Markt, Futtermittel
12.11.2019

Kleine Rapsernte forciert Importe

Mäßige Erträge und eine kleine Anbaufläche führten in der EU zur kleinsten Rapsernte seit 13 Jahren. Die EU-Einfuhren haben sich schon fast verdoppelt.

Der trockene Herbst 2018 durchkreuzte die Aussaatpläne vieler Landwirte und führte zur kleinsten EU-Rapsanbaufläche seit mehr als 10 Jahren. Witterungsbedingt erreichte der Gesamtertrag EU-weit mit knapp 17 Mio. t und hierzulande mit weniger als 3 Mio. t einen Tiefststand.

Die europäischen Ölmühlen verarbeiteten in den Jahren zuvor 47 Mio. t Ölsaaten, davon 24 Mio. t Raps. Die EU-Rapsernten deckten knapp 90 % des Bedarfes der Ölmühlen. Das wird in diesem Jahr wohl nicht mehr erreicht werden; die Schätzung der EU-Kommission liegt bei 75 %. Das macht mehr Rapsimporte notwendig. In der laufenden Saison kauften die europäischen Ölmühlen rund 2,6 Mio. t aus dem Ausland, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum erst 1,3 Mio. t. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres wird diese Menge auf etwa 5,5 Mio. t ansteigen.

Als wichtigste Quelle für Raps aus Drittländern hat sich in den vergangenen Jahren die Ukraine etabliert. Bereits im laufenden Wirtschaftsjahr kamen von dort 2 der insgesamt 2,6 Mio. t Rapsimporte. Nach Angaben den Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wird das Angebot in diesem Jahr mit Raps aus Kanada erweitert. Aufgrund der Handelsstreitigkeiten mit China und dem damit verbundenen Überangebot – China war bislang der wichtigste Abnehmer kanadischer Ware – suchen die dortigen Erzeuger händeringend nach neuen Absatzpotenzialen. Kanadischer Raps ist meist gentechnisch verändert und unterliegt damit scharfen Regeln, die allerdings eine Nutzung der Ölschrote als Viehfutter nicht ausschließen. Kleinere Mengen bezieht die EU aus Moldawien, Serbien und Russland.

Quelle: UFOP e. V.


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