ernte ist durch, für die kommende, die jetzt eigentlich im Fokus steht, ist die Verkaufsbereitschaft nach den deutlichen Preisrückgängen der vergangenen Wochen erlahmt. Die Unsicherheit über die weitere Feldbestandsentwicklung wirkt ebenfalls als Bremsklotz, wenn es um Neugeschäfte ex Ernte 2020 geht. In einem beiderseitig ruhigen Markt würden sich die Preise eigentlich kaum bewegen, wären da nicht die starken bärischen Einflüsse vom Weltmarkt: Das Coronavirus breitet sich aus, Rohölnachfrage und Notierungen sind eingebrochen und die Agrarrohstoffmärkte beugen sich dem Druck. Das gilt auch für die Rapsnotierungen in Paris, die sich zuletzt zwar wieder etwas fangen konnten, aber nicht desto trotz ein Wochenminus von 15 EUR/t verbuchen. Im Verlauf der Berichtswoche waren die Notierungen zwischenzeitlich unter 368 EUR/t gerutscht. Die Rapserzeugerpreise in Deutschland liegen aktuell bei 358 EUR/t im Bundesdurschnitt und damit rund 10,50 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Vorkontraktpreise haben um 7,50 auf 354 EUR/t nachgegeben.

    Die Preisprognosen für die kommenden Wochen sind düster. Marktteilnehmer hatten für die aktuelle Berichtswoche zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen aber längst nicht so stark eingeschätzt. Solange die Corona-Krise währt und die Rohölkurse unter Druck bleiben, dürften die Kassapreise ihre Schwächetendenz fortsetzen. Nachfrageseitig sind von den gut gedeckten Ölmühlen in einem fallenden Markt vorerst keine Impulse zu erwarten, die eine Trendumkehr einleiten könnten. An der Zurückhaltung und den schwachen Umsätzen dürfte sich daher vorerst nichts ändern.

    Die Preise für Sojaschrot sind in den vergangenen sieben Tagen deutlich abgerutscht. Trotzdem sind am deutschen Kassamarkt kaum Käufer zu finden. Marktteilnehmer sind verunsichert und warten die weiteren Entwicklungen am Sojaschrotmarkt erstmal ab. Das USDA hat zwar in seiner jüngsten Prognose einen weltweiten Sojabohnenvorrat von 102 Mio. t prognostiziert, was zunächst einmal komfortabel erscheint, da genügend Rohstoff für die Sojaschrotproduktion zur Verfügung steht. Die Produktion und Vorräte an Sojaschrot dürften allerdings etwas kleiner ausfallen als bisher erwartet. Besonders das argentinische Angebot ist begrenzt. Dadurch halten sich Mischfutterhersteller zurück, zu Panikkäufen führt dies aber noch nicht.

    Am Rapsschrotmarkt geht es hauptsächlich ruhig zu, Mischfutterhersteller sind in den meisten Regionen auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Nur hier und da locken die Preisrückgänge Käufer an den Markt. Die schwachen Raps- und Sojanotierungen erzeugen zusätzlichen Druck.

    Rapsöl hat kräftig an Wert verloren, 735 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Rückgang von 7 % zur Vorwoche. Druck erzeugen die eher verhaltene Nachfrage und die rückläufigen Preise für Biodiesel in Deutschland und der EU. Doch vor allem die äußerst schwachen internationalen Rohölkurse zeigen Wirkung und ziehen die hiesigen Pflanzenölpreise mit nach unten. Die New Yorker Rohölnotierungen hatten bereits am vergangenen Freitag einen Tagesverlust von mehr als 10 % eingefahren. Am Montag ging es dann um weitere fast 25 % abwärts. Mit 31,13 USD/bbl beendeten die Kurse den Handel am 09.03.2020 auf dem tiefsten Stand seit Februar 2016. Ausschlaggebend sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus, die sich in einem spürbaren Rückgang der globalen Rohölnachfrage manifestieren, während gleichzeitig wichtige Ölfördernationen wie Saudi-Arabien die Ausweitung ihrer Ölförderung erwägen, was das Marktungleichgewicht und damit den Preisverfall noch weiter vorantreibt.

    Die Corona-Auswirkungen zeigen sich an den großen Agrarrohstoffbörsen. So haben unter anderem die Rapskurse in Paris und der Sojakomplex in Chicago kräftig Federn gelassen, was sich auch auf die Kassapreise für Rohstoffe und Nachprodukte hierzulande überträgt. Sojaöl verliert mit 640 EUR/t fob Hamburg im Vergleich zur Vorwoche 4,5 % an Wert.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 12.03.2020

  • Marktbericht KW 10 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise sind in der Berichtswoche weiter gefallen. Gehandelt wird kaum etwas, da das Preisniveau für die meisten Erzeuger unattraktiv ist. Seit Mitte Januar 2020 haben die Preise 29 EUR/t an Wert eingebüßt, was den Handel quasi zum Stillstand gebracht hat. Zuletzt lagen Die Erzeugerpreise bei 369 EUR/t und damit rund 7 EUR/t unter Vorwoche. Damit sind sie auf den tiefsten Stand seit Anfang November 2019 gerutscht. Auch die Preise der neuen Ernte sind weiter zurückgegangen und zwar um ebenfalls 7 auf 362 EUR/t. Deswegen hat erzeugerseitig auch das Interesse an Kontrakten deutlich nachgelassen und geht gegen Null. Marktteilnehmern zufolge sind die Ölmühlen bis zur neuen Ernte gut gedeckt. Sie können es sich leisten, auf weitere Preisnachlässe zu spekulieren.

    Preisdruck erzeugen die schwachen Terminkurse in Paris und Chicago, die aufgrund der Corona-Krise im Vorwochenvergleich nachgegeben haben. Die wirtschaftliche Auswirkung der globalen Ausbreitung ist immer noch unsicher.

    Die Wintersaison war in weiten Teilen Deutschlands sehr mild und nass. Die anhaltenden Regenfälle sind aber aufgrund der Dürre in den vergangenen zwei Jahren weiter willkommen. Es dauert noch, bis auch die tiefen Schichten durchfeuchtet sind. Die Feldarbeiten müssen aufgrund der starken Niederschläge aber vielerorts wegen unbefahrbarer Böden noch warten.

    Die Sojaschrotpreise am deutschen Kassamarkt haben sich in der Berichtswoche unabhängig von der Qualität um 7 EUR/t befestigt. Unterstützt wurden sie von den Sojaschrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich um fast 10 auf 301 EUR/t zulegten. Auftrieb gaben dabei die geplante Anhebung der argentinischen Exportzölle auf Sojabohnen, -öl und -schrot von 30 auf 33 %. Zusätzliche Unterstützung kommt, wie schon in den Vorwochen, von den geringeren Schiffslieferungen aus Argentinien, die das Sojaschrotangebot am deutschen Kassamarkt schmälern.

    Am Rapsschrotmarkt hat sich in der vergangenen Woche kaum was getan. Das spiegelt sich auch in den Preisen wider, die unverändert zur Vorwoche bei 224 EUR/t liegen. Grund für den seit Wochen schwachen Markt ist das nach wie vor geringe Kaufinteresse der Mischfutterhersteller. Marktteilnehmer sind zudem von der Ausbreitung des Coronavirus verunsichert und warten deshalb erstmal mit dem Kauf ab.

    Bereits in der vergangenen Handelswoche hatten die EU-Pflanzenölpreise deutlich an Wert verloren, nur Sojaöl widersetzte sich dem bärischen Einfluss von Coronavirus und Konjunktursorgen und konnte sich behaupten. Doch in der aktuellen Handelswoche haben die Pflanzenölpreise durch die Bank nachgegeben. Den vergleichsweise stärksten Rückgang verzeichnet mit 7,6 % zur Vorwoche Palmöl cif, es folgen Sojaöl (-5,6 %), Sonnenblumenöl (-3,9 %) und Rapsöl (-2,5 %) fob. Das Coronavirus lässt die Preise weiter sinken, dabei ist die Wirkung eher indirekt: So kommt es nicht nur im LEH sondern auch an den Rohstoffmärkten offenbar zu Hamsterkäufen. Die Nachfrage nach Pflanzenöl, Raffinat und Biodiesel sei kurzfristig gestiegen, melden Marktteilnehmer. Offenbar möchten sich manche eindecken, um möglichen logistischen Engpässen vorzubeugen. Druck erzeugen außerdem die im Zuge des Coronavirus stark gesunkenen Rohölkurse und auch der Euro/Dollar-Kurs wirkt bärisch: Die Teuerung des Euro gegenüber dem US-Dollar erhöht die Kaufkraft der EU-Importeure, was den Warenstrom an Pflanzenöl und Raffinat aus Drittstaaten in die EU grundsätzlich ankurbelt.

    Für Rapsöl gibt es den vergleichsweise geringsten Preisnachlass, da zum einen die Rapsterminkurse in Paris zuletzt wieder den Weg nach oben fanden und damit ihren Rückgang zumindest unterbrochen haben. Zum anderen aufgrund des begrenzten Angebots an Rapsöl bzw. Raffinat am EU-Markt, was die Konsequenz einer knappen Rohstoffversorgung infolge der enttäuschenden EU-Rapsernte 2019 ist.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 05.03.2020

  • Marktbericht KW 09 / 2020


    Die Ausbreitung des Coronavirus und die Gefahr einer Pandemie, einschließlich negativer Effekte auf die globale Wirtschaftsentwicklung, haben den Agrarrohstoffnotierungen zugesetzt. Dem Druck müssen sich auch die hiesigen Kassamärkte beugen. So haben die Rapserzeugerpreise entlang der schwächeren Vorgaben aus Paris an Wert verloren. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger, die im Zuge vorwöchentlicher Preisbefestigung noch einmal aufgelebt war, hat sich damit wieder komplett abgekühlt. Neugeschäfte kommen nur noch selten zustande, aber das liegt nicht nur am Preisrückgang: Alterntig ist kaum noch Ware vorhanden, die gehandelt werden könnte, neuerntig wird die Abgabebereitschaft zusätzlich durch die Unsicherheit über die Feldbestandsentwicklung gebremst. Außerdem mangelt es, alt- wie neuerntig, am Kaufinteresse der Ölmühlen. Bis zur Ernte 2020 ist die Rohstoffversorgung der meisten Verarbeiter gesichert. Das Interesse an Vorkontrakten ist grundsätzlich vorhanden, aber offenbar nicht drängend.

    Am Rapsschrotmarkt war es sehr ruhig und es wurde kaum Ware nachgefragt. Da die Mischfutterbetriebe aber in den Vorwochen umfangreiche Käufe getätigt haben, kam dies Marktteilnehmer zufolge nicht überraschend. Viele Marktteilnehmer aus NRW waren zudem wegen Karneval nur selten aktiv. Druck erzeugen ebenfalls die schwächeren Raps- und Sojabohnenkurse. Am Sojaschrotmarkt wird für Ware zur Lieferung im März zwar stetig aber nicht besonders lebhaft Ware geordert. An Sojaschrot zur Lieferung im Februar ist so gut wie keiner mehr interessiert. Zusätzlichen Preisdruck übt der schwächere Sojakomplex in Chicago aus. Dort haben die Kurse aufgrund der globalen Ausbreitung des Coronavirus deutlich nachgegeben. Der Preisrückgang am hiesigen Kassamarkt wird allerdings durch das geringere Angebot aus Argentinien begrenzt. Dort ist die Verarbeitung von Sojabohnen und die Verschiffung von Sojaschrot wegen des Ausfalls einer großen Ölmühle zurückgegangen.

    Die Pflanzenölpreise standen in der Berichtswoche deutlich unter Druck. Belastet wurde der Pflanzenölmarkt wie auch schon in den Vorwochen von der Ausbreitung des Coronavirus und der Gefahr einer Pandemie. Neue Infektionen, jetzt auch vermehrt in Europa, schüren die Sorge um eine weltwirtschaftliche Abschwächung. Im Zuge dessen sind die Rapsölpreise im Vorwochenvergleich deutlich um 35 auf 810 EUR/t zurückgegangen. Zudem hat die Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsektor nachgelassen. Die Angst vor einer Pandemie ist mittlerweile sogar dort spürbar. Der Preisrückgang bei Rapsöl wird aber durch die Fundamentaldaten abgebremst: Durch die knappe Rohstoffversorgung, die sich auch im kommenden Wirtschaftsjahr fortsetzen dürfte, wird voraussichtlich auch das Angebot an Nachprodukten wie Rapsöl knapp bleiben. Die Käufer werden weiterhin auf Importe zur Bedarfsdeckung angewiesen sein. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rapsöl in den kommenden Monaten anziehen wird, was das Angebot weiter zusammenschrumpfen lassen könnte und somit wieder zu Preisauftrieb führen könnte.

    Die Sojaölpreise konnten sich dem Druck vom Weltmarkt widersetzen und lagen zuletzt unverändert bei 710 EUR/t. Dabei tendiert der gesamte US-Sojakomplex im Vorwochenvergleich schwächer. Auch hier ist das Coronavirus ausschlaggebend. Zudem bleiben Neugeschäfte mit China seit der Unterzeichnung des Phase-1 Deals weiterhin aus. Die Preise für Pflanzenöle liegen trotz des starken Preisrückgangs in den vergangenen Wochen noch deutlich über dem Vorjahresniveau: Rapsöl +16 %, Palmöl +28 %, Sonnenblumenöl +8 % und Sojaöl +7 %.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 02.03.2020

  • Marktbericht KW 08 / 2020


    Im Fahrwasser festerer Rapsterminkurse haben auch die Erzeugerpreise hierzulande wieder den Weg nach oben gefunden. Damit lassen sich, wenn auch sehr vereinzelt, noch einmal Restmengen aus der Ernte 2019 mobilisieren. Doch im Großen und Ganzen ist das Geschäft mit der alten Ernte gelaufen. Erzeuger sind zumeist ausverkauft oder haben jüngste Preisbefestigung zur Abgabe letzter Partien genutzt, während gleichzeitig die Ölmühlen für alterntige Ware nur noch sporadisch als Käufer am Markt auftauchen. Das Geschäft schwenkt nun immer deutlicher auf Lieferungen ex Ernte 2020 um. Verarbeiter sind aufgrund der avisiert weiterhin knappen Inlandsversorgung mit Raps in der Saison 2020/21 früher bzw. stärker als in anderen Jahren daran interessiert, Vorkontrakte abzuschließen. Ex Ernte 2020 scheitert es daher nicht am Kaufinteresse der Ölmühlen, sondern eher an der mangelnden Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Das ist zwar nicht überall der Fall und je näher die Rapsernte 2020 rückt, desto abgabebereiter werden die Landwirte, sodass zuletzt auch einige Abschlüsse in die Bücher geschrieben wurden. Aber im Großen und Ganzen bleibt es ein ruhiger Vorkontrakthandel. Das könnte auch noch eine Weile so bleiben. Denn die Feldbestände haben sich bei mildem Wetter schnell entwickelt und sind damit anfällig für Frost, mit dem noch bis in den April hinein gerechnet werden muss. Solange sich die Landwirte in Deutschland ihrer Erträge nicht sicherer sind, werden sie keine zu großen Mengen vertraglich binden, um nicht Gefahr zu laufen, diese am Ende nicht liefern zu können. Die Rapserzeugerpreise lagen zuletzt bei 380 EUR/t im Bundesdurchschnitt, was einer Steigerung von 4 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Die Kontraktpreise liegen bei 372 EUR/t und damit ebenfalls 4 EUR/t höher als zuvor.

    Am Rapsschrotmarkt sind die Preise im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Rapsschrot kostete zuletzt mit 225 EUR/t rund 2 EUR/t mehr. Gestützt wurden die Preise durch die festeren Sojaschrot- und Rapsnotierungen. Am Sojaschrotmarkt ist das Kaufinteresse besonders an vorderer Ware momentan eher zurückhaltend. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe konzentriert sich mehr auf spätere Termine. So ist der Markt ruhig und wartet auf richtungsweisende Impulse. Aus Argentinien kommen aufgrund des Ausfalls einer insolventen Ölmühle weiterhin weniger Schiffe mit Importware. Der Fokus vieler Marktteilnehmer richtet sich momentan auf die laufende brasilianische Sojabohnenernte, die bisher in Rekordhöhe avisiert wird. Preisauftrieb bringen neben der Sorge um Angebotsengpässe die festen Sojaschrotkurse in Chicago. Das überträgt sich auf die hiesigen Kassapreise.

    Erst zwei Wochen Rückgang, dann zwei Wochen Stagnation – nun haben sich die Rapsölpreise überraschend befestigt. Überraschend deshalb, weil sich fundamental wenig verändert hat. Das Coronavirus sorgt nach wie vor für Verunsicherung was die chinesische, aber auch was die Weltwirtschaftsentwicklung betrifft. Die Aussichten auf die EU-Rapsernte 2020 sind tendenziell etwas besser als im herausragend schwachen Vorjahr, flächenbedingt jedoch keineswegs gut. Auch wenn sich die Rapsfeldbestände bei mildem Wetter bisher gut bis sehr gut entwickelt haben, sind sie dadurch zugleich umso anfälliger für Frost, sodass Erzeuger sehr vorsichtig agieren, wenn es um Vorkontrakte geht. Die Versorgungslage beim Rapsöl für das kommenden Wirtschaftsjahr wird als knapp eingeschätzt, was an den geringen Rohstoffvorräten liegt. Vom Biodieselmarkt kommen ebenfalls keine neuen Impulse, nach lebhaftem Januar-Geschäft ist die Nachfrage im Februar deutlich abgeflaut. All diese Einflüsse sind nicht neu und die anderen Pflanzenöle tendieren schwächer. Die Unterstützung dürfte somit von den Rapsterminkursen in Paris kommen, die sich seit vier Handelstagen im Plus bewegen und zuletzt wieder über die Marke von 400 EUR/t geklettert sind. Das zieht die Rapsölpreise fob Hamburg um 39 EUR/t auf 845 EUR/t und damit auf ein 4-Wochenhoch. Der Sojaölmarkt, international wie auch hierzulande, wird von der Unsicherheit über die Auswirkungen des Coronavirus auf Nachfrage, Logistik und Märkte weiterhin unter Druck gehalten. Fob Hamburg gaben die Preise auf Wochensicht um 22 EUR/t auf 710 EUR/t nach. Schwache Palmölpreise und die Meldung über einen Rückgang der US-Biodieselnachfrage belasten zusätzlich.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 20.02.2020

  • Marktbericht KW 07 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben in der aktuellen Handelswoche weiter nachgegeben. Druck erzeugen schwächere Terminkurse gepaart mit mangelndem Kaufinteresse der Ölmühlen, die in der Regel bis Saisonende über Kontrakte versorgt sind. Erst im Übergang auf die neue Ernte könnten Lücken aufkommen, die das Kaufinteresse kurzfristig beleben. Rapserzeuger sind auf dem erreichten schwächeren Preisniveau kaum noch zur Abgabe alterntiger Restmengen bereit; die meisten sind allerdings mittlerweile ohnehin ausverkauft – nur wenige schieben noch Restmengen vor sich her. Das war zur gleichen Zeit des Vorjahres anders gewesen. Und nicht nur weil die Versorgung seinerzeit weniger knapp war, sondern auch weil die Preisvorstellungen weitgehend unerfüllt blieben. Der typische Preisanstieg, wie er in dieser Saison im November startete und im Januar auf einen Hochpunkt zulief, fand in der Vorsaison nicht annähernd statt, sodass ungewöhnlich große Mengen in der Hoffnung auf Preisbefestigung bis zur neuen Ernte oder auch noch darüber hinaus in Erzeugerhand blieben. Am Rapsmarkt schwenkt der Fokus nun langsam auf die Ernte 2020 um. Das zeigt sich auch in der Preisentwicklung: Alterntiger Raps wird zu 375,70 EUR/t und damit 2,60 EUR/t unter Vorwochenlinie gehandelt. Vorkontrakte haben sich derweil um 2,00 auf 368,20 EUR/t verteuert. Immer mehr Kaufanfragen für Rapskontrakte ex Ernte 2020 werden registriert und führen teilweise auch zu Geschäftsabschlüssen. Doch häufig scheitern diese noch an der Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Die blicken nämlich durchaus besorgt oder wenigstens mit Vorsicht auf die Entwicklung ihrer Feldbestände. Diese sind vielerorts ungewöhnlich weit entwickelt, was positiv ist, jedoch mangelt es den Kulturen dadurch an Winterhärte. Vergangene Jahre haben gezeigt, dass noch bis in den April hinein mit Frosteinbrüchen gerechnet werden muss, die alles ändern können. Niemand möchte sich jetzt verkalkulieren und zu große Mengen vertraglich festsetzen, die er am Ende nicht liefern kann.

    Am Sojaschrotmarkt sind die Preise gegenüber Vorwoche deutlich gestiegen. Grund hierfür sind feste Sojaschrotkurse in Chicago und der gefallene Euro. Zudem gibt die Sorge um einen Angebotsrückgang in Argentinien Preisauftrieb. Dort ist schon seit einigen Wochen eine wichtige Ölmühle aufgrund von Liquiditätsengpässen ausgefallen, weshalb dort vorerst keine Sojabohnen mehr verarbeitet werden. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe in Deutschland beschreiben Marktteilnehmer als stetig bis rege. Zum Ende der vergangenen Woche ist das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller am Rapsschrotmarkt aufgelebt. Besonders Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis Juli ist gefragt. Dieses Kaufinteresse ist in den vergangenen zwei Tagen aber wieder etwas abgeflaut. Viele Marktteilnehmer haben auf die Veröffentlichung der USDA-Schätzung gewartet. Die Rapsschrotpreise am hiesigen Kassamarkt haben sich gegenüber Vorwoche leicht um 3 auf 222 EUR/t befestigt.

    Die Rapsölpreise haben sich weiter stabilisiert. Noch vor zwei Wochen hatten sie kräftig nachgegeben, doch nun stützt die Befestigung beim Soja- und Palmöl, außerdem die wieder lebhaftere EU-Biodieselnachfrage, die sich Marktteilnehmern zufolge vor allem auf Rapsmethylester richtet. Darüber hinaus wird von einem regional knappen Angebot an rohem Rapsöl berichtet, sodass die Ware teilweise gesucht wird. Marktteilnehmer begründen dies mit der knappen EU-Rapsversorgung und einer geringeren Verarbeitung. Zudem sind auch die Erwartungen an die EU-Rapsernte 2020 gering, sodass die Rohstoffversorgung knapp bleiben dürfte. Fob Hamburg wurden für Rapsöl zuletzt 806 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt. Die Sojaölpreise hatten in der Vorwoche einen kräftigen Rückgang hingelegt, diesen in der aktuellen Berichtswoche aber zum Teil wieder ausgeglichen. 733 EUR/t fob Hamburg entsprechen einer Steigerung von 23 EUR/t oder 3,2 %. Marktteilnehmer sehen darin eine Korrektur, nachdem die Panik rund um die Verbreitung des Coronavirus Terminmarktkurse und Kassapreise in der Vorwoche auf Talfahrt geschickt hatte. Zudem hat der kräftige Preisrückgang der Vorwoche einige Käufer auf den Plan gerufen, deren Nachfrage nun ebenfalls Unterstützung liefert.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 13.02.2020

  • Marktbericht KW 06 / 2020


    Im Sog der aus Wochensicht deutlich schwächeren Rapsterminkurse in Paris haben auch die Kassapreise hierzulande verloren. Die Rapserzeugerpreise lagen im Bundesdurchschnitt zuletzt bei 378 EUR/t und damit 8 EUR/t unter Vorwochenlinie. Mit den Preisrückgängen der vergangenen Woche und den so gut wie geräumten Lagerbeständen in Erzeugerhand hat sich die Verkaufsbereitschaft deutlich verringert; die Geschäfte haben sich spürbar beruhigt. Erzeuger ergreifen erste Düngermaßnahmen und sind ansonsten in Sorge um ihre Bestände, entweder weil die Wassersversorgung regional unzureichend ist oder es den Kulturen an der nötigen Winterhärte mangelt, sollte es in den kommenden Wochen noch zu Frosteinbrüchen kommen. Während die Abgabebereitschaft für Restmengen der Ernte 2019 nun äußerst zurückhaltend ist, kommen auch von der Nachfrageseite keine Impulse. Das Kaufinteresse der Verarbeiter bleibt dem Vernehmen nach gering. Marktteilnehmer vermuten wesentlich kleinere Restbestände der alten Ernte in Erzeugerhand als vor einem Jahr. Kleinere Ernte gepaart mit kräftigem Preisauftrieb im Januar hatte die Vorräte kräftig schrumpfen lassen. Die meisten Landwirte dürften mittlerweile ausverkauft sein. Viele haben die Hochpreisphase zum Verkauf genutzt und sind rückblickend auch froh darüber. Mancher bereut allerdings, das hohe Preisniveau nicht auch schon für umfangreichere Vorkontraktabschlüsse genutzt zu haben.

    Die Ölschrotpreise haben sich in der Berichtswoche unterschiedlich entwickelt. Während die Sojaschrotpreise nachgaben, hat sich Rapsschrot leicht befestigt. Die Sojaschrotpreise werden von den schwachen Sojaschrotkursen in Chicago belastet. Diese hatten den tiefsten Stand seit Anfang September 2019 erreicht. Die Ausbreitung des Coronavirus und eine damit verbundene mögliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und Nachfrage, erzeugte im Verlauf der Berichtswoche weiterhin Druck. Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zum Ende der vergangenen Woche gestiegen, da eine Ölmühle in Nordostdeutschland überraschend ihre Produktion stoppen musste. Zwischenzeitlich lagen die Preise auf dem höchsten Stand seit Anfang April 2019. Zuletzt gaben die Forderungen für Rapsschrot aber wieder leicht nach, da die hohen Preise viele Anbieter an den Markt gelockt haben. Da seitens der Mischfutterbetriebe aber nur sehr wenig Kaufinteresse besteht, bremste dies den Preisauftrieb.

    Obwohl der Druck vom Weltmarkt momentan hoch ist, haben sich die Rapsölpreise im Vorwochenvergleich leicht befestigt. Zuletzt wurden 802 EUR/t verlangt, das waren 5 EUR/t mehr als in der Woche zuvor. Im Grunde ist die Stimmung am Pflanzenölmarkt aber weiterhin gedämpft, da die Ausbreitung des Coronavirus die Angst vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft schürt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Biodiesel, die in der ersten Januarwoche noch ungewöhnlich hoch war, kräftig gesunken. Die Preise für Sojaöl sind deutlich um 60 auf 710 EUR/t abgerutscht. Hauptbelastungsfaktor ist der mögliche Nachfragerückgang Chinas. Sojaöl kostete damit zuletzt genau so viel wie Sonnenblumenöl.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 06.02.2020

  • Marktbericht KW 05 / 2020


    Die Erzeugerpreise für Raps haben ihren steilen Anstieg durch den Druck des Weltmarkts vorerst beendet. Sowohl die Rapsnotierungen in Paris als auch die Sojakurse in Chicago haben im Wochenvergleich deutlich an Wert verloren. Die Angst vor einer Pandemie, ausgelöst durch den Coronavirus, hält die Märkte im Bann. Besonders betroffen von der pessimistischen Marktstimmung sind die Preise für die Ernte 2019. Diese gaben innerhalb von einer Woche um mehr als 8 auf 386 EUR/t nach. Damit befinden sie sich aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang Januar 2020. Die rückläufigen Gebote haben das Geschäft für die alterntigen Restmengen, deutlich gebremst. Die Preise für Kontrakte ex Ernte 2020 haben hingegen nur um 5 auf 369 EUR/t nachgegeben. Angesichts der geringen Ernteaussichten 2020 ist das für viele Erzeuger noch zu wenig, um Vorkontrakte abzuschließen. Sie hoffen auf Preissteigerungen und warten mit der Vermarktung ab. Es wird von einer guten Deckung der Ölmühlen berichtet. In Norddeutschland suchen sie kaum noch Ware für das erste Quartal 2020. Das Kaufinteresse liegt auf Lieferterminen ab April 2020. Da aber kaum noch nennenswerte Mengen aus der alten Ernte zur Verfügung stehen, dürfte das Rapsangebot bis zur neuen Ernte am europäischen Markt knapp bleiben. Deshalb könnte es, sobald die preisdrückenden Faktoren am Weltmarkt eingepreist sind und die Erzeugerpreise in Deutschland wieder Eigendynamik entwickeln, preislich wieder Luft nach oben geben.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Nachfrage in den vergangenen Tagen wieder entflammt. Die Meldung über den Ausfall einer Ölmühle in Nordostdeutschland treibt viele Käufer an den Markt. Deshalb wird insbesondere auf den vorderen Terminen aktuell viel Ware gesucht. Bisher kann die Nachfrage noch ausreichend von den Ölmühlen gedeckt werden. Am Sojaschrotmarkt haben sich die Preise gegenüber Vorwoche weiter befestigt. Mischfutterhersteller fragen relativ rege Ware nach, was den Markt unterstützt. Zudem rechnen Marktteilnehmer für die kommenden Wochen mit steigendem Kaufinteresse seitens der Mischfutterindustrie, da niedrige Temperaturen den Futtermittelbedarf der Mischfuttererzeuger steigern dürfte. Gleichzeitig kommt Unterstützung aus Südamerika. In Argentinien hat eine große Ölmühle aufgrund von Liquidität ihr Verarbeitungstempo zurückgefahren. Da Deutschland große Mengen an Sojaschrot aus Argentinien importiert, schürt das die Sorge um weniger Schiffslieferungen nach Deutschland.

    Die Auswirkung des Coronavirus in China ist auch an den Pflanzenölmärkten deutlich zu spüren. Sie gaben im Vergleich zur Vorwoche überwiegend kräftig nach. Die Angst vor einer Pandemie schürt die Sorge um die chinesische Wirtschaft. Sollte sich die Krankheit weiter so rasch ausbreiten wie bisher, könnte die Nachfrage der größten Wirtschaftsmacht zurückgehen und auch die internationalen Handelsströme gestört werden. Rapsöl sank infolgedessen um 45 auf 797 EUR/t. Neben der trüben Marktstimmung aufgrund des Coronavirus erzeugten zudem gestiegene Rapsölimporte Druck. Die schrumpfende Nachfrage nach Biodiesel belastet den Rapsölmarkt zusätzlich. Marktteilnehmern zufolge könnte diese aber in den kommenden Wochen wieder aufleben. Sojaöl kostete zuletzt 770 EUR/t und damit rund 12 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Auch hier ist der Hauptauslöser für den Preisrückgang die Sorge um die chinesische Wirtschaft. Zusätzlich werden die Forderungen für Sojaöl von der Meldung des Nationalen Verbandes der Ölsaatenverarbeiter (NOPA) belastet. Laut NOPA sind die Vorräte an Sojaöl durch eine sinkende Nachfrage stärker als erwartet gestiegen.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 30.01.2020

  • Marktbericht KW 04 / 2020


    Je nach Region sind die Meldungen in der Berichtswoche uneinheitlich. Entweder wird die Nachfrage als stark abgeflaut beschrieben oder das Angebot als sehr gering oder beides. In jedem Fall werden somit aber Geschäftsabschlüsse in größerem Umfang verhindert, nur sporadische wird Raps der Ernte 2019 jetzt noch gehandelt. Die Vorräte sind ohne Zweifel stark geschrumpft, sodass nur noch Restmengen zu vermarkten sind, aber damit halten sich die Anbieter nun in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen bis Saisonende oder gerade auch im Übergang auf die kommende Saison 2020/21 sehr zurück. Unzweifelhaft ist auch, dass die meisten Ölmühlen, nachdem einzelne zuletzt noch nennenswerte Mengen Inlandsraps gekauft haben, nun erst einmal gedeckt sind, wenigstens für das erste Quartal, teilweise aber auch darüber hinaus, sodass Liefertermine ex Ernte 2020 seit vergangener Woche zunehmend stärker in den Fokus geraten. Am Preisverlauf auf Erzeugerebene lässt sich das ablesen: Während die Forderungen für Raps zur sofortigen Lieferung gegenüber der Vorwoche um 3,40 auf 394,70 EUR/t im Bundesmittel zurückgenommen wurden, sind die Vorkontraktpreise vergleichsweise leichter um 1,60 auf 374,50 EUR/t im Schnitt erster verfügbarer Regionalmeldungen gesunken. Was die Feldbestandsentwicklung betrifft, so mangelt es regional immer noch an Niederschlägen. Zudem haben die milde Witterung und anhaltender Sonnenschein erste Rapsschädlinge hervorgelockt; Rapsstängelrüssler wurden bereits gesichtet. Vereinzelt wurden nun deshalb Gelbschalen im Raps aufgestellt, um den Zuflug von Schädlingen zu bonitieren.

    Die Sojaschrotpreise sind im Vorwochenvergleich deutlich gestiegen. Grund für den Preisanstieg ist das sinkende Angebot an Sojaschrot besonders auf den Terminen Januar und Februar. Für Lieferungen zu diesen Terminen wird Ware allmählich knapp, da Verarbeitungsrückgänge in Südamerika den Warenfluss von dort verlangsamt haben. Die Aktivität der Mischfutterbetriebe am Sojaschrotmarkt reduziert sich in der Berichtswoche auf das Abwickeln von Kontrakten. Am Rapsschrotmarkt hat sich die Nachfrage belebt. Die meisten Käufer suchen vor allem Ware zur Lieferung im Februar, vereinzelt wird sogar noch Rapsschrot zur Lieferung im Januar geordert. In den Preisen spiegelt sich das rege Kaufinteresse bisher aber nicht wider. Sie haben im Vergleich zur Vorwoche um 4 auf 206 EUR/t nachgegeben. Üblicherweise kommt das Geschäft mit Rapsschrot ab Mitte Januar, wieder in Schwung. In den kommenden Wochen könnten die Rapsschrotpreise wieder nach oben ziehen.

    Der Höhenflug am europäischen Pflanzenölmarkt scheint zumindest vorerst beendet, denn in der aktuellen Berichtswoche tendieren alle Pflanzenölpreise durch die Bank schwächer. Soja- und Sonnenblumenöl hatten bereits in der vergangenen Woche die Schwächephase eingeläutet und haben nun weiter an Wert verloren. Sojaöl erzielte zuletzt einen Preis von 782 EUR/t fob Hamburg, was noch einmal 18 EUR/t oder 2,3 % weniger als in der Vorwoche waren. Als Zugpferd des Pflanzenölmarktes hat diese Entwicklung Sogwirkung auf die übrigen Pflanzenölpreise. Rapsöl konnte sich der Schwächetendenz der anderen Pflanzenöle nicht entziehen und hat um 18 EUR/t oder 2,1 % auf 842 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Dazu trägt aber auch der Rückgang der EU-Biodieselnachfrage bei. Hitzig, mit ungewöhnlich lebhafter Nachfrage und kräftigem Preisauftrieb, war der Biodieselmarkt in das neue Jahr gestartet. Doch nun scheinen Beimischer erst einmal gedeckt, sodass sich das Kaufinteresse für Termine bis einschließlich April nun spürbar abgekühlt hat und sich auf Lieferungen ab Mai oder sogar erst wieder ab Juni verlagert. Von der Börse in Paris kamen zuletzt zwar wieder bullische Impulse, doch über die 420 EUR/t sind die Rapsterminkurse bisher noch nicht wieder gestiegen. Marktteilnehmer zufolge ist die Richtung aktuell unklar.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 23.01.2020

  • Marktbericht KW 03 / 2020


    In den meisten Regionen Deutschlands berichten Marktteilnehmer von einem äußerst knappen Rapsangebot aus der Ernte 2019. Viele Erzeuger sind ausverkauft oder halten nur noch Restmengen in Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurück. Doch die Zahl derer, die auf weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen setzen, wird kleiner, denn schließlich hat Raps in den zurückliegenden Wochen einen regelrechten Höhenflug hingelegt – der Markt bzw. die Preise scheinen überhitzt. Außerdem kam die Unterstützung im Wesentlichen von den festeren Terminkursen in Paris und hier deutet sich seit Beginn der aktuellen Handels-woche möglicherweise eine Trendwende an: Seit vergangenem Freitag haben die Notierungen 4 EUR/t an Wert verloren und sind damit wieder unter die Marke von 420 EUR/t gerutscht. Aus dem Markt ist zu vernehmen, dass die jüngsten Preissteigerungen auf Erzeugerstufe nur geringe Mengen mobilisieren konnten, was den weit abgebauten Lagerbeständen zuzuschreiben ist. Wo nichts ist, kann auch nichts gehandelt werden, ganz gleich wie attraktiv die Preise auch sein mögen. Langsam ist ein Umschwenken des Marktes auf die Ernte 2020 zu spüren. So nimmt die Zahl der Offerten aus der Landwirtschaft zu. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Ölmühlen für Termine ex Ernte 2020 erwacht, sodass nun auch immer wieder Abschlüsse in die Bücher geschrieben werden. Womöglich ist es die knappe Rapsversorgung, die die Verarbeiter aktuell als Käufer an den Markt zieht. Es gilt, die Anschlussversorgung 2020/21 abzusichern.

    Am Rapsschrotmarkt ist das Kaufinteresse seitens der Mischfutterhersteller etwas aufgelebt. Nachdem sie in der vergangenen Woche mit der Planung für 2020 beschäftigt waren, ist das Kaufinteresse in der aktuellen Berichtswoche erwacht. Das ist in jedem Jahr im Januar nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen üblicherweise der Fall. Besonders gefragt sind Lieferungen ab Februar bis Oktober. Ölmühlen sind gleichzeitig daran interessiert ihre Ware zu verkaufen. Da so ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht, sind die Rapsschrotpreise im Vorwochenvergleich recht stabil. Die Sojaschrotpreise sind hingegen im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete zuletzt 334 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als vor einer Woche. 44er Ware hat sich um 2 auf 306 EUR/t verteuert. Gestützt wurde der Sojaschrotmarkt von den Sojaschrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich um umgerechnet 2 auf 295 EUR/t zugelegt haben.

    Die Rapsölpreise haben sich um 5 auf 860 EUR/t fob Hamburg befestigt. Dabei profitierten sie von den auf Wochensicht weiter gestiegenen Rapsterminkursen in Paris. Außerdem lieferte eine stetige bis lebhafte und damit für den Januar ungewöhnlich hohe Biodieselnachfrage fortgesetzt Unterstützung. Sowohl Biodiesel aus Altspeisefetten als auch Ware aus Pflanzenölen (saisonbedingt zurzeit aus Rapsöl) findet wegen der Anhebung der THG-Quote auf 6 % derzeit problemlos Käufer. Neueste USDA-Zahlen für Sojabohnen bzw. Sojaöl fielen bärisch aus, Produktions- und Vorratsschätzungen wurden leicht angehoben. Die Sojaölpreise ließ das um 10 auf 800 EUR/t fob Hamburg sinken.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 88 KDatum: 16.01.2020