Die tot geborenen Ferkel im Blick behalten

28.11.2018 - Prof. Dr. Uwe Hühn, Wölfershausen, Dr. Manfred Weber, Klein Schwechten und Johannes Hilgers, REMS e.V. Sonsbeck

In den sauenhaltenden Betrieben stellt die Wurfgröße eine wichtige Kennzahl der Fruchtbarkeitsleistung dar. Sie wird von den lebenden und tot geborenen Ferkeln je Wurf gebildet. Die Mumien zählen nicht dazu. Bei ihnen handelt es sich um mehr oder weniger eingetrocknete unreife Feten (Dehydration im Uterus). Tot geborene Ferkel sind voll entwickelt, jedoch ohne Lebensäußerung. Ihr prozentualer Anteil wird auf die gesamt geborenen Ferkel (ohne Mumien) bezogen und als Totgeburtenrate bezeichnet. Sie bildet gemeinsam mit den am ersten Lebenstag verendeten bzw. gemerzten Neugeborenen die perinatalen Verluste.

Bei fehlender Geburtsüberwachung und nur gelegentlichem Betreten des Abferkelstalls durch das Betreuungspersonal im Geburtszeitraum (d. h. während der Abferkelperiode der Sauengruppe) werden die post partum verendeten Ferkel mitunter den Totgeburten zugerechnet. Diese liegen dann um einige Prozentpunkte über dem tatsächlichen Anteil. Der Anteil totgeborener an den gesamt geborenen Ferkeln hat sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte deutlich verändert. Als die in den Ferkelerzeugerbetrieben registrierten Wurfgrößen im Durchschnitt noch weniger als 14 gesamt Geborene umfassten, wurde als erreichbare Obergrenze der Totgeburtenrate in gesunden Sauenbeständen mit guter Herdenführung und hoher Betreuungsintensität während der Abferkelperioden in zyklogrammgesteuerten Betrieben/Anlagen mit 6 % (Jungsauen) bzw. 7 % (Altsauen) beziffert (PRANGE, H., Gesundheitsmanagement Schweinehaltung, Eugen Ulmer 2004, S. 338ff).

Mit den seit 1½ Jahrzehnten bei Hochleistungssauen weiterhin wachsenden Wurfgrößen ging ein Anstieg der tot und lebensschwach geborenen Ferkel einher. Anhand der Landeszahlen für die dänische Schweinezucht und Sauenhaltung, die für das Jahr 2004 bereits beachtliche 14 gesamt geborene Ferkel je Wurf auswiesen, war innerhalb weniger Jahre ein Anstieg der Totgeburtenrate von ehemals 8,1 % (1998) auf über 11 % (2006) zu verzeichnen. 

Tabelle 1: Landeszahlen für die dänische Schweinezucht und Sauenhaltung zu ausgewählten Wurfleistungsmerkmalen

Ein weiteres Beispiel wurde im Jahresbericht der VzF GmbH gegeben: Im Verlaufe von 10 Wirtschaftsjahren hat sich in den leistungskontrollierten Betrieben dieser Organisation die mittlere Zahl lebend geborener Ferkel von 10,6 auf 14,2 Stück je Wurf erhöht; letztere bezog sich auf fast 61.000 Sauen. Zugleich stieg der Anteil der Totgeburten von 7,4 % auf 8,4 % an.

Die jährlichen Betriebszweigauswertungen biologischer Ergebnisse zur rheinischen Ferkelerzeugung verzeichneten für die Wirtschaftsjahre von 2009/10 bis 2016/17 einen Anstieg der totgeborenen Ferkel je Wurf von 1,0 (7,5 %) auf 1,51 Stück (9,07 %). Die im Wirtschaftsjahr 2016/17 erzielten Wurfleistungen wurden in Tabelle 2 differenziert nach Betriebskategorien wiedergegeben. Deren Sortierung erfolgte nach der Zahl abgesetzter Ferkel je Sau und Jahr. Die Ferkelerzeugerbetriebe des unteren Viertels wiesen die niedrigsten Wurfgrößen auf, hatten jedoch etwas höhere Saugferkelverluste als der Schnitt. Demgegenüber erzielten das obere Viertel und noch eindrucksvoller die „Top 10“-Betriebe die größten Würfe bei der Geburt sowie beim Absetzen. Die Totgeburtenrate lag bei ihnen im Durchschnitt knapp über 9 %. Es wurden hohe betriebsindividuelle Effekte, eine beträchtliche Streuung der Totgeburten und wie auch bei den anderen Leistungszahlen der Einfluss des Betriebsleiters deutlich.

Tabelle 2: Wurfleistungen der rheinischen Ferkelerzeugerbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17

Im Weiteren interessierte die Frage nach den derzeit bestehenden Unterschieden zwischen Jung- und Altsauen bei den Totgeburten. In Tabelle 2 wurden die Ergebnisse gegenübergestellt. Beide Sauenkategorien unterschieden sich deutlich voneinander: Die ersten Würfe bestanden sowohl aus einer geringeren Zahl gesamt geborener als auch tot geborener Ferkel. Die Totgeburtenraten zeigten sich bei den Jungsauen zwischen den Betriebskategorien als nahezu gleichwertig, während bei den Altsauen mit wachsender Wurfgröße eine deutlich höhere Zahl tot geborener Ferkel je Wurf einherging.

Tabelle 3: Unterschiede ausgewählter Wurfleistungskennzahlen zwischen Jung- und Altsauen

Somit war auf einen erheblichen Einfluss der Wurfnummer (WN) auf die Totgeburtenrate bei den Sauen zu schließen. Das in Abbildung 1 dargestellte Säulendiagramm veranschaulicht den bestehenden Zusammenhang. Während die jüngeren Sauen der Wurfnummern 1 und 2 übereinstimmende Anteile tot geborener Ferkel von unter 7 % erbrachten, nahmen mit weiter wachsender WN (= steigendes Alter) zugleich auch die Totgeburtenraten bis auf über 14 % (ab WN 9) zu. Dieser Anstieg erfolgte nahezu linear und lenkt die Aufmerksamkeit auf weitere Gegebenheiten des Geburtsgeschehens.

Abbildung 1: Einfluss der Wurfnummer auf die Totgeburtenrate (%)



Abbildung 2: Einfluss der Wurfnummer auf die Zahl totgeborener Ferkel/Wurf (Stück)

Absterbezeitpunkte von Totgeburten

Nach den vielerorts durchgeführten Analysen von Schweinezüchtern und Veterinärmedizinern besteht im statistischen Durchschnitt die gute Hälfte aller Würfe ausschließlich aus lebend geborenen Ferkeln. Bei den von Totgeburten betroffenen Würfen kann das Absterben vor Geburtsbeginn, während der Austreibungsphase oder direkt nach der Geburt erfolgt sein.

Der Absterbezeitpunkt lässt sich anhand morphologischer Merkmale bestimmen. Vor Geburtsbeginn stirbt nur ein kleiner Teil (10-20 %) der Totgeburten bereits im Uterus. Diese Ferkel sind kenntlich an grauer Haut und hämolytisch verfärbtem Gewebe (vermehrt flüssigkeitshaltige Organe), in fortgeschrittenen Fällen an Autolyse (Selbstauflösung). Ursache sind schleppende oder verschleppte Geburten, bei denen die Plazentafunktion aussetzt. Erfahrene Kliniker weisen darauf hin, dass diese Fälle bei Geburtsüberwachung erkennbar und bei Behandlung aufgrund vaginaler Untersuchung weitgehend beeinflussbar wären. Übertragene Ferkel aus sehr kleinen Würfen sind ebenfalls gefährdet. In diesen Fällen vermag die partielle Geburtsauslösung mittels Injektion luteolytisch wirksamer Stoffe (Prostaglandine vom Typ F2α) zum physiologischen Termin zu einem zügigen Geburtsablauf beizutragen.

Wesentlich häufiger, nämlich bei 80-90 % der Totgeburten, sterben die Ferkel erst während der Austreibungsphase, d. h. zwischen Geburtsbeginn und –ende. Vielfach schlägt das Herz noch, jedoch setzt die Atmung nicht ein oder sie erlischt nach wenigen schwachen Zügen. Deutlich gehäuft treten sie unter dem zuletzt geborenen Drittel des Wurfes ein. Fast immer ist die Nabelschnur bereits abgerissen und meist auch verletzt. Die Haut dieser tot geborenen Ferkel ist häufig mit pränatal abgegangenem Mekonium (Darmpech) verschmutzt, der Magen kann Fruchtwasser enthalten. Falls die Lunge, bei der Sektion in Wasser getaucht, nicht untersinkt (Schwimmtest), handelt es sich um lebensschwach geborene Ferkel, die bereits geatmet hatten. Ein Teil der später durch Erdrücken, Verhungern oder Infektionen sterbenden Ferkel wird wahrscheinlich intra partum vorgeschädigt.

Direkt nach der Geburt gestorbene Ferkel sind an frischer Haut ohne Darmpech und trockener Nabelschnur kenntlich. Häufig sind sie von Fruchthüllen umschlossen. Weitere Merkmale sind ausklingender Herzschlag und Schnappatmung. Sauen mit mehr als zwei bis drei tot und lebensschwach geborenen Ferkeln können durch den Geburtsvorgang so geschwächt sein, dass häufig eine Puerperalerkrankung nachfolgt. Diesen Tieren ist eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Eine durchgeführte Monatsauswertung von im WJ 2014/15 in der rheinischen Ferkelerzeugung erzielten Wurfleistungen ergab keinen bedeutenden Einfluss der Jahreszeiten auf die registrierten Totgeburtenraten (HILGERS und HÜHN, 2016). Diese lagen im Durchschnitt bei 9,2 % und schwankten von 8,1 % (Minimum im Januar 2015) bis 9,4 % (Maximum im Juli 2014). Im Mittel des Auswertungszeitraumes wurden je Wurf 14,7 lebend geborene sowie 1,5 tot geborene Ferkel erreicht, wobei die letztgenannten zwischen den einzelnen Monaten im Durchschnitt aller Betriebe von 1,3 bis 1,5 Stück variierten.

Die Totgeburtenrate ist stark abhängig von der Wurfzahl

Mannigfaltige Ursachen

Die Ursachen für Totgeburten können sowohl infektiöser als auch nichtinfektiöser Natur sein.
Als nicht infektiöse Faktoren sind vornehmlich in Betracht zu ziehen:

  • bewegungsarme respektive nicht tiergerechte Haltung der hochtragenden Sauen, Unruhe und Stresszustände im Wartestall
  • Fütterungsfehler in der Trächtigkeit und fehlende Zuchtkondition (z. B. zu leichte Sauen oder solche mit Übergewicht, siehe Tabelle 4)
  • zu späte Umstallung in das Abferkelabteil
  • zu hohe Umgebungstemperaturen und/oder Tag-Nacht-Schwankungen im hochtragenden Stadium
  • Sauerstoffmangel (Hypoxie) der Ferkel während der Austreibungsphase, bedingt durch Geburtsverzögerungen, zu frühes Abreißen der Nabelschnur oder ein vorzeitiges Ablösen der Plazenta; aber auch bei sehr großen Ferkeln, die den Geburtsweg nicht passieren können, tritt ein Absterben der Früchte ein
  • Störungen im Geburtsverlauf (z. B. Wehenschwäche durch die körperliche Erschöpfung, Oxytocinmangel oder unzureichende Verfügbarkeit von Calciumionen im Blut, Geburtshindernisse, fehlerhafte manuelle Eingriffe, nicht einkehrende Geburtsruhe im Abferkelabteil; Geburtshysterie
  • unzureichende oder gänzlich fehlende Überwachung der Schweinegeburten vor allem während der Hauptabferkelzeit

Gegen Ende der Geburt sind die Austreibungsintervalle zwischen den einzelnen Ferkeln häufig verlängert, so dass einige von ihnen tot geboren werden.

Unter den Infektionskrankheiten, die auch die Wurfleistungen der Sauen beeinträchtigen können, spielt das SMEDI-Syndrom eine große Rolle. Es wird durch die weit verbreiteten Porcinen Parvoviren mitbedingt. Das Kunstwort SMEDI charakterisiert mit seinen Anfangsbuchstaben die auftretenden Fortpflanzungsstörungen bei infizierten Sauen, die nicht schutzgeimpft sind:

S = stillbirth (Totgeburt)
M = mumification (Mumifizierung: abgestorbene, eingetrocknete Früchte)
ED = embryonic death (Embryonaltod, tote Früchte)
I = infertility (Unfruchtbarkeit: insbesondere Umrauschen, Nichtträchtigkeit)

Wenn sich die nicht geschützten graviden Sauen zwischen dem 36. und 65. Trächtigkeitstag mit Parvoviren infizieren, dann sterben u. U. alle Feten ab. Sind nur einige Feten betroffen, werden nach einer Übertragung sowohl gesunde Ferkel als auch Mumien, lebensschwache und tote Ferkel geboren. Bei derartigen Befunden ist mit dem Betreuungstierarzt darüber zu beraten, ob die durchgeführten immunprophylaktischen Maßnahmen stimmen. Die Porcine Parvovirose (PPV) lässt sich mittels geeigneter und vielerorts praxisbewährter Schutzimpfungen in den Griff bekommen. Das betrifft sowohl die Grundimmunisierung der Remontetiere während der Eingliederungsphase als auch die regelmäßige Auffrischungsimpfung der Bestandssauen und –eber, welche zur Brunststimulation und –kontrolle sowie zum Decken eingesetzt werden.

Die Geburts- und Aufzuchtleistungen der Zuchtsauen im Abferkelstall werden maßgeblich durch die Körperverfassung (Kondition) der Muttertiere mitbestimmt. Das gilt auch für die Totgeburtenrate. Durch eine bedarfsgerechte Phasenfütterung ist ein auf hohe Reproduktionsergebnisse zielende Lebendmasseentwicklung zu gewährleisten, welche sowohl zu magere als auch zu schwergewichtige Partussauen zu vermeiden hilft. Als Orientierungswerte können die in Tabelle 4 wiedergegebenen Empfehlungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG, 2008) dienen. Zur betriebsindividuellen Präzisierung tragen die Ratschläge der jeweiligen Zuchtorganisation sowie der regionalen Fütterungsberatung bei. 

Tabelle 4: Basisdaten zur Lebendmasseentwicklung der Sauen

Mittel bis großrahmige Sauen mit breitem, langem Becken, die über eine ausreichende Länge der Gebärmutterhörner verfügen, erbringen eine deutlich höhere Wurfgröße und weniger tot geborene Ferkel im Vergleich zu Tieren mit kleineren Uteri.

Tabelle 5: Mittlere Anzahl geborener Ferkel in fünf aufeinanderfolgenden Würfen von Sauen mit unterschiedlicher Uterushornlänge nach beendeter Zuchtbenutzung

Im Rahmen der Mineralstoffversorgung der tragenden und gebärenden Sauen spielt das Mengenelement Calcium (Ca) eine wichtige Rolle. Es gilt sowohl eine Unterversorgung (kommt seltener vor) als auch eine zu reichliche Ca-Versorgung während der Tragezeit, insbesondere der hochtragenden Sauen zu vermeiden. Letztere leistet Regulationsstörungen der Mineralstoffversorgung Vorschub.
Dazu zählen ungenügende Freisetzung von Ca++-Ionen bei Partussauen, Wehenschwäche, verminderte Ansprechbarkeit auf Oxytocin-Präparate, verlängerte Geburtsdauer und steigende Zahl tot geborener Ferkel. Im Alleinfutter für tragende Sauen ist ein Ca-Gehalt von 0,6 % bedarfsdeckend.

Die in der Praxis angetroffenen Alleinfutter für tragende Sauen (industriell hergestellte ebenso wie die eigengemischten) weisen nicht selten darüber liegende Gehaltswerte auf.

Darauf reagieren insbesondere Partustiere mit höherer Wurfnummer mit verlängerten Austreibungsphasen (oftmals bis um mehrere Stunden), kompletter Erschöpfung, weniger vitalen Ferkeln sowie geringerer Milchleistung. Auch zugeführte Oxytocin- Präperate bleiben wirkungslos. Um dem vorzubeugen, sollte zuvor Calcium subkutan appliziert werden. Es werden Präperate verwendet, die Calciumgluconat oder Calciumborogluconat (Dosis: bis zu 50 ml enthalten). Die Wurfnummer, ab welcher Partussauen mit einem geeigneten Ca-Präparat injiziert werden, wird durch den Betreuungstierarzt mit dem Landwirt betriebsindividuell anhand des Auftretens der Problemsymptome festgelegt. Häufiger sind ältere Sauen betroffen.

Durch eine Reihe weiterer Ernährungsfaktoren der tragenden Sauen kann auf den Geburtsverlauf und die Wurfqualität positiv Einfluss genommen werden. Um die abferkelnden Tiere nicht durch einen prall gefüllten Darm zu belasten, die Austreibung der Ferkel nicht zu erschweren und Verstopfungen zu vermeiden, die nicht nur Totgeburten, sondern auch Puerperalerkrankungen zur Folge haben können, bedarf es insbesondere im geburtsnahen Zeitraum einer ausreichenden Versorgung mit Rohfaser (quellfähige Substanzen). Das gilt auch für die vorangegangenen Trächtigkeitsabschnitte. Als Anhaltspunkte gelten die Forderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung: Mindestgehalt an Rohfaser 8 % in der Trockenmasse des Tierfutters resp. 200 g Rohfaseraufnahme je Sau und Tag. Als Tipp der Ferkelerzeuger des DLG-Forums Spitzenbetriebe Schwein wird die Empfehlung vermittelt, den Zuchtsauen täglich 1 g Rohfaser je 1 kg Lebendmasse des Tieres zu verabreichen.

Kaum ein anderer Inhaltsstoff hat einen vergleichbar hohen Anteil an der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Sauen wie die Rohfaserträger. Zu letzteren ist neben den bislang eingesetzten Komponenten auch Rapsextraktionsschrot zu zählen. Es kann im Alleinfutter für tragende Sauen bei entsprechender Abstimmung der Inhaltsstoffe der Ration in Anteilen bis zu 10 % enthalten sein. Die durch quellfähige Substanzen im Futter erreichte Beschleunigung der Darmpassage hat neben anderen positiven Wirkungen auf die Tiere auch eine positive Wirkung auf die Senkung der Totgeburten im Abferkelstall.

Bewegung vor der Geburt erleichtert den Geburtsvorgang

Fazit

In den Ferkelerzeugerbetrieben bildet die Größe und Qualität der geborenen Würfe den Grundstein für die nachfolgenden Aufzuchtergebnisse. Die in einer Reihe von Herden im Ansteigen begriffene Totgeburtenrate gibt Anlass zur Analyse, Aufklärung und Abstellung von noch bestehenden Schwachstellen im Sauenmanagement.

Eine sehr wichtige betriebliche Maßnahme zur Verhütung bzw. Verringerung von Totgeburten ist die fachgerechte Überwachung der Abferkelungen mit eingeschlossener Intensivbetreuung von Partussauen und Neugeborenen. Hierdurch sowie mittels Gewährleistung ungestörter Geburtsverläufe lässt sich der Anteil der Totgeburten sowie in den ersten Lebensstunden verendeter Ferkel nachweislich reduzieren.

Mit dem Betreuungstierarzt sollten die angewendeten geburtssteuernden Maßnahmen (partielle Geburtsauslösung, Einsatz von Oxytocin-Präparaten/Depotocin) überprüft und dem aktuellen Wissensstand angepasst werden. Ein geringer Prozentsatz an Totgeburten und Ferkelverlusten, die den Anforderungen des Tierschutzes und der Betriebswirtschaft gerecht werden, bleibt wahrscheinlich unvermeidbar. Dabei geht es um die konsequente Umsetzung des Machbaren in tiergerechten Haltungsverfahren mittels betriebsindividuell geeigneter Maßnahmen des Gesundheits- und Herdenmanagements.

DER DIREKTE DRAHT

Prof. Uwe Hühn
Wölfershausen
Tel.: 036947-52661

Dr. Manfred Weber
Klein Schwechten
Tel.: 039388/-28423

Stand: August 2018
Bilder: Judith Galster